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April 22, 2010

Tourismus: Letzte Pauschalurlauber bald zuhause

(Berlin, 21. April 2010) Der Deutsche Reiseverband rechnet damit, die aufgrund der Sperrung des europäischen Luftraums infolge der Vulkanaschewolke gestrandeten letzten deutschen Pauschaltouristen erst in einigen Tagen zurückholen zu können. Bis Mittwochmorgen seien von ursprünglich 130.000 Touristen 100.000 zurückgeflogen worden, sagte der Leiter Kommunikation des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Torsten Schäfer, am Mittwochnachmittag in einer Sitzung des Tourismusausschusses des Deutsches Bundestages. Bis einschließlich Donnerstag sollen weitere 20.000 Reisende von weiter entfernten Reisezielen zurückgeholt werden. Die restlichen 10.000 Touristen hingen ”auf der Langstrecke fest“, sagte Schäfer. Ihre Rückholung gestalte sich schwieriger, solle aber in den nächsten Tagen gelingen. Der Ausschuss hatte die Situation für die Tourismusbranche und Reisende nach dem Vulkanausbruch auf Island kurzfristig als Tagesordnungspunkt aufgenommen.

Neben Fragen der Flugsicherheit und der wirtschaftlichen Konsequenzen interessierten sich die Abgeordneten insbesondere für die Auswirkungen auf die Verbraucher. Für die Verbraucherzentrale Bundesverband machte Kerstin Hoppe in der Sitzung deutlich, es habe zahlreiche Beschwerden gegeben, dass Hotlines von Fluggesellschaften oder Reiseanbietern kostenpflichtig und nicht erreichbar gewesen seien. Allerdings hätten sich große Reiseunternehmen bei der Bezahlung zusätzlicher Hotelübernachtungen infolge der Luftraumsperrung kulant gezeigt. Hoppe sagte, sie rechne damit, dass die meisten Beschwerden erst in den nächsten Tagen und Wochen bei den Verbraucherzentralen eintreffen werden.

1,7 Mrd. Euro Verluste für Airlines
Die Flugverbote brachten den Airlines gewaltige Verluste. Der Luftfahrtverband IATA schätzt die Umsatzausfälle auf insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar. Zum Höhepunkt der sechstägigen Luftfahrtkrise betrugen die Einbußen bis zu 400 Millionen US-Dollar am Tag. Die deutsche Wirtschaft musste Umsatzausfälle von bis zu einer Milliarde Euro pro Tag verkraften, rechnete die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hoch. Die Umsatzausfälle in der deutschen Hotellerie waren noch nicht bezifferbar.

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