Warum Hotelbuchungen immer schneller, aber immer spezieller werden – Travel Technology entscheidend für den Erfolg neuer Hotelkonzepte

Berlin, 02. März 2017 – Das nächste Buchungsportal ist am Start: Livabout.com bietet nach eigenen Angaben über 600.000 Unterkünfte für Extended Stay weltweit an. Damit baut Livingrooms das Onlinebusiness mit Serviced Apartments aus. Der Clou: Jede Unterkunft soll nach rund hundert Kriterien auf Basis von Gästebewertungen detailliert auszusuchen sein. Damit zeigt eine neue OTA, wie man in der Travel Technology vorzugehen hat. Im Vorfeld der weltgrößten Reisemesse ITB sind innovative Buchungstechnologien eines der spannendsten Marktsegmente, in dem über Erfolg eines Konzepts entschieden wird.

Fingerabdruck (Foto: The Digital Way/Pixabay)

Während der Dehoga-Landesverband Schleswig-Holstein nun auch einen Onlinekatalog für seine Mitglieder startete – bei sh-hotels.de werden die Hotels lediglich für eine Pauschalsumme gelistet, zur Direktbuchung wird man weiter zur Hotel-Webseite geschickt – sind hochkomplexe Weiterentwicklungen der Buchungsstrecken von Expedia, Booking, TripAdvisor („Instant Booking“) und Trivago („Express Booking“) die wirklich bedeutenden Markttreiber. Gerade schloss sich H-Hotels als erste Hotelkette aus Deutschland dem neuen Trivago-Buchungstool an; wir berichteten.

Der Vorsprung der OTA scheint uneinholbar: Expedia verfeinert zum Beispiel die eigene „Scratch“-Technologie weiter; hierbei können gestartete Reisesuchen z.B. Am Desktop-PC später auf anderen Gadgets wie Smartphones und Tablets fortgesetzt werden. Denn: Etliche Buchungsanfragen (Looker) werden oft erst nach quälend langen Minuten nur zu einem geringeren Teil umgesetzt (Booker); bei Privathotels wie dem Bellevue Rheinhotel Boppard können dabei schon einmal 30 Minuten vergehen, wie Hotelier Marek Gawel unlängst berichtete.

In der Post-Ratenparitäts-Ära glauben noch immer einige, dass allein ein Preisvorteil bei der Direktbuchung ein entscheidendes Kriterien sei. Ein Irrglaube: Für etliche smarte Geschäftsreisende sind einfache Buchungsschritte auf der mobilen IBE, schnelle Buchungsbestätigung, automatischer Check-in und Öffnen der Zimmertür per Smartphone sowie vorteilhafte Stornoregelungen viel wichtiger als ein zehn Euro günstigerer Zimmerpreis; natürlich bleiben Lage und Highspeed-Wlan sowie positive Bewertungen ebenso attraktive Attribute.

Wird man dagegen beim Buchungsdienstleister eines Hotels gezwungen, zum Eingeben der Reisedaten einen angespitzten Finger am Smartphone einsetzen zu müssen (die Datumsfelder sind in etlichen IBE weiterhin ein Buchungs-verhinderndes Ärgernis), dürfte einem die hohe Abbrecherquote (Looker, No Booker!) nicht verwundern. Wann haben die meisten Hoteliers zuletzt bei sich selber ein Zimmer gebucht – von unterwegs?

Tatsächlich erscheint ein Gutteil der auf dem deutschen Hotelmarkt sich tummelnden Buchungsdienstleister mehr als überholt. Interessant zu beobachten ist ja seit Jahren, dass branchenfremde IT-Entwickler die Hotellerie derart leicht zusetzen können, wie aktuell Airbnb; deren Buchungstechnologie gilt als State-of-the-art. In der Technikhalle der ITB (7.1) werden auch in diesem Jahr weitere Revolutionen aus Übersee – vermutlich wieder aus China – zu bestaunen sein. Dort sollte sich jeder digitale Hotelier informieren!

Digitalisierung in der Hotellerie bedeutet eine neue Diktion der Prämissen: Welcher IT-Partner ist der Innovativste und Sicherste für die Zukunft? Der jüngste Serverausfall von Amazon Web Services verdeutlicht, wie angreifbar Pooling bei den Cloudlösungen sein kann; zuletzt waren davon auch expedia.com und die Assistenzsoftware „Alexa“ betroffen, wie die „FAZ“ berichtete. Cyberangriffe nehmen zu – gerade auf komplexe Server, über die Buchungen oder noch andere Geschäftsprozesse der Hotellerie und Gastronomie laufen. So ist bis heute nicht klar, wer hinter den angeblichen DDoS-Angriffen auf Orderbird – wir berichteten – stecken könnte, oder deren Server einfach aufgrund übermäßiger Auslastung durch die Nutzer in die Knie gingen.

Ergo bleibt die beständige Weiterentwicklung von Buchungstechnologien eine Pflichtaufgabe für jeden CIO. Novum-Gründer David Etmenan hat mit einer ausgefeilten IBE vor Jahren den Grundstein für den sagenhaften Erfolg seiner Hotelkette gelegt. Gäste gibt es genügend, man muss sie nur abholen.

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