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September 9, 2013

Warstein: Legionellen-Epidemie abgeschwächt – Krisenstab hält Reisewarnung aufrecht

UPDATE (Warstein, 09. September 2013) Das Schlimmste scheint überstanden: In Warstein wurden am Wochenende keine neuen Erkrankungsfälle im Zusammenhang mit der seit Wochen dauerenden Legionellen-Epidemie gemeldet. Aber just heute wurde eine Frau mit Legionellen-Symptonen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Krisenstab des Landkreises Soest hält die Reisewarnung aufrecht.

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Das Krankenhaus “Maria Hilf” in Warstein hat am Montag, 9. September 2013, eine Neuaufnahme im Rahmen des Legionellenausbruchs gemeldet. Dieser Fall wird jetzt durch das Gesundheitsamt genau nachrecherchiert. Nach jetzigen Erkenntnissen sind bei der Frau Symptome erst nach dem 31. August aufgetreten. Umliegende Krankenhäuser meldeten keine Neuaufnahmen oder ambulanten Fälle.

Somit werden jetzt 165 Erkrankungsfälle gezählt (Stand Montag, 9. September 2013, 14 Uhr). Die Zahl der bestätigten Labor-Legionellenbefunde ist mittlerweile auf 85 gestiegen. 26 Erkrankte werden nach Auskunft der Krankenhäuser zurzeit noch stationär behandelt. Davon befinden sich 20 im Warsteiner Krankenhaus “Maria Hilf”. Eine Person wird in Lippstadt, eine weitere in Meschede stationär behandelt. Vier Patienten befinden sich zur stationären Behandlung in Soest.

Der Krisenstab und das Gesundheitsamt des Kreises Soest geben mindestens bis Donnerstag weiter die Empfehlung, vermeidbare Reisen nach Warstein nicht anzutreten. Das Gleiche gilt für die Einschätzung, der Aufenthalt in geschlossenen Räumen vermindere das Infektionsrisiko. Auch der Appell, bei Symptomen zum Arzt zu gehen, gilt in Zusammenhang mit dem Legionellenausbruch in Warstein weiter.

Der Krisenstab hatte in seine Überlegungen einzubeziehen, dass nach einigen Tagen ohne neu gemeldete Fälle am Montag, 9. September, wieder eine Patientin mit dem definierten Fallbild ins Warsteiner Krankenhaus “Maria Hilf” aufgenommen worden ist. Man war sich einig, dass jetzt zu überprüfen ist, ob diese Erkrankung zum Geschehen passe. Dazu sollen intensive Recherchen angestellt und Laboruntersuchungen veranlasst werden. Zur Entscheidung trug auch die Mitteilung bei, dass der Ruhrverband seine Maßnahmen und auch eine Abdeckung des Belebungsbeckens der Kläranlage Warstein erst bis zum Ende der Woche abgeschlossen hat. Die Experten im Krisenstab, allen voran Professor Exner, waren sich einig, dass der Ruhrverband aber die entscheidenden Maßnahmen, um eine Verbreitung über Aerosole zu verhindern, bereits getroffen habe. Eine Abdeckung sei nur eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme.

Während der Krisenstabssitzung traf außerdem telefonisch die Mitteilung ein, dass der krankmachende Legionellensubstamm, der bereits in dem Rückkühlwerk der Firma Esser nachgewiesen worden ist, auch in der Kläranlage und in der Wäster vom nationalen Referenzlabor Legionellen in Dresden identifiziert worden ist. Vor diesem Hintergrund weist der Kreis noch einmal auf die bestehende Allgemeinverfügung für Wäster und Möhne hin, die das Entnehmen von Wasser aus Abschnitten der Wäster und Möhne zum Gemeingebrauch untersagt.

Die Allgemeinverfügung betrifft die Wäster in Warstein ab Höhe Kläranlage Warstein bis zur Mündung der Möhne in den Möhnesee. Das Verbot gilt für den Gemeingebrauch, bei dem zielgerichtet und unbeabsichtigt Wasser vernebelt, versprüht sowie verdampft wird oder auf sonstige Weise Aerosole entstehen können. Im Fokus sind dabei Gartenduschen, Rasensprenger, Beregnungsanlagen und Hochdruckreiniger. Denn nur wenn sie über die Atemwege aufgenommen werden, stellen Legionellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar.

Die Legionellen-Epidemie dauert nun bereits seit dem 21. August. Auslöser ist eine industrielle Kühlanlage. Der Landkreis sah sich gezwungen eine offizielle Reisewarnung für Warstein auszusprechen. Dies führte zu zahlreichen Stornierungen in den Hotels und zu massiven Umsatzausfällen in der Gastronomie. Auch die Internationale Montgolfiade der Warsteiner Brauerei musste abgesagt werden.

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