Natürlich werden Köche in der Zukunft noch gebraucht! Aber: Standardarbeiten in der Küchen übernehmen jetzt Roboter

Hamburg/Pasadena, 23. März 2017 – Keine Angst vor der Digitalisierung! Die stark voranschreitende und tiefgreifende Veränderungen unserer Arbeitswelten treiben uns Menschen zu nun Höchstleistungen an. Nun ist es soweit: Roboter übernehmen Standardtätigkeiten in der Küche, wie z.B. „Flippy“ als beflissener Burgerbrater. Das neue System, was nun erstmals in einem Schnellrestaurant in Pasadena/Kalifornien zum Einsatz kommt, ist rasch installiert und arbeitet dem menschlichen Team perfekt zu.

Die allseits beschworene „Digitalisierung“ bedeutet vor allem eine Automatisierung zahlreiche Arbeitsprozesse: Alles, was nicht sichtbar ist in einem Hotel, kann und wird von Algorithmen und Robotersystemen übernommen werden. Standardtätigkeiten in Warenannahme, Lager, betriebsinterner Logistik bis hin zu Küchentätigkeiten – Convenience-Garung für Bankette etwa – werden als überschaubare Handlungsabläufe Schritt für Schritt von entsprechenden automatischen Systemen ausgeführt werden.

Der Siegeszug von Systemen wie dem „Thermomix“, der bereits in zahlreichen Profiküchen Einzug gefunden hat (und „Sansibar“-Topgastronom Herbert Seeklar mit bereits zwei Kochbüchern ausführlich beschrieben wird), und den hypermodernen Kombidämpfern von Rational verdeutlicht dies. In Bälde kommt die Roboterküche vom britischen Systemlieferanten Moley serienmäßig auf den Markt.

In tonangebenden Segment der Gemeinschaftsverpflegung (GV) ist seit Jahren zu beobachten, dass immer mehr Positionen in den Großküchen von angelernten Hilfskräften übernommen werden müssen; Treiber sind die steigende Convenience-Foodqualität und immer ausgefeiltere Gartechnologie. Dieser seit Langem ablesbare Trend wird nun auch in der klassischen Gastronomie umgesetzt: Profi-Alleinköche können mit Hilfe automatischer Assistenzsysteme den Alltag besser bewältigen und ihre kreative Küchenkraft auf die echte Kür konzentrieren. Burgerpatties perfekt auf den Garpunkt zu braten kann man getrost den Roboterkollegen überlassen.

Angst vor Entmenschlichung darf man haben, muss man aber nicht übertreiben. Die Befreiung der FOM von lästiger Tipparbeit an wahrlich nicht anderwenderfreundlichen PMS wie es automatisierte Check-in-Systeme von Marriott, Hetras oder Conichi beweisen, darf getrost als willkommene Revolution der Digitalisierung betrachtet werden. Hilfstätigkeiten wie Auskünfte, die Roboter „Pepper“ mittels der 5G-Übertragsungstechnologie immer schneller erbringen kann, oder Bringdienste, die „Botlr“ in Aloft Hotels übernimmt, sind Ergänzungen und kaum Jobvernichter.

Roboter-Hotels oder persönliche Dienstleistung? Ein Konzept wird das andere nicht ablösen, sondern beide werden nebeneinander existieren. Das befanden nun auch Diskutanten der Arcotels. Vorstand Martin Lachout setzt sich mit den Wünschen der Hotelgäste von morgen tief gehend auseinander. Im August eröffnet das neue Arcotel Donauzentrum im 22. Wiener Gemeindebezirk, und dieses wird die Ansprüche der sogenannten Generation Y erfüllen. Etwa mit Smart-TV, auf dem eigene Netflix- oder Amazon-Angebote abgespielt werden können, Coworking Space und der Möglichkeit zum Self Check-in/out. „Entscheidend ist in erster Linie, als Hotel die Basis zu liefern, die Gäste auch zuhause nutzen“, so Lachout. „Wir Hoteliers müssen die Erwartungen der Gäste mit schnellem Wlan und bestem Service erfüllen. Die technische Erleichterung von administrativen Tätigkeiten ist eine Möglichkeit, mehr Raum für persönlichen Kontakt zum Gast herzustellen.“

Flippy arbeitet nun als Burgerbrater in Schnellrestaurants

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Das Hotel der Zukunft bedeutet Digitalisierung, Storytelling sowie die Schaffung von Erlebnissen. Für Hoteliers ist mit diesen Anforderungen einiges zu stemmen. „Schnelles Wlan ist heute eine Selbstverständlichkeit, nach der Digitalisierung wird der Mensch wieder wichtig“, fasst Mag. Matthias Koch zusammen. Der Geschäftsführer des Fachverbandes Hotellerie ist Teil eines Teams, das mit Zukunftsforscher Harry Gatterer die Studie „Hotel der Zukunft“ entwickelte. „Wir sind Zeugen einer epochalen Veränderung, die viel dramatischer als ein einfacher Generationswechsel zu bewerten ist. Durch die Digitalisierung fallen Jobs weg, es entstehen jedoch durch die modernen Anforderungen wieder neue.“

Caroline Mitterdorfer von der Hotel-App Conichi wünscht sich mehr Flexibilität in der Hotelbranche. Das Startup-Unternehmen aus Berlin bietet mobilen Check-in/out und digitale Türöffnung an. Diese Technologie wird etwa im Arcotel Rubin Hamburg seit Anfang des Jahres angewendet. „Die App schafft den Rezeptionisten mehr Zeit für persönliche Dienstleistung. Durch eine effiziente Nutzung gesammelter Daten wird für Gäste ein Mehrwert geschaffen, deshalb sollten Hoteliers in dieser Hinsicht proaktiver sein“, so Mitterdorfer.

Pepper wird mit der 5G-Übertragungstechnologie zum Echtzeit-Auskunftsroboter

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Die alte und neue Generation lernt voneinander und Kulturtechniken werden sich dem anpassen, meint Koch. Für Gerald Kröll, ehemaliger Managing Director bei Horwath HTL Austria und künftiger strategischer Berater Markenentwicklung bei Brand Logic, geht es eher um die Trennung der Generationen im Sinne der Ansprache. „Ich muss wissen, an wen ich Inhalte transportiere. Eine zielgerichtete Ansprache kann Digitalisierung leisten“, erklärt Kröll. „Gäste von heute verlangen ein bequemes Bett, gutes Frühstück, eine entsprechende Bandbreite, aber auch eine authentische Story. Hier ist für Hoteliers noch Luft nach oben.“

Hoteliers müssen einen Schritt voraus denken. Denn nach der Generation Y steht bereits die Generation Z in den Startlöchern, die wiederum andere Anforderungen erfüllt sehen will. „Facebook und Instagram sind nicht das Ende der Fahnenstange. Snapchat ist etwa das Tool der Generation Z, insgesamt schreiten neue Entwicklungen schneller voran. Da muss man am Ball bleiben“, mahnt Mitterdorfer.

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