Airbnb wird in Berlin immer stärker: Schon 17.300 Unterkünfte

Airbnb Berlin April 2015Berlin – Vielleicht sind Hotelketten schon gar nicht mehr Marktführer: Die bei airbnb.de angebotenen Privatunterkünfte in Berlin sollen nach einer Marktuntersuchung von Deloitte mehr als 17.300 betragen. Für Deutschland wird das Angebot nicht eindeutig beziffert, in verschiedenen Quellen wird die Anzahl mit ca. 57.000 Unterkünften angegeben (im Vergleich zu weltweit 1,5 Mio.). 2015 sollen laut Unternehmensaussage weltweit mehr als 30 Millionen Gäste in Airbnb-Unterkünften übernachtet haben.

Mit Moxy, Capri by Fraser, Toyoko Inn, Volt Berlin oder Hard Rock Hotel sind nicht nur Berlin-, sondern Deutschland-Premieren geplant. Hier sind sämtliche Sternekategorien von Design, Urban Lifestyle oder Longstay vertreten. Neben der Hotellerie möchten aber auch Privatpersonen zunehmend vom Berliner Städtetourismus profitieren und vermieten über Sharing-Economy-Portale wie Airbnb, Wimdu oder 9flats Wohnungen und Zimmer, die mehr und mehr von Touristen gebucht werden. „Städtetouristen sind äußerst preissensibel, deswegen liegen hier Privatunterkünfte im Trend. Es entwickelt sich ein eigenes Marktsegment, das aber aufgrund fehlender Meldepflicht noch intransparent ist“, erläuterte dazu Yvonne Brabant, Senior Consultant Real Estate & Hospitality bei Deloitte.

Die Hauptstadt erreichte 2015 eine Bestmarke von über 30 Millionen Übernachtungen, die eigentlich erst für 2020 anvisiert waren. Gründe sind die steigende Nachfrage, der Mix aus Business- und Leisure-Gästen sowie Medizintouristen. Berlin steht auch bei internationalen Gästen hoch im Kurs. Das stärkste ausländische Besucheraufkommen stellen Großbritannien (11%), die USA (8%) und Italien (7%). Die Kapazitäten wurden kontinuierlich aufgebaut und die Verbesserung der Performance-Kennzahlen wie die Bettenauslastung (von 57 auf 59,2%) bestätigt dies. Auch private Unterkünfte erfreuen sich durch Internetportale wie Airbnb steigender Beliebtheit. Die Metropole hat es geschafft, sich als führende Destination für Städtereisen in Deutschland zu etablieren und nimmt – gemessen an der Übernachtungsanzahl – im europäischen Vergleich Platz drei hinter London und Paris ein.

Hotelmarkt Berlin - Hotelketten (Grafik: Deloitte)

Accor Hotels bieten die meisten Zimmer und größte Markenvielfalt
Im Vergleich zur letzten Berliner Hotelmarktanalyse aus 2014 konnten markengebundene Hotels weiter an Boden gewinnen. Fast alle großen Hotelkonzerne sind mit einem oder mehreren Häusern bzw. Marken in der Stadt vertreten. Wie in den meisten deutschen Großstädten ist der französische Accor-Konzern unangefochten an der Spitze und stellt den größten Anteil (13%) am Zimmeraufkommen markengebundener Hotelbetriebe. Intercontinental ist zweitplatziert (7%) und Motel One verbesserte sich auf den vierten Platz (6%) – die Kette plant überdies zwei weitere Hotels u.a. am Alexanderplatz mit mehr als 700 Zimmern, dem derzeit größten Haus der Design-Hotelmarke. Steigenberger behauptet sich auf Rang 7, hierzu trug auch die Eröffnung des Steigenberger Hotels Am Kanzleramt bei. Mit der Übernahme der Winters Hotel Company konnte Novum seine Hauptstadtpräsenz gleich um vier Häuser ausbauen und sich so auf Platz 8 vorarbeiten.

Positive Entwicklung in allen Segmenten
Sämtliche Performancekennzahlen der Hotels haben sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Gründe sind die kontinuierlich steigende Nachfrage und die Mischung aus Business- und Leisure-Gästen gepaart mit Messe- und Kongressbesuchern. Hierzu gehören auch Medizintouristen, da der Senat auf den Medizinstandort Berlin setzt und in diesem Jahr 1 Mio. Euro in das Projekt „Health Excellence – Medizinhauptstadt Berlin“ investiert. Die insgesamte Revpar-Steigerung um 8 Prozent zum Vorjahr ist in erster Linie der Entwicklung der Zimmerrate zu verdanken. Die Upscale- und Luxushotels erhöhten ihre Raten am stärksten und erreichten in Kombination mit Belegungszuwächsen den besten Revpar-Anstieg. Die höchste Belegungszunahme konnte das Bugdet- gefolgt vom Upscale-Segment verzeichnen. Nur das Midscale-Segment blieb hinter den Revpar-Steigerungen aller Berliner Hotels zurück. Die Hauptstadt beweist, dass sie auch in einem turnusmäßig schwächeren Messejahr wie 2015 ihre Zimmerpreise erhöhen und bessere Ergebnisse erzielen kann.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: