Top 10 Tipps für eine buchungsstarke Hotel-Website

Ein Gastbeitrag von Sandra Steiner & Joe Dreixler, Gründer von Direct-Booking-Experts.de

Berlin – im Juli 2014
Indem Sie einige – zumeist sehr einfach und günstig umzusetzende – Methoden berücksichtigen, die sich auf Hotel- wie auch auf OTA-Websites immer wieder bewähren, können Sie die Conversion Rate Ihrer Hotel-Website innerhalb kürzester Zeit deutlich steigern und Ihre Hotel-Website zu einem echten Spitzenverkäufer machen.

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Tipp1: Überzeugen Sie Ihre Website-Besucher in zwei Sekunden
Das typische Suchverhalten der Internet-User ist heutzutage kein lineares mehr. Das heißt: Beginnt eine Conversion Journey mit einer Suchanfrage in einer Suchmaschine, so klicken die User in der Regel nicht mehr nur eines der zahlreichen Suchergebnisse an und folgen dann ausschließlich und linear diesem Pfad. Vielmehr öffnet die große Mehrheit der User mehrere der Suchergebnisse in neuen Tabs (bspw. durch Rechtsklick – neuen Tab öffnen). Studien zeigen, dass sich die Zahl der geöffneten Tabs meist zwischen 5 und 15 bewegt, nicht selten auch deutlich darüber. Wir bezeichnen dieses Phänomen als „Open Tab Competition.“ Hierbei werden durchaus auch SEM-Anzeigen (bspw. AdWords-Anzeigen) und nicht etwa ausschließlich organische Suchergebnisse geöffnet. Gerade über die SEM-Kampagnen, die die großen OTAs auf höchst professionelle Weise betreiben, entsteht oft zusätzlicher Wettbewerb für Hotel-Websites auch im Bereich ihrer wichtigsten Suchbegriffe.
Im nächsten Schritt reduziert der User, der nun 5 bis 15 oder noch mehr Tabs geöffnet hat, die Zahl seiner offenen Tabs massiv und extrem schnell. Die erste Leistung, die Ihre Eingangsseite (Ihr offenes Tab für dieses Keyword) leisten muss, ist es, diese erste Selektionsrunde zu überleben. Wie die Datenlage zeigt gibt der in diesem Durchgang jedem Tab durchschnittlich nur zwei bis drei Sekunden Zeit um zu überzeugen. In dieser Zeit muss Ihre Homepage oder Ihre Landing Page, eine einzige Frage des Users überzeugend beantworten. Diese Frage lautet „Warum hier, warum sollte ich meinen Weg auf dieser und nicht auf einer der vielen anderen bereits geöffneten Websites fortsetzen?“
Um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern, werden wir uns im Folgenden einige Fakten vergegenwärtigen, die sich auf Inhalt und Gestaltung unserer Eingangsseite auswirken, wenn wir sie in die Lage versetzen wollen, diese zentrale User-Frage schnell und überzeugend zu beantworten. Der erste und essentielle Tipp in diesem Zusammenhang ist: Konzentrieren Sie sich zunächst auf wenige und auf die überzeugendsten Botschaften bzw. Antworten auf diese Frage – drei bis maximal fünf. Denn wie bereits erwähnt: Sie haben nur zwei bis drei Sekunden, um zu überzeugen.
Zwei dieser Kernbotschaften sind bereits gesetzt, die auf einer Eingangsseite nicht fehlen dürfen (sofern diese Versprechen auch eingehalten werden): Nämlich eine Bestpreisgarantie sowie möglichst gute Gästebewertungen bzw. Gästezitate – doch dazu später mehr.
In diesem Schritt versuchen wir zunächst die stärksten darüberhinausgehenden, produktspezifischen Unique Selling Propositions (USPs / Alleinstellungsmerkmale) zu identifizieren.
Je nach Zielgruppe können hier sehr unterschiedliche Botschaften zum Erfolg führen. So könnte für ein Stadthotel das Herausstellen der besonders zentralen Lage, für ein Familienhotel das besondere Kinderbetreuungsangebot zu einer deutlich höheren Conversion Rate führen. Unserer Erfahrung nach haben die Hoteliers und die Mitarbeiter mit regelmäßigem Gästekontakt bereits ein sehr gutes Gespür für die USPs, welche die meisten Gäste von ihrem Haus überzeugen. Sollten hier im Team Unsicherheiten bestehen, bieten sich auch Gästebefragungen an, um diese möglichst präzise zu identifizieren.
Unsere weitere Empfehlung lautet: Schauen Sie sich regelmäßig für Ihre wichtigsten Keywords (Suchbegriffe), mit denen Sie gefunden werden (oder bald gefunden werden wollen) Ihre Open-Tab-Konkurrenten an und beobachten Sie genau, welche Kernbotschaften auf Ihren Konkurrenz-Tabs innerhalb der ersten zwei bis drei Sekunden transportiert werden. Zu den Konkurrenz-Tabs gehören nicht nur konkurrierende Häuser, sondern alle relevanten Suchergebnisse für Ihre wichtigsten Suchbegriffe, also auch die entsprechenden Landing-Pages der OTAs. Häufig finden sich auf diese Weise interessante Anregungen für eine bessere Abgrenzung und Alleinstellung, mit deren Hilfe Sie die User-Frage „Warum hier?“ überzeugender als Ihre Internet-Konkurrenz beantworten können.

Tipp 2: Plazieren Sie die wichtigsten Inhalte im sichtbaren Bereich Ihrer Website
Insbesondere für klassische Einstiegsseiten wie die Homepage oder Landing Pages gilt: „Above the fold“ überzeugen! Diese Begrifflichkeit wurde aus dem Verlagswesen übernommen. In ihren üblichen Formaten weisen die Zeitungen einen Falz (engl.: Fold) auf. Jene Überschriften, Bilder und Artikel, die oberhalb dieses Falzes plaziert werden, können vom Betrachter gesehen werden ohne, dass er die Zeitung auffalten musste, also bspw. am Kiosk. Deshalb werden die interessantesten und verkaufsstärksten Nachrichten in diesem wertvollen Bereich plaziert.
Auch in den digitalen Medien gibt es einen Falz. Er markiert die Trennlinie zwischen dem Bereich einer Website, den der Besucher sieht, ohne herunterscrollen zu müssen (above the fold) und dem Bereich, den er nur sieht, wenn er weiter herunterscrollt (below the fold).
Zwar sind User durchaus gewohnt zu scrollen und sie können auch zusätzlich zum Scrollen motiviert werden. Nichtsdestoweniger zeigen Erhebungen von Jakob Nielsen, dass Internet-User 80 Prozent Ihrer Zeit und damit Aufmerksamkeit above the fold verbringen. Generell sollte daher beachtet werden, dass die wichtigsten Werbebotschaften und Produktfakten sowie das Haupt-CTA-Element (CTA =  Call to Action) möglichst above the fold, also im direkt sichtbaren Bereich positioniert werden. Angesichts immer stärker divergierender Bildschirmgrößen ist eine allgemeingültige Aussage hierzu immer schwieriger. Für Desktop-PCs können Sie aber als Orientierungsgröße 600 Pixel als „Fold“ ansetzen. Fluid- bzw. Responsive-Design-Lösungen befreien Sie natürlich von dieser starren Herangehensweise. Sie gewährleisten optimale Darstellungen auf allen Endgeräten und sind heutzutage in den meisten Fällen sehr erwägenswert – insbesondere, wenn ohnehin ein Website-Relaunch ansteht. (Fluid Design: Das Layout einer Website wird nicht mehr in einer fixen Größe angelegt, sondern die Elemente sind beweglich und passen sich wechselnden Bildschirmgrößen an.)
Vor diesem Hintergrund sollte möglichst alles, was essentiell ist, um den User davon zu überzeugen, in den nächsten Schritt Richtung Konversion/Buchung zu wechseln, in komprimierter Form above the fold plaziert werden.
Als sehr buchungsfördernd erweist sich dabei immer wieder eine Überschrift, welche die wichtigsten Suchmaschinen-Keywords, mit denen Ihre Seite gefunden wird, wiederholt – wörtlich oder in sinnvollen Variationen. Dieser Effekt wird auch als Keyword-Wiedererkennung bezeichnet.
Im Weiteren sollten die stärksten Verkaufsargumente und USPs in sehr knapper Form transportiert werden, etwa in Form von drei bis maximal fünf Bullet Points.
Ein stimmungsvolles Bild als Emotionsträger, ein Kartenausschnitt für die benutzerfreundliche Information zur Lage und geeignete Bewertungsinformationen, der Hotelname mit Logo, die Sterneklassifizierung, die Buchungsmaske als klares Call-to-Action-Element und alternative Kontaktkoordinaten, vorzugsweise eine Telefonnummer, sind  weitere bewährte Bestandteile des Bereichs above the fold.
Unterhalb des Falzes bleibt ausreichend Platz für ausführlichere Darstellungen und Beschreibungen.

Tipp 3: Bilder sagen mehr als Worte – So setzen Sie Ihre Bilder richtig ein
Die Qualität der verwendeten Bilder verrät innerhalb von Millisekunden alles über Ihr Haus. Im ecommerce wurde die enorme Bedeutung qualitativ hochwertiger Produktbilder für die Verkaufsrate schon etliche Male zweifelsfrei nachgewiesen. Für ein emotionales Produkt wie einen Hotelaufenthalt gilt dies in ganz besonderem Maße. Daher lautet unsere klare Empfehlung: Sparen Sie niemals an einem professionellen Foto-Shooting. Verwenden Sie hochauflösende Bilder mit entsprechender Raumbeleuchtung. In Galerie-Form kann sich der Bucher bequem einen Überblick verschaffen und über Ihr Haus informieren. Vorteilhaft ist es zudem, Bilder mit Szenen, in denen Menschen abgebildet sind, einzustreuen. Hier menschelt es im positiven Sinn und der Betrachter kann sich auf diese Weise besser in die Szenen hineinversetzen und es werden Emotionen geweckt.
Zudem verbringen User mehr Zeit auf und interagieren stärker mit Webseiten, auf denen menschliche Gesichter abgebildet sind. Solche Fotos beeinflussen unterbewusst das Entscheidungsverhalten. Generell reagieren User auf Pages mit Fotos von menschlichen Gesichtern besser, diese weisen regelmäßig eine höhere Verweildauer und höhere Conversion Rates auf. Dementsprechend sollten künftige Foto- und Video-Shootings geplant werden. Hierbei zu beachten: Gemäß Blick- und Aufmerksamkeitsverlauf sollten die Bilder links oben positioniert werden, mit Blickrichtung und Körperhaltung der  abgebildeten Personen (Testimonials) nach rechts in Richtung Verkaufsargumente/Produktangaben und CTA-Element, also nicht wie häufig zu sehen frontal auf den User schauen lassen.
Eine weitere Chance bietet sich, indem Sie selbst und Ihr Team auf der Website Gesicht zeigen. Die Integration von Fotos des Teams und/oder des Chefs des Hauses stärkt das Vertrauen der User und erlaubt ihnen eine erste quasipersönliche Beziehung aufzubauen. Es vermittelt auch unterbewusst die Botschaft: Wir schämen uns nicht für unser Angebot, wir verstecken uns nicht, sondern stehen und bürgen mit unseren Namen für dieses Haus. Dies führt regelmäßig zu höheren Conversion Rates. Daher gilt: An geeigneten Stellen  wie unter „Team“, „Über uns“, „Zahlen und Fakten“, „Geschichte des Hauses“, aber durchaus auch am Ende längere Seiten in Verbindung mit einem Call-to-Action-Element:  Gesicht zeigen.

Tipp 4: Lage, Lage, Lage
Die Hotel-Lage gehört zu den wichtigsten Informationen für die meisten Bucher. Mittels eines Kartenausschnitts (z.B. Google Maps-Integration) kann sich der potentielle Gast schnell orientieren und Sie sparen im Vergleich zu wortreichen Beschreibungen Platz auf Ihrer Website.  Der Kartenausschnitt gehört zu den Elementen, die im sichtbaren Bereich auf der Startseite angeordnet werden sollten.

Tipp 5: Vertrauen schaffen – Einbindung von Trust Elements
Website-Besucher sind gerade gegenüber ihnen unbekannten Websites misstrauisch. Sind meine Daten bei der Buchung sicher? Ist das Hotel auch in der Realität so schön oder ist die Website geschönt? Ist der Service wirklich so gut, wie behauptet wird usw. Ihre Website muss konsequent darauf ausgelegt sein, derlei User-Zweifel gezielt abzumildern oder idealerweise ganz zu entkräften.
Hierzu eignet sich die Integration so genannter Trust-Elemente. Trust-Elemente sind solche Elemente, die geeignet sind, das Vertrauen des Users in die Seite bzw. den Anbieter zu stärken. Sie haben auf ecommerce-Sites wie auch auf erfolgreichen Travel- und OTA-Sites eine stark positive Wirkung auf die Conversion Rate. In besonderem Maße gilt dies für (noch) relativ unbekannte Marken, was bei Einzelhotels die Regel ist. Beispiele für solche Trust-Elemente sind Gästebewertungen, eigene Gästestimmen und Testimonials, an geeigneter Stelle ein Symbol für sichere Datenverbindung (SSL), aber auch ein persönliches Qualitätsversprechen.
Die Einbindung – insbesondere die verlinkte Einbindung –  von Siegeln bekannter Hotelbewertungsplattformen kann aus Sicht der Hotel-Website allerdings zweischneidig sein. Denn in vielen Fällen findet der User, der einem solchen Link folgt, auf der entsprechenden Bewertungsseite Werbung für etliche Buchungskanäle nur freilich nicht für die Buchung über die Hotel-Website.
Eine klassische Einbindung führt daher regelmäßig dazu, dass die Hotel-Website einen Teil ihrer Besucher  über diese Bewertungssiegel an die OTAs durchleitet. Vor diesem Hintergrund ist eine solche Einbindung und Verlinkung der Converison Rate der Hotelwebsite abträglich.
Die Kreation eines eigenen Symbols, in welchem ggf. auch auf Spitzenbewertungen des Hotels auf anderen Bewertungsportalen verwiesen wird, kann daher eine interessante Alternative darstellen, die es ermöglicht, wesentliche Vorteile einer Einbindung zu nutzen und gleichzeitig die Nachteile erheblich abzuschwächen. So kann insbesondere auf den Hauptklickpfaden bzw. in den ersten Ebenen ein eigenes Symbol verwendet verwenden. Nachfolgend ein Gestaltungsbeispiel:

Ein solches eigenes Widget kann dann auf eine Unterseite „Hotelbewertungen“, „Auszeichnungen“ oder ähnliches linken, wo dann wiederum die verlinkten Originalsiegel der Bewertungsportale plaziert sind. Erst von dort wird dann auf deren Websites weitergeleitet. Durch dieses Umsiedeln der externen Verlinkungen in tiefere Ebenen der Website-Struktur reduziert sich der zu Bewertungsportalen und OTAs durchgeleitete Besucherstrom stark.
Gästebewertungen und Gästezitate sind sehr wertvoller Content. Deshalb sollten Hotel-Websites diesen nicht allein anderen Seiten wie Bewertungsportalen und OTAs überlassen. Vielmehr sollten sie eigene Bemühungen unternehmen um unikale und authentische Gästestimmen zu generieren und auf der eigenen Website für gesteigertes User-Vertrauen und damit höhere Konversionsraten einzusetzen.
Dies trägt zudem dazu bei, dass die Hotel Website von den Suchmaschinen aufgrund des einzigartigen Inhalts besser bewertet und somit in der organischen Suchergebnisliste höher gelistet wird.
Eine weitere wirksame Form von Trust-Elementen ist die Verwendung von Medienlogos, etwa mit dem Zusatz „Bekannt aus“.

Tipp 6: Werben Sie mit der Bestpreisgarantie
Der Preis ist wie Studien zeigen nach dem Abschneiden bei Gästebewertungen das wichtigste Entscheidungskriterium für Online-Bucher.1 Nicht von ungefähr werben viele Buchungsportale mit dem Bestpreisversprechen. Auf Hotelwebsites wird die Bestpreisgarantie dagegen häufig nicht oder bei weitem nicht prominent genug kommuniziert, selbst dann, wenn hier derselbe Preis angeboten wird. Entkräften Sie auch diese Bedenken Ihrer potentiellen Bucher auf Ihrer Hotel-Website schnell und gezielt z.B. in Form eines Labels. Jeder Website-Besucher muss sofort verstehen, dass er bei Buchung auf der Hotel-Website natürlich (ebenfalls) den besten Preis erhält.

Tipp 7: Vorteilskommunikation & kostenlose Extras
Auf vielen Portalen werben Hotels mit kostenlosen Extras, die auf der eigenen Hotelwebsite jedoch häufig nicht kommuniziert werden. Bieten Sie dem Bucher für eine Direktbuchung dieselben Vorteile oder idealerweise noch einen zusätzliches kleinen Vorteil. Damit unterschreiten Sie die Bestpreis-Garantie nicht, setzen aber zusätzliche Anreize für die Buchung über die Hotel-Website. Einige Hotels zeigen auf diesem Gebiet durchaus Kreativität. Wenn Sie Inspirationen für konkrete Direktbuchervorteile benötigen, suchen Sie einfach einmal nach Direktbuchervorteilen, die andere Hotel-Websites – bspw. auch in den USA – anbieten. Sie werden ob des Ideenreichtums und der Fülle der Möglichkeiten überrascht sein. Klar ist: Es finden sich in jedem Falle Ideen für attraktive Direktbuchervorteile zu sehr niedrigen Kosten.

Tipp 8: Klare Handlungsaufforderung: Führen Sie Ihre Websitebesucher zur Buchung
Der Buchungsmaske als Call-to-Action-Element (Handlungsaufforderung) kommt besondere Bedeutung für eine buchungsstarke Hotel-Website zu. Sie sollte an prominenter Stelle im sichtbaren Bereich (above the fold) eingebunden werden, in der Regel rechts oben auf der Startseite.
Auch wenn Sie es vielleicht schöner finden: die Buchungsmaske sollte nicht zugeklappt sein oder zugunsten anderer Inhalte in den unteren Bereich der Seite gedrängt werden. Auch die Frage, welche  Felder in der ersten Ebene angezeigt werden ist von entscheidender Bedeutung. Versetzen Sie sich in die Lage der Bucher: Ein Ferienhotel beispielsweise sollte eher Doppelzimmer als Einzelzimmer als Vorauswahl in der Eingabemaske belegen.
Integrieren Sie ein Call-to-Action-Element, z.B. in Button-Form, auch auf allen Innenseiten Ihrer Internetseite. Jede einzelne Seite sollte den Besucher in irgendeiner Form zu einer Konversion hinleiten. Keine Innenseite, nicht einmal das Impressum, sollte eine Sackgasse darstellen. Doch nicht jeder möchte auch online buchen: Bieten Sie an geeigneter Stelle alternative Call-to Action-Elemente wie die Telefonnummer oder einen E-Mail Link für Anfragen auf allen Seiten prominent an.
Dabei sollte das Haupt-Call-to-Action-Element farblich klar hervorgehoben sein und stark zum Rest der Seite kontrastieren. In vielen Tests schneidet Orange als bestkonvertierende CTA-Button-Farbe ab. Allerdings ist auch sehr wichtig, dass die gesamte Seite in dazu kontrastierenden Farben wie grün, blau, weiß, grau, gehalten ist und verwandte Farben wie rot, gelb, braun, orange, vermieden werden.
In der Praxis stoßen wir an dieser Stelle öfters auf Vorbehalte mit Verweis auf geltende Corporate Design-Vorgaben. In einem solchen Fall empfehlen wir den Website-Verantwortlichen auf einen A/B-Test zur Farbpolitik zu bestehen. Regelmäßig weisen diese nämlich unmissverständlich nach, dass ein Festhalten am bestehenden Corporate Design in diesem Punkt enorme Kosten in Form entgangener Online-Direktbuchungen verursacht. So fällt dem ganzen Team die Entscheidung für die buchungsstärkere Farb- und Kontrastpolitik deutlich leichter.
Überdenken Sie Ihre Upselling-Strategie. Weniger ist auch hier mehr. Überladen Sie Ihren Buchungsprozess nicht mit zu vielen Optionen und Extras, sondern konzentrieren Sie sich auf den buchungsentscheidenden Seiten auf das Wesentliche: die Generierung von Buchungen. Abverkauf von Zusatzleistungen verlängern oft den Buchungsprozess und führen zudem zu Zweifeln beim User, welcher Leistungsumfang nun der „richtige“ ist (Paralysis of Choice). Lassen Sie Ihre Bucher nach Möglichkeit zunächst einmal die Hauptkonversion, nämlich die Buchung in Ruhe abschließen und bieten Sie Extras stattdessen lieber nach erfolgter Buchung an, beispielsweise auf der Buchungsbestätigungsseite (Thank-you-Page),  in der Buchungsbestätigung E-Mail und in der „Before-you-go-Mail“ an. Up-Selling sollte nicht den Abschluss der Buchung behindern.
Ausserdem ist der Buchungsprozess auf der Hotel Website zu dem bereits bekannten Buchungsprozess der großen Plattformen Neuland, ermutigen Sie die Bucher und fragen Sie nicht zu viele Daten ab. Keep it simple! Auch hier gilt: Vor der Buchung möglichst nur die Pflichtdaten abfragen, Ergänzung optionaler Daten kann nach erfolgter Buchung angeboten werden. Denn jedes zusätzliche Dateneingabefeld im Buchungsprozess kostet Buchungen.

Tipp 9: Telefon-Kontakt: Bieten Sie alternative Reservationswege an
Das Hinzufügen eines Telefonisch-reservieren-Feldes, bei jüngeren Zielgruppen auch eines LiveSupport-Chats, führt meist zu merklich höheren Conversion Rates. Wichtig sind dabei allerdings, möglichst durchgängige Erreichbarkeit und im Chat schnelle Reaktionszeiten. Ein Telefon-Kontakt-Feld wird tendenziell rechts oben erwartet. Gerade bei älteren Zielgruppen, die sich zwar zunehmend auch online informieren, sich jedoch noch immer beim Kauf- bzw. Buchungsabschluss online signifikant in Zurückhaltung üben, führt eine telefonische Buchungsoption regelmäßig zu deutlich höheren Conversion Rates. Zudem stärkt es das Vertrauen auch  jener User, die sich in den Online-Buchungsprozess begeben.
Ein entsprechendes Telefonfeld sollte auf allen Seiten der Website, insbesondere in allen Schritten der Conversion Journey integriert werden. Der Zusatz „Zum günstigen Festnetztarif, keine Extragebühren“ kann je nach verfügbarem Platz integriert werden.
Um die Verkaufsleistung Ihrer Website sauber messen zu können, empfehlen wir den Einsatz einer separaten Durchwahl exklusiv für den Einsatz auf der Hotel-Website und die separate Erfassung und Dokumentation der eingehenden Anrufe, Anfragen und Buchungen.

Tipp 10: Mehr Direktbuchungen dank nützlicher FAQs
Im Zusammenhang mit Hotelbuchungen haben viele User spezielle Fragen und Zweifel. Je besser es der Hotel-Website gelingt, diese zu beantworten bzw. aufzulösen, desto höher fällt die Conversion Rate aus. In diesem Zusammenhang bewirkt die intelligente Integration sogenannter FAQ-Boxes (FAQ = Frequently Asked Questions / häufig gestellte Fragen) häufig wahre Wunder. Wichtig ist dabei, keinesfalls reine Marketing-Fragen und –Antworten wie etwa „Stimmt es wirklich, dass dieses Hotel das beste in der ganzen Region ist?“, sondern vielmehr die tatsächlich am häufigsten gestellten Fragen und nützliche Antworten darauf zu präsentieren. Sinnvoll ist es zudem, die 3 bis 5 häufigsten Fragen als Textlink gleich in der ersten Ebene einzublenden.
Typische Beispiele solcher „echter“ Fragen sind:
„Muss ich online bezahlen oder kann ich auch erst bei Ankunft bezahlen?“
„Ist es möglich, ein Kinderbett im Zimmer aufzustellen und entstehen hierfür Extrakosten?“
„Bis wann kann ich kostenlos stornieren, wenn ich über die Hotel-Website buche?“
Es lohnt sich, die am häufigsten gestellten Fragen, die im Zuge von telefonischen Anfragen und Anfragen per eMail gestellt werden, mit dem Team zu ergründen und zu gewichten.
Die Einbindung einer FAQ-Box am rechten Seitenrand hat im folgenden, von whichtestwon.com veröffentlichten Test zu einer Steigerung der Direktbuchungsrate dieser Website um 9,2% geführt.
Ähnliche, nicht zur Veröffentlichung bestimmte Testergebnisse von Direct-Booking-Experts.com, haben vergleichbare Ergebnisse erzielt und bestätigen ebenfalls die hohe Wirksamkeit relevanter FAQs.
Ein gut recherchiertes und aufgebautes FAQ-Element wird nicht nur die Konversionsrate Ihrer Hotel-Website merklich steigern, sondern auch zur Entlastung Ihres Teams führen, da deutlich weniger Fragen via eMail und Telefon eingehen werden – doppelter Nutzen für Sie!

Über die Autoren:
Sandra SteinerSandra Steiner, Co-Founder von Direct-Booking-Experts.com, verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Hotelvermarktung und Internet-Distribution. Die Tourismusbetriebswirtin (BA) war während ihrer über zehnjährigen Berufstätigkeit viele Jahre in führender Position bei der HRS-Hotel Reservation Service Robert Ragge GmbH sowie bei Expedia & Hotels.com tätig und konnte so umfassende ecommerce Kenntnisse und Know-How über Techniken und Maßnahmen zur Steigerung von Hotelbuchungen im Internet aufbauen.
    
Joe DreixlerJoe Dreixler, ebenfalls Co-Founder von Direct-Booking-Experts.com, hat eine Gastprofessur für Conversion-Optimierung an der renommierten Business School ESADE in Barcelona und Madrid inne, wo er zuvor auch seinen Executive Master Digital Business abgeschlossen hat und lehrt an weiteren Hochschulen. Ferner ist er als Speaker, Trainer und Berater zum Thema Conversion Rate-Optimierung im ecommerce wie auch im Tourismus international gefragt.

Direct-Booking-Experts.de ist ein Team von Website-Optimierungs-Experten mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen  OTAs, eCommerce und User-Interface-Design. Neben der Beratung der Hotellerie in Sachen Website-Optimierung und Conversion Rate Optimierung, hat sich das Team von Direct-Booking-Experts.de auf die Konzeption und Erstellung von buchungsfördernden Hotel-Websites mit dem Ziel der Steigerung der Direktbuchungsquote spezialisiert. Kernprodukt des Unternehmens ist BookingMagnet, eine buchungsstarke Hotel-Website die systematisch zahllose bewährte Methoden zur Steigerung der Kauf- bzw. Buchungsraten (Conversion Rate) nutzt und auf die Bedürfnisse mittelständischer Individualhotels maßgeschneidert ist.

Comments

  1. Danke für die tollen Tipps – ich habe einiges gleich umgesetzt und mir den Rest für den Relaunch unserer Seite notiert 🙂

  2. Viktoria Maisner says:

    Hallo zusammen,
    herzlichen Dank für den spannenden und informativen Beitrag. Ich buche meine Hotel auch immer online, das ist einfach so extrem praktisch! Man kann sich danach trotzdem die Buchungsbestätigung ausdrucken, damit man etwas in der Hand hat. Auf der folgenden Webseite habe ich auch ein Hotel gefunden, welches mir gut gefällt: http://www.berghof.cc

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