Ist die Ausbildung im Gastgewerbe so schwierig? Die meisten Vertragslösungen von Azubis gibt es in Hotellerie und Gastronomie

cooking-890880_1920Berlin, 06. April 2017 – Ernüchternder Bericht: Die meisten Vertragslösungen bei Auszubildenden sind weiterhin im Gastgewerbe zu verzeichnen. Die höchste Vertragslösungsquote wies der Beruf Restaurantfachmann/-frau mit 49,6 Prozent auf, ist im aktuellen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung zu lesen.

„Auch weitere Berufe des Hotel- und Gastgewerbes sind unter den Berufen mit sehr hohen Lösungsquoten: Köchin/Koch (48,1%), Fachfrau/Fachmann für Systemgastronomie (41,3%), Fachkraft im Gastgewerbe (43,6%), Hotelfachfrau/Hotelfachmann (40,2%)“, so der Bericht. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Vertragslösungen bei Azubi beträgt 24,9 Prozent.

Die Gründe für eine vorzeitige Vertragsauflösungen können sehr unterschiedlich sein: Konflikte mit Ausbilderinnen/Ausbildern und Vorgesetzten, eine mangelnde Ausbildungsqualität, ungünstige Arbeitsbedingungen, aber auch persönliche und gesundheitliche Gründe sowie falsche Berufsvorstellungen nennen. Betriebe führen überwiegend mangelnde Ausbildungsleistungen der Auszubildenden, wie auch deren mangelnde Motivation oder Integration in das Betriebsgeschehen sowie falsche Berufsvorstellungen als Gründe an. Weitere Gründe für eine Vertragslösung können z. B. Berufswechsel der Auszubildenden, der Wechsel von einer außerbetrieblichen in eine betriebliche Ausbildung oder auch Insolvenz und Schließung des Betriebs sein. Sie sind also keineswegs alle mit einem Ausbildungsabbruch
gleichzusetzen.

Ein jüngst veröffentlichter Gastbeitrag der Berliner Studienrätin Laura Klingenberg (wir berichteten) wies auf zum Teil erhebliche Probleme in Ausbildungsbetrieben hin; just dieses Schlaglicht sorgte hinter den Kulissen für Aufregung – so soll versucht worden sein, weitere Enthüllungsberichte zu verhindern.

In der Bundesregierung will man nun Maßnahmen starten, die auf die frühzeitige Förderung von Berufsorientierung und Ausbildungsreife schon während der allgemeinbildenden Schulzeit und auf die individuelle Unterstützung und Begleitung von Auszubildenden und Betrieben während der Ausbildung zielen.


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