Udo Lindenberg: Fast 20 Jahre im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg – „Bisschen wie eine WG“

(Hamburg, 14. Juni 2014) Rock-Altstar Udo Lindenberg lebt nun schon fast 20 Jahre im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg: Im nächsten Jahr ist das Jubiläum seines ständigen Wohnsitzes zu feiern. Der Panikrocker dazu: „Schon wieder eine Sause. Das hört ja gar nicht mehr auf. Erst 40 Jahre Panikorchester, jetzt die ersten Stadionkonzerte und dann das. Alles gute Gründe für große Partys“, so Lindenberg gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Udo Lindenberg: Fast 20 Jahre lebt er im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg

Udo Lindenberg: Fast 20 Jahre lebt er im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg

Ein Auszug aus dem Hotel kommt für den 68-Jährigen nicht in Frage: „Da habe ich alles – meine Ruhe, wenn ich sie haben will, aber auch jede Menge total unterschiedliche Leute an der Bar, wenn ich das haben will. Mit denen kann ich über Texte, Shows und alles Mögliche reden, wann immer ich will. Das ist ein bisschen so wie eine WG.“

Lindenberg sieht „sein“ Atlantic schon ein bisschen wie ein übergroßes Wohnzimmer: Durch die Lobby spaziert er seelenruhig mit Zigarre, obwohl hier Rauchverbot herrscht. An der Bar setzt er sich ans Piano, wann es ihm gerade beliebt. Dieser Eigenwille macht Udo aber eher sympathisch – Beschwerden von anderen Hotelgästen gibt es so gut wie nicht.

Hotel Atlantic Kempinski Hamburg

Hotel Atlantic Kempinski Hamburg

Um in Form zu bleiben, sei er unter die Sportler gegangen, sagte Lindenberg weiter: „Ich jogge in Hamburg um die Alster rum, das sind gute acht Kilometer. Ich bin ja nicht nur Nachtigall, sondern auch eine Gazelle. Und zwar eine mit Turbolader.“ Beim Joggen trage er allerdings nicht einen seiner berühmten Hüte, sondern „eine windschneidende Schnellmütze, so eine Rapper-Kapuze, natürlich aerodynamisch.“ Damit sei er gut getarnt: „Wenn mich einer erkennt, dann an meinem Gang und an meiner Schnute.“

Auch den Alkoholkonsum habe er gedrosselt; zeitweilig mussten im Atlantic alle Alkoholfläschchen vor ihm weggesperrt werden: „Manchmal trinke ich gezielt Alkohol, aber nicht während meiner beruflichen Tätigkeit. Ich war in meinen Fünfzigern ja mal hauptberuflicher Trinker und sah auch entsprechend aus – wie ein Rock’n’Roll-Mops. Damals wog ich 93 Kilo, jetzt sind es wieder 67. Ich hatte einfach die Krise: Wie werde ich vom Teenager-Star zum Rock-Chansonnier? Es gab in Frankreich Charles Aznavour und Jaques Brèl, aber in Deutschland niemanden, an dem ich mich hätte orientieren können.“

Am Ende habe er selbst den Schalter um gelegt, sagte Lindenberg: „Ich war ein paar Mal im Krankenhaus, und der Notarzt wurde zu meinem ständigen Berater. Irgendwann dachte ich: Das kannst du der Welt nicht antun, Trauerwellen und Selbstmordwellen würden das Land überziehen, wenn ich abdanke. Die Nachtigall muss den Leuten noch ein bisschen erhalten bleiben.“

„Ich werde nie ein Rentier, sondern bleibe ein Renntier,“ sagte der 68-Jährige. „Das hält mich fit und frisch, und das kann ich allen anderen auch nur empfehlen: Nicht aus dem Beruf aussteigen, sondern weitermachen, weil manche als Rentner doch sehr abschlaffen.“

Comments

  1. mmsxlog says:

    Hat dies auf MITMEINENSINNEN rebloggt und kommentierte:
    Man könnte diesen Artikel auch mit Altersweisheit überschreiben …

  2. Klemens Veit, Auf dem Hahn 21 a, 56412 Niedererbach says:

    Die kürzliche Äußerung des Altrockers über „fehlende politische Haltung“ insbesondere der Ausnahmekünstlerin Helene Fischer dürfte nicht nur maßlos arrogant sein, sondern vor allem auch eine Diffamierung und Verunglimpfung vieler anderer prominenter Künstler sein. Letztere haben genauso, wenn nicht ein Mehr an „politischer Haltung“, wie etwa Sänger aus der Rock-Pop-Szene, deren „Engagement“ sich oft nur auf ein statement beschränkt oder ein „Hupen für den Frieden“. Im übrigen gehört Helene Fischer einer Volksgruppe an, die jahrzehntelang selbst einem Völkermord ausgesetzt (allerdings von Linkssozialisten) und die in den ersten zwei Jahrzehnten nach ihrer Rücksiedlung nach Deutschland auch hier einer beispiellosen Hetzkampagne ausgesetzt war. Dies wurde von den Rocksängern mit ihrer politischen Haltung hingenommen, da von niemandem von denen ein „Arsch hu – Zing ussenander“ zu hören war. Die Äußerung Lindenbergs ist minderheitenverachtend, fremdenfeindlich und hier wieder einmal mehr gegen eine Angehörige einer bis vor kurzem noch verfolgten Volksgruppe, die unter gar keinen Umständen in die Bewältigung der deutschen Nazivergangenheit einbezogen werden kann.

  3. SCHWARZ RALF says:

    Schöne Information, zu unserem Kempinski Vampir Udo. Herr Lindenberg
    hat schon ein unglaubliches Leben bestritten, ob Ostblock, Wiedervereinigung
    BRD, Wohngemeinschaft mit Otto & M.M. Westernhagen.

    Nina Hagen und oder wer auch immer, Glückwunsch lieber Udo. Du kennst
    mich zwar nicht, aber Lade Dich herzlich ein.

    Wer Herrn Lindenberg mal mitteilen kann, das wir Ihn herzlich einladen,
    um Deinen Horizont zubereichern, dem sind wir sehr verbunden.

    Udo, nehme Dir mal die Zeit. Schreib uns Bitte eine Postkarte,
    wann es Dir mal passen würde. Danke MfG.

    SCHWARZ
    RÖWELAND 8
    22419 HAMBURG

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