Hotellerie in der Digitalisierung: Was bleibt, was kommt – Interview mit Sabine Möller von CPH Hotels

Hamburg, 20. Juni 2017 – Der Großteil der Hoteliers ist in der Digitalisierung noch nicht angekommen: Dies ist die Einschätzung von Sabine Möller, Gründerin von CPH Hotels und genaue Kennerin der Privathotellerie in Deutschland. Im Interview mit HOTELIER TV weist die Tophotelière auf zögerliche Adaption der bereits bekannten Systeme und Tools hin.

 

Was deutlich wird: Digitale Kommunikation ist stark ausbaufähig. Selbst Team-Apps wie „Slack“ oder schnelle interne Abstimmungen wie „WhatsApp“ sind noch für viele echte Neuheiten. Die effizienzsteigernde Arbeit mit Team-Tools wie z.B. „Hotelkit“ ist für etliche noch echtes Neuland. Dies wurde beim Digitalevent der HSMA in der Hotelfachschule Hamburg deutlich. Skepsis und Ablehnung gegenüber disruptiven Innovationen wie z.B. das Sprachassistenz-System „Alexa“ werden offen zur Schau getragen. Dabei sollte klar sein: Wer nicht dabei ist bei der alles umwälzenden Digitalisierung, manövriert sich schnell auf’s Abstellgleis.

Alles, was im Hotel nicht sichtbar ist, wird digitalisiert und automatisiert werden, zumindest teilweise. Ein Blick über den Tellerrand lässt ahnen was kommt: Logistik und Anlieferung mit selbstständig fahrenden Transportern, Drohnen und Robotern, teilautomatisierte Küchen (mit der selbsttätigen Gartechnologie bereits Alltag), Social Recruiting mit Onlineprofilen und Ein-Klick-Bewerbung, Vorab-Reiseerlebnisse mit VR-Technologie und einiges mehr. Das werden auch Themen der Digitalkonferenz von „So geht Hotel heute“ sein, die Mitte Juli in Hamburg stattfindet.

Was passionierte Hoteliers und Gastronomen Angst machen könnte ist ein Wegfall von Arbeitsplätzen: Tatsächlich werden selbsttätige Algorithmen, die über Raten und Distribution (vor)entscheiden Jobs im Verkauf und Revenue Management ersetzen. Auch in Küchen werden Hilfsdienste von mit Multisensorik ausgestatteten Öfen abgelöst werden; dies ist als Trend bereits seit Langen in der Gemeinschaftsverpflegung zu beobachten. Für echte Handwerker im Gastgewerbe heißt dies, sich weiter zu qualifizieren – entweder als unersetzliche Meister in Nischen mit komplizierten Arbeitsvorgängen oder als digitale Vorreiter und damit Lenker von mit Systemen optimierten Unternehmen.

Kanzlerin Merkel schreckte unlängst mit einer These auf: „Wir werden in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbständig Auto fahren dürfen“, zitiert sie die „Welt“. Dann sei das autonome Fahren Realität. Kurzum: Wer sich dem digitalen Fortschritt verweigere, bleibt als überrolltes Pflänzchen unbemerkt am Straßenrand stehen.

Comments

  1. Sehr gut gesprochen! Mit allen PRO & CONTRA´S zum Thema Digitalisierung. Denn: „Nur die Pommes Bude bleibt offline!“
    Berit Gansel

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