Reiseversicherungen im Test: Wer nicht aufpasst, zahlt doppelt

Foto: ADACBuxtehude, 06. Oktober 2016 – Die teuerste Reiseversicherung ist nicht automatisch auch die beste. Bei einem Test der Zeitschrift „Reise & Preise“ von 13 Rundum-sorglos-Versicherungen schneiden zwar zehn Versicherungen mit „gut“ und drei „zufriedenstellend“ ab, hinsichtlich der Preise unterscheiden sie sich jedoch beträchtlich. Wer in den Preis-Leistungs-Vergleich einsteigt, muss sich zunächst fragen, wie viel er im Regelfall für eine Reise ausgibt.

Entscheidend ist auch, ob die Reisen allein, mit einem Partner oder als Familie angetreten werden. Wer aufs Rentenalter zugeht, wird bei vielen Versicherern zum Bürger zweiter Klasse. In dieser Altersklasse sind die Preisunterschiede am größten: Bei der Wahl der richtigen Police lassen sich bis zu 50 Prozent sparen. So zahlen Pensionärs-Ehepaare für eine Versicherungssumme von 5.000 Euro beim günstigsten Anbieter 139 Euro, beim teuersten 284 Euro. Doch auch für jüngere Reisende lohnt sich der Preis-Leistungs-Vergleich: Alleinreisende, die Reisen im Wert von 1.000 Euro versichern möchten, zahlen pro Jahr zwischen 29 Euro und 115 Euro. Familien, die für ihre Reisen EUR 2.500 ausgeben, können sich für Policen von 89 Euro und 209 Euro entscheiden. Ein Sparpotenzial von bis zu 45 Prozent bieten Tarife mit Selbstbehalt, wobei der Versicherte im Schadensfall bei Reiserücktritt und Reisegepäck einen Eigenanteil von bis zu 20 Prozent zu tragen hat, im Krankheitsfall sind es bis zu 100 Euro.

Angesichts der insgesamt recht hohen Preise stellt sich die Frage, ob sich eine Jahresversicherung wirklich lohnt. Bei der Überprüfung stellten die Tester fest, dass Rundum-sorglos-Versicherungen für Einzelreisen zum Teil sogar teurer sind als Jahrespolicen. Verbrauchern rät „Reise & Preise“, vor dem Abschluss zu prüfen, ob bereits anderweitig eine separate Auslandskranken-Versicherung besteht. Oder ob Reisen beispielsweise über die Mitgliedschaft in einem Automobilclub oder die Kreditkarte versichert sind. Doch aufgepasst: Kreditkarten-Versicherungen springen i. d. R. nur ein, wenn die Reise auch mit der Karte bezahlt wurde. Die schlechtesten Noten im Test bekam die Reisegepäckversicherung. Sieben von 13 Versicherungen kamen nicht über ein »mangelhaft« hinaus. So sind Mobiltelefone, Laptops und Kameras oft gänzlich vom Versicherungsschutz ausgenommen oder nur mit 25 bis 50 Prozent versichert, wobei die max. Versicherungssumme nicht selten auf 500 Euro begrenzt ist. Ein Tropfen auf den heißen Stein, insbesondere, wenn davon noch die Selbstbeteiligung abgezogen wird.

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