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March 29, 2015

Hotelmarkt Deutschland: Positiver Trend setzt sich fort – Immer mehr Hotelbau-Projekte

Hotel Adlon Kempinski Berlin: Mit 62,1 Millionen Euro Umsatz 2012 umsatzstärkstes Hotel in Deutschland

Hotel Adlon Kempinski Berlin: Mit 62,1 Millionen Euro Umsatz 2012 umsatzstärkstes Hotel in Deutschland(Berlin, 29. März 2015) Der Hotelmarkt Deutschland blickt auf ein weiteres Rekordjahr zurück, die Übernachtungszahlen erreichten einen vorläufigen Höchststand. In 2014 stieg die Anzahl der Übernachtungen in Deutschland um drei Prozent auf den vorläufigen Höchststand von rund 424 Millionen. Das geht aus der aktuellen Analyse von PKF Hotelexperts hervor. Während die Zunahme der Übernachtungen im Jahr 2013 hauptsächlich auf ausländische Gäste zurückzuführen war, entfiel 2014 die Steigerung gleichermaßen auf In- und Ausländer. Der Hotelbau in Deutschland geht unvermindert weiter: Laut tophotelprojects.com entstehen derzeit 351 neue Hotels aller Kategorien mit insgesamt 53.042 Zimmern.

Die meisten Hotelbau-Projekte sind weiterhin in Hamburg, deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024, zu finden: In der Elbmetropole entstehen 26 neue Häuser mit insgesamt 4.600 Zimmern. In Berlin werden derzeit 25 neue Häuser (mit insgesamt rund 5.700 Zimmern) geplant.

Hotelbau-Projekte in Deutschland – Top 10 nach Städten
Hamburg: 26 neue Hotels mit insgesamt 4.660 Zimmern
Berlin: 25 / 5.738
München: 20 / 3.862
Frankfurt/Main: 16 / 3.178
Stuttgart: 11 / 1.775
Düsseldorf: 8 / 1.280
Leipzig: 6 / 996
Essen: 5 / 777
Dresden: 3 / 400
Köln: 2 / 408

Hotel-Neubauten nach Kategorien (Auswahl)
Luxus – 32 Projekte mit insgesamt 5.554 Zimmern
First Class – 142 / 23.941
Komfort – 120 / 15.282

Low-Budget gewinnt weitere Marktanteile
Low-Budget-Hotelkonzepte bleiben auf der Gewinnerschiene: Marktmacher Motel One eröffnete in den vergangenen fünf Jahren 28 neue Häuser mit insgesamt mehr als 7.700 Zimmern und liegt damit vor B&B (49 neu eröffnete Hotels mit 5.100 Zimmern) und der Accor-Markenfamilie Ibis (27 / 3.500). Motel One will in den nächsten Jahren in Deutschland sieben neue Hotels eröffnen, bei B&B sind zehn Neubau-Projekte in Planung und bei Ibis (mit Ibis Styles & Ibis Budget) sind elf neue Häuser in Bau.

Revpar steigt um 4,1 Prozent
Trotz schwieriger weltpolitischer Rahmenbedingungen erzielte die deutsche Hotellerie erneut positive Ergebnisse. Die von BDO/PKF in einer Stichprobe erfassten, überwiegend markengebundenen Hotels der Drei-bis Fünf-Sterne-Kategorie konnten im Vergleich zum Vorjahr sowohl die durchschnittliche Zimmerbelegung um 2,5 Prozent auf 69,6 Prozent als auch den durchschnittlichen Netto-Zimmerpreis um 1,6 Prozent auf 93,88 Euro steigern, so dass der Ertrag pro verfügbarem Zimmer (Revpar) um 4,1 Prozent auf 65,34 Euro stieg.

Der Hotelinvestmentmarkt verzeichnete mit rund drei Milliarden Euro in 2014 ebenfalls ein Rekordjahr (+72% gegenüber dem Vorjahr). Rund 60 Prozent des Gesamtvolumens wurde in den Top-5-Städten investiert, insbesondere in München, Frankfurt und Berlin.

Im Jahr 2014 wurde in allen Quartalen eine positive Entwicklung des Rev PARs verzeichnet. Das stärkste Wachstum konnte mit 7,9 Prozent im dritten Quartal erzielt werden – bedingt durch starke Messemonate, insbesondere in Hamburg – gefolgt vom ersten Quartal mit fünf Prozent. Im dritten Quartal wurde in absoluten Zahlen den höchste Revpar von 70,31 Euro realisiert.

Im Jahr 2014 entwickelte sich der Revpar in allen Preissegmenten positiv, wobei im unteren Preissegment erneut die stärksten Wachstumsraten verzeichnet wurden. So konnten Hotels mit Zimmerpreisen unter 55 Euro eine Steigerung von 6,2 Prozent auf 31,72 Euro vorweisen. Aber auch im Top-Segment mit Zimmerpreisen von über 120 Euro erzielten die in der Stichprobe erfassten Hotels eine RevparR-Steigerung auf 104,34 Euro und somit ein Wachstum von 5,3 Prozent gegenüber 2013.

Hinsichtlich der verschiedenen Standortkategorien wurden in 2014 ebenfalls in allen drei unter-suchten Segmenten (Stadthotels, Flughafenhotels und Hotels im ländlichen Raum) Steigerungen des Revpar verzeichnet. Die Wachstumsraten von jeweils 4,1 % bei Stadthotels und Hotels im ländlichen Raum waren sowohl auf eine höhere Zimmerbelegung (+2% bzw. +2,7%) als auch auf einen gestiegenen Netto-Zimmerpreis zurückzuführen (+2% bzw. +1,4%).

Bei den untersuchten Flughafenhotels konnte der leichte Rückgang des Preisniveaus (-1%) durch eine gestiegene Zimmerbelegung kompensiert werden (+3,8%), sodass insgesamt ein leichter Anstieg des Revpar um 2,8 Prozent erzielt wurde.

Mit wenigen Ausnahmen haben sich die Übernachtungszahlen der Gäste aus dem Ausland im Jahres-durchschnitt positiv entwickelt. Insgesamt betrug der Anteil ausländischer Gäste rund 18 Prozent; dies entspricht einem Plus von rund einem Prozentpunkt gegenüber 2013. Mit rund 11 Millionen Übernachtungen stehen die Niederlande als Quellmarkt sowohl im europäischen als auch im weltweiten Vergleich auf Platz 1; mit ca. 5,9 Millionen Übernachtungen folgt die Schweiz. Aus den Arabischen Golfstaaten sind auch 2014 wieder mehr Gäste nach Deutschland gereist, was sich in einer Zunahme der Übernachtungen um 20,6 Prozent widerspiegelt. Allerdings bewegen sich die Übernachtungszahlen in absoluten Zahlen mit rund 1,9 Millionen noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Die Übernachtungszahlen russischer Gäste sind dagegen im Jahresdurchschnitt um 7,5 Prozent zurückgegangen.

An allen Primärstandorten konnte 2014 der Revpar gesteigert werden. Das stärkste Wachstum wurde in Düsseldorf (+10,8%) erzielt. Auch die Zimmerbelegung konnte an allen Primärstandorten verbessert werden, hier liegt Frankfurt mit einer Steigerung von 4,7 Prozent an der Spitze. Lediglich der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis hat sich nicht in allen Städten positiv entwickelt.

Berlin
Nach einem schlechten Start im Januar 2014, hervorgerufen durch eine geringere Nachfrage an Übernachtungen während der grünen Woche, profitierte Berlin 2014 unter anderem von Events wie dem Mauerfall-Jubiläum, dem DFB-Pokalfinale sowie den Messen Bautec und Innotrans, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden. Insgesamt wurde ein Plus von 6,5 Prozent an Gästeübernachtungen verzeichnet und somit war Berlin auch 2014 wieder mit Abstand das beliebteste Reiseziel in Deutschland mit rund 28,7 Millionen Übernachtungen.

Laut der von PKF/BDO erfassten Stichprobe stieg der RevPAR um 3,4 Prozent gegenüber 2013. Dies ist vor allem auf die Steigerung des durchschnittlichen Zimmerpreises zurückzuführen, der 2014 einen Wert von 84,34 Euro erreichte (+2,6%). Die Zimmerbelegung verbesserte sich nur leicht (+0,7% ) gegenüber 2013. Trotz der Erhöhung des Preisniveaus blieb Berlin – wie auch in den Jahren zuvor – erneut das Schlusslicht aller Primärstandorte im Hinblick auf Netto-Zimmerpreis und Revpar.

Frankfurt/Main
Mit rund acht Millionen Übernachtungen in 2014 (dies entspricht einem Anstieg von 7,3% gegenüber 2013) liegt Frankfurt auf Platz 4 hinter Berlin, Hamburg und München. Der Revpar stieg gegenüber 2013 um 2,7 Prozent auf 73,56 Euro. Zurückzuführen ist dieser Anstieg ausschließlich auf eine um 4,7 Prozent gestiegene Zimmerauslastung; diese lag 2014 bei 68,7 Prozent. Der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 107,07 Euro. In Frankfurt macht sich derzeit das stark gestiegene Hotelangebot und der damit verbundene Verdrängungswettbewerb und Preisdruck besonders bemerkbar.

Hamburg
Hamburg liegt mit einem Wachstum von 3,5 Prozent der Übernachtungen knapp über dem Bundesdurchschnitt und verzeichnete 2014 insgesamt rund 12 Millionen Übernachtungen. Gegenüber 2013 ist der RevparR um 6,4 Prozent gestiegen und lag in der untersuchten Stichprobe bei 86,12 Euro. Dies ist vorrangig bedingt durch die Erhöhung des Netto-Zimmerpreises um 4,7 Prozent auf 107,79 Euro. Die Zimmerauslastung stieg um 1,6 Prozent auf 79,9 Prozent leicht an und bildete damit die Spitze im Vergleich zu den anderen Primärstandorten. Diese Entwicklung dürfte größtenteils einem ereignisreichen Jahr 2014 mit Großveranstaltungen wie dem Hafengeburtstag und besucherstarken Messen, wie der nur alle zwei Jahre stattfindenden SMM geschuldet sein.

Köln
Mit 5,7 Millionen Übernachtungen reiht sich Köln bei der Anzahl der Übernachtungen direkt hinter Frankfurt auf Platz 5 ein. Allerdings verzeichnete Köln mit einem Wachstum von 13 Prozent an Übernachtungen gegenüber 2013 das stärkste Wachstum aller Primärstandorte, nachdem im Vorjahr noch eine leicht rückläufige Entwicklung hingenommen werden musste. Mit 1,8 Prozent Wachstum und damit einem Revpar von 82,10 Euro liegt Köln im oberen Drittel aller Primärstand-orte. Die Zimmerauslastung lag bei 72,1 Prozent und konnte somit um 4,6 Prozent gesteigert werden, während der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent sank (auf 113,87 Euro.) Der Rückgang im Preisniveau war der stärkste der untersuchten Primärstandorte.

München
München konnte auch 2014 seine Übernachtungszahlen erneut steigern und verzeichnete für das Gesamtjahr rund 13,4 Millionen Übernachtungen und damit ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gründe hierfür liegen in der hohen Attraktivität Münchens als Messe-, Kongress-, Geschäftsreise- und Tourismusdestination. Der Revpar konnte um 2,9 Prozent auf 82,75 Euro gesteigert werden. Dieser Anstieg ist sowohl auf die Erhöhung der Zimmerbelegung (+1,8%) als auch auf das leicht erhöhte Preisniveau ( +1,1%) zurückführen.

Düsseldorf
Auch Düsseldorf konnte 2014 einen neuen Rekord verzeichnen. Erstmals schaffte es die Rhein-Metropole, die Anzahl der Übernachtungen auf rund 4,5 Millionen zu steigern (+5,8% gegenüber dem Vorjahr). Unter anderem aufgrund des turnusmäßig starken Messejahres wurde der Revpar deutlich erhöht. Dieser stieg 2014 auf 80,59 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 10,8 Prozent. Somit weist Düsseldorf den stärksten Revpar-Anstieg sowohl der Primär- als auch der Sekundärstandorte innerhalb der erfassten Stichprobe auf. Die Zimmerbelegung stieg um 2,5 Prozent auf ein vergleichsweise niedriges Niveau von 67,4 Prozent und der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis auf 119,57 Euro (+8,1%).

Stärken und Schwächen
Gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamtes konnte 2014 ein erneuter Übernachtungsrekord in Deutschland verzeichnet werden. Nachdem der Zuwachs im Vorjahr überwiegend auf eine Steigerung der ausländischen Gäste zurückzuführen war, wurde 2014 sowohl bei Inländern als auch bei Ausländern ein Plus erzielt (+2,5% bzw. +5,1%).

Laut ICCA ist Deutschland im europäischen Vergleich das beliebteste Kongressland. Weltweit muss sich Deutschland nur hinter den USA einordnen.

Deutsche Hotels bieten ein für den Gast gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im europäischen Ver-gleich hat Deutschland nach wie vor ein niedriges Preisniveau und liegt vor allem in den Metropolen deutlich unter den Spitzenmärkten wie London oder Paris.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie Frankreich und England ist die Marktdurchdringung der Kettenhotellerie in Deutschland mit einem Anteil von rund elf Prozent vergleichsweise gering.

Trotz einer seit 2010 anhaltend positiven Umsatzentwicklung auf 25,4 Milliarden Euro in 2014 (vorläufige Schätzung) ist der Deutsche Hotelmarkt von einem starken Verdrängungswettbewerb geprägt, mit dem Resultat, dass 34,6 Prozent der Betriebe – vor allem nicht mehr zeitgemäße Hotels, Gasthöfe und Pensionen – sinkende Erträge verzeichneten. (Quelle: Branchenreport 2015 – Hotels und Pensionen, Statista)

Ausblick
Der deutsche Hotelmarkt startete schwungvoll ins neue Jahr und konnte an die Dynamik des Vorjahres anknüpfen. Im Januar 2015 konnten die in der von BDO/PKF erfassten Stichprobe markengebundenen Hotels wieder eine Steigerung des RevPAR um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verbuchen. Diese Entwicklung stimmt optimistisch. Vorbehaltlich einer weiteren positiven Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie keiner wesentlichen Verschärfung des Ostukraine/ Russland-Konfliktes und der Euro-Krise ist davon auszugehen, dass auch 2015 wieder ein Wachstumsjahr für die deutsche Hotellerie werden wird. Auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes basierende Berechnungen prognostizieren für 2015 einen Gesamtumsatz von 26,3 Milliarden Euro und somit ein Wachstum von rund 3,5 Prozent für die deutsche Hotellerie.

Im Bundesdurchschnitt wächst das Bettenangebot langsamer als die Nachfrage. Allerdings sind – angetrieben von den derzeit positiven Rahmenbedingungen des Hotel-, Kapital- und Transaktionsmarktes – insbesondere in den Top-6-Städten eine Vielzahl an Hotelprojekten in der Planung bzw. in der Realisierung. Es ist somit davon auszugehen, dass es an einigen Standorten in den nächsten Jahren zu einer Verschärfung des Wettbewerbs kommen wird, der sich insbesondere zu Lasten nicht mehr zeitgemäßer Betriebe auswirken wird. Der fehlende Anschluss an entsprechende Vertriebskanäle oder auch fehlende Rücklagen, um sich zeitnah an veränderte Marktbedingungen anpassen zu können, wird besonders für kleinere Hotels eine Herausforderung darstellen.

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