Warum Stress der Hauptverursacher für ein Alkoholproblem ist – Suchtprobleme beim Mittelstand

wein-alkohol-sucht-joerg-design-pixabayMünchen, 15. Dezember 2016 – Im Gastgewerbe wird der Arbeitsdruck immer höher: Mitarbeiter und Nachwuchs fehlen, die Arbeit wird immer schwerer. Das schnelllebige digitale Zeitalter geht nicht spurlos an uns vorbei. Berufliche Überlastung, eine viel zu hohe Verantwortung für den Einzelnen und die Erwartung, in jedem Bereich des Alltags die beste Leistung zu erbringen erzeugen Stress. Viele Menschen greifen bei Stress zu Alkohol und finden für einen Moment die Ruhe und Zeit, an nichts zu denken und sämtliche Anforderungen an die eigene Person vorübergehend von sich zu weisen. Der Weg in ein Alkoholproblem ist vorprogrammiert und man beschreitet ihn oft unbemerkt, aber konstant. Bis aus dem Gläschen Wein oder Schnaps ein echtes und für die Mitmenschen spürbares Alkoholproblem wird, kann viel Zeit vergehen.

Die Belastbarkeit eines Menschen ist begrenzt. Nicht nur im Business, sondern auch im Privatleben führen tägliche Höchstleistungen über die Grenzen hinaus zu massiven Problemen und einem Fluchtweg, der oftmals im Alkohol gesucht wird. Auch Geldsorgen, familiäre Streitigkeiten, zahlreiche Überstunden oder mangelnde Anerkennung ebnen den Weg in ein Alkoholproblem und sind als nicht zu unterschätzende Ursachen einer Alkoholsucht zu werten. Ein Alkoholproblem geht nicht, wie man früher vermutete, mit einer Lebenskrise einher. Vielmehr ist es der Grund von Lebenskrisen, die vor allem Männer und Frauen in den mittleren Jahren betreffen und gerade im Mittelstand häufig zu finden sind. Nicht nur Manager oder selbstständige Unternehmer, sondern auch Mitarbeiter mit hoher Verantwortung in der Firma greifen zu Alkohol und sehen in ihm ein Hilfsmittel, um die eigene Belastbarkeit zu steigern und sich von vorherrschenden Problemen zu lösen.

Alkohol ist keine Lösung, auch wenn der Wirkstoff vorübergehend beruhigt und die Probleme in spürbare Ferne rücken lässt. Durch die als positiv empfundene Wirkung entsteht das Alkoholproblem, welches viele Jahre lang geheim gehalten und vor den Mitmenschen verborgen werden kann. Auffällig wird es erst, wenn Betroffene in der Öffentlichkeit trinken oder mit einer spürbaren Fahne zur Arbeit erscheinen und sich in ihrem Wesen verändern.

Doch in diesem Moment befindet sich der Süchtige bereits mitten in einem Strudel und ist zum Opfer des Alkohols, zum Menschen mit einem Alkoholproblem geworden. Noch heute werden Suchtprobleme stigmatisiert und Menschen mit einem Alkoholproblem ausgeschlossen, allein gelassen und als wenig belastbar eingestuft. Dabei ist es nicht schwer, sich von einem Alkoholproblem zu befreien und sich für eine sanfte Methode zur Suchtbefreiung zu entscheiden.

„Suchtprobleme sind keine Schande und nichts, wofür sich Betroffene schämen müssen! Durch die gesellschaftliche Sicht auf die Dinge ist es dennoch hilfreich, das Alkoholproblem diskret in den Griff zu bekommen und dabei effektive Erfolge zu erzielen“, meint Suchtcoach Hans R. Hoffmann, der mit „Clean and free“ entsprechende Seminare u.a. im Best Western Hotel Erb in Parsdorf bei München anbietet.

„Abstinenz schreckt ab“: Suchtexperten rücken bei Alkoholsucht vom Prinzip des absoluten Verzichts ab
Abstinenz gilt nicht mehr als einziges Behandlungsziel bei Alkoholsucht. Auch reduziertes Trinken kann eine Möglichkeit sein. Das steht laut „Apotheken Umschau“ in der neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Leitlinien sind Therapieempfehlungen durch Experten medizinischer Fachgesellschaften. „Totale Abstinenz schreckt viele Abhängige zu sehr ab“, sagt Suchtforscher Professor Karl Mann, wissenschaftlicher Leiter der Leitlinie in dem Gesundheitsmagazin. Studien hätten gezeigt, dass ein Mix aus Beratung, weniger Konsum und der positiven Erwartung an Medikamente die Trinkmenge um bis zu 60 Prozent verringern könne.

Gemeinsam widerstehen – Selbsthilfegruppen sind sehr hilfreich im Kampf gegen die Alkoholsucht
Beim lebenslangen Kampf gegen die Alkoholsucht kann der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen eine entscheidende Hilfe sein. „Die Patienten stärken sich gegenseitig, bleiben im Thema und vergessen nicht, dass immer die Gefahr eines Rückfalls besteht“, sagte Dr. Rilana Schuster, Ärztin an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, dem Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Ergänzend zur ärztlichen und psychotherapeutischen Begleitung sind Selbsthilfegruppen ein wichtiger Baustein der Nachsorge.“ Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass Suchtkranke, die regelmäßig eine Selbsthilfegruppe besuchen, länger abstinent bleiben. Und wer dennoch einen Rückfall erleidet, meldet sich laut Schuster schneller in der Klinik, wenn er in eine Gruppe eingebunden ist. Sinnvoll ist der Besuch von Selbsthilfegruppen der Expertin zufolge aber nur, „wenn die Patienten freiwillig hingehen“. Wer nur auf äußeren Druck hin eine Gruppe besuche, sei ebenso rückfallgefährdet wie Suchtkranke, die nicht in eine Gruppe eingebunden seien.

Mehr: http://www.apotheken-umschau.de/Alkoholismus

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