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Arbeiten und leben: Jeder dritte Erwerbstätige ist offen für einen Jobwechsel – Geld allein macht nicht glücklich: Arbeitsatmosphäre, Vorgesetzte und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wichtiger als Gehalt – Mehr Zeit für Familie und Freunde hat für 84% höchste Priorität

Arbeiten und Leben in Deutschland 2015

(Hamburg, 02. Februar 2015) Glücklich, aber auf dem Sprung: 34 Prozent der Erwerbstätigen können sich einen beruflichen Neustart 2015 vorstellen. Das ist Ergebnis einer repräsentative Studie unter Fach- und Führungskräften, die Forsa im Auftrag von xing.com durchgeführt hat. Ergebnis: Obwohl die Mehrheit (83%) der Erwerbstätigen angibt, zwar mit ihrem Job zufrieden zu sein, sagt gleichzeitig gut die Hälfte (53%), dass sie mehr Erfüllung in ihrer aktuellen Tätigkeit sucht.

Arbeiten und Leben in Deutschland 2015

Recruiting-Experte Gero Hesse sieht darin ein wiederkehrendes Muster: „Diese Diskrepanz ist typisch. Viele Menschen nehmen ihre berufliche Situation einfach hin, obwohl sie darin nicht das finden, was ihnen wirklich Spaß macht. Jeder sollte sich ehrlich hinterfragen: Passt mein Job zu mir und meiner Lebenssituation oder bin ich nur zu bequem für eine Veränderung?“

Glücklich, aber auf dem Sprung
Laut der Forsa-Umfrage sind viele Erwerbstätige latent auf Jobsuche: Jeder Dritte (34%) ist offen für einen beruflichen Neustart in 2015 beziehungsweise plant ihn sogar konkret. Von den bis 49-Jährigen und den Geringerverdienenden mit unter 2.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen sind sogar vier von zehn Befragten auf dem Absprung.

„Der Jahresanfang ist erfahrungsgemäß ein guter Zeitpunkt, um sich ernsthaft mit einem Jobwechsel zu beschäftigen und diesen konkret anzugehen“, so Hesse.

Geld allein macht nicht glücklich
Einig sind sich alle Befragten darin, dass Geld allein nicht glücklich macht – auch für Erwerbstätige mit geringerem Einkommen ist das Gehalt nicht das ausschlaggebende Kriterium bei der Jobsuche. Für nahezu alle steht eine positive Arbeitsatmosphäre an erster Stelle (98%), dicht gefolgt vom Verhalten des Vorgesetzten (93%). Das Gehalt ist für 85% ein wichtiger Faktor, nahezu gleichauf mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (81%). Während es Frauen vergleichsweise häufiger darauf ankommt, dass ihr Job sinnvoll ist und dem Gemeinwohl dient (77% vs. 61% bei Männern), legen Männer eher Wert auf gute Aufstiegschancen (63% vs. 55% bei Frauen).

Mehr Zeit für Freunde und Familie hat höchste Priorität
Abseits der Arbeitswelt haben sich die Erwerbstätigen in Deutschland zum Ziel gesetzt, Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen. 84% der Befragten gaben an, 2015 mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen zu wollen.

Damit rangiert die Bedeutung dieses Vorhabens noch vor klassischen Vorsätzen wie mehr Sport treiben (74%) oder sich gesünder zu ernähren (71%). Frauen (87%) legen mehr Wert darauf, diesen Vorsatz umzusetzen als Männer (82%), genauso wie die Befragten mit minderjährigen Kindern im Haushalt (87% vs. 82%).

Weitere Umfrage-Ergebnisse im Überblick:

  • Führungskräfte sind zufriedener: 43% geben an, sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Tätigkeit zu sein (vs. 28% im Durchschnitt). Außerdem sind sie treue Mitarbeiter: 75% wollen auf Dauer im Unternehmen bleiben.
  • Ältere Arbeitgeber haben deutlich weniger Wechselambitionen: drei Viertel der über 50-Jährigen planen, langfristig bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben.
  • Je geringer das Einkommen, desto wichtiger ist der Anspruch, dass der neue Job eine sinnvolle Tätigkeit ist, die zum Gemeinwohl beiträgt: drei Viertel der Befragten mit weniger als 2.500 EUR finden das sehr wichtig oder wichtig.
  • Ostdeutsche haben ein tendenziell dickeres Fell: Nur für gut die Hälfte (56%) der Ostdeutschen ist die Arbeitsatmosphäre ein sehr wichtiger Faktor bei der Jobsuche (vs. 66% der Westdeutschen).
  • Frauen legen mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Männer: Für knapp die Hälfte (47%) ist dies ein entscheidender Faktor bei der Jobsuche, dagegen nur für gut ein Drittel der Männer (35%).

(Quelle: Xing/Forsa, Befragung von 1.008 Erwerbstätigen in Deutschland im Januar 2015)