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November 20, 2015

Terroristen stürmen Radisson Blu Hotel – Kann das auch bei uns passieren?

Bamako/Berlin – Nach den schrecklichen Anschlägen auf Restaurants und Café in Paris, heute die Stürmung eines Hotels in Bamako, der Hauptstadt von Mali. Es ist keinerlei Panikmache, darüber nachzudenken, ob so etwas auch bei uns passieren könnte. Wie können wir mit Bedacht und Vernunft der abstrakten Bedrohung, die kriegsähnliche Züge angenommen hat, umgehen?

Ein Kommentar von Carsten Hennig

Jetzt erst recht

Unlängst gab mir ein erfahrener Hotelier zu verstehen, dass die bloße Berichterstattung über die furchtbaren Terrorattacken in Deutschland kaum dazu führen können, wie beispielsweise im krisengeschüttelten Israel mit Sicherheit, Terrorabwehr und persönlichem Schutz ganz anders umzugehen. Ein namhafter Gastronomieberater beklagte, dass das Thema totgeschwiegen werde. Was soll man auch als Gastronom oder Wirt seinen Gästen auch mitteilen? Das man den Rettungsweg freihalte?

Wir werden uns mit der Angst arrangieren müssen. Ist der eine Attentäter dingfest gemacht oder gar zur Strecke gebracht, droht diese nächste ernste Lage. Es ist an der Zeit, den großen Philosophen aus der Mitte unserer Gesellschaft und Trostspendern auch unserer christlichen Kirchen zuzuhören, nicht den Angstforschern und Populisten.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wird nun seit einer Woche in ganz Europa rezitiert, einst der Schlachtruf der französischen Revolution gegen die feudalistische Unterdrückung: Liberté, Egalité, Fraternité. “Fuck #terrorism” ergänzen nun nicht wenige. Wir halten an unserem Freiheitsgedanken fest und haben nun auf Trennschärfe zwischen Dschihadisten aus unserer eigenen Gesellschaft und willkommenen Flüchtlingen wie dem syrischen Fernsehkoch Fadi Alauwad, der nun hierzulande wieder als Koch arbeitet und gerade ein schönes Kochbuch mit 30 ausgewählten Rezepten der inspirierenden syrischen Küche (eine Offenbarung für jeden Flexitarier!) herausgegeben hat, zu achten.

Es ist gut, dass die Restaurants und Cafés geöffnet haben, dass die Weihnachtsmärkte einladen, dass wir als Gastgeber und gesellige, weltoffene Menschen immer mehr Gäste und Schutzsuchende aus dem Ausland willkommen heißen. Das richtige Signal lautet nun: “Jetzt erst recht!”

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