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January 8, 2010

Hotellerie: Trügerische Daten über Hotelraten

(Landsberg/Lech, 08. Januar 2010) Was kosten Hotelzimmer wirklich? In der aktuellen Berichterstattung über die Entwicklung der Raten werden trügerische Zahlen veröffentlicht. So reportet das Reiseportal trivago.de: „Die Hotelpreise in Deutschland sind von Dezember 2009 auf Januar 2010 um ein Prozent gestiegen. Die umstrittene Mehrwertsteuersenkung hat demnach noch nicht zu sinkenden Übernachtungspreisen geführt.“

Der vielfach zitierte „trivago Hotelpreis Index“ gibt aber nur die Zimmerpreise wieder, die auf dem Portal im Dezember abgefragt wurden. Wie sich die tagesaktuellen Raten tatsächlich entwickeln, wird damit nicht erfasst.

In der Berichterstattung wird auch nicht erwähnt, dass die Hotelraten im vergangenen Jahren überproportional gesenkt wurden und nun keine weiteren Spielräume für massive Preissenkungen bestehen. Die Erwartungshaltung nach der Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtung ist überzogen, monieren Hoteliers, die nicht genannt werden möchten.
Der in der Methodik nicht einwandfreie „trivago Hotelpreis Index“ weist aber immerhin darauf hin, dass die Raten von Hotels in größeren deutschen Städten im Januar 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat um bis zu 21 Prozent gesunken sei.

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One Comment on “Hotellerie: Trügerische Daten über Hotelraten

Ulrike Pithan
January 8, 2010 at 3:51 pm

Der trivago Hotelpreis Index Januar gibt die Zimmerpreise wider, die von Dezember bis zum Tag vor der Veröffentlichung für den Monat Januar abgefragt wurden. Insofern wurden nur tagesaktuelle buchbare Raten berücksichtigt und zwar für den ersten Monat der Einführung der Mehrwertsteuersenkung. Selbstverständlich können wir keine Ratenänderungen berücksichtigen, die nach der Veröffentlichung eintreten. Aber auch die jüngste aktuelle außerordentliche Auswertung von Anfragen über den Zeitraum 1. Januar bis 7. Januar ergibt kein anderes Bild.
Übernachtungspreise des trivago Hotelpreis Index basieren auf dem Mittelwert der Hotelraten von allen auf trivago angezeigten Hotelanbietern und Hotelketten für Standard Doppelzimmer. Die Suchanfragen zum Folgemonat werden jeweils zum Monatsanfang ausgewertet, so dass prospektive Aussagen gemacht werden. Dadurch dass trivago die Hotelraten von über 53 Hotelanbietern vergleicht und die größte Hoteldatenbank Europas hat, ergibt sich eine repräsentative Datenbasis.
Deshalb ist es nicht richtig von „trügerischen Daten“ zu sprechen. Eben sowenig ist es gerechtfertigt zu behaupten, dass die Methodik nicht einwandfrei sei.
In der Berichterstattung wurde hervorgehoben „erwähnt“ dass die Hotelpreise im Vergleich zum Vorjahr gesenkt wurden. Die Überschrift des zweiten Absatzes des Haupttextes lautet: „Starker Preisnachlass in deutschen Städten im Vergleich zum Vorjahr“.
Ob jetzt „keine weiteren Spielräume für massive Preissenkungen bestehen“ können wir nicht beurteilen und treffen deshalb keine Aussage darüber. Jedenfalls können wir belegen, dass es aktuell (7. Januar) nicht zu Preissenkungen gekommen ist, was der Fall hätte sein müssen, wenn die Mehrwertsteuersenkung von der Hotellerie an die Reisenden weiter gegeben worden wäre und saisonale Preisänderungen nicht vorgenommen worden sind. Letzteres legt der Vergleich zum Vorjahr nahe, wo die Preise zum Jahreswechsel ebenfalls stabil geblieben sind.
Die Mitteilung selber stellt keine Wertung von trivago dar, sondern lediglich eine Beobachtung der Preisentwicklung. Über die reine Mitteilung hinaus findet man eine Interpretation der Entwicklung von trivago u.a. hier:
http://www.n-tv.de/reise/Deutsche-Hotelpreise-sinken-nicht-article669333.html
„Trivago geht davon aus, dass der Kostenvorteil von den Hoteliers auch künftig eher nicht an die Gäste weitergegeben wird. Hintergrund seien der Preisverfall im Zuge der Finanzkrise und die niedrigen Margen in der Hotellerie.“

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