Ehrlichkeit ist das neue Cool – Warum gefälschte Hotelsterne der Hotellerie noch mehr schaden

Hamburg, 24. Juli 2016 – „Heiße“ Sommertage: Nach den bestürzenden Ereignissen in Nizza, Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach folgte nun der nächster „Hammer“. Die Hotellerie ist in den Schlagzeilen, fatalerweise mit Mogeleien bei den Hotelsternen. ZDF-Redakteure hatten herausgefunden, dass über 250 von getesteten 1.000 Hotels mit der Hotelklassifizierung Schindluder trieben; wir berichteten. Beim Dehoga-Bundesverband gab mein kleinklaut zu, die Überprüfungen ausweiten zu müssen. Dem Image der Hotellerie ist dies – vor dem Hintergrund der prekären Personallage – sehr abträglich.

Werte der Deutschen - Grafik: Ipsos

Denn: Ehrlichkeit ist das neue Cool. Bei den jungen Leuten (14 bis 24 Jahre) wird Aufrichtigkeit die größte Bedeutung in ihrer Wertehierarchie zugemessen, fand Zukunftsforscher Horst Opaschowski in einer Ipsos-Werteumfrage heraus. Nach Abgasmanipulation – was die deutsche Automobilindustrie weltweit in Abrede stellte – und peinlichen Lebenslügen einer Bundestagsabgeordneten (Lebenslauf massiv gefälscht) ist das auch kein Wunder. Dagegen sind die leider seit Jahren anhaltenden Mogeleien bei Hotelsterne geradezu Petitessen, aber eben mit bestürzender Signalwirkung an potenzielle Nachwuchskräfte.

Ansonsten setzen die Generationen ganz unterschiedliche Prioritäten:

  • Die 14- bis 24-Jährigen legen großen Wert auf die „Selbstständigkeit“ (69%), für die 65plus-Generation ist die „Höflichkeit“ (71%) wichtiger.
  • Für die Jüngeren steht „Freundlichkeit“ auf Platz 3, bei Senioren nimmt „Verlässlichkeit“ diesen Platz ein.
  • Die Jungen betonen besonders das „Selbstvertrauen“, die ältere Generation weist hingegen mehr auf die Bedeutung von „Benehmen und Anstand“ hin.
  • Und schließlich zählt bei den Älteren zu den fünf wichtigsten Werten im Leben der „Fleiß“, für die Jungen hat „Hilfsbereitschaft“ eine größere Bedeutung.

Alterspyramide entmachtet die Jungen
Sicher hat es in den Werteorientierungen und Lebenseinstellungen schon immer Unterschiede zwischen den Generationen gegeben. „Neu ist hingegen das generative Ungleichgewicht in einem historisch unvorstellbaren Ausmaß“ betont Professor Opaschowski und nennt ein Beispiel: Noch 1967 hatte das amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ die Generation der unter 25-Jährigen zur Persönlichkeit des Jahres („Man of the Year“) erklärt. Sie war dominant und tonangebend. 44 Prozent der Einwohner Deutschlands waren seinerzeit keine dreißig Jahre alt.

Jetzt kehrt sich das Verhältnis um. Es kommt zu gravierenden Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. Opaschowski: „Der Übermacht der Alten kann schon bald die Ohnmacht oder gar Entmachtung der Jungen gegenüberstehen. Wird in naher Zukunft die Generation 65plus zum ‚Man of the Year‘ erklärt werden, weil es bis zum Jahr 2060 in Deutschland nur noch halb so viele junge Einwohner unter 20 Jahren wie Menschen im Alter von über 65 Jahren gibt?“ (vgl. Statistisches Bundesamt 2015: Bevölkerung Deutschland bis 2060). Mit der weiteren Zunahme der Lebenserwartung kann es zu neuen gesellschaftlichen Generationskonflikten kommen.


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