Warum wollen Politik und Gewerkschaft das Gastgewerbe kaputt machen?

Kellenerin - Service - Restaurant - Tisch - Mineralwasse - Reiner PfisterBerlin – Das wichtige Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür: Für Unternehmer und Beschäftigte in der Gastronomie bedeutet die angeblich „ruhige Adventszeit“ Stress, Überstunden, aber auch zufriedene Gäste und (hoffentlich!) mehr Umsatz. Die starren Arbeitszeitregelungen und aufwändigen Dokumentation der Arbeitszeiten stellen dem Gastgewerbe in diesem Jahr ein Bein. Maximal zehn Stunden am Tag sind im Betriebsalltag schlichtweg illusorisch. Doch Bundespolitik und NGG wollen strikt daran festhalten. Dass damit so manchem Hotelier und Gastronomen die Lust am Arbeiten genommen wird, und dies zu Betriebsschließungen führt, will man im politischen Berlin offenbar nicht wahrhaben.

Ein ungehöriger Zwischenruf von Chefredakteur Carsten Hennig

„Aber auch hier dürfen Arbeitszeitregelungen nicht aus Profitdenken gebrochen werden“, merkte NGG-Vize Burkhard Siebert zu den bevorstehenden Weihnachtsfeiern an. Und Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges fasste es resigniert so zusammen: „Der Gastronom steht also vor der Wahl: Dem Gästewunsch nicht entsprechen oder aber ein saftiges Bußgeld von bis zu 15.000 Euro zahlen. Beides ist schlecht.“

Was man in der NGG vom Gastgewerbe hält, zeigte deren Chefin Michaela Rosenberger unlängst in einem Gastbeitrag über Arbeitschancen für Flüchtlinge für „Xing Klartext“: „Besteht doch wenig Grund zur Annahme, dass man in der Branche diesmal die Zeichen und Chancen der Zeit erkennt. Schließlich kommt der Nachwuchsmangel nicht von ungefähr, sondern ist die Quittung der jahrelangen Versäumnisse vieler Arbeitgeber und ihres Arbeitgeberverbandes, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband.“ Zur Erinnerung: Just die NGG blockiert derzeit die Reform der gastgewerblichen Ausbildungsreform, die ohnehin schon über ein Jahrzehnt überfällig ist. Eine Stellungnahme der Gewerkschaft hierzu steht noch aus.

Dass ausgerechnet das Gastgewerbe als wichtiger Jobmotor zum anhaltenden Hoch auf dem Arbeitsmarkt beiträgt, wird in aktuellen Statements nicht erwähnt. In Gastronomie und Hotellerie gibt es derzeit 1.009.200 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte; das ist eine neue Höchstzahl.

Bundeskanzlerin Merkel versprach vor knapp einem Jahr beim Dehoga-Branchentag in Berlin, die Arbeitszeitbeschänkung noch einmal prüfen zu lassen; wir berichteten. Dazu gibt es bislang kein Ergebnis.

Wirklichkeit und Wahrnehmung passen nach wie vor nicht zusammen. Die Jobmacher im Gastgewerbe müssen noch deutlicher werden!


Carsten Hennig (45) ist Chefredakteur von gastronomie & hotellerie und Anchorman von HOTELIER TV & RADIO. Den Kommentator erreichen Sie per E-Mail: carsten.hennig@hussberlin.de 

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