Hotellerie steht schon wieder am Pranger: Aktion Arbeitsunrecht sucht Whistleblower – Ausbeutung von Zimmermädchen geht weiter?

ZimmermädchenKöln, 21. September 2016 – Pauschale Verunglimpfung der Hotellerie: Der Kölner Verein „Aktion Arbeitsrecht“ stellt die Beherbergung an den Pranger. „Die Arbeit in deutschen Hotels ist oft mies. Überstunden werden nicht bezahlt, das Arbeitspensum ständig erhöht. Reinigungsfirmen zahlen Krankengeld und Urlaubsgeld nur teilweise oder gar nicht. Hinzu kommen Schikanen durch Vorgesetzte, Abmahnungen und Entlassungen. (…) Viele Firmen verstoßen systematisch gegen geltende Gesetze“, ist auf deren Webseite zu lesen.

Die Initiative, hinter der u.a. der Kölner Publizist Elmar Wiegand (Buch: „Die Fertigmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung“) steht, sucht nun nach weiteren Whistleblowern: „Haben Sie Lohnraub, Schikanen und andere schlimme Erfahrungen als Putzkraft im Hotel gemacht?“ Die Kontaktaufnahme dazu soll per Mobiltelefon oder E-Mail erfolgen. Dazu wurde ein Flugblatt in sechs Sprachen veröffentlicht.

Die Aktion macht deutlich, dass die Hotellerie beim Thema Zimmermädchen erneut mit (zuvielen) „schwarzen Schafen“ zu kämpfen hat. Hotelbetreibern wird eine Verantwortung zugeschrieben, u.a. durch schweren Preisdruck bei den Vertragsverhandlungen mit Reinigungsdienstleistern.

Die seit Jahren andauernde Serie der Enthüllungsberichte über prekäre Arbeitsbedingungen für Zimmermädchen spricht Bände. Vor rund sieben Jahren war Accor in den Medienstrudel geraten, als die Reinigungskraft Antonia H. im Sofitel Hamburg über gefälschte Stundenabrechnungen ausgepackt hatte; damals stand die Hotelkette bundesweit in den Schlagzeilen. 2013 hatte das „Team Wallraff“ eine Reporterin acht Monate lang in Reinigungsunternehmen eingeschleust und über „sittenwidrige Stundenlöhne“ berichtet. Darüber stolperte der damalige GM des Waldorf Astoria Berlin. Im vergangenen Jahr setzte die „Zeit“ das Adlon an den öffentlichen Pranger.

Fachinfo in vier Sprachen: Zimmermädchen in Hotels werden über ihre rechte aufgeklärt - Hotelbetreiber kämpfen gegen Dumping-Löhne bei Reinigungsdienstleistern

Fachinfo in vier Sprachen: Zimmermädchen in Hotels werden über ihre rechte aufgeklärt – Hotelbetreiber kämpfen gegen Dumping-Löhne bei Reinigungsdienstleistern

In Hamburg starteten daher einige namhafte Hotels wie das Atlantic Kempinski oder Scandic Hotel Emporio eine Plakatkampagne. Ziel war es, die „schwarzen Schafe“ unter den Reinigungsdienstleistern ausfindig zu machen; wir berichteten.

Comments

  1. Was habt Ihr Euch eigentlich bei der Auswahl des Bildes gedacht? Geht es hier um sexuellen Missbrauch oder worum?

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