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September 25, 2015

Wie man sich vor Raubüberfällen auf Hotels wenigstens ein bisschen besser schützen kann

Pistole Blick in den Lauf

Pistole Blick in den LaufKöln – Die Raubüberfälle auf Hotels nehmen wieder zu. Nach der Sommerpause findent durchschnittlich nahezu täglich ein neuer Überfall statt, wie zuletzt in Köln, bei dem ein Hotelportier von unbekannten Tätern mit einem Schlag mit einer Pistole erheblich verletzt wurde. Die Polizei signalisiert den Hotelbetreibern immer häufiger, dass nachts zuwenig Streifen geschickt werden können – die Sicherheit hängt am seidenen Faden. In der Hotellerie wächst die Angst vor brutalen Überfällen, die meist schwere Folgen für die betroffenen Mitarbeiter haben.

Von TV-Hotelexperte Ulrich Jander

Längst gelten nicht mehr nur Hotels in Lagen wie beispielsweise Bahnhofsgegenden als besonders gefährdet. Auch Häuser in Randgebieten werden immer öfter überfallen, da sie in Gangsterkreisen als schlecht gesichert gelten und die Polizei immer weniger Präsenz zeigt.

Hotellerie und Gastronomie geraten immer häufiger ins Visier von Kleinkriminellen, die Geld für Drogen oder jetzt auch für Schleuser aufbringen müssen (sog. Beschaffungskriminalität). Soweit ist es schon: Die Polizei in Berlin rief unlängst Hotelbetreiber zu mehr präventiven Sicherheitsmaßnahmen auf. Es gibt da diverse Möglichkeiten, zum Beispiel die Eingangstüren nur mittels Schlüsselkarten öffnen zu lassen. Wichtig ist auch eine lückenlose Videoüberwachung, auch an Hinter- und Lieferanteneingängen und auf dem Hotelparkplatz.

Was kann man präventiv tun? Der Bargeldbestand ist relativ niedrig zu halten. Größere Geldsummen sind in einen Tresor mit Zeitschließautomatik zu verbringen. Hochauflösende Überwachungskameras sollten deutlich sichtbar angebracht sein – denn so etwas schreckt man potentiellen Täter ab. Auch sichtbare Alarmsirenen, die schnell per Knopfdruck eingeschaltet werden können, schrecken ab.

Was auch immer mehr zunimmt, ist das „Thekenjumping“: Dabei rennt der Täter mit Anlauf los und springt mit einem Hechtsprung auf die Rezeption, wenn die Kasse geöffnet wird. Er greift fast noch im Flug in die Kasse, rollt sich ab und rennt wieder raus. Das Ganze ist in wenigen Sekunden vorbei und zurück bleiben die geschockten Mitarbeiter.

Hotelmitarbeitern, die von einem Überfall betroffen sind, stehen über die Berufsgenossenschaft psychologische Behandlungen von bis zu sechs Stunden zu. Nützliche Hilfe bietet auch der Verein Weisser Ring.

Klar ist: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Doch dem Hotelier muss es darum gehen, wie man Gästen und Mitarbeitern mehr Schutz bieten kann. Das ist heute eine Managementaufgabe mit hoher Priorität.

Ulrich Jander (57) beobachtet für hottelling und HOTELIER TV & RADIO die Hotellerie und Gastronomie in Sachen Sicherheit, Arbeitsschutz und Hygienemanagement. Seine entlarvenden Berichte und Aufdeckungen finden in zahlreichen TV-Dokumentationen Widerhall. Mehr: www.hotelchecker.tv

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