Schon wieder Raubüberfalle auf Hotels – So schützen Sie Ihre Mitarbeiter und Betrieb

UPDATE Rüsselsheim/Gelsenkirchen, 09. Mai 2016 – Hotels gelten als leichte Beute: Immer öfter werden Beherbergungsbetriebe überfallen, nun auch in Rüsselsheim und in Gelsenkirchen. In Mannheim wurde heute ein Täter festgenommen; er soll für Raubüberfälle auf Hotels Anfang Mai in Mannheim und in Gelsenkirchen verantwortlich sein.

Überraschung für einen 24-jährigen Night Auditor eines Hotels in Gelsenkirchen am späten Samstag Abend: Als er von seinem Schreibtisch aufblickte sah er einen mit einer weißen Sturmhaube maskierten Mann, der vor dem Tresen stand und ihn mit einer Waffe bedrohte. Ein weiterer Mann ebenfalls mit weißer Sturmhaube und Waffe, kam um den Tresen herum und forderte ihn auf die Kasse zu öffnen. Er nahm das Geld aus den Geldfächern und wies den 24-Jährigen weiter an, sich auf den Boden zu legen. Danach flüchteten beide Täter in unbekannter Richtung aus dem Hotel.

Zwei Männer überfielen in der Nacht zum Dienstag ein Hotel in Rüsselsheim. Die beiden Täter verschafften sich gegen 02.00 Uhr Zutritt zur Hotellobby und bedrohten den 48 Jahre alten Angestellten. Einer der Täter führte ein Elektroschocker, der andere ein Messer, mit. Unter Drohung sperrten sie den Angestellten in einen Nebenraum ein, aus dem er sich nach zwanzig Minuten durch ein Fenster befreien konnte. Zwischenzeitlich erbeuteten die Räuber einige hundert Euro aus dem Kassenbereich und flüchteten. Der Mitarbeiter blieb unverletzt. Die beiden Täter waren dunkel gekleidet und mit Tüchern maskiert.

Gangster zufällig gefasst
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim wurde durch das Amtsgericht Mannheim Haftbefehl gegen einen 21-jährigen Mann erlassen. Er steht im dringenden Verdacht, am 5. Mai ein Hotel im Stadtteil Schwetzingerstadt überfallen zu haben. Der Tatverdächtige soll gegen 1.45 Uhr das Hotel am Bismarckplatz betreten haben und sich zunächst bei einem Mitarbeiter an der Rezeption nach einem Zimmer erkundigt haben. Im Verlauf des Gesprächs habe er eine schwarze Schusswaffe aus seiner Jackentasche gezogen und auf diesen gerichtet. Dabei soll er den Geschädigten aufgefordert haben, Geldscheine in eine mitgebrachte Geldmappe zu stecken. Nach der Übergabe soll er zu Fuß geflüchtet sein.

Am 8. Mai wurde der 21-Jährige von einem Zeugen wiedererkannt und durch eine hinzugerufene Polizeistreife festgenommen. Bei seiner Festnahme trug er die Tatwaffe sowie die Geldmappe bei sich.

In seiner ersten Vernehmung hat der Verdächtige die Tat eingeräumt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand kommt der Mann zudem als Tatverdächtiger für eine gleichgelagerte Tat in Kaiserslautern in Betracht. Nach der Vorführung beim Haftrichter und Eröffnung des Haftbefehls wurde der Tatverdächtige am Montagnachmittag in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Mannheim und des Kriminalkommissariats Mannheim dauern an.

Bundesweit berichten die Medien nahezu täglich von Raubüberfällen auf Gaststätten oder Hotels. Während die Unternehmen wirtschaftlicher Schaden trifft, erleidet das Verkaufspersonal oftmals seelische Verletzungen. Was oft nicht bekannt ist: Überfälle am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg können als Arbeitsunfälle anerkannt werden.

Schnelle Meldung, schnelle Hilfe
Um langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen sollten seelische Verletzungen, die durch einen Überfall entstanden sind, so schnell wie möglich medizinisch abgeklärt, betreut und gegebenenfalls behandelt werden. Dafür ist es wichtig, dass sich Überfallopfer umgehend bei ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft melden. In den sieben über Deutschland verteilten Bezirksverwaltungen der BGN gibt es spezielle Ansprechpartner, die sich um Menschen mit einem überfallbedingten psychischen Trauma kümmern und einen schnellen Kontakt zu einem Therapeuten herstellen. Denn: Je schneller ein Überfallopfer betreut wird, desto besser lässt sich eine Traumatisierung verhindern. Beginnt die Behandlung mit zeitlicher Verzögerung, dann ist sie meist schwieriger und langwieriger.

Überfällen vorbeugen
Vorsorge zu treffen ist der erste Schritt Überfälle zu verhindern. Schwachstellen im Betrieb zu analysieren und Abhilfe zu schaffen wird im Fall der Fälle auch den möglichen Schaden begrenzen.

Technische und bauliche Maßnahmen im Innen- und Außenbereich sind am wirksamsten und deshalb eine Grundvoraussetzung neben organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen. So erhöhen beispielsweise ungesicherte Türen und unzureichende Beleuchtung das Überfallrisiko deutlich.

Sind die baulichen und technischen Maßnahmen umgesetzt, folgen organisatorische. Eine wesentliche Fragen dabei: Wer kann im Notfall helfen oder wie kann schnellstmöglich Hilfe sichergestellt werden?

Überfälle sicher überstehen
Bei einem Überfall stehen alle unter Stress – Opfer und Täter. Die Situation kann eskalieren. Damit das nicht passiert, ist es für Opfer wichtig, sich während des Überfalls richtig zu verhalten. Notfallregel Nummer 1: Ruhe bewahren. Weil schon die Ruhe zu bewahren nicht einfach ist, sollte das Verhalten für diese Notsituation vorher geübt werden. Anleitung dazu gibt das BGN-Seminar „Gewaltprävention – Mehr Sicherheit durch Handlungskompetenz in Krisensituationen“. In Vortrag und Rollenspiel erlernen die Teilnehmer Gewaltsituationen mit Hilfe organisatorischer und technischer Maßnahmen vorzubeugen, das richtige Verhalten in der Krisensituation sowie präventive Planung bei der Opferbetreuung.

Hotels müssen sich ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, auch um Mitarbeiter und Gäste besser zu schützen:

  • Verriegeln Sie alle Eingangstüren ab 22 Uhr; Einlaß erfolgt nur auf Klingeln und nach Sichtkontakt
  • Besetzen Sie die Position des Night Auditors doppelt
  • Reduzieren Sie vorgehaltene Bargeldbestände drastisch
  • Verbringen Sie grö0ere Bargeldsummen regelmäßig in einen Tresor mit Zeitschließautomatik
  • Installieren Sie HD-Videokameras in Lobby, Rezeption und an allen Eingängen

Mehr Sicherheit im Gastgewerbe - Türschild für Hotels und Restsurants (Grafik: gastronomie & hotellerie)

Mehr Sicherheit im Gastgewerbe – Türschild für Hotels und Restaurants
Als Leserservice bietet die Redaktion von „gastronomie & hotellerie“ Ihnen ein kostenlos abrufbares Türschild zu Abschreckung von Ganoven. Die Vorlage „Mehr Sicherheit für das Gastgewerbe“ kann per E-Mail angefordert werden: gastro.redaktion@hussberlin.de

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