Etikettenschwindel: Jeder will plötzlich der Erste sein in der Digitalisierung – Wie man bei Louvre Hotels falsche Behauptungen zu etablieren versucht – Ehrlichkeit bleibt Maß der Dinge: Erst machen, dann reden!

Hamburg, 29. Juni 2017 – Der Größte, der Beste, der Schnellste: In der entfesselnden Zeit disruptiver Innovationen bleibt auch die Ehrlichkeit ein Stück weit auf der Strecke. Die Louvre Hotels Group ließ nun verbreiten, „als erste Hotelgruppe überhaupt“ ihren Kunden die Möglichkeit, Check-In, Zimmerschlüssel, Check-Out sowie die Bezahlung per Smartphone zu tätigen, zu sein. Bei Marriott und auch H-Hotels kann man darüber nur müde lächeln: Längst sind die mobilen Systeme dort im Einsatz.

Starwood lässt Hotelzimmer nun per Smartphone-App öffnen

Kaum die Mühe wert, über einen scheinbar unbedachten Marketingsatz sich zu echauffieren, denken Sie? Dreistigkeit könnte fast siegen, wäre da nicht der Nachtrag einer Sprecherin: „Es ist richtig, dass Marriott diesen Service auch anbietet. Das Ziel der LHG ist allerdings die erste Hotelgruppe überhaupt zu sein, die ihren Kunden ein nahtlosen digitalen Aufenthalt – vom Check-In bis zum Check-Out – in allen Häusern weltweit bietet.“ Das neue System war gerade einmal in zwei Häusern der Louvre Hotels im Einsatz. Zum Vergleich: Marriott hat bereits ein paar hundert Häuser damit ausgestattet.

Für Businesshotels ist es natürlich von unschätzbarem Vorteil, zu den digitalen Vorreitern zu gehören. De facto ist die Liste der PR-Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen, erheblich kürzer geworden, sofern man kein zeitgeistiges Hotelkonzept mit Living Lobby, Co-Working-Arbeitsplätzen etc. bieten kann. Effizienz und Zeitersparnis ist für Geschäftsreisende ein wesentlicher Faktor bei der Hotelauswahl, neben Highspeed-Wlan versteht sich. Zehn Jahre nach dem Verkaufsstart für das erste iPhone ist es hochinteressant zu beobachten, wie rasant die technologische Entwicklung der früher „Personal Digital Assistants“ PDA) genannten Helferlein ist und wie rasch junge Menschen (Generationen Y und Z) diese Neuerungen adaptieren.

Thema der Digitalkonferenz von so-geht-hotel-heute.com am 12. Juli in Hamburg ist somit auch der Blick über Tellerrand und kreativer Ideenaustausch „out of the box“, um neue Chancen zu erkennen. Der Siegeszug von Airbnb, einem marktumwälzenden Technologiefaktor mit immer mehr Nachahmern wie z.B. Heybnb, verdeutlicht wie schnell Branchenfremde der Hotellerie zusetzen können. Bei aller Skepsis und zuweilen berechtigter Furcht, bleibt auch bei der Digitalisierung der Grundwert der Ehrlichkeit Maß der Dinge: Erst machen, dann reden!

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