Wie sich Hotels bei den Zimmerpreisen leicht austricksen lassen

book-direct-hotrecBerlin/Bern, 07. Oktober 2016 – Unternehmerische Freiheit ist nötig, aber Schlupflöcher für Preistricksereien sind kontraproduktiv: Bei den volatilen Raten können Hoteliers zwar zu mehr Direktbuchungen kommen, aber um welchen Preis? Moderne Preisbots wie von triprebel.com und dreamcheaper.com nutzen Schlupflöcher in den AGB aus, um bereits gebuchte Zimmer günstiger neu zu reservieren. Und bei telefonischer Anfrage unterbieten etliche Häuser gern die genannten OTA-Rate, um sofort eine kurzfristige Buchung zu generieren.

Die Schweizer Zeitung „20 Minuten“ unternahm nun Testanrufe bei Hotels und stellte fest: „Sogar bei Luxus-Häusern lässt sich etwas herausholen.“ Mit dem „Telefon-Trick“ ließen sich etliche Eure Rabatt herausholen, zum Teil sogar inklusive Kurtaxe.

Telefonisch Raten zu unterbieten ist durchaus rechtens. In der Schweiz gilt aktuell die Regelung, dass die Zimmerpreisen bei den OTA jedoch nicht auf den Hotel-eigenen Webseiten unterschritten werden dürfen. Dies soll nun mit einem neuen Gesetz geändert werden. Nun wurde der Bundesrat per parlamentarischen Vorstoß aufgefordert, die „engen Preisparitätsklauseln“ zwischen Buchungsplattformen und Hotelbetrieben per Gesetzesnovellierung zu verbieten. „So sind Hoteliers in ihrer Preisgestaltung erheblich eingeschränkt“, erklärte Andreas Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse, „und können nicht mehr flexibel – beispielsweise mit kurzfristigen Zimmerpreisrabatten – auf Veränderungen des Marktes eingehen.“

Deutschland und Frankreich haben solche Knebelklauseln in der Zwischenzeit verboten. In Italien ist eine Gesetzesänderung im Senat anhängig, in Österreich berät das Parlament diesen Herbst über entsprechende gesetzliche Bestimmungen, die auf Ende 2016 in Kraft treten sollen.

Direkt buchen bedeutet, dass Hoteliers die Bindung zum Gast mit den betriebseigenen Buchungskanälen stärken wie beispielsweise dem Telefon, an der Rezeption und auf der eigenen Hotel-Webseite. Damit entfällt für den Hotelier auch die Kommission an fremde Buchungsplattformen. Finanzielle Mittel, welche er in den Gast und die Qualität investieren kann.

Immer mehr Hotels setzen die Werbemotive der Hotrec-Kampagne „Book Direct“ ein. Ob dies jedoch zu Mehreinnahmen durch Preissteigerungen führt, bleibt fraglich.

Preistrickser wie dreamcheaper.com brüsten sich damit, durch ihr Re-Booking Ersparnisse von durchschnittlich 15 und bis zu 60 Prozent zum vorherig gebuchten Zimmerpreis zu erzielen; 20 Prozent davon werden als Bearbeitungsgebühr abgezogen. Dazu suchen Algorithmen nach besseren Preisen und Upgrades, auch bei Bettenbanken und anderen touristischen Handelsplattformen. Wird für die gebuchte Zimmerkategorie ein günstigerer Preis gefunden, erhält der Nutzer eine Nachricht; nimmt er diesen an, wird das bessere Angebot neu gebucht und die alte Reservierung storniert.

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