Das ist die Technologie der Zukunft

Hannover, 25. März 2017 – Die Cebit war spannender denn je: Die rasant fortschreitende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft wurde deutlich gemacht, vom Kleinbus, der dank künstlicher Intelligenz die Fragen von Passagieren beantwortet, über Drohnen, die Inspektionen an Industrieanlagen durchführen können bis zur Smart City mit ressourcenschonender Infrastruktur und neuartigen Dienstleistungen für den Bürger.

Das ist die Technologie der Zukunft (Foto: Deutsche Messe Hannover)

Das ist die Technologie der Zukunft (Foto: Deutsche Messe Hannover)

Internet of Things: Das neue Business-Universum
Die intelligente Vernetzung von Maschinen, Infrastrukturen und Produkten der verschiedensten Anwendungswelten ebnet Unternehmen den Weg in die digitale Transformation. Wie weit die Entwicklung im Internet of Things bereits fortgeschritten ist, machte die Cebit mit eindrucksvollen Showcases erlebbar – beispielsweise zum Thema Autonomes Fahren. So konnten die Besucher bei Vodafone sehen, wie Fahrzeuge über die neue Technologie LTE-V2X direkt miteinander kommunizieren können, damit Unfälle vermieden werden. Die stromsparende Technik Narrowband-IoT, die beispielsweise die Deutsche Telekom zur Vernetzung von Wohn- und Geschäftsgebäuden vorstellte, war ebenso ein Fokusthema wie der kommende Mobilfunkstandard 5G, der ab dem Jahr 2020 Milliarden von Maschinen und physischen Produkten den Datenaustausch in Echtzeit ermöglichen soll.

Wie der Energiespeicher Powerwall in einem vernetzten Haus zum Aufladen von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann, demonstrierte der E-Mobility-Pionier Tesla. Und SAP zeigte am Beispiel eines Flughafenmodells, dass sich die Abläufe an einem Airport in Echtzeit auswerten lassen, um flexibel reagieren zu können – von der Warteschlange an der Sicherheitsschleuse über die Bewegungen auf dem Flugfeld bis zu den Angebotsregalen der Shops. Telefónica brachte ebenfalls eine Reihe interessanter IoT-Lösungen auf die CeBIT, die von smarten Sportschuhen mit Schrittanalyse-Tool über ein intelligentes Flottenmanagement bis zum vernetzten Schutzhelm für den Einsatz unter Extrembedingungen reichte. Ein weiterer Anziehungspunkt war der M2M/IoT Pavillon, wo Eurotech mit Partnern wie der OSGi Alliance Lösungen für verschiedene Branchen präsentierte – unter anderem zu den Themen Field Service Management, Smart Energy und Umwelttechnik.

Der Public Sector Parc machte deutlich, wie die Öffentliche Verwaltung Daten, die über das IoT gewonnen wurden, vermarkten oder per Serviceportal an die Bürger weitergeben kann – beispielsweise zur Feinstaubbelastung in einer bestimmten Straße. Auch der Gewinner des diesjährigen „Cebit Innovation Awards“ kommt aus dem IoT-Umfeld: Hinter der cleveren Smartphone-App von Plantix steht eine umfangreiche Datenbank, die bei Nutzpflanzen einen Schädlingsbefall oder Nährstoffmangel sichtbar macht.

Künstliche Intelligenz: Roboter und Maschine denken mit
Künstliche Intelligenz und selbst lernende Systeme waren weitere Megatrends. Vor allem Aussteller aus Japan, das als führende Robotik-Nation gilt, zeigten den aktuellen Stand der Entwicklung. Highlights waren ein humanoider Roboter von Fujisoft, der in Fernost bereits in Seniorenresidenzen eingesetzt wird, und ein industrieller Roboterarm von Yaskawa, der eine flexible Interaktion mit der Umgebung ermöglicht. Zahlreiche Showcases veranschaulichten, wie KI-Systeme in der Produktion, im Rahmen der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance), bei der Qualitätssicherung oder als smarte Assistenten am Arbeitsplatz einsetzbar sind.

Aber auch für die Zukunft der medizinischen Diagnostik und des autonomen Fahrzeugverkehrs sind selbst lernende Lösungen ein Meilenstein, wie IBM mit seinem Computersystem Watson demonstrierte. Allgemein werden die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine immer nutzerfreundlicher: Intelligente Bots ersetzen Displayanweisungen, während mit Sensoren ausgestattete Maschinen oder cyberphysikalische Systeme Probleme frühzeitig selbst erkennen und bei Bedarf Ersatzteile ordern können.

Cybersicherheit: Connectivity macht anfällig
Zu den gravierendsten IoT-Sicherheitsbedrohungen zählen unzureichend geschützte Verbindungen zwischen Maschinen und dem Web. Airbus Cybersecurity stellte auf der CeBIT ein sicheres Konzept für die Fernwartung mit umfangreichen Überwachungsfunktionen vor. Aussteller wie Cisco, Kaspersky Lab oder Trend Micro präsentierten ebenfalls neue Produkte zum Thema Datensicherheit, beispielsweise für die vernetzte Produktion, Smarte Städte sowie Unternehmen aus dem Mittelstand, die zunehmend ins Visier von Hackergruppierungen geraten. Für große Aufmerksamkeit sorgte das „Haunted House“ von Sophos: Ein nachgebautes Smart Home machte ersichtlich, wie Cybergangster Haushaltsgeräte wie einen Kühlschrank, eine Heizung mit digitaler Steuerung oder eine Videoüberwachungskamera angreifen können, wenn nicht rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, mahnte eine stärkere internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Internetkriminalität an und zog einen plakativen Vergleich mit dem Fußballsport: Bei der Aufklärung solcher Straftaten agiere man teilweise noch wie eine Jugendmannschaft – „aber wir müssen in die Champions League!“.

Cloud Computing: Alles aus der Wolke
Ob Unternehmen, Anlagen oder Produkte: Cloud Computing vernetzt alles mit allem und macht das Internet der Dinge erst möglich. Neben cloudbasierten Diensten für Unternehmensprozesse aller Art stehen wegen der bevorstehenden Abschaltung von ISDN besonders Lösungen aus dem Bereich Unified Communication as a Service im Vordergrund, die sämtliche Kommunikations-Tools in der Cloud bereitstellen, die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen und Kostenvorteile bringen.

Drohnen: Geschäftsideen zum Abheben
Eine komplette Messehalle belegte der Bereich Unmanned Systems & Solutions. Die große Flugarena zeigte live die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten der smart vernetzten Flugkörper zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Dabei reichten die vorgestellten Anwendungen von der Logistik über die Vermessungstechnik bis zum Einsatz in Katastrophengebieten. So präsentierte der chinesische Hersteller Yuneec einen Flugroboter, der selbstständig Hindernisse erkennt und ihnen ausweicht, während ein weiteres Modell von Globe UAV Luftbilder in einem Radius von 30 Kilometern sammeln kann – dank Nachtsichtfunktion auch bei Dunkelheit. Doch die Entwicklung geht bereits weiter: Ein Spin-off der Technischen Universität Darmstadt stellte in Hannover einen Flugroboter vor, der dank der patentierten Schwenkrotor-Mechanik auch für vertikale Starts oder Landungen geeignet ist.

Augmented & Virtual Reality: Grenzenlose Möglichkeiten
In direkter Nachbarschaft zu den Drohnen konnten sich die Messebesucher über das Potenzial der Trend-Technologien Augmented & Virtual Reality für Industrie, Handel und Touristik informieren und sich mit den Anbietern professioneller Businesslösungen vernetzen. Auch im Bereich Research & Innovation gab es spannende VR-Anwendungen für die Industrie zu sehen: Die Westsächsische Hochschule Zwickau stellte einen Schutzhelm mit integrierter Datenbrille vor, der mit Warnhinweisen die Sicherheit von Stahlarbeitern verbessern soll. Und Fraunhofer-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, das große CAD-Modelle, die nicht auf ein gängiges Endgerät passen, mit Internettechnologie in der erweiterten Realität sichtbar macht.

Mobility: Elektrische und autonome Trendsetter
So war in Hannover das revolutionäre Elektroauto e.GO Life zu sehen, das auf dem Campus der RWTH Aachen in durchgehend digitalisierten Prozessen entwickelt wurde und bald für rund 16 000 Euro in Serie gebaut werden soll. Realität wurde dagegen schon eine andere Vision: die Fahrt mit einem chauffeurlosen Bus über Teile des Messegeländes. Das „Smart Shuttle“ der Schweizer Post machte an den fünf Messetagen den ersten aufregenden Ausflug in die Zukunft des vollautonomen Fahrens möglich.

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