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June 4, 2012

Reiseindustrie befürchtet Flughafen-Kollaps in Berlin: Imageschaden für Berlin nur kurzfristig – Bürger verlieren Zutrauen in die Politik – Aktuelle Umfrage unter Entscheidern der Reiseindustrie

(Frankfurt am Main, 04. Juni 2012) Dunkle Wolken über dem Himmel von Berlin. In den kommenden Monaten droht den Flughäfen der deutschen Hauptstadt in Tegel und Schönefeld nach Einschätzung von Vertretern der deutschen Reiseindustrie der Kollaps. Der geplatzte Eröffnungstermin des neuen Großflughafens wird für die Stadt Berlin zwar offensichtlich eher kurz- als langfristig zu spüren sein. Für das Vertrauen der Bürger in die Politik ist das Flughafendebakel von Berlin dagegen verheerend. Weil die Brandschutzanlage des neuen Flughafens in Berlin-Schönefeld nicht funktionierte, wurde dessen Eröffnung Anfang Mai vom 3. Juni auf den 17. März kommenden Jahres verschoben. In einer aktuellen Umfrage wurden jetzt auch personelle Konsequenzen für die politisch Verantwortlichen im Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH gefordert. Zu dieser Einschätzung kommt eine Umfrage des Travel Industry Club, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Bei der Erhebung unter Entscheidern der Reisebranche sind 78 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Fluggesellschaften ihr für den ursprünglich auf den neuen Flughafen zugeschnittenes erweitertes Flugprogramm bis zum März 2013 nicht ohne Probleme über die alten Airports in Tegel und Schönefeld abwickeln können. 68 Prozent gehen davon aus, dass an den beiden Flughäfen der Kollaps droht, da man dort mit dem erweiterten Angebot überfordert sei. 52 Prozent der Befragten sehen durch die erneute Verschiebung der Eröffnung mittel- und langfristig keinen negativen Einfluss auf das Image von Berlin. 61 Prozent sind der Auffassung, dass ein Imageschaden für die deutsche Hauptstadt nur kurzfristig zu spüren sein wird.

Sehr eindeutig und entsprechend negativ beurteilen die Entscheider der deutschen Reiseindustrie die politischen Folgen aus dem Berliner Flughafendebakel. 90 Prozent der befragten Manager sind der Meinung, dass die Bürger durch derartige Pannen das Zutrauen in die Politik verlieren. Und 94 Prozent sind der Ansicht, dass solche Vorfälle auch für die politisch Verantwortlichen wie den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft personelle Konsequenzen haben sollten. 92 Prozent der im Mai befragten 220 Entscheider aus den Reihen der deutschen Reiseindustrie finden es zudem nicht in Ordnung, dass in letzter Konsequenz die Steuerzahler für Entschädigungszahlungen an Airlines und von der Verschiebung der Eröffnung betroffenen Unternehmen in die Pflicht genommen werden.

Grundsätzlich beurteilen die Manager das Entwicklungspotential des Flughafens positiv. 73 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich der neue Hauptstadtflughafen nach Frankfurt und München mittelfristig zum drittgrößten Airport des Landes entwickeln wird. Und 63 Prozent trauen dem Flughafen zu, dass er sich zu einem nennenswerten Drehkreuz entwickeln wird. Geteilter Meinung sind die Manager, wenn es um das Schicksal der “alten” Flughäfen Berlins geht. 47 Prozent sind der Meinung, dass die Schließung des traditionsreichen City-Airports Tempelhof keine gute Entscheidung war. 57 Prozent meinen allerdings, dass der Flughafen Tegel nach der Eröffnung des neuen Flughafens wie geplant geschlossen werden sollte.

Fritz Pütz, Präsidiumsmitglied im Travel Industry Club: “Der Vertrauensverlust der Bürger in die Politik erlebt durch die erneute Verzögerung der Eröffnung vom Hauptstadtflughafen einen neuen Höhepunkt. Die Schadensersatzforderungen von Fluggesellschaften und Unternehmen an den Berliner Flughäfen werden in den kommenden Monaten zweifellos die Öffentlichkeit beschäftigen. Dabei scheint die Mehrheit der Menschen im Land noch nicht realisiert zu haben, dass wir als Steuerzahler am Ende des Tages die Zeche für die Pannen in Berlin zu bezahlen haben. Die aktuelle Umfrage belegt sehr eindrucksvoll, dass auch die politisch Verantwortlichen im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft für das Debakel zur Rechenschaft gezogen werden müssen.”

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