Bewerber und Quereinsteiger wollen umworben werden: Direktansprache statt „Post & pray“ – Neue Herausforderungen für Recruiting für Hotels und Restaurants

Hamburg, 27. September 2017 – Es ist ganz klar ein „Käufermarkt“: Mögliche Bewerber und Quereinsteiger wollen besonders umworben werden. Per sog. Active Sourcing in Netzwerken, professionellem Matching und Zielgruppen-spezifischer Ansprache müssen Arbeitgeber auch in Hotellerie und Gastronomie beim Recruiting umdenken. „Post & pray“ funktioniert nicht mehr: Selbst in etablierten Jobportalen lässt die Zahl der Bewerbungen spürbar nach. 


Der Mangel an Fachkräften führt zu einem neuen selbstbewussten Rollenverständnis von Bewerbern und Berufsstartern. Immer mehr bevorzugen die initiale Kontaktaufnahme durch den Arbeitgeber bevor es zum eigentlichen Bewerbungsprozess kommt. Viele legen Wert, mit Firmenvertretern direkt zu sprechen als mit Personalberatern. Dies verstärkt die Herausforderungen für HR-Manager im Gastgewerbe. Neben dem Alltag, der sich größtenteils um die Betreuung der bestehenden Mitarbeiter und zunehmender Herausforderungen wie Bewältigung psychischer Schwierigkeiten dreht, müssen Recruiter mehr Zeit für Active Sourcing aufwenden. 

Die neue Faustformel lautet: Die Bewerber suchen die Unternehmen aus – bzw. wollen gezielt angesprochen werden. HR-Experten in Hotellerie und Gastronomie sind somit zunehmend auf professionelle Matching-Tools in wachsenden Netzwerken angewiesen; dabei werden mögliche Bewerber zum annoncierten Job automatisch vorgeschlagen. Ein schneller Check des Onlineprofils ergibt dann weiteres: aktive Ansprache und/oder eine individuelle Merknotiz, um später auf das Talent zurückzukommen. 

Somit müssen HRler verstärkt mit eigenen Profilen in sozialen Netzwerken aktiv sein und neue Kontakte knüpfen. Zudem ist es ratsam, die aussagekräftig Job-Landingpage des eigenen Gastbetriebes mit Porträtfotos, Kontaktdaten sowie Kontaktformular und Messenger-Services wie Whatsapp, Facebook Messenger und Slack für Rückfragen zu ergänzen. Professionelles Employer Branding muss ebenso eine Übersicht aller Extraleistungen wie ÖPNV-Zuschuss, Vergünstigungen für Fitnessclubs o.ä. Und Angebote zur Weiterbildung umfassen. 

Brot-und-Butter-Positionen wie im Service, Küche und an Rezeption müssen proaktiv präsentiert werden – mit eigener HR-PR-Strategie. Selbst Antrittsprämien von mehreren hundert Euro für Quereinsteiger im Service müssen nach dem PR-Grundsatz „Tue Gutes und rede darüber“ dargestellt werden. 

Recruiting ist im vom Personalmangel geplagten Gastgewerbe eine eigene strategische Aufgabe geworden. Zahlreiche HR-Abteilungen können diese zeitintensiven Herausforderungen aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen. Professionelle HR-Marketer sind nun intensiv gefragt. 

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