Deutsche bevorzugen Urlaub in der Heimat

Bonn, 10. Januar 2017 – Die Deutschen bleiben auch im neuen Jahr reisefreudig – daran ändern auch politische Unsicherheit und Terrorgefahr nichts. Zu diesem Ergebnis kommt die erste regionale repräsentative Umfrage, die Post Reisen im November 2016 bundesweit zum Thema „Reisen 2017“ durchgeführt hat.

Safety first: Deutsche bevorzugen Urlaub in der Heimat / Reiselust ungebrochen: Erste regionale repräsentative Reiseumfrage von Post Reisen zeigt, dass die Deutschen 2017 mehr verreisen wollen

Ermittelt wurden das Reise- und Buchungsverhalten sowie das Sicherheitsbedürfnis der 3.800 Befragten. Die Angaben wurden auf Gesamtdeutschland, verschiedene Regionen, Zielgruppen und Ortsgrößen aufgeschlüsselt. Der Analyse zufolge planen die Deutschen, in diesem Jahr insgesamt häufiger zu verreisen als 2016. Über ein Drittel will länger im Urlaub bleiben. Das Reisebudget bleibt mehrheitlich gleich, immerhin jeder vierte Haushalt will mehr für Urlaub ausgeben. Sicherheitsbedenken spielen zwar eine Rolle bei der Reiseplanung, führen jedoch nicht zu einem generellen Verzicht auf Urlaub. Vielmehr veranlasst das gestiegene Sicherheitsbedürfnis die Bundesbürger dazu, innerhalb der Grenzen des eigenen Landes zu bleiben bzw. in nahe gelegene europäische Länder zu reisen.

„Dass die Deutschen 2017 mehr verreisen und ihren Urlaub mehrheitlich in Deutschland verbringen möchten, ist für den Tourismus hierzulande eine erfreuliche Botschaft zum neuen Jahr“, unterstreicht Joachim Wessels, Geschäftsführer von Post Reisen. „Wir sehen uns auf unserem Kurs bestätigt, bei unserem Angebot vor allem auf Deutschland und seine Nachbarländer zu setzen. Dank unserer repräsentativen Analyse des Reisemarktes können wir dabei künftig noch besser auf die regionalen Kundenwünsche zugeschnittene Reiseangebote machen.“

Die Deutschen sind auf der Suche nach der „heilen Welt“
In der Studie wird ersichtlich, dass Terrorgefahr und politische Instabilität 2017 für einen Großteil der Befragten (65%) einen hohen Einfluss auf das Reiseverhalten haben. Knapp die Hälfte davon will seltener ins Ausland bzw. in ausländische Großstädte fahren.
Mehrheitlich (55%) versuchen die Deutschen demnach, im Urlaub in eine „heile Welt“ abzutauchen. „Der Urlaub ist für die Deutschen ein ‚Grundbedürfnis‘. Er ist ein Höhepunkt des Jahres, entsprechend wichtig wird er genommen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen Krisen und schlechten Nachrichten in diesen Zeiten freuen wir uns auf den Urlaub, um auszuspannen, Abstand vom Alltag zu genießen und in eine heile Welt abzutauchen“, sagt Helga Freund, Geschäftsführerin von Eurotours, dem größten Direktreiseveranstalter Mitteleuropas. Bei Familien ist dieses Bedürfnis besonders stark ausgeprägt; bei Senioren spielt es eine eher untergeordnete Rolle. Aufgeschlüsselt nach Zielgruppen wird deutlich, dass die Urlaubswahl bei Familien stärker von Terrorangst beeinflusst ist als bei „Empty Nestern“ (Eltern, deren Kinder nicht mehr zu Hause leben), Senioren sowie jungen Menschen und Singles.

Strand beliebter als Stadt: So verreisen die Deutschen
Im Durchschnitt planen die Deutschen dieses Jahr 2,9 Urlaube, darunter zwei Kurzurlaube und einen Langurlaub. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 2,6. Das durchschnittliche Urlaubsbudget pro Haushalt für 2017 liegt bei 2.771 Euro, rund ein Viertel der Befragten will mehr als im Vorjahr ausgeben, während 64% ihr Budget konstant halten wollen. Am ehesten zieht es die Deutschen an den Strand (50%), ebenfalls hoch im Kurs stehen Städtereisen (45%) und Wander- und Natururlaube (38%). Populärstes Reiseziel ist Deutschland selbst: Die große Mehrheit der Befragten (66%) plant, ihren Urlaub 2017 innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu verbringen. Die Ziele Spanien (23%), Italien (18%), Österreich (17%) und Frankreich (9%) folgen mit deutlichem Abstand.

Für die bevorzugten Urlaubskategorien, Strandurlaub, Städtereisen sowie Wander- und Natururlaube, ergeben sich verschiedene Hauptdestinationen. Bei Strandurlaubern etwa stehen die Kanaren, die Balearen und die Ostsee hoch im Kurs. Städtereisende zieht es vor allem in Deutschlands größte Metropolen Berlin und Hamburg, auf den Plätzen drei und vier folgen München und Dresden. Begeisterte Wanderer fahren mit Vorliebe an die Mecklenburgische Seenplatte, nach Tirol und in den Schwarzwald, während Wintersport-Fans sich besonders oft für Tirol, Vorarlberg und das Salzburger Land entscheiden. Wenn die Deutschen auf Kreuzfahrten gehen, buchen sie vor allem Routen durch das Mittelmeer und die Nordsee bzw. das Nordmeer.

Für ihre Reisen bevorzugen die Deutschen die eigene Anreise mit dem Auto. Besonders bei Kurzreisen darf dabei die Anreise aber nicht zu lang sein: maximal 400 Kilometer Anfahrt werden bei bis zu drei Übernachtungen in Kauf genommen. Das zweithäufigste Anreisemittel ist das Flugzeug. Besonders interessant ist, dass die Deutschen der Qualität ihres Urlaubs in den meisten Fällen mehr Bedeutung einräumen als seinen Kosten: Als sehr wichtiges Kriterium steht nur bei Kreuzfahrten der Preis an vorderer Stelle (neben All Inklusive). Wanderurlaubern beispielsweise ist hingegen eine ruhige Lage wichtig, Strandurlauber setzen auf gute Bademöglichkeiten.

Adria oder Ostsee? Regionale Unterschiede prägen die Wahl des Urlaubsziels
Bei den bevorzugten Urlaubskategorien, -zielen und -budgets sind regionale Unterschiede erkennbar. Klar wird beispielsweise, dass Wander- und Natururlaube ebenso wie Wintersport bei Menschen in Süddeutschland etwas populärer sind als bei jenen im Norden des Landes. Konkret verbringen beispielsweise die Bayern sowohl ihre Wander- und Natururlaube als auch ihre Skiferien am liebsten in Tirol. Baden-Württemberger zieht es hingegen zum Wandern in den Schwarzwald, zum Wintersport auch ins österreichische Vorarlberg. Der Norden fährt zum Wandern gern an die Mecklenburgische Seenplatte. Beim Strandurlaub liegen im Nordosten die Ostseeinseln vorn, im Süden eher die italienische Adria.

Festzustellen ist auch, dass sich die Deutschen ihre Reisen einiges kosten lassen. Mit 3.131 Euro pro Haushalt greifen die Bayern für den Urlaub am tiefsten in die Tasche. Mit 2.276 Euro (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) bzw. 2.387 Euro (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) ist das Urlaubsbudget pro Haushalt in den neuen Bundesländern am niedrigsten.

Urlaubsvorlieben? Alles eine Frage des Alters!
Die Studie fördert auch zielgruppenspezifische Besonderheiten zu Tage: so gibt es erhebliche Unterschiede bei Urlaubsarten, -zielen und -budget, aber auch bei den Anreisearten und Sicherheitsbedürfnissen.

So stellt sich beispielsweise heraus, dass Familien sich häufiger für Strandurlaub entscheiden. Städtereisen hingegen sprechen insbesondere junge Menschen und Singles an. Zum Wintersport fahren Familien etwas häufiger. Was Urlaubsdestinationen betrifft, so haben die Kanarischen Inseln im Bereich Strandurlaub zwar insgesamt die Nase vorn, doch junge Leute reisen lieber auf die Balearen. Im Bereich Event & Kultur bevorzugen sie Konzerte, Familien hingegen entscheiden sich neben Konzerten insbesondere für Freizeitparks. Kreuzfahrten unternehmen Familien am liebsten im Mittelmeer. Die Zielgruppe der Senioren sucht sich bevorzugt Kreuzfahrtziele in der Nordsee. Kaum verwunderlich ist, dass das Urlaubsbudget pro Haushalt bei jungen Leuten und Singles mit Abstand am geringsten ausfällt. Bei den übrigen Zielgruppen sind die Urlaubsetats weitgehend ausgeglichen. Erkennbar ist auch, dass die durchschnittlichen Budgets mit steigender Ortsgröße anwachsen.


Das ist die Rangliste der Lieblingsländer der Deutschen
Die Deutschen finden Schweden am sympathischsten, machen am liebsten Urlaub in Spanien und würden am ehesten nach Österreich auswandern. Insgesamt schaffen es nicht nur warme, sondern auch überraschend viele kühle Staaten in die Rangliste der Lieblingsländer der Deutschen.

Das ist die Rangliste der Lieblingsländer der Deutschen (Infografik: Splendid Research)

Das Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im Rahmen einer repräsentativen Umfrage im Dezember 1.067 Deutsche zwischen 18 und 70 Jahren online zu ihrer Meinung zu Ländern befragt. Untersucht wurde die Sympathie der Teilnehmer für 28 Länder, die Attraktivität der Länder als Urlaubsziele und die Bereitschaft dauerhaft dort zu leben.

Um in die Herzen der Deutschen zu gelangen, gibt es ein Patentrezept: Ein Land sollte dünn besiedelt sein, viel Natur besitzen, Sicherheit bieten und wenig negative Schlagzeilen produzieren. Am besten gelingt dies Schweden, das 60 Prozent der Deutschen sympathisch finden – der absolute Spitzenwert aller Länder. Etwas dahinter folgen Kanada, Australien, Neuseeland und Dänemark mit Sympathie-Werten zwischen 55 und 52 Prozent.

Unbeliebt sind dagegen vor allem Länder, über die negativ berichtet wird. Auf den letzten drei Plätzen landen die autoritären Regime in Russland, China und der Türkei, die jeweils nur 10 Prozent der Deutschen sympathisch sind. Aber auch demokratischen Ländern wie Israel (13 Prozent) und Indien (14 Prozent), die häufig mit schlechten Nachrichten in den Medien sind, fällt es schwer, Sympathisanten zu gewinnen.

In den Ferien haben Sommer, Sonne und Strand die Nase vorn: für jeweils 59 Prozent der Deutschen kommen Italien und Spanien als Urlaubsländer in Frage. In das kühlere Klima von Schweden (56 Prozent) und Kanada (52 Prozent) würde allerdings über die Hälfte ebenfalls gerne verreisen. Etwa jeder siebte Deutsche gehört zu den Entdeckern, die auch Länder wie Russland, China und Indien bereisen würden. Wie groß der Einfluss der Sicherheitslage auf die Reisebereitschaft ist, zeigt sich an Israel, das nur für 15 Prozent als potenzielles Urlausziel in Frage kommt, sowie an der Türkei, in die nur noch 17 Prozent fahren würden.

78 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, längere Zeit in einem anderen Land zu leben. Für die Mehrheit kommen jedoch dafür nur wenige Länder in Frage. Am meisten Bundesbürger wären bereit, in die Nachbarländer Österreich (23%) und Schweiz (22%) auszuwandern. In die Top 10 schaffen es hier auch die USA, die für 17 Prozent zum neuen Lebensmittelpunkt werden könnten. Selten als Auswanderziel in Frage kommen Staaten mit instabiler Sicherheitslage oder autoritären Regimen. Aber auch in Japan, Brasilien und Argentinien, die zumindest als Urlaubsländer viele Deutsche reizen, würden nur 3 Prozent dauerhaft leben wollen.

Es lohnt sich für Länder im Übrigen durchaus, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Image zu verbessern, denn wenn die Deutschen ein Land sympathisch finden, können sie sich auch eher vorstellen, dort ihren Urlaub zu verbringen.

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