Brutaler Hotelüberfall: Mitarbeiter verletzt – für 400 Euro Beute…

Pistole Blick in den LaufHamburg, 21. August 2016 – Es wird immer brutaler: Bei einem Raubüberfall auf ein Hotel nahe dem Hauptbahnhof in Hamburg wurde ein Night Auditor in der vergangenen Nacht verletzt. Der mit einer Pistole bewaffnete Täter schlug dem 23-jährigen Hotelmitarbeiter mehrfach ins Gesicht.

Die Beute für diese brutale Tat besträgt nach Polizeiangaben gerade mal 400 Euro. Nun sucht die Kripo nach Zeugen. Der Täter konnte entkommen. Er wird so beschrieben:
männlich – südländisches Erscheinungsbild – ca. 180-185 cm groß – sportlich/athletische Figur – dunkle Augen – schwarze Augenbrauen – trug eine schwarzen Sturmhaube mit Sehschlitzen – schwarzes Kapuzenshirt – dunkelblaue – Jeans – schwarze Stoffhandschuhe

Bundesweit berichten die Medien nahezu täglich von Raubüberfällen auf Gaststätten oder Hotels. Während die Unternehmen wirtschaftlicher Schaden trifft, erleidet das Verkaufspersonal oftmals seelische Verletzungen. Was oft nicht bekannt ist: Überfälle am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg können als Arbeitsunfälle anerkannt werden.


Schnelle Meldung, schnelle Hilfe
Um langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen sollten seelische Verletzungen, die durch einen Überfall entstanden sind, so schnell wie möglich medizinisch abgeklärt, betreut und gegebenenfalls behandelt werden. Dafür ist es wichtig, dass sich Überfallopfer umgehend bei ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft melden. In den sieben über Deutschland verteilten Bezirksverwaltungen der BGN gibt es spezielle Ansprechpartner, die sich um Menschen mit einem überfallbedingten psychischen Trauma kümmern und einen schnellen Kontakt zu einem Therapeuten herstellen. Denn: Je schneller ein Überfallopfer betreut wird, desto besser lässt sich eine Traumatisierung verhindern. Beginnt die Behandlung mit zeitlicher Verzögerung, dann ist sie meist schwieriger und langwieriger.

Überfällen vorbeugen
Vorsorge zu treffen ist der erste Schritt Überfälle zu verhindern. Schwachstellen im Betrieb zu analysieren und Abhilfe zu schaffen wird im Fall der Fälle auch den möglichen Schaden begrenzen.
Technische und bauliche Maßnahmen im Innen- und Außenbereich sind am wirksamsten und deshalb eine Grundvoraussetzung neben organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen. So erhöhen beispielsweise ungesicherte Türen und unzureichende Beleuchtung das Überfallrisiko deutlich.
Sind die baulichen und technischen Maßnahmen umgesetzt, folgen organisatorische. Eine wesentliche Fragen dabei: Wer kann im Notfall helfen oder wie kann schnellstmöglich Hilfe sichergestellt werden?

Überfälle sicher überstehen
Bei einem Überfall stehen alle unter Stress – Opfer und Täter. Die Situation kann eskalieren. Damit das nicht passiert, ist es für Opfer wichtig, sich während des Überfalls richtig zu verhalten. Notfallregel Nummer 1: Ruhe bewahren. Weil schon die Ruhe zu bewahren nicht einfach ist, sollte das Verhalten für diese Notsituation vorher geübt werden. Anleitung dazu gibt das BGN-Seminar „Gewaltprävention – Mehr Sicherheit durch Handlungskompetenz in Krisensituationen“. In Vortrag und Rollenspiel erlernen die Teilnehmer Gewaltsituationen mit Hilfe organisatorischer und technischer Maßnahmen vorzubeugen, das richtige Verhalten in der Krisensituation sowie präventive Planung bei der Opferbetreuung.

Hotels müssen sich ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, auch um Mitarbeiter und Gäste besser zu schützen:

  • Verriegeln Sie alle Eingangstüren ab 22 Uhr; Einlaß erfolgt nur auf Klingeln und nach Sichtkontakt
  • Besetzen Sie die Position des Night Auditors doppelt
  • Reduzieren Sie vorgehaltene Bargeldbestände drastisch
  • Verbringen Sie grö0ere Bargeldsummen regelmäßig in einen Tresor mit Zeitschließautomatik
  • Installieren Sie HD-Videokameras in Lobby, Rezeption und an allen Eingängen

Mehr Sicherheit im Gastgewerbe - Türschild für Hotels und Restsurants (Grafik: gastronomie & hotellerie)

Mehr Sicherheit im Gastgewerbe – Türschild für Hotels und Restaurants
Als Leserservice bietet die Redaktion von „gastronomie & hotellerie“ Ihnen ein kostenlos abrufbares Türschild zu Abschreckung von Ganoven. Die Vorlage „Mehr Sicherheit für das Gastgewerbe“ kann per E-Mail angefordert werden: gastro.redaktion@hussberlin.de

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