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May 19, 2010

Hoteldirektorenvereinigung: Stadthotels schaffen Trendwende

(Bad Honnef, 19. Mai 2010) Die Hotelbranche hat Grund zur Zuversicht. Wie eine Umfrage unter den 143 Mitgliedern der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV, Bad Honnef) zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung zeigt, rechnet der Verband nach schwierigen Vorjahren mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von fünf Prozentpunkten im laufenden Geschäftsjahr. Gezielte Neuinvestitionen sollen die positive Entwicklung stützen.

80 Prozent der Befragten erwarten 2010 im Mittel Zuwächse von fünf Prozent und in der Spitze bis zu 17,5 Prozent. Nur zehn Prozent rechnen mit einer Stagnation gegenüber dem Vorjahr. Indes schätzen weitere zehn Prozent die Entwicklung der Hotellerie immer noch düster ein. Sie befürchten Einbußen zwischen fünf und 25 Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Die in der HDV zusammen geschlossenen Mitglieder repräsentieren rund 350 Häuser mit mehr als 40.000 Zimmern, etwa 20.000 Mitarbeitern und einem geschätzten Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro.

Tagungsgeschäft legt deutlich zu
Das Tagungsgeschäft zieht wieder deutlich an und so melden die Stadthotels mit sieben Prozent Wachstum rund zwei Prozent mehr Zuwachs als der Durchschnitt der befragten Hoteldirektorinnen und -direktoren insgesamt. „Wenn uns durch die Griechenland-Krise kein weiteres Ungemach droht ist die Trendwende geschafft, was mich besonders freut, denn die Stadthotellerie hatte besonders stark unter der Wirtschaftskrise zu leiden“, erklärte HDV-Vorsitzender Alexander Aisenbrey, der auch Hoteldirektor des Öschberghof Donaueschingen ist.

Gefragt nach der Investitionslage im Jahr 2010 – Mehrfachnennung möglich – gaben 40 Prozent der befragten Hoteliers an, zeitnah in neue Projekte zu investieren und in erster Linie Renovierungsarbeiten vorzunehmen. Vor allem die Absenkung der Mehrwertsteuer schafft hier zusätzlichen finanziellen Spielraum. Ein Viertel der Verbandsmitglieder will das eigene Verkaufsmanagement optimieren. 20 Prozent der Hoteldirektorinnen und -direktoren möchte in Qualitätssicherungsmaßnahmen investieren. Etwa 17 Prozent sehen sich optimal aufgestellt und planen derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen.

Zukunft in der Spezialisierung
Weitgehende Einigkeit herrscht in der Frage nach der Ausgestaltung des „Hotels der Zukunft“. Klare Profile und Individualisierungsprozesse bestimmen den Branchentrend. Reine Nischenhotels drängen verstärkt auf den Markt. Sie verfolgen das „More-for-less-Prinzip“, bei dem einzelne Angebotsbereiche mit höchstem Luxus ausgestattet werden. Gleichzeitig wird in den Bereichen, die nicht zielgruppenrelevant sind, radikal gespart. Vier Sterne auf sieben Quadratmetern und luxuriöse Sportangebote bei fehlenden Zimmerschränken werden schon heute erfolgreich angeboten.

Wer eine weniger radikale Lösung anstrebt und etwa auf die ältere werdende Bevölkerung setzt, sollte sich verstärkt auf den Ausbau bestehender Gesundheitsangebote konzentrieren. Eine Lösungsmöglichkeit bietet „Wellness auf dem Zimmer“, also ins Bad integrierte Teilbereiche des Spa-Angebots. Als neue Zielgruppe gewinnen die sog. Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability)  zunehmend Einfluss. Diese gut ausgebildete Konsumentengruppe mit überdurchschnittlichem Einkommen verlangt nach einem Produktangebot, das Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung verknüpft und lehnt einen verschwenderischen Umgang mit Ressourcen ab.

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