Reiseveranstalter müssen soziale Verantwortung erlebbar machen – Corporate Social Responsibility unverzichtbar für Geschäftserfolg

Wien, 27. September 2016 – Corporate Social Responsibility (CSR) ist kein Selbstzweck, sondern richtig umgesetzt eine große Chance, die Profitabilität eines Unternehmens zu verbessern. Die Ergebnisse sind messbar in Kennzahlen und damit eine Voraussetzung für die zukunftsorientierte strategische Unternehmensplanung. Welchen Beitrag CSR zum Geschäftserfolg leistet und wie man damit Kunden begeistern kann, haben CSR-Experten und Branchenkenner im Rahmen einer Veranstaltung des Travel Industry Club Austria im Wiener Hotel Le Meridien diskutiert.

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Der Travel Industry Club Austria lud zu einer Diskussion über die Vor- und Nachteile ökologischen und sozialen Handels (CSR) ins Hotel Le Meridien. V.l.n.r. Stephanie Blutaumüller (Ecpat), Cornelia Kühhas (Naturfreunde Internationale), Marion Stemmler (Accor Hotels), Kerstin Dohnal (Destination: Development), Karin Huber-Heim (csr and communication) , Harald Hafner (TIC Austria), Eva Buzzi (Rail Tours Touristik) und Astrid Winkler (Ecpat). (Foto: TIC Austria/Christian Mikes)

Gesellschaftliche und ökologische Verantwortung gewinnen auch im Tourismus zunehmend an Bedeutung. Denn Reiseveranstalter ebenso wie Beherbergungsbetriebe und Restaurants müssen sich auf Reisende einstellen, die so kritisch und anspruchsvoll sind wie nie zuvor. Da geht es dann um Fragen wie Herkunft und Ursprung von Materialien, Länge der Transportwege, Nachhaltigkeit in der Produktion, Schonung von natürlichen Ressorcen und Abfallvermeidung. Und bei Reiseveranstaltern darum, ob die nach außen kommunizierte CSR-Politik auch wirklich erlebbar ist oder reines „Green-Washing“ bleibt.

Man dürfe nicht glauben, dass CSR reiner Altruismus oder Imagepflege sei, räumte die Wiener CSR-Beraterin Karin Huber-Heim mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Schließlich wolle jedes Unternehmen von einem Mehr an Verantwortung auch selbst profitieren. „Wir zeigen unseren Kunden, wir man sein Geschäft zukunftsfähig gestaltet und dabei sein Geld trotzdem fair, anständig und ehrlich verdienen kann“, erklärte Huber-Heim. „Kunden von Tourismusunternehmen wollen ja nicht mit Gütesiegeln und Zertifikaten abgespeist werden, sondern die ökologische und soziale Verantwortung in ihrem Urlaub auch wirklich spüren.“

Gesunder Egoismus notwendig
Bei der Debatte rund um die Notwendigkeit von CSR steht die Frage im Zentrum, wie Unternehmen auf die stetigen Veränderungen reagieren sollen. Kundenwünsche und Umweltverträglichkeit sind dabei nur zwei Aspekte unter vielen relevanten Einflussfaktoren. Fest steht, dass die CSR-Thematik noch nicht vollständig in den Köpfen der Unternehmen und Kunden angekommen ist. Ökologisch und sozial verträgliches Handeln wird vielerorts noch immer skeptisch und als abstraktes Konzept verstanden, das vermeintlich im Widerspruch zu unternehmerischem Handeln steht.

Eva Buzzi, Geschäftsführerin von ÖBB Rail Tours , plädierte dafür, sich angesichts der unübersichtlichen „Gütesiegel-Landschaft“ nicht verwirren zu lassen und das schwammige Akronym CSR mit Leben zu füllen. CSR muss für Gäste und Reisende etwas konkret Erlebbares werden. „Immer mehr Kunden legen Wert auf nachhaltiges Reisen und schätzen Betriebe, die gegenüber Umwelt und Gesellschaft Verantwortung übernehmen.“ Daher seien CSR-Programme im ureigensten Interesse von Unternehmen und aus „gesundem Egoismus“ heraus sinnvoll.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Damit dieser gesunde Egoismus auch Früchte trägt, muss CSR fest in der übergeordneten Unternehmensstrategie integriert sein und von der Geschäftsführung mitgetragen werden. Wie dies in der Praxis aussieht, schilderte Marion Stemmler, CSR-Managerin bei Accor Hotels. Sie verantwortet das konzernweite Nachhaltigkeitsprogramm „Planet 21“ im deutschsprachigen Raum, zu dem auch ein eigenes Wiederaufforstungsprojekt und eine internationale Initiative für Kinderschutz zählen.

„Um unsere Ziele auch zu erreichen, vertrauen wir auf starke Partner wie Ecpat Austria, die uns mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung tatkräftig unterstützen. Wir setzen aber auch eine Vielzahl von vermeintlich kleinen Maßnahmen, die langfristig eine große Wirkung haben. Dazu zählen die Reduktion von Lebensmittelabfällen, die Installation von Durchflussbegrenzern, energieeffiziente Gebäudeautomation oder der Einsatz von LED-Sparlampen“, betonte Stemmler. „Vor allem die Reduktion des Energieverbrauchs bietet für Unternehmen die Möglichkeit, ökologische Verantwortung mit spürbaren Einsparungen zu verbinden.“

Kunden bestrafen Anbieter sofort
Entscheidend ist, dass bei der CSR-Implementierung alle Mitarbeiter ins Boot geholt und die Auswirkungen unternehmerischen Handelns entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewusst gemacht werden. Wenn das gelingt, können schließlich auch die Gewinne gesteigert, Innovationen vorangetrieben und neue Geschäftsmodelle realisiert werden. Bei der Kommunikation von CSR-Maßnahmen spielen Glaubwürdigkeit und Transparenz eine zentrale Rolle. „Konsumenten werden zunehmend kritischer und prüfen Angebote genau“, erklärte Kerstin Dohnal, CEO Destination Development. „Wer Dinge erzählt, die nicht stimmen, den bestraft der Kunde sofort.“

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