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February 1, 2016

Neue Gäste füllen Hotels: Die Zukunft der Raucher-Resorts – Eine nicht ganz ernst gemeinte Vision

Foto: Fotolia

Foto: FotoliaBerlin – Es begann so harmlos: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schaffte es, Kinofilme mit Rauchern de facto verbieten zu lassen. Erst wurde die Altersfreigabe heraufgesetzt, dann der Filmindustrie Glimmstengel komplett verboten. Western mit rauchenden Colt-Trägern dürften nicht mehr gezeigt werden.

Ein ungehöriger Zwischenruf von Carsten Hennig

Raucher wurden immer weiter in den Untergrund gedrückt.

Landesweit entstanden streng abgeschirmte Raucherresorts in idyllischen Landlagen, weitab von der nächsten Ortschaft entfernt, um Passivraucher zu schützen.

Jobs gibt es dort nur für lebensmüde Arbeitslose, die sich aus Angst vor Armut verzweifelt als Kettenraucher bekennen; die Arbeitsagentur sollte dies nicht weiter überprüfen, so eine behördliche Anweisung.

Das Bild eines rauchenden Menschen wurde aus der Öffentlichkeit verbannt. Wer besonders hart hustet, muss sich einer unangekündigten Gesundheitskontrolle unterziehen.

Die Abschaffung von Raucherpausen führten zu einem Produktionsgewinn, der die Schaffung neuer Arbeitsplätze verlangsamte. Die Gesellschaft wurde einmal mehr zwiegespalten: Raucher im Abwehrkampf gegen Forderungen, der größten Gewerkschaft, Nichtraucher grundsätzlich immer 5% mehr Gehalt zuzubilligen, auf der einen Seite. Andererseits: Nichtraucher, die sich gegen Fake-Profile von heimlichen Rauchern in Datingportalen gerichtlich zur Wehr setzen.

Manche passionierte Afficionados kubanischer Zigarren sollen sich in luxuriösen Raucherresorts dauerhaft eingemietet haben und seit Jahren nur noch per Streamingvideo Kontakt zur Außen- und Berufswelt halten.

Allen Gerüchten zum Trotz verzichten rauchende Gäste auf die Zigarette “danach” zu Tisch. In der Gastronomie erkannte man den Werbewert und plakatierte XXL die kulinarischen Vorzüge ihrer Etablissements. Geraucht werde nur in der Küche, von der Gartechnologie freilich. Was zu einem ungeahnten Zulauf im Außer-Haus-Markt führte.

Und so wurde eine schlimme Geschichte, die sich aus einer kleinen Zeitungsmeldung entwickelte, doch noch gut, irgendwie.

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