Bewerbungen ohne Anschreiben und mit „Du“-Anrede – Sieht so das Recruiting der Zukunft aus?

Hamburg, 16. Juni 2016 – Klassische Online-Stellenanzeigen sind out, virale Job-Empfehlungen im Social Web sind gefragt: Mit diesen provokanten Thesen schreckte jüngst ein Personalchef eines Dax-Unternehmens auf. Nachwuchskräfte seien mit etablierten, herkömmlichen Verlautbarungen („Sender-Empfänger-Modell“) kaum mehr zu erreichen. Nun prescht ein weiterer Konzern in Sachen „Recruiting 4.0“ vor: Beim reüssierenden Versandhändler Otto gilt selbst bei Bewerbungen das „Du“ und auf Anschreiben könne man auch verzichten, heißt es.

How to find a job (Grafik: Pixabay)

Der (junge) Bewerber sei entspannter beim „Du“, meint Otto-Konzernchef Hans-Otto Schrader, der das förmlich „Sie“ Anfang des Jahres abgeschafft hatte. Der CEO lässt sich auch lapidar als „HOS“ anreden. Wer von den rund 54.000 Konzernmitarbeitern mag, darf das so tun: „Mit diesem kleinen, aber wirksamen Zeichen wollen wir im Konzern zu einem noch stärkeren Wir-Gefühl kommen. Das ist zum einen über das ‚Du‘ schlicht einfacher. Zum anderen ist es auch ein äußeres Zeichen, dass etwas Neues beginnt, eine Art verbaler Startschuss für etwas viel Größeres, nämlich unseren Kulturwandel 4.0“, schrieb Schrader für einen Gastbeitrag in „Xing Klartext“.

Nun will auch Ausbildungsleiterin Nicole Heinrich das Recruiting einfacher machen. Nachwuchskräfte dürften auf „umständliche Anschreiben“ verzichten und nur ein Bewerbungsformular online einreichen. Stattdessen könnten sie eine Motivationsfrage beantworten und so ihren Unterlagen etwas Persönliches mitgeben. „Wir möchten es dem Bewerber so bequem wie möglich machen“, so Frau Heinrich. Nutzerprofile bei Xing und Linkedin sollen mit neuen Stellenausschreibungen verknüpft werden. Und Mitarbeiter, die einen geeigneten Kandidaten vermitteln, sollen Prämien von 500 bis 5000 Euro erhalten.

Sieht so das Recruiting 4.0 auch in der Hotellerie aus? Vordenker wie Marco Nussbaum von Prizeotel mahnt seit Langem an, Quereinsteiger zu suchen und diese als Servicetalente weiter zu qualifizieren. Lockere Anspreche und unkomplizierte Bewerbungsabläufe gehören wohl dazu.


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