Hotels zunehmend im Zentrum politischer Proteste – Neue Gefahren für Gäste und Mitarbeiter

Hamburg, 10. März 2017 – Das Vier Jahreszeiten hat Trump eine Absage erteilt: Einem Bericht des „Hamburger Abendblatt“ zufolge soll die Delegation des US-Präsidenten nicht in dem Fairmont Hotel zum G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg nächtigen. Über die Gründe lässt sich nur mutmaßen. Fest steht aber, dass die Proteste zu den Gipfeltreffen gewaltsam werden und die Zufahrtswege zu den Hotels und zum Messegelände, wo das Gipfeltreffen stattfinden soll, massiv blockiert werden könnten. Dies wäre für Gäste, Mitarbeiter und Lieferanten ein großes Hindernis.

Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

Wo nun Trump nächtigen wird, bleibt abzuwarten. Kanzlerin Merkel und ihr Team checken im Atlantic Hotel Kempinski ein. Auch wo Russlands Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan unterkommen, ist noch unklar.

Mehrere Brandanschläge auf Polizeifahrzeuge und offenbar Hinweise von V-Leuten legen offen, dass mit gewaltsamen Protesten und massiven Straßenblockaden zum G20-Gipfeltreffen in der Hansestadt gerechnet werden muss. Am vergangenen Wochenende testeten erste Demonstranten dies: Sie ließen sich wegtragen; ein harmloses Vorspiel zu den angekündigten Aktionen. Die linke Szene macht seit Wochen international mobil. Rund um das Messegelände mitten in der Stadt wird mit Ausschreitungen gerechnet – dabei werden wohl auch wieder etliche Glasscheiben zu Bruch gehen. Hotels und Restaurants sowie Ladengeschäfte gelten dabei als gefährdet.

Hotels stehen zunehmen im Zentrum politischer Proteste. In Hamburg wird seit Jahren das Mövenpick Hotel am Messegelände angegriffen, zuletzt mit Buttersäuren-Attacken. In Köln steht das Maritim Hotel am Heumarkt im Mittelpunkt einer groß angelegten Protestwelle gegen den Bundespartei der AfD, der Ende April dort stattfindet. Zuletzt kam es auf Hotels, wo AfD-Delegationen tagten, zu Anschlagsversuchen; mit Farbbeuteln und gezielten Zerstörungen von Fenstern und Türen werden die Immobilien beschädigt.

Neben Schäden an der Fassade steht der immense Sicherheitsaufwand für Gäste und Mitarbeiter gegen ein möglicherweise prestigeträchtiges Aufnahmen internationaler Staatsleute. Tophotels sind meist bedacht, als neutral und vor allem sicher zu gelten. Anders war dies vor zehn Jahren, als das Grand Hotel Heiligendamm als Tagungsstätte des G8-Gipfels international berühmt wurde. Allerdings waren die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend: Man baute einfach einen Schutzzaun großzügig um das Areal an der Ostsee.

Die Warnungen sind erstzunehmend: Ende Februar wurde ein Hotel im Schanzenviertel in Hamburg von Chaoten attackiert. Dabei verfehlte ein Steinwurf einen Gast nur knapp. Eine Glastür und etliche Fenster wurden stark beschädigt. Etwas Abhilfe können Splitterschutzfolien, die auf Glasfassaden geklebt werden, bringen. Allerdings ist der Aufwand nicht unerheblich. Bei etlichen Hamburger Hotels rund um die G20-Sperrzone wird über Sicherheitsmaßnahmen nachgedacht.

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