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Auswirkungen der Überschwemmungen in Thailand auf den Tourismus

(Berlin, 27. Oktober 2011) Drei Monate nach den Überschwemmungen werden die Auswirkungen der Katastrophe auf den Tourismus in Thailand deutlich: Obwohl der Süden des Landes als sicher gilt, steigen die Zahlen der Reiserücktritte, während Neubuchungen ausbleiben.
 
Der stellvertretende Präsident der zentralen Vermarktungsorganisation für den Tourismus in Thailand (TAT), Sansern Ngaorungsi, schätzt den Anteil der Reiserücktritte von bereits gebuchten Reisen auf 25 Prozent. Der Rückgang bei Neubuchungen gegenüber vergleichbaren Zeiträumen ist noch stärker wahrzunehmen. Er liegt bei annähernd 70 Prozent, wie die Association of Thai Travel Agents (ATTA) berichtet. Auch in Deutschland ist diese Entwicklung zu spüren, bestätigt das Reiseportal Citysam.de. Dabei ist der Süden Thailands von den Überschwemmungen auch weiterhin nicht betroffen und lohnt sich aufgrund fallender Preise mehr denn je für eine Urlaubsreise.
 
Seit Beginn der in diesem Jahr besonders stark ausfallenden Monsun-Regenfälle im August gehen die Bilder von schwersten Überschwemmungen im Norden und Nordosten des Königreichs Thailand um die Welt. Mitte Oktober sah Norbert Spitz, Leiter des Goethe-Instituts in Thailand, den Tourismus in Thailand nicht großartig in Gefahr, doch aktuelle Zahlen konnten dies nun bei weitem nicht bestätigen: Da die heftigen Regenfälle sich im September und Oktober fortsetzten, nahmen viele Thailand-Reisende Abstand von ihren ursprünglichen Urlaubsplänen. Thomas Horn, Vorstand der Citysam AG, bestätigt, dass in den letzten Wochen überdurchschnittlich viele Reisen nach Thailand storniert wurden: „Bei uns gehen viele besorgte Anfragen über die derzeitige Lage im Urlaubsgebiet ein. Die Menschen sind verunsichert“.
 
Laut Auskunft des Auswärtigen Amtes herrscht am Subarnabhumi Airport, dem Internationalen Flughafen in Bangkok, derzeit normaler Betrieb. Dagegen unterliegt der Straßen- und Schienenbetrieb vor allem im Norden des Landes zum Teil erheblichen Einschränkungen. In den nördlichen Regionen haben die andauernden Regenfälle zu schweren Überschwemmungen geführt, in den von insgesamt 76 Provinzen Thailands 28 am meisten betroffenen leben mehr als zweieinhalb Millionen Menschen. Ebenso wie die zentral gelegenen Provinzen Nakhon Sawan und Pathum Thani wurde auch die zum Weltkulturerbe zählende Stadt Ayutthaya entgegen Prognosen der thailändischen Katastrophenschutzbehörde zuletzt von den Fluten überspült. Da viele Reiseveranstalter ihre Ausflugsprogramme der Lage angepasst haben, rät Citysam Reisenden dazu, eventuelle Stornierungspläne zu überdenken.
 
„Die im Süden des Landes gelegenen thailändischen Urlaubsregionen wie Pattaya, Koh Samui und Phuket mit ihren Stränden sind vom derzeitigen Hochwasser nicht betroffen und auch am hoch gelegenen Flughafen Bangkok ist die Lage absolut unter Kontrolle“, so Horn. Aufgrund der geringen Nachfrage und der hohen Anzahl von Stornierungen seien Reisen in die thailändischen Touristenzentren derzeit besonders günstig und in den Süden absolut unbedenklich.

Reise-Rätsel aufgedeckt: Flunkern für ein Upgrade – sieben Prozent der Deutschen haben das schon mal gemacht

(München, 26. Oktober 2011) Ein besserer Platz im Flieger oder ein schöneres Zimmer im Hotel – für ein Upgrade auf Reisen haben sieben Prozent der Deutschen schon mal geschwindelt. Das ergab eine neue repräsentative Umfrage von lastminute.de für die über 1.000 Erwachsene in Deutschland befragt wurden.

Heraus kam dabei auch, dass fast doppelt so viele Männer wie Frauen flunkern, um mehr zu bekommen, als sie eigentlich gebucht haben (neun gegenüber fünf Prozent): Fast jeder zehnte Mann hat schon mal versucht, ein Upgrade zu erschwindeln! Aber: Frauen sind hierbei erfolgreicher – bei ihnen hat es in 83 Prozent und bei den Männern in 73 Prozent der Versuche tatsächlich geklappt. Auf Platz eins der Upgrade-Lügen, die zum Ziel geführt haben, steht die erfundene Beschwerde (25 Prozent).

Es folgt die Behauptung, auf Flitterwochen zu sein (19 Prozent) und die Aussage, dass man ja eigentlich etwas ganz anderes gebucht hat (19 Prozent), Hochzeits- bzw. Jahrestag zu feiern (17 Prozent) oder eine vorgetäuschte Krankheit bzw. Verletzung (17 Prozent). Wenig erfolgversprechend ist es, zu flunkern, man habe Geburtstag (4 Prozent).

“Manchmal scheint das Upgrade-Flunkern ja zu funktionieren. Für alle, die garantiert und ohne Schwindeln mehr für weniger bekommen wollen, haben wir bei lastminute.de die Top Secret Hotels – das sind 4- oder 5-Sterne Hotels, deren Namen man erst nach der Buchung erfährt und deshalb können wir diese hochwertigen Hotels bis zu 50 Prozent günstiger anbieten”, so Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer lastminute.de. Eine Nacht mit Frühstück im 5-Sterne Top Secret Hotel in Berlin gibt es zum Beispiel ab 51 Euro unter http://www.lastminute.de/Top-Secret-Hotels

Die Top 6 der Upgrade-Lügen
1. erfundene Beschwerde (25 Prozent)
2. Flitterwochen (19 Prozent)
3. eigentlich was anderes gebucht (19 Prozent)
4. Hochzeitstag/Jahrestag (17 Prozent)
5. Krankheit/Verletzung (17 Prozent)
 6. Geburtstag (4 Prozent)

Alle Preise pro Person im Doppelzimmer und aktuell zum Termin der Veröffentlichung.

Die repräsentative Umfrage erfolgte im Auftrag von lastminute.de durch die GfK im September 2011. Über 1.000 Frauen und Männer ab 18 Jahren in Deutschland wurden online befragt.

zoover.com – Umfrage: Europas Urlauber buchen am liebsten online

(Köln, 21. Oktober 2011) Online geht alles: 57 Prozent der Europäer buchen ihren Urlaub im Internet, während jeder vierte noch immer den Weg ins Reisebüro vorzieht. Für sechs Prozent ist Urlaub ein Fremdwort. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 6.800 Urlauber auf internationalen Websites von zoover.com.

Die Könige der Onlinebuchung kommen aus Skandinavien. Für 89 Prozent der schwedischen Nutzer, 88 Prozent der Finnen und 77 Prozent der Dänen kommt das Reisebüro nicht in Frage. Deutsche Urlauber buchen ihre Reise ebenfalls am liebsten im Internet, jedoch reichten 44 Prozent der deutschen Stimmen im internationalen Vergleich nur für einen Platz im unteren Mittelfeld, wo auch Österreich zu finden ist. In der Schweiz dagegen buchen inzwischen zwei Drittel der Urlauber am liebsten im Internet.

Deutsche Urlauber interessieren sich am meisten für Italien
Um Enttäuschungen im Urlaub zu vermeiden, informieren sich Urlauber immer stärker durch Hotelbewertungen über die Qualität ihrer Unterkunft und vergleichen die Preise für Hotels oder Campingplätze um am Ende einen perfekten Urlaub zu bekommen. Das folgende Ranking zeigt, für welche Reiseländer sich die deutschen Zoover-Nutzer im ersten halben Jahr 2011 am meisten auf Zoover.de interessiert haben und wie stark die Zahl der Seitenaufrufe im Vergleich zum Halbjahr des Vorjahres gestiegen oder gefallen ist.

Einbruch der Nachfrage nach Reiseinformationen zu Ägypten, Tunesien und Griechenland
Während Ägypten in der Halbjahresbetrachtung 2010 noch auf Platz 10 der Beliebtheitsskala lag, sank die Zahl der Seitenaufrufe für Reiseinhalte in 2011 stark (-49,7%). Auch das Interesse an Griechenland ging zurück, jedoch nur um sieben Prozent. In 2010 landete Tunesien noch auf einem passablen elften Rang, nach einem drastischen Einbruch der Seitenaufrufe von 64,3 Prozent im Jahr 2011 nur noch auf Rang 17. Zusätzlich zu den Reiseberichten auf Zoover sind Urlauber gut beraten, sich auch online auf den Websites des Auswärtigen Amtes über die offiziellen Reisewarnungen, Reise- und Sicherheitshinweise zu informieren.

UNWTO: Welttourismus wächst weiterhin stark

(New York City, 04. Juli 2011) Boom im Tourismus – und dies weltweit: In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der Welttourismus um 4,5 Prozent. Überdurchschnittliches Wachstum bei den Reisen gab es laut „Welttourismus-Barometer“ der UN-Welttourismusorganisation UNWTO in Südamerika (+17%), Südasien (+14%) und Südostasien (+10%).

Zwischen Januar und April wurden weltweit 268 Millionen Ankünfte gezählt, zwölf Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im April gab es einen Zuwachs von sechs Prozent.

In Europa gab es mit sechs Prozent mehr Ankünften (verglichen mit Januar-April 2010) endlich wieder ein starkes Plus. Dagegen musste man im Mittleren Osten (-14%) und in Nordafrika (-11%) herbe Verluste im Tourismus hinnehme; eine Folge der Revolutionen und Unruhen.

Touristiker Stefan Seidl: „Bayerische Tourismusgeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten!“

(Starnberg, 17. Juni 2011) Als am 21. Januar 1961 im Bonner Presseclub der Studienkreis für Tourismus gegründet wurde, ging es schon damals nicht nur um die Fragen der Erholung, sondern auch um die der Bildung und internationalen Begegnungen während der Urlaubsreise. Die an diesen Fragen interessierten Persönlichkeiten aus recht verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hatten eine gute Wahl getroffen, als sie den Sozialwissenschaftler Heinz Hahn beauftragten, die Gründung dieser Institution vorzubereiten und in die Wege zu leiten. Sitz des Studienkreises wurde Starnberg, eine gute Entscheidung, denn als Reiseland spielte Bayern in Deutschland schon immer eine wichtige Rolle. Davon zeugt ein Blick in die Tourismusgeschichte. Diese Geschichte des Tourismus in Bayern festzuhalten und fortzuschreiben, gehörte zu den unerlässlichen Aufgaben dieser Branche.

Doch wer kümmert sich hier darum? Es gibt seit vielen Jahren Bemühungen um die Bayerische Tourismusgeschichte, aber an einer generellen, zielgerichteten Darstellung, verbunden mit einer geordneten Übersicht, mangelte es. Dieser Problematik hat sich der Arbeitskreis von Stefan Seidl, Touristiker mit Leib und Seele, gestellt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles, was über die Tourismusgeschichte Bayerns zu finden ist, in einem Archiv zu sammeln und übersichtlich zu ordnen.

„Gerade Bayern als Reiseland Nr. 1 in Deutschland hat genug Interessantes zu bieten, das es gilt festzuhalten,“ meint der gelernte Tourismusfachwirt. Er ist ständig auf der Suche nach historischen Berichten, erwähnenswerten Tourismuspionieren und persönlichen Zeitzeugen. Wichtig sind Seidl unter anderem die Anfänge des Tourismus in Bayern und Berichte der ersten „Sommerfrischler. „Mittlerweile habe ich zwar einen guten Bestand  und gute Kontakte“ meint er. „Da ich mein Projekt jedoch rein privat finanziere, benötigt ich dringend Unterstützung.“ 

Er fordert daher alle Interessierten auf :  „Helfen Sie mit und werden Sie zum Tourismusforscher!“

Weitere Infos gibt es unter: www.tourismushistorie.de

Studie von Ulysses Web-Tourismus – Umsätze so hoch wie nie zuvor: 20,1 Mrd. Euro Umsatz im Online-Tourismus

(München, 16. Mai 2011) Das Tourismusjahr 2010 war aus Sicht der Branche ausgesprochen erfreulich. 2010 setzte die deutsche Tourismuswirtschaft insgesamt 48,05 Milliarden Euro um – soviel wie nie zuvor. Dies geht aus einer Untersuchung des Münchner Marktforschungsinstitutes Ulysses Web-Tourismus hervor. Gegenüber dem von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise stark betroffenem Jahr 2009 wuchs der Tourismusumsatz um rund 2,8 Milliarden Euro (+6,1%), während der Online-Tourismus im gleichen Zeitraum sogar um 7,9 Prozent auf nun 20,1 Milliarden Euro anstieg. Das bedeutet, daß in Deutschland inzwischen 41,7 Prozent aller im Tourismus erzielten Umsätze über webbasierte Lösungen erwirtschaftet werden. Im Endkonsumentenbereich (B2C) ist allein der Tourismus für über ein Viertel des gesamten deutschen Ecommerce von rund 50 Milliarden Euro verantwortlich.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 1

Die allgemeine Entwicklung des Tourismus war 2010 sehr vielversprechend. Die Deutschen selbst zeigten sich gewohnt reisefreudig. Von Krisenstimmung oder Auswirkungen der Krise konnte nicht die Rede sein. „Am besten entwickelten sich 2010 die Reiseveranstalter“, erklärte Ulysses-Chef Dominik Rossmann. Die deutschen Veranstalter konnten im Vergleich zu 2009 ein hervorragendes Umsatzwachstum von über neun Prozent auf rund 21,1 Milliarden Euro verzeichnen – auch das ein Rekordwert.

Die Transportbranche hingegen stagnierte, was vor allem der eher unterdurchschnittlichen Entwicklung des Flugsektors geschuldet war. Während sich der Linienflug noch einigermaßen positiv entwickelte, mußten vor allem die Billigflieger – struktur- und marktbedingt – erneut Einbußen hinnehmen. Auch die Hotellerie verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von fast sechs Prozent. „Hätte der Flugsektor 2010 nicht geschwächelt, wäre der Online-Gesamtumsatz sicherlich deutlich höher ausgefallen“, so Rossmann. „Denn bisher war gerade der Transportbereich stets die Lokomotive im Online-Tourismus.“ Befragt nach ihren Zukunftsaussichten und Prognosen ist sich die gesamte Branche zumindest darin einig, daß vor allem die sozialen Netzwerke eines der wichtigsten Investitionsfelder der nächsten Zeit darstellen. Die Dynamik in diesem Bereich war 2010 außergewöhnlich hoch und viele Unternehmen haben den Schritt inzwischen gewagt. „Als sehr vielversprechende Innovations- und Investitionsfelder gelten der M-Commerce und die Apps“, sagte Rossmann weiter. „Diese spielen vor allem bei den primären Leistungsträgern, also bei Hotels und im Transport, eine wichtige Rolle für Zukunftsinvestitionen.“

Transport schwächelt – Veranstalter online stark
Obwohl sich der Transportsektor eher schwach entwickelte, ist er nach wie vor für fast die Hälfte alle Online-Umsätze verantwortlich. Die Hotellerie entwickelt sich weiter sehr gut im Onlinegeschäft und erwirtschaftet mehr als ein Viertel aller touristischen Web-Umsätze. Die Veranstalter erzielten zwar das stärkste Online-Wachstum, liegen aber dennoch rund 0,5 Milliarden Euro hinter der Hotellerie. Das spiegelt sich auch in den Aussagen der Branche wieder. Befragt danach, was denn die profitabelsten Reiseleistungenseien, nannten 21,4 Prozent die reine Hotelleistung knapp vor der reinen Transportleistung (20,5%). Deutlich in der Einschätzung ist auch wieder die klassische Pauschalreise gestiegen, die in der Vergangenheit eher als unlukrativ betrachtet wurde. „Das Bild bleibt seit Jahren nahezu gleich“, so Rossmann, „die beiden Primärleistungen Transport und Hotel sind für rund die Hälfte der Touristiker stets die lukrativsten Leistungen. Dafür sprechen deren Einfachheit und Selbsterklärbarkeit. Alles was nicht kompliziert ist beim Buchen wird von den Kunden schnell verstanden und gerne angenommen.“ In bezug auf die Top-Tourismus-Trends 2011, äußerte sich die Branche recht eindeutig. Rund drei Viertel der Tourismusmanager nannten die Städtereisen gefolgt mit deutlichem Abstand von den Wellnessreisen. Was deren mittelfristige Zukunftschancen anbelangt, ist sich die Branche ebenfalls einig. Sowohl der Städte- als auch der Wellnesstourismus werden in ihrer Bedeutung in den nächsten drei Jahren abnehmen, während insbesondere der höherwertige Gesundheitstourismus, genauso wie der Abenteuer- und Kulturtourismussteigen werden.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 2

M-Commerce und Apps sind Investitionsfelder der näheren Zukunft
Die deutschen Reiseveranstalter erholten sich nach dem sehr schwierigen Krisenjahr 2009 hervorragend. Dies spiegelt sich auch in ihrer Online-Performance wieder. Für den Markt der Veranstalter hatte die Krise durchaus auch positive Effekte. Sie half bei der Marktbereinigung einerseits und drängt andererseits die Veranstalter dazu längst überfällige Änderungen in Angriff zu nehmen. Während manche Veranstalter das Jahr nicht „überlebten“ gingen einige gestärkt aus der Krise hervor. „Die Veranstalter haben in den letzten Jahren viel in ihr Online-Geschäft investiert und deutlich aufgeholt“, erklärte Dominik Rossmann, „es bleibt interessant zu beobachten wie es weitergeht“. Denn während die Veranstalter noch damit beschäftigt sind, den Abstand zu den anderen Branchen zu verringern, haben diese bereits damit begonnen neue Felder zu erschließen, wie den M-Commerce oder die Apps. „Die Veranstalter müssen aufpassen, hier nicht den gleichen Fehler zu machen wie schon vor zwölf Jahren im E-Commerce“, warnte Rossmann. „Ende der 90er haben viele von ihnen das Internet regelrecht verschlafen und dachten das sei nur ein Trend, der irgendwann vorbei ist.“ Die Hotellerie und die Transportbranche, und selbst die Online-Reiseportale, sind sich hingegen der kommenden Bedeutung von webbasierten Mobilanwendungen bewußt und basteln bereits an Lösungen.

Online-Reisebüros/Portale im Aufwind – fast 50%-Anteil
Der Online-Reisevertrieb entwickelte sich auch 2010 sehr erfolgreich. Die Online-Portale konnten weiter Marktanteile hinzugewinnen. „Mit knapp 47 Prozent wurde fast – aber noch nicht ganz – die Hälfte des touristischen Online-Umsatzes 2010 durch den Online-Reisevertrieb erwirtschaftet“, so Studienleiter Rossmann. „Wenn die Entwicklung weiter so voranschreitet, könnte schon in diesem Jahr mehr als die Hälfte aller Online-Umsätze über die Vermittler laufen.“

Allerdings ist der Online-Vertrieb bei der Art der vermittelten Leistungen unterschiedlich erfolgreich. Wie schon 2009 wurden auch 2010 rund 40 Prozent aller Portalumsätze durch die Vermittlung vonTransportleistungen erzielt. Die Portale konnten hier ihren Anteil nicht weiter ausbauen und stagnierten im gleichen Maße wie das auf die gesamte Transportwirtschaft zutraf. Sehr deutlich hingegen wuchs 2010 der Anteil von vermittelten Pauschalreisen, denn die Online-Portale erzielten fast 32 Prozent ihres Umsatzes dadurch. Dieser Wert stieg um ganze sechs Prozentpunkte und zeigt, daß das klassische Reisegeschäft für die Portale immer mehr zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Umsatzes wird.

Das Dynamic Packaging (Baukastenprinzip) kommt insbesondere den großen Online-Reisebüros/Portalenzu Gute. Der Umsatzanteil der eigenerstellten Leistungen im Sinne eines Reiseveranstalters, die über Online-Reisebüros vertrieben wurden, wird hauptsächlich geprägt durch die großen Online-Portale und bewegt sich seit drei Jahren stabil um die 20 Prozent. Die Zahl der touristischen Portale schrumpfte auch 2010, was den inzwischen enormen Wettbewerb in der Branche widerspiegelt. „Äußerst interessant ist, daß Veranstalterleistungen zwar nur etwa 31 Prozent der Portalumsätze ausmachen, die Portale 2010 aber erstmals für mehr als die Hälfte aller online abgesetzten Veranstalterleistungen verantwortlich waren“, merkt Rossmann an. Daß die Portale den Veranstaltern ständig Online-Anteile abjagen, zeigt sich schon seit einigen Jahren. Waren 2003 die Portale für nur 33 Prozent aller Online-Umsätze von Veranstaltern verantwortlich, waren es 2007 bereits 43 Prozent und 2010 sind es schon bald 60 Prozent. Durch verstärkte Direktvertriebsmaßnahmen seitens der Veranstalter wird versucht diesem Umstand entgegenzuwirken, um wieder mehr Kontrolle über dieses Geschäftsfeld (zurück) zu gewinnen. Daher ist der Wert Jahr für Jahr ein wenig schwankend, der Trend spricht allerdings derzeit eindeutig für die Portale.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 3

Social Media sehr wichtig – aber nicht sehr umsatzträchtig
Mehrheitlich zwei Drittel der Tourismuswirtschaft ist sich darin einig, daß Social Media Elemente für ihr zukünftiges Online-Geschäft wichtig sind. Für immerhin 12,3 Prozent der Befragten sind diese Elemente sogar vonelementarer Wichtigkeit. Die Breite Mehrheit, insgesamt 80,3 Prozent der Befragten, bezeichnen sie als bedeutsam oder elementar. 6,6 Prozent sehen in Social Media Elementen lediglich eine überbewertete Modeerscheinung, die langfristig für das Online-Business bedeutungslos ist.

Interessant ist auch die sehr unterschiedliche Einschätzung des ökonomischen Erfolgsbeitrags von Social Media Elemente. Während sich die Transportwirtschaft zu fast zwei Dritteln darin einig ist, daß die Social Media Elemente zusätzlichen Umsatz generieren (können), sehen das die Veranstalter konträr. Die Online-Portale sind in ihrer Einschätzung indifferent. Befragt man die Branche explizit nach Umsatzgenerierungdurch das mobile Internet / Apps – der sogenannte M-Commerce – , so geben 69,9 Prozent an, darüber bisher kein signifikantes Umsatzplus erzielt zu haben. 14,7 Prozent hingegen bestätigten durch M-Commerce Maßnahmen schon Umsatz generiert zu haben.

Suchmaschinenmarketing „wau“ – Kundenbindung „lau“ – Social Media mit interessanter Zukunft
Der Werbemarkt hat sich in den letzten Jahren sehr deutlich verändert. Einerseits fließen immer mehr Budgets in die webbasierte Werbung und zum anderen spielt auch das Thema Social Media eine immer wichtigere Rolle, glaubt man den vielen Studien und Erfahrungsberichten. Insbesondere dieTourismuswirtschaft erhofft sich von Social Media Maßnahmen einen deutlichen Schub für ihr Onlinegeschäft, für ihre Marke und zu guter Letzt auch für ihren Umsatz. Ebenso das seit Jahren sehr stiefmütterlich behandelte Thema Kundenbindung versucht die Tourismusindustrie durch ein beherztes Social Media Engagement zu verbessern und zu emotionalisieren. „Das Thema emotionale Kundenbindung ist jedoch für die meisten Tourismusunternehmen nach wie vor eben kein Thema“, bemängelt Studienleiter Rossmann. „Insbesondere in nachhaltige Maßnahmen zur emotionalen Kundenbindung sollte in den nächsten Jahren investiert werden. Stattdessen aber wird mit aller Gewalt versucht Kunden durch Sonderpreise, Rabatte und Gutscheine zu binden“, erklärt Rossmann weiter. „Das aber hat sich bisher allenfalls nachhaltig auf die Kostenstruktur einiger Unternehmen ausgewirkt.“

Fast alle befragten Unternehmen (85,4%) haben schon einmal kostenpflichtige Online-Werbung eingesetzt, um so ihr eigenes Angebot zu vermarkten. Am häufigsten verwenden Portale kostenpflichtige Internetwerbung, mit einer Quote von 87,5 Prozent nutzen fast alle dieses Instrument. Die Reiseveranstalter legten 2010 deutlich zu, denn 85,7 Prozent griffen auf kostenpflichtige Online-Werbung zurück. „Die Veranstalter erhöhen sukzessive ihren Online-Werbedruck und schließen zu den Online-Portalen auf“, erläutert Rossmann die Entwicklung. „Hier läßt sich erkennen, daß sie den Online-Reisevertrieb den Portalen nicht kampflos überlassen wollen.“

Befragt man die Tourismuswirtschaft welches Online-Werbemittel das wirksamste ist, ist sich die Branche seit Jahren mit überwiegender Mehrheit einig. Über 60% sehen das Suchmaschinenmarketing (SEO/ AdWords/ AdSenses) als erfolgreichstes Medium an, allerdings ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte gesunken. Mit deutlichem Abstand folgt der Newsletter, den rund 15 Prozent als am wirksamsten für ihre Belange betrachten. Die Hälfte der Branche sieht auch in Zukunft das Suchmaschinenmarketing als am erfolgreichsten, allerdings schätzen rund 20 Prozent Social Media Maßnahmen und mobile Applicationen (Apps) als am zweitstärksten in Zukunft ein. Beiden Werbeelementen bescheinigt die Branche mittelfristig das größte Wachstum.

Das komplette Werk „Web-Tourismus 2011“, besteht aus 7 Modulen, die individuell zusammengestellt werden können. Die gesamte Studie (alle Module) hat 535 Seiten und 363 Farbabbildungen. Die Studie und ihre Module sind als Ringbuch bei Ulysses Web-Tourismus zu beziehen.

Tourismus: Titel „Reiseweltmeister“ wird erfolgreich verteidigt

(Berlin, 07. März 2011) Mit 380 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben und im Touristikcamping im vergangenen Jahr hat Deutschland zum dritten Mal in Folge Platz eins im europäischen Vergleich belegt. Die positive Entwicklung im Deutschlandtourismus setzt sich damit weiter fort. „Deutschland ist, anders als die meisten anderen europäischen Staaten, gestärkt aus der Krise hervorgegangen“, sagte Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV) in Berlin.

Deutschland ist immer eine Reise wert (Foto: Shopping in Hannover / DZT, Dirk Topel)

Deutschland ist immer eine Reise wert (Foto: Shopping in Hannover / DZT, Dirk Topel)

Man habe, so Meyer, schon im Krisenjahr 2009 ein hohes Niveau halten und 2010 sogar Zuwächse bei den Übernachtungen verzeichnen können (plus 2,9 Prozent in gewerblichen Betrieben im Vergleich von 2008 zu 2010). Der DTV-Präsident stützt sich dabei auf die Ergebnisse des „Sparkassen-Tourismusbarometers Deutschland 2010“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Demnach ist Deutschland das Land mit dem größten Inlandsreiseanteil in Europa. Dies wirkt stabilisierend und macht vergleichweise unabhängig von ausländischen Quellmärkten.

Tourismusbranche investiert verhalten
Trotz der positiven Nachfrage investieren die Tourismusbetriebe jedoch eher verhalten. Nach Angaben der Sparkassen ist das Kreditvolumen touristischer Betriebe in den letzten zwei Jahren leicht gesunken. Jede zweite Sparkasse hat in ihrem Geschäftsgebiet einen Investitionsstau in der Tourismuswirtschaft identifiziert. Davon betroffen sind insbesondere Gasthöfe und Pensionen, aber auch Restaurants und kleinere Hotels. „Diese Entwicklung ist bedenklich. Bei zunehmendem Wettbewerb und steigenden Ansprüchen der Gäste laufen die Betriebe Gefahr, mittelfristig nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein“, kommentiert Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes die Entwicklung.

2010: Die Krise ist vorbei
Im Jahr 2010 konnte Deutschland mit seinen vielen naturnahen Angeboten und seinem im europäischen Vergleich guten Preis-Leistungs-Verhältnis wieder zunehmend das Interesse der ausländischen Reisenden wecken. So sind die Übernachtungen der ausländischen Gäste nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um zehn Prozent gestiegen. Auch der internationale Geschäftstourismus hat sich nach dramatischen Einbußen in 2009 wieder deutlich erholt; so konnte Deutschland sich als Top-Messe- und Tagungsort im internationalen Vergleich behaupten.

Knapp 356 Millionen Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr in gewerblichen Betrieben mit über neun Betten und 24,4 Millionen auf Campingplätzen gezählt. Hinzu kommen 87 Millionen Übernachtungen in Privatunterkünften. In den gewerblichen Betrieben bedeutet dies bundesweit einen Übernachtungszuwachs von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns, das Verluste von 2,6 Prozent hinnehmen musste, und Thüringens, mit geringen Verlusten von 0,4 Prozent, konnten sämtliche Bundesländer Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verbuchen.

Städtetourismus boomt
Besonders die Städte haben im vergangenen Jahr bei den Übernachtungen wieder kräftig zugelegt. Entsprechend führen die drei Stadtstaaten Bremen (+10,6%), Berlin (+10,2%) und Hamburg (+9,2%) die Liste der Zugewinne bei den einzelnen Bundesländern mit Abstand an. Diese Entwicklung entspricht einem Trend, der sich europaweit abzeichnet: Städtereisen sind „in“ (deutsche Großstädte: plus 23 Prozent, Klein- und Mittelstädte: plus zwölf Prozent im Vergleich von 2009 zu 2004). Aber auch der Urlaub am Wasser liegt voll im Trend (an der Küste +9%, an Seen +14% im Vergleich von 2004 zu 2009). Mittel- und Hochgebirgsregionen hingegen haben in Deutschland (im gleichen Zeitraum) mit einem Minus von einem bzw. zwei Prozent an Beliebtheit leicht eingebüßt.

Umsätze hinken hinterher
Trotz einem Plus von 1,1 Prozent im Beherbergungsgewerbe, blieben die Umsätze im Gastgewerbe mit einem Rückgang von insgesamt 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinter den Erwartungen zurück. Die Gastronomie musste ein Minus von 1,6 Prozent bei den Umsätzen verzeichnen. Nach wie vor prägt die Preissensibilität der Gäste das Ausgabeverhalten im Gastgewerbe.
Deutschland: Ein Reiseland mit gutem Preis-Leistungs-VerhältnisDeutschland liegt beim europäischen Ranking der Hotelzimmerpreise im Mittelfeld. Auch eine bundesweite Gästebefragung im Rahmen des Qualitätsmonitors Deutschland weist die gute Ausgangslage des Reiselandes Deutschland nach: Die Gästezufriedenheit und das gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis werden von in- und ausländischen Gästen als sehr gut bis gut bewertet. Dies, betonte DTV-Präsident Meyer, sei ein wichtiger Wegweiser in die Zukunft: So planen 89 Prozent der deutschen und 61 Prozent der ausländischen Gäste in den kommenden zwei bis drei Jahren einen weiteren Urlaub in Deutschland.

 

Deutschland ist neuer Tourismus-Vizeweltmeister
Die Spitze der weltweiten Tourismusindustrie ist nur noch zum Teil deutschsprachig: Das Urlaubsland Österreich rutscht im Vergleich zu 2008 im „Travel & Tourism Competitiveness Report 2011“ zwei Plätze auf Rang vier ab.

 Travel & Tourism Competitiveness Index - Vergleich 2011 2009 und 2008

Travel & Tourism Competitiveness Index - Vergleich 2011 2009 und 2008

Deutschland hingegen arbeitet sich innerhalb des Spitzentrios weiter nach vorne und positioniert sich nun nach dem Tourismusweltmeister Schweiz auf Rang zwei. Auch Frankreich ist einer der Gewinner der Langzeit-Studie. Belegte das westeuropäische Land 2008 noch Rang zehn, nimmt es inzwischen Rang drei im internationalen Vergleich ein.

Bereits zum vierten Mal erstellte das World Economic Forum in Partnerschaft mit der internationalen Strategieberatung Booz & Company gemeinsam die globale Tourismusstudie. Das daraus resultierende Ranking der 139 untersuchten Staaten präsentierten sie heute im unmittelbaren Vorfeld der ITB.

Im Fokus der Analyse stehen die Rahmenbedingungen der jeweiligen Reiseindustrien in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, Preisniveau, kulturelles Angebot, Umweltschutz sowie gesetzliche Regulierung. Deutschland profitierte bei der Bewertung von langfristigen und kontinuierlichen Investitionen in nachhaltige Tourismuskonzepte und Umweltschutzinitiativen. Vor allem kulturelle und landschaftliche Ressourcen wie das Wattenmeer, das seit 2009 UNESCO Naturerbestätte ist, sind ein wichtiges Asset für die Reisedestination Deutschland. Überflieger Frankreich setzt seit 2008 auf eine neu formulierte nationale Tourismusstrategie, die neue Besuchersegmente,  beispielsweise aus dem Mittleren Osten und Asien, anziehen soll. Dafür wurde in Hotelmodernisierungen, die Überarbeitung der Hotelklassifizierungen und in internationale Marketingaktivitäten investiert. Um die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern, unterstützt der französische Staat die Reiseindustrie zudem durch eine drastische Senkung der Mehrwertsteuer für Tourismusdienstleistungen.

Generell bleibt der durchschnittliche Gesamtscore zu den touristischen Rahmenbedingungen in den untersuchten Reisedestinationen gegenüber 2008 weitgehend stabil. „Für die etablierten Reiseziele ist eine Bewahrung des Status quo mit Sicherheit keine zukunftsfähige Strategie, um sich gegen neue, aufstrebende Urlaubsregionen aus Osteuropa, dem Mittleren Osten oder aus Asien zu behaupten. Für diese dynamischen  Regionen haben wir in der Studie deutlich überdurchschnittliche strukturelle Verbesserungen festgestellt“, sagt Jürgen Ringbeck, Senior Partner und Tourismusexperte bei Booz & Company. Wachstumsmarkt AsienInsgesamt verschiebt sich die Dynamik im Tourismussektor weg von den etablierten Regionen wie Europa und Nordamerika Richtung Osten. Im asiatisch-pazifischen Raum nahmen die internationalen Touristenankünfte von 2000 bis 2010 etwa doppelt so schnell zu (85%) wie im weltweiten Schnitt (39%). China, laut UNWTO in 2010 bereits das am drittmeisten besuchte Land gemessen an internationalen Touristenankünften, ist für diese Entwicklung ein entscheidender Wachstumstreiber. Die Ergebnisse der aktuellen Studie „Travel & Tourism Competitiveness Report 2011“ spiegeln diese überdurchschnittliche Dynamik wider: Die Volksrepublik machte in den vergangenen vier Jahren 23 Plätze gut und liegt nun bereits auf Rang 39. Das Land profitiert erheblich von den strategischen Investitionen in die Infrastruktur und die Tourismusindustrie – nicht zuletzt für die Expo 2010 in Shanghai sowie für die Olympischen Spiele in Peking 2008. Allerdings bringen das rasante Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land der Erde und natürlich die Folgen des Tourismusbooms auch ökologische Probleme mit sich. „Das schiere Wachstum steht hier häufig im Vordergrund der Strukturpolitik. Umweltschutz und sanfte Tourismuskonzepte haben meist noch das Nachsehen. Beim Thema Nachhaltigkeit weisen viele Regionen erheblichen Aufholbedarf auf“, so Ringbeck. Golfstaaten überholen nordafrikanische Touristenhochburgen

Die Indexentwicklung zeigt deutlich: Traditionelle nordafrikanische Destinationen wie Tunesien und Ägypten fallen im Ranking zurück, da ihre Entwicklung stagniert und sie von aufstrebenden Ländern überholt werden.
So liegt Ägypten derzeit auf Platz 75, hat aber über die letzten vier Jahre bereits sieben Plätze verloren. Tunesien nimmt aktuell Rang 47 ein. Das Königreich Bahrein (2011: Rang 40) hingegen konnte seit 2008 acht Plätze gut machen. Und Oman legt sogar 15 Plätze (2011: Rang 61) zu. Die aktuellen politischen Unruhen in vielen nordafrikanischen bzw. arabischen Ländern können die Gesamtsituation zumindest kurzfristig negativ beeinflussen. So wurde beispielsweise ein touristisches Großereignis, das für März in Bahrein geplante Formel 1-Rennen, abgesagt. „Kommt es allerdings zu einer politischen Stabilisierung, verbunden mit einer weiteren Marktöffnung, könnte sich das positiv und nachhaltig auf die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Staaten auswirken“, so das Fazit von Ringbeck. Europäische Gewinner und VerliererDabei ist Europa noch immer stark in den Top 10 vertreten. Allein sieben europäische Destinationen können einen Platz in der Spitzengruppe behaupten. Deutlich auf der Verliererseite der europäischen Tourismusnationen stehen allerdings Griechenland und Portugal. Die Ergebnisse für die beliebten Urlaubsländer spiegeln in erheblichem Maße die Folgen der Wirtschafts- und Verschuldungskrise wider, von der beide Destinationen besonders betroffen sind. Griechenland setzen beispielsweise die Auswirkungen von Generalstreiks auf den Flugverkehr und damit auf das Gastgewerbe zu. Portugal büßt vor allem aufgrund fehlender Mittel für dringend nötige Infrastruktur-Investitionen im Vergleich zu 2008 drei Plätze ein und belegt damit nur noch Rang 18.

Griechenland findet sich nach Rang 22 (2008) in der aktuellen Liste nur auf Platz 29 wieder. Ein echter Gewinner der diesjährigen Studie ist Montenegro. Der Balkanstaat verankert Umweltschutz sogar in der Verfassung, setzt auf nachhaltige Hotelentwicklung und etabliert seine Bergregionen als beliebte Wander- und Skiziele. Die bewusste Entscheidung gegen einen Massentourismus, wie ihn beispielsweise Spanien in den 80er Jahren vorangetrieben hat, ermöglicht der Destination einen Sprung von Platz 59 im Jahr 2008 auf Rang 36 in der aktuellen Studie. Insgesamt wurden weltweit 139 Staaten unter Zuhilfenahme von mehr als 60 Variablen untersucht. Diese berücksichtigten u.a. gesetzliche Regulierungen, Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, das lokale Preisniveau sowie kulturelle Aspekte. Außerdem wurden die Faktoren Umweltschutz und Reiseverkehr untersucht. Der komplette Report sowie die einzelnen Auswertungen steht unter www.weforum.org zum Download zur Verfügung.

Deutsche Reiseindustrie setzt weiter auf Nahen und Mittleren Osten – zurück zur Normalität bereits in diesem Jahr
Ungeachtet der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Nahen und Mittleren Osten: Die deutsche Reiseindustrie setzt auch weiterhin auf die klassischen Urlaubsländer wie Ägypten und Tunesien und glaubt an die Zukunft dieser Region als attraktive Urlaubsziele. Noch in diesem Jahr – so die Einschätzung von Entscheidern der deutschen Reiseindustrie – wird der Tourismus in diesen Ländern wieder in gewohnte Bahnen zurückkehren. Bei einer Erhebung unter Entscheidern der deutschen Reiseindustrie waren sich 58 Prozent aller Befragten bei der im Auftrag des Travel Industry Club von dem auf die Touristik spezialisierten Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendscope erhobenen Umfrage darin einig, dass sich die Reiseströme nach Arabien und den Norden Afrikas auch nach den politischen Veränderungen nicht grundlegend verschieben werden. 42 Prozent der Befragten sind dagegen der Meinung, dass die politische Neuordnung durchaus Einfluss auf den Tourismus in diese Region haben wird.

Ähnlich gespalten ist die Meinung der Manager im Hinblick auf die Reiseindustrie in den von den politischen Umwälzungen betroffenen Ländern. Während 52 Prozent der Mitte Februar 2011 befragten Entscheider der Meinung sind, dass alles beim alten bleiben wird, gehen 48 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Reiseindustrie in Ländern wie Ägypten und Tunesien aufgrund der neuen politischen Konstellation verändern wird. Zur Normalität wird der Tourismus in Ägypten und Tunesien bereits im Laufe dieses Jahres zurückkehren. Von den insgesamt 257 befragten Managern sind 42 Prozent der Ansicht, dass der Tourismus zur Wintersaison 2011/2012 wieder in gewohnten Dimensionen abläuft. 36 Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass der Tourismus in diesen Ländern bereits in diesem Sommer zur Normalität zurückkehren wird. Nur 22 Prozent der Befragten sind weniger optimistisch und meinen, dass sich die Situation erst später beruhigen wird.

BAT Stiftung für Zukunftsfragen – 27. Deutsche Tourismusanalyse: Ostsee-Region und Bayern sind weiterhin Tourismusgewinner

(Hamburg, 10. Februar 2011) „Der Reiseweltmeister meldet sich zurück – Urlaubslust statt Krisenfrust“, so lautete die letztjährige Prognose zur gerade abgelaufenen Reisesaison 2010. Genauso ist es gekommen – die Reiseintensität der Deutschen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Prozentpunkte auf 52 Prozent gestiegen. Dies geht aus der 27. Deutschen Tourismusanalyse der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Für die Studie wurden von der GfK 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2010 und ihrer Reiseabsicht für 2011 befragt.

„Die Reiselust kennt keine Grenzen, das Urlaubsbudget schon. Auf diese Formel lässt sich das Reiseverhalten der Deutschen zusammenfassen. Der Großteil der Bürger ist zwar verreist, verkürzte aber die Urlaubsausgaben um durchschnittlich fast 100 Euro“, so Professor Ulrich Reinhardt, der Wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung. „Die Reisenden sind sich einig: Lieber wird günstiger verreist, als dass ganz auf die Urlaubsreise verzichtet werden muss.“

Strandfeuer an der Mecklenburgische Ostseeküste – die Küstenregion wird auch 2011 wieder Tourismusgewinner sein (Foto: René Legrand/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)

Strandfeuer an der Mecklenburgische Ostseeküste – die Küstenregion wird auch 2011 wieder Tourismusgewinner sein (Foto: René Legrand/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)

Reiseintensität 2010: Spaltung in der Gesellschaft nimmt weiter zu
Trotz des Vulkanausbruchs auf Island und der daraus resultierenden Aschewolke über ganz Europa, trotz Eurokrise und Milliarden-Hilfspaket für Griechenland und Irland, trotz der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA, trotz Hitzewellen von Russland bis Italien, trotz Terrorwarnung und Anschlagsversuchen in Deutschland verreisten 2010 so viele Deutsche wie schon lange nicht mehr. Insgesamt waren 52 Prozent der Bundesbürger 2010 fünf Tage und mehr unterwegs. Hierbei glich sich das Reiseverhalten in West- und Ostdeutschland weiter an und auch die Unterschiede zwischen der Stadt- und Landbevölkerung wurden geringer. Groß blieben dagegen die Differenzen zwischen den Einkommensschichten. So verreisten in der abgelaufenen Urlaubssaison vier von fünf Besserverdienenden (79%). Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Steigerung um fünf Prozentpunkte und ein Ende der Reiselust der wohlhabenden Deutschen ist kaum abzusehen.

Dagegen stagnierte die Zahl der reisenden Geringverdiener in Deutschland auf niedrigem Niveau – nicht einmal jeder Dritte dieser Einkommensgruppe (31%) konnte sich 2010 eine Urlaubsreise von fünf Tagen Dauer leisten. Professor Reinhardt: „Die Urlaubsreise ist kein Allgemeingut mehr. Und der Reisebranche droht eine weitere Spaltung in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Mobilen und Immobilen.“

Inlandsreiseziele 2010: An der Ostsee geht die Sonne auf
Deutschland ist und bleibt das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen. In der abgelaufenen Reisesaison verbrachte mehr als jeder dritte Reisende (37%) seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Der Gewinner der Reisesaison 2010 war hierbei die Ostsee, die etwa jeden elften deutschen Urlauber bei sich begrüßen durfte.

Vor allem die Ostseeküste in Schleswig-Holstein konnte sich über ein deutliches Plus an Gästen gegenüber dem Vorjahr freuen. Mecklenburg-Vorpommern profitierte dagegen von der wachsenden Anzahl an Urlaubern im Hinterland, wie z.B. der Seenplatte. Die bayrischen Ferienregionen konnten ebenso wie die Nordseeküste ihre Gästezahl konstant halten. Rückgänge mussten dagegen – erstmals seit Jahren – Urlaubsziele in Baden-Württemberg (z.B. Schwarzwald- und Bodensee-Region) verkraften, die ihr hohes Vorjahresniveau nicht halten konnten.

Auslandsreiseziele 2010: Kroatien der Gewinner der Saison
Bei den Auslandsreisezielen landete erneut Spanien auf dem Spitzenplatz. Mehr als jeder achte Bundesbürger (12,9%) verbrachte seinen Urlaub auf den Kanaren, Balearen oder dem spanischen Festland. Dahinter lagen Italien (6,7%) und die Türkei (6,6%) fast gleichauf.

Nur noch die zweite Stelle hinter dem Komma entschied über die Platzierung auf der Beliebtheitsskala. Aber auch Österreich und Kroatien konnten viele deutsche Urlauber bei sich begrüßen. „Kroatien war der Gewinner der Reisesaison 2010. Besonders das gute Preis-Leistungsverhältnis, aber auch die Gastfreundschaft und die schönen Landschaften in den Urlaubsgebieten entlang der Küste und auf den über 1.000 vorgelagerten Inseln begeisterten die deutschen Touristen. In den kommenden Jahren könnte sich das Land an der Adria zu einem echten Konkurrenten für die anderen Mittelmeerdestinationen entwickeln“, so der Leiter der BAT-Stiftung. Einbußen verzeichnete dagegen die Urlaubsdestination Griechenland. Im Zuge der Finanzkrise der Helenen und dem damit verbundenen Image- und Vertrauensverlust der Urlauber hat sich die Anzahl der deutschen Touristen zwischen Athen, Kreta und dem Peloponnes um etwa zehn Prozent reduziert.

Im Gegensatz dazu hat die Fernreise ihre Faszination nicht verloren. Trotz Terroranschlägen und Naturkatastrophen begab sich 2010 mehr als jeder neunte Bundesbürger auf die „große“ Reise. Im Vergleich zum Vorjahr konnten hierbei alle Überseedestinationen von Nordamerika bis Asien und von Afrika bis in die Karibik leichte Zugewinne verzeichnen.

Videostatements: Prof. Dr. Ulrich Reinhardt,  Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, analysiert das Reisejahr 2010, gibt einen Ausblick auf 2011 und nimmt Stellung zur aktuellen Situation in Nordafrika und dem daraus resultierendem Reiseverhalten der Deutschen.

Reisedauer und Reisekosten 2010: 12,5 Tage für 944 Euro
Die durchschnittliche Reisedauer der Deutschen betrug 2010 12,5 Tage. Die Deutschen reisten somit einen halben Tag weniger als noch 2009 (13 Tage). Die Urlaubsphilosophie von den „schönsten Wochen des Jahres“ scheitert zunehmend an zeitlichen und vor allem finanziellen Grenzen. Doch der Wunsch, die Ferien nicht auf Balkonien zu verbringen, hat weiterhin Bestand und um diesen auch realisieren zu können, verkürzen die Bundesbürger immer weiter ihre Reisedauer. Reinhardt: „In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die Urlaubsdauer kontinuierlich um etwa zwei Tage pro Jahrzehnt verringert: 1980 waren es 18,2 Tage, 1990 16,3 Tage, 2000 noch 14,8 Tage und 2010 12,5 Tage. Schreitet diese Entwicklung fort, so kann die durchschnittliche Reisedauer zum Ende des Jahrzehnts erstmals auf unter zehn Tage fallen.“ Bei Inlandsreisen wird gegenwärtig bereits lediglich 10,3 Tage verreist.

Durchschnittlich 944 Euro ließen sich die Deutschen ihre Urlaubsreise pro Person kosten. In dieser Summe waren nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftskosten enthalten, sondern auch alle Nebenkosten – vom Einkaufsbummel bis zu Ausflügen, vom Souvenir bis zum Trinkgeld für das Servicepersonal. Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 1.038 Euro) reduzierten sich die Gesamtausgaben somit um fast 100 Euro. Für die Bundesbürger bleibt es beim Grundsatz: Lieber im Urlaub selbst und an der Dauer der Reise sparen, als komplett daheim zu bleiben.

Geradezu Welten lagen zwischen den Reisekosten im In- und Ausland. Eine Reise ins europäische Ausland war mit 981 Euro fast fünfzig Prozent teurer als ein Urlaub in Deutschland (662 Euro). Fernreisen in die USA, die Karibik oder Asien sind Traumziele und werden es für die meisten Deutschen auch bleiben. Mit 1.668 Euro kostete die Reise in die weite Welt deutlich mehr als die Bundesbürger ausgeben wollten und konnten.

Reiseprognose 2011: Jeder Vierte weiß noch nicht wohin
Deutschland wird auch 2011 das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Bundesbürger bleiben. Trotz der Vielfalt und Konkurrenz der Reiseziele in Europa und Übersee will fast jeder vierte Deutsche seinen Urlaub im eigenen Land verbringen. Völlig offen ist die Frage, ob Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, Baden-Württemberg oder sonst eine Feriendestination in Deutschland der Gewinner der Saison werden wird. Vieles ist hier noch möglich.

Bei den Auslandsreisezielen bleibt Spanien der unangefochtene Spitzenreiter. Besonders die Balearen können sich 2011 erneut auf zahlreiche Besucher freuen. Der Zweikampf um die Gunst der Gäste zwischen Italien und der Türkei wird derweil in die nächste Runde gehen. Beide Ziele werden wieder ähnlich viele Reisende bei sich begrüßen können. Hierbei kann sich die Türkei auf überdurchschnittlich viele Ostdeutsche und jüngere Reisende, Italien hingegen eher auf Westdeutsche und ältere Gäste einstellen. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem: Auch Reiseziele in Griechenland, Skandinavien, Kroatien oder Österreich können sich auf zahlreiche Reisende aus Deutschland freuen.

Urlaub in Krisengebieten – Deutsche zeigen Risikobewusstsein
Nach den Unruhen in Tunesien Anfang des Jahres brodelt es seit Ende Januar auch in Ägypten. Und während aus Tunesien alle Urlauber kurzfristig ausgeflogen wurden, sonnen sich noch immer viele deutsche Touristen an den Stränden von Hurghada bis Scharm El-Scheich. Gerade in Ägypten sind Unruhen und Reisewarnungen nichts Neues. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre gab es immer wieder politische Krisen, die Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeerstaat hatten (z.B. Anschläge in Luxor 1997, in Taba 2004, in Scharm El-Scheich 2005 oder 2006 in Dahab). Die deutschen Urlauber reagierten stets mit kurzfristigem Krisenbewusstsein, kehrten im Anschluss aber wieder relativ zeitnah in das beliebteste Urlaubsziel Nordafrikas zurück. Gilt dies auch für die Zukunft? Und welchen Einfluss haben die Reisewarnungen auf das Urlaubsverhalten 2011?

Das Ergebnis ist eindeutig: Fast jeder zweite Bundesbürger gibt an, sein aktuelles Reiseverhalten den Terror- und Reisewarnungen anzupassen. Vor allem eine Änderung des Reiseziels und der Reisezeit ziehen die Deutschen dabei in Betracht. Und mehr als jeder achte Bundesbürger reagiert entschlossen, indem er seinen Urlaub zunächst einmal gänzlich auf Eis legt. Zusätzlich lässt schon jetzt jeder dritte Deutsche eine generelle Reisevorsicht walten und gibt an, grundsätzlich nur in Urlaubsgebiete zu verreisen, die weniger risikogefährdet sind (z.B. ins Inland). Im Gegensatz dazu äußern lediglich 13 Prozent der Bundesbürger, sich nicht von Reisewarnungen beeinflussen zu lassen und ihren Urlaub wie geplant durchführen zu wollen. Im Vergleich zur Vergangenheit z.B. mit dem Jahr des 1. Golfkrieges 1991 (78%: Urlaubspläne nicht geändert) oder nach dem 11. September 2001 (67%: Urlaubspläne nicht geändert) zeigen die Bürger ein deutlich höheres Risikobewusstsein und wählen ihre Urlaubsziele mit mehr Bedacht aus.

Das Fazit des Wissenschaftlichen Leiters der BAT-Stiftung: „Auch in Krisenzeiten wollen die Deutschen reisen. Die Tourismusbranche wird daher eher kurzweilige Schwankungen als Einbrüche verzeichnen und auch diese werden nur für bestimmte Regionen gelten. Und auch die Reiseziele in Ägypten und Tunesien können langfristig wieder beliebte Reiseziele der Deutschen sein. Ob jedoch die Touristen schon diesen Sommer wieder zurückkommen, ist fraglich. Diesmal könnte es etwas länger dauern“.

Commerzbank-Studie – 2011: Boom bei Geschäftsreisen – Erholungssignale bei Urlaubsreisen

(Frankfurt/Main, 19. Januar 2011) Die Deutschen geben im Zuge des Konjunkturaufschwungs wieder mehr für Auslandsreisen aus. Das gilt vor allem für Geschäftsreisende. Dies geht aus der jüngst in Stuttgart vorgestellten Reisestudie der Commerzbank hervor. Aber auch bei den Urlaubsreisen gibt es Erholungssignale. „2011 dürfte es weiter aufwärts gehen. Bei steigenden Haushaltseinkommen und kräftig zunehmenden Investitionen dürften die deutschen Reiseausgaben im Ausland um 3,25 Prozent zulegen”, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Weiter Aufschwung bei Geschäftsreisen prognostiziert die Commerzbank (Foto: Großer Festsaal im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg)

Weiter Aufschwung bei Geschäftsreisen prognostiziert die Commerzbank (Foto: Großer Festsaal im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg)

Die internationale Tourismuskonjunktur profitierte 2010 erheblich von den besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Im Gesamtjahr 2010 sind nach Schätzungen der Welttourismusorganisation 930 Millionen Reisende in einem der 150 Zielländer angekommen. Das sind fünf bis sechs Prozent mehr als 2009. „Dabei war der Anstieg bei den Emerging Markets deutlich stärker als in den Industrieländern”, erklärte Jutta Kayser-Tilosen, Tourismusexpertin der Bank. Das laufende Jahr könnte gar zu neuen Rekordständen bei den Gästezahlen im weltweiten Tourismusgewerbe führen.

Türkei wird immer beliebter
Deutsche Auslandsreisende gaben im vergangenen Jahr schätzungsweise 59,4 Milliarden Euro für Reisen ins Ausland aus, das entspricht etwa 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Deutschland bleibt damit Reiseweltmeister vor den USA, China und Großbritannien. Verantwortlich für dieses Plus sind allerdings vor allem die Geschäftsleute. Im Einklang mit den kräftig steigenden Investitionen wuchsen die Ausgaben für Geschäftsreisen ins Ausland im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent – nach einem Einbruch um insgesamt ein Viertel in den zwei Jahren davor.

Spanien blieb 2010 das Auslandsreiseziel Nummer eins der Deutschen, verliert allerdings seit Jahren Marktanteile. Auf den weiteren Plätzen folgten Österreich und Italien. Der Gewinner des Jahres 2010 ist aber die Türkei, wo Deutsche fast 20 Prozent mehr ausgaben als im Vorjahr. “Ägypten punktet nach wie vor mit einem großen All-inclusive-Angebot. Auch Polen und die Tschechische Republik zählen als relativ preiswerte Länder zu den Gewinnern”, so Kayser-Tilosen.

Das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt aber das eigene Land. Schätzungsweise über 112 Millionen inländische Reisende kamen in einem Hotel, einer Ferienwohnung oder einem Campingplatz an, deutlich mehr als 2009.

Erholung pur bei den Reiseeinnahmen aus dem Ausland
Nach einer Vollbremsung 2009 stiegen die Reiseeinnahmen aus dem Ausland 2010 um gut fünf Prozent, lagen aber mit 26,1 Milliarden Euro noch unter dem Niveau von 2008 (27,1 Mrd. Euro). Wahrscheinlich sind es vor allem die Ausgaben der Geschäftsreisenden, die sich erholt haben. Sie machen fast ein Drittel aller ausländischen Reiseeinnahmen aus. Dabei sind Bewohner der Nachbarländer die eifrigsten Besucher hierzulande. Mehr als 40 Prozent der gesamten internationalen Reiseeinnahmen Deutschlands kamen von Gästen aus den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Österreich.

Fünftwichtigste Urlauber sind für die deutsche Wirtschaft die US-Amerikaner. Deutschland empfing elf Prozent  mehr Gäste aus den USA, was mit spürbar höheren Einnahmen einhergegangen sein dürfte.

2011: Weiteres Plus bei den Reiseausgaben im Ausland
Vieles spricht für einen weiteren Anstieg der deutschen Reiseausgaben im Ausland. „Wir erwarten, dass die Unternehmen ihr Budget für Geschäftsreisen ins Ausland nochmals deutlich ausweiten werden”, sagte Jutta Kayser-Tilosen. Auch die Verbraucher dürften 2011 mehr Geld für Auslandsreisen ausgeben. Waren sie im vergangenen Jahr noch vorsichtig, so werden sie nun mit steigenden Einkommen und sinkender Arbeitslosigkeit mutiger. Um schätzungsweise 3,25 Prozent werden die gesamten Reiseausgaben der Deutschen im Ausland steigen. Mit 61,3 Milliarden Euro dürften sie einen neuen Rekord erreichen.

Bei den Reiseeinnahmen aus dem Ausland erwarten die Volkswirte der Commerzbank für 2011 einen Anstieg um drei bis vier Prozent  auf 27 Milliarden Euro. Dies läge schon wieder nahe am Allzeithoch von 2008 (27,1 Mrd. Euro).

Die Studie steht unter commerzbank.com zum Abruf bereit.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen – Urlaubsreisetrends 2011: Rekordjahr für Tourismus zu erwarten

(Stuttgart, 15. Januar 2011) Nach einem guten Jahr 2010 zeigen sich für den Tourismus 2011 noch bessere Aussichten. Vier von fünf Deutschen haben sich bereits mit der Planung ihrer Urlaubsreisen beschäftigt. Dies geht aus einem Bericht der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR), der nun in Stuttgart vorgestelllt wurde, hervor. Der Urlaubslustindikator stieg um acht Prozent (von 51 auf 55%). Weniger Personen als im Vorjahr sehen finanzielle Barrieren, die ihnen 2011 eine Urlaubsreise unmöglich machen könnten (23%; nach 27% im Vorjahr).

Zum Jahresbeginn 2011 hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) für die CMT in Stuttgart eine erste vorläufige Bilanz des Reisejahres 2010 erstellt und die touristischen Trends des neuen Jahres ermittelt. Martin Lohmann stellte die Ergebnisse in Stuttgart vor.

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren I

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren I

2010: Tourismus nach der Krise
Zum Jahresende wurde deutlich, dass der globale Tourismus nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder auf dem Niveau des Jahres 2008 angelangt ist. Die Zahl der internationalen Gästeankünfte ist um gut fünf Prozent gestiegen (UNWTO). Ein Wachstum gab es auch beim Tourismus in Deutschland. Hier stieg die Zahl der Übernachtungen um drei Prozent auf ein Rekordhoch. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die ausländischen Quellmärkte (+11%; Inland +2%). Hier spielen auch Geschäftsreisende eine wichtige Rolle.

Die deutschen Reiseveranstalter haben im vergangenen Jahr gute Erträge erwirtschaftet. Die Umsatzsteigerungen (+3%) blieben hinter dem Gästeplus (+5%) zurück. Wachstum gab es in fast allen Segmenten, besonders augenfällig bei Kreuzfahrten (ca. +15%) und Türkeireisen (+15%).

Die FUR erwartet nach den vorläufigen Daten auf der Basis der RA online vom Jahresende eine Steigerung der deutschen Nachfrage nach Urlaubsreisen im Jahr 2010 und ein Volumen von rund 70 Millionen Urlaubsreisen. Für die Jahr für Jahr hohe Zahl an Urlaubsreisen spielen Konsumgewohnheiten und Konsumprioritäten eine wichtige Rolle. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, neben der wirtschaftlichen Aufhellung auch auf langfristige Entwicklungen (demographischer Wandel) und aktuelle Marktbedingungen (günstige Preise).

2011: Urlaubslust auf Rekordhöhe
Einerseits bestimmt die wirtschaftliche Lage bzw. deren Wahrnehmung, ob und wie die Deutschen Urlaubsreisen machen; andererseits zeigen ihre Reisen und Reisepläne, wie die Deutschen die wirtschaftliche Situation einschätzen. Und hier gehen zum Jahresanfang alle Indikatoren in die gleiche Richtung:

Nach einem guten Jahr 2010 zeigen sich für den Tourismus 2011 noch bessere Aussichten. Vier von fünf Deutschen haben sich bereits mit der Planung ihrer Urlaubsreisen beschäftigt. Der Urlaubslustindikator stieg um acht Prozent (von 51 auf 55%). Weniger Personen als im Vorjahr sehen finanzielle Barrieren, die ihnen 2011 eine Urlaubsreise unmöglich machen könnten (23%; nach 27% im Vorjahr).

Vor diesem Hintergrund erwarten die Forscher ein Rekordjahr für den Urlaubstourismus. Nicht nur die Zahl der Urlaubsreisenden nimmt zu, sondern auch die Anzahl ihrer Reisen und damit auch ihrer für Reisen aufgewendeten Ausgaben. 23 Prozent der Deutschen wollen 2011 mehr Reisen machen als im Vorjahr, 17 Prozent weniger. In den Vorjahren hielten sich diese Kennziffern regelmäßig in etwa die Waage.

Die Tourismus-Branche rechnet aus ihrer Sicht ebenfalls mit Umsatzsteigerungen, u.a. auch aufgrund moderater Preissteigerungen.

Auch weltweit ist Wachstum in Sicht. Laut UNWTO sind für 2011 Steigerungen von etwa vier Prozent der internationalen Ankünfte abzusehen, das entspräche dann einem Volumen von 965 Millionen Reisen. Angesichts der weiterhin mit Risiken behafteten wirtschaftlichen Situation kann sich diese Zukunftsperspektive natürlich rasch ändern. Die Dynamik im globalen Tourismus ist nicht in Europa zu finden, sondern vor allem in den „emerging markets“, also Ländern wie Indien, China, Russland oder Brasilien. Diese Länder haben sowohl als Quellmärkte stark wachsende Bedeutung wie auch als Reiseziele.

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren II

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren II

Reiseziele und Reiseformen: Wie wir reisen
Die wichtigsten Urlaubsziele der Deutschen werden auch 2011 Deutschland (mit über 30% weit vorne auf dem ersten Platz), Spanien, Italien, die Türkei und Österreich sein (zusammen knapp zwei Drittel aller Urlaubsreisen). Dennoch gibt es auch hier Dynamik: Den Präferenzäußerungen der Befragten nach haben Fernziele, Mittelmeerländer und Destinationen in Skandinavien Chancen auf einen Zuwachs an deutschen Urlaubsgästen.

Allerdings wächst das Interesse an fast allen Urlaubregionen. Das zeigt eine hohe Flexibilität auf der Kundenseite, die Urlauber sind „multioptional“ und sehen in vielen Destinationen die Möglichkeit, ihre Urlaubsbedürfnisse zu befriedigen. So werden die Reiseziele immer austauschbarer, selbst wenn sie sich objektiv unterscheiden. Das gilt analog auch für die Urlaubsformen. Die Klassiker bleiben hier auch 2011 die bedeutendsten Reisearten: Strand-, Ausruh-, Natur-, und Familienferien. Wachstum ist in bislang kleineren Segmenten (Kreuzfahrt; Radreisen; Wellness, All Inclusive) zu erwarten.

Baden-Württemberg als Quellmarkt
Die Baden-Württemberger sind reisefreudig und heimatverbunden zugleich. Einerseits machen sie überdurchschnittlich viele Urlaubsreisen ins Ausland (77%; alle Deutschen: 68%), andererseits sind sie die wichtigste Gästegruppe im eigenen Land: 25% aller deutschen Urlaubsgäste in Baden-Württemberg stammen aus dem eigenen Bundesland und reisen so in der Heimat. Langeweiler sind sie deswegen nicht, sie lassen sich nicht nur von der Natur sondern auch von Städte- und Eventreisen locken.

Ausblick
Die nachfrageseitigen Voraussetzungen und die Rahmenbedingungen für 2011 für den Urlaubstourismus sind ganz hervorragend. Wir erwarten ein leicht wachsendes Nachfragevolumen. Angebot und Nachfrage werden dabei zunehmend differenzierter, die Auswahl wird für die flexiblen, „multi-optionalen“ Kunden umfangreicher. Informationen über die zahlreichen Urlaubsmöglichkeiten werden einerseits wichtiger, andererseits sind sie wegen der großen Fülle kaum zu bewältigen. Der nach wie vor harte Konkurrenzkampf verlangt Kundenorientierung sowohl im Produkt als auch in der Kommunikation. Den urlaubslustigen Reisenden kann das nur Recht sein.

GfK Travel Insights: Reiselust der Deutschen nimmt zu

(Nürnberg, 05. August 2010) Die Deutschen sind reisefreudig wie nie zuvor. In keiner Sommersaison der vergangenen Jahre lagen die Umsätze mit gebuchten Reisen höher. Gesunkene Preise für Urlaubsreisen stützen das Buchungsverhalten. Dies ist Ergebnis einer aktuellen Touristikstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK, Nürnberg).

Die Reisebüros in Deutschland haben die Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar überwunden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen sie für die laufende Sommersaison ein Umsatzplus von sechs Prozent. Die meisten Buchungen entfallen in diesem Jahr auf Urlaubsländer am Mittelmeer. Die Türkei und Ägypten sind hier stark nachgefragt während Griechenland und Portugal Buchungsrückgänge verzeichnen. Wachstumsstark im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigen sich auch Fernreisen mit einem Zuwachs von elf Prozent.

Die in diesem Jahr niedriger ausfallenden Urlaubspreise hat die Reisefreudigkeit der Deutschen positiv beeinflusst. Der durchschnittlich gezahlte Preis für den Sommerurlaub liegt mit 664 Euro pro Person bei annähernd derselben Aufenthaltsdauer 2,8 Prozent unter dem Vorjahr. Deutlich preisbewusster sind hingegen kurzentschlossene Urlauber. Sie geben im Vergleich zu allen Reisenden fast ein Drittel weniger aus. Zudem fällt der Aufenthalt zwei Tage kürzer aus. Besonders günstige Last-Minute-Reisen sind derzeit nach Griechenland, Thailand oder Portugal erhältlich. Hier lagen die Ausgaben pro Nacht und Person zuletzt um mehr als zehn bis zu fast 25 Prozent unter denen des Vorjahres. Für Urlaubsländer wie Ägypten, Malediven und Kroatien zahlen deutsche Urlauber zurzeit dagegen deutlich höhere Preise als im vergangenen Sommer.

Griechenland kämpft mit Preisnachlässen gegen die durch die Krise im Land verursachten Einbrüche im Tourismus. Zwar liegen die Urlaubsbuchungen im deutschen Markt unverändert unter dem Vorjahresniveau, doch ist die Talsohle durchschritten. Die politischen Unruhen in Thailand und die Ölkatastrophe in den USA haben sich bisher nicht auf die Buchungszahlen in Deutschland ausgewirkt.

Balearen führend bei Last-Minute-Reisen
Bisher wurden für die diesjährige Sommersaison ähnlich viele Last-Minute-Reisen gebucht wie im Vorjahreszeitraum. Top-Reiseziel für Kurzentschlossene sind dank der guten Fluganbindung nach wie vor die Balearen. Fast jeder Fünfte verreist kurzfristig dorthin, bevorzugt nach Mallorca oder Ibiza. Ebenfalls attraktiv für Spontanurlauber sind die kanarischen Inseln. Insgesamt entwickeln sich allerdings spanische Ferienregionen in diesem Sommer bislang leicht rückläufig, was aber durch das gute Last-Minute-Geschäft noch ausgeglichen werden kann. Die Türkei gewinnt als zweitstärkstes Urlaubsland in diesem Segment Marktanteile hinzu, allerdings nicht so stark wie mit längerfristig geplanten Reisen. Beliebte Reiseländer für Spontanurlauber sind außerdem Deutschland und Italien mit einem Umsatzanteil von 7,3 beziehungsweise 5,3 Prozent. Andere nah gelegene Ziele wie Frankreich, Niederlande und Polen werden im Reisebüro in diesem Sommer stärker als in der letzten Saison nachgefragt. Hält die Entwicklung bei den Last-Minute-Reisen an, könnte die laufende Sommersaison für die Reisebüros in Deutschland mit einem Umsatzrekord enden.

Gelungener Start in die Wintersaison
Vielversprechend sind derzeit bereits die Vorausbuchungen für die kommende Wintersaison 2010/2011. Das Umsatzplus beträgt bis Juli im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent. Damals haben sich die Deutschen allerdings zurückhaltender verhalten. Aber auch im Vergleich zum starken Jahr 2008 schlägt noch ein Plus von vier Prozent zu Buche. Bei den Frühbuchern sind in diesem Winter Ziele im östlichen Mittelmeer (+16%) und Fernreisen (+5%) bevorzugte Reiseregionen. Urlaubsorte im eigenen oder in nah gelegenen Ländern weisen eine stabile Nachfrage auf (+2%). Lediglich die Länder im westlichen Mittelmeerraum haben das Umsatzniveau des Vorjahres bislang noch nicht erreicht.

Die Auswertungen von GfK Travel Insights, dem Tourismus-Vertriebspanel der GfK Retail and Technology, basieren auf den Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden. Durchschnittlich 340.000 Buchungssätze dieser konstanten Stichprobe gehen monatlich an die GfK. Hochgerechnet auf den Gesamtmarkt erlau¬ben die Auswertungen von GfK Travel Insights verlässliche Rückschlüsse auf das Buchungs- und Reiseverhalten der deutschen Urlauber. Trends und Entwicklungen im touristischen Markt sind zeitnah nachvollziehbar. Die aktuellen Daten beziehen sich auf Auswertungen der Buchungsinformationen bis Mitte Juli. Aussagen sowohl zur Sommersaison 2010 (Mai bis Oktober) sowie zur kommenden Wintersaison 2010/11 (November bis April) stellen Momentaufnahmen dar.

Tourismus: Letzte Pauschalurlauber bald zuhause

(Berlin, 21. April 2010) Der Deutsche Reiseverband rechnet damit, die aufgrund der Sperrung des europäischen Luftraums infolge der Vulkanaschewolke gestrandeten letzten deutschen Pauschaltouristen erst in einigen Tagen zurückholen zu können. Bis Mittwochmorgen seien von ursprünglich 130.000 Touristen 100.000 zurückgeflogen worden, sagte der Leiter Kommunikation des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Torsten Schäfer, am Mittwochnachmittag in einer Sitzung des Tourismusausschusses des Deutsches Bundestages. Bis einschließlich Donnerstag sollen weitere 20.000 Reisende von weiter entfernten Reisezielen zurückgeholt werden. Die restlichen 10.000 Touristen hingen ”auf der Langstrecke fest“, sagte Schäfer. Ihre Rückholung gestalte sich schwieriger, solle aber in den nächsten Tagen gelingen. Der Ausschuss hatte die Situation für die Tourismusbranche und Reisende nach dem Vulkanausbruch auf Island kurzfristig als Tagesordnungspunkt aufgenommen.

Neben Fragen der Flugsicherheit und der wirtschaftlichen Konsequenzen interessierten sich die Abgeordneten insbesondere für die Auswirkungen auf die Verbraucher. Für die Verbraucherzentrale Bundesverband machte Kerstin Hoppe in der Sitzung deutlich, es habe zahlreiche Beschwerden gegeben, dass Hotlines von Fluggesellschaften oder Reiseanbietern kostenpflichtig und nicht erreichbar gewesen seien. Allerdings hätten sich große Reiseunternehmen bei der Bezahlung zusätzlicher Hotelübernachtungen infolge der Luftraumsperrung kulant gezeigt. Hoppe sagte, sie rechne damit, dass die meisten Beschwerden erst in den nächsten Tagen und Wochen bei den Verbraucherzentralen eintreffen werden.

1,7 Mrd. Euro Verluste für Airlines
Die Flugverbote brachten den Airlines gewaltige Verluste. Der Luftfahrtverband IATA schätzt die Umsatzausfälle auf insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar. Zum Höhepunkt der sechstägigen Luftfahrtkrise betrugen die Einbußen bis zu 400 Millionen US-Dollar am Tag. Die deutsche Wirtschaft musste Umsatzausfälle von bis zu einer Milliarde Euro pro Tag verkraften, rechnete die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hoch. Die Umsatzausfälle in der deutschen Hotellerie waren noch nicht bezifferbar.

Aschewolke vorerst vorüber: Flugraum wird wieder frei gegeben

UPDATE (Berlin, 21. April 2010) Die Hängepartie ist so gut wie beendet: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat den deutschen Flugraum weitestgehend auch wieder offiziell frei geben. Nur noch Dresden, Leipzig, Erfurt und Münster seien offiziell gesperrt. Im Laufe des Tages sollen die seit Donnerstag vergangener Woche für alle deutschen Flughäfen  geltenden Beschränkungen wieder aufgehoben werden.

Seit Montag nachmittag starten und landen Flugzeuge im sog. Sichtflugverfahren. Die Lufthansa führt einen reduzierten Flugplan durch: Alle Langstreckenflüge finden statt, europäische und innerdeutsche Verbindungen werden nur teilweise bedient. Auch Air Berlin hatte den Betrieb weitestgehend wieder aufgenommen.

Auch in den anderen westeuropäischen, von der Aschewolke betroffenen Ländern sind die Flugverbote aufgehoben worden. In Großbritannien, Irland, Frankreich, Österreich, Niederlande, Norwegen und in der Schweiz wird gestartet und gelandet.

Zuletzt hatte ein niederländischer Forschungsflug die für Flugzeugtriebwerke gefährlichen Aschepartikel in der Atmosphäre über Europa nachgewiesen. Die Ergebnisse eines deutschen Testfluges vom Montag sind nicht in Gänze bekannt. Heute will sich damit der Bundestag befassen.

In Deutschland waren Flüge aufgrund einer Sondergenehmigung nach Sichtflugregeln möglich. Dies ist allerdings nur bei guter Sicht und schöner Witterung möglich. Ob die Flüge dennoch gefährlich waren oder das vorsorglich aufgrund von Computerberechnungen des Londoner Volcanic Ash Advisory Centre ausgesprochene Flugverbot übertrieben war, muss nun aufgearbeitet werden.

Trotz Aschewolke kein Anstieg von Streitfällen erwartet

Presseanzeiger-Interview mit Reisejournalist Carsten Hennig

PresseAnzeiger: Durch die Aschewolke sitzen viele Urlauber fest. Trotzdem können Buchungen von Zimmern etc. nicht einfach storniert werden. Was können Urlauber tun?

Carsten Hennig

Carsten Hennig

Carsten Hennig: Grundsätzlich gilt: Aufgrund Flugstornierungen infolge von Naturereignissen gibt es kein Sonderkündigungsrecht für rechtsverbindliche Hotelbuchungen. Der Hotelier hat – je nach den gesetzlichen Bestimmungen – das Recht, die Zimmerraten zumindest teilweise zu verlangen. In der Praxis sieht meist anders aus: Zimmerreservierungen werden storniert, es entstehen keine Kosten und der Hotelier guckt in die Röhre. Urlauber sollten – bei größeren Reisen – allerdings stets eine Reiserücktrittsversicherung abschließen, um zum Beispiel nicht mehr rückholbare Ausgaben für Flüge u.a. wieder rein zu holen.

PresseAnzeiger: Erwarten sie einen Ansturm von Streitfällen zwischen Hotels, Airlines und Touristen?
Carsten Hennig: Jede Urlaubssaison bringt eine neue Reihe an (alten) Streitfällen mit sich. Da geht es um verbaute Hotelzimmer, nicht funktionierende Wellnessanlagen, Bauarbeiten vorm Hotel oder zu vielen russischen Gästen. Die Flugausfälle infolge des Vulkanausbruchs auf Island werden vermutlich nicht zu einer signifikanten Steigerung der Rechtsstreitigkeiten führen, da sich einerseits die Reiseveranstalter redlich bemühen, ihre Urlauber wohlbehalten zurückreisen zu lassen, andererseits die Fluggesellschaften und Hotels sehr kulant verhalten.

PresseAnzeiger: Wie schätzen sie die Auswirkungen auf den deutschen Hotelmarkt ein?
Carsten Hennig: Die Auswirkungen der Flugausfälle in ganz Europa auf die deutschen Hotels sind nicht absehbar. Zwar entspannt sich die Lage nun wieder, da die Flugverbote zunächst gelockert wurden. Doch die Ausfälle bei Geschäftsreisen und Konferenzen sind unübersehbar. Wie hoch diese ausfallen werden wir Anfang Mai in den Umsatzstatistiken ablesen können. Nur einige Hotels um die großen Verkehrsflughäfen herum verzeichneten einen sprunghaften Anstieg der Gästezahlen. So wird aus dem Airport Frankfurt/Main berichtet. Dagegen gab es am Flughafen München keine großen Zuwächse in den nahe gelegenen Hotels.

PresseAnzeiger: Sind die Fluggesellschaften etc. für derartige Ausfälle nicht ausreichend versichert?
Carsten Hennig: Inwieweit die großen europäischen Airlines Rückstellungen für derartige Umsatzausfälle gebildet haben, kann pauschal nicht beantwortet werden. Die wirtschaftliche Lage einzelner Fluggesellschaften ist nach dem Krisenjahr ohnehin nicht rosig. Während Lufthansa die Krise wohl gut übersteht, sieht es bei SAS umso dramatischer aus; hier wurden tausende Mitarbeiter frei gestellt. Inwieweit die zum Teil heftigen Aktienkursverluste die Airlines mittelfristig beschäftigen werden, bleibt zu beobachten.

PresseAnzeiger: Wie sehen die Hotels der Zukunft aus? Wohin geht der Trend?
Carsten Hennig: Ein erfolgreiches Hotel – ganz gleich in welcher Kategorie – zeichnet sich auch zukünftig durch exzellenten Service aus. Zuvorkommende Betreuung, herzliche Aufnahme und eine freundliche Atmosphäre machen auch weiterhin das professionelle Gastgebertum aus – das gilt für den familiengeführten Landgasthof wie für das internationale Luxushotel. Gleichrangig sind Sauberkeit und Hygiene: Jede Beherbergung muss hier gesteigerten Wert auf regelmäßige und gründliche Reinigung legen – gerade jetzt, wo die Bettwanze in unsere Breiten zurückkehrt. Ein erfolgreiches Hotel muss in der Zukunft auch den steigenden technischen Anforderungen gerecht werden: Auf der einen Seite in moderne Haustechnik investieren, um weiterhin Energie zu sparen. Auf der anderen Seite moderne Kommunikationstechnik wie Highspeed-Datennetze, TV- und Hifi-Systeme parat halten. Und ein Hotel mit Spa und Wellnessbereich muss auch hier ständig nachrüsten, in neue Wassertechnik oder Fitnessgeräte. Und auch „hinter der Bühne“ steht die Zeit nicht still: Viele Betriebe benötigen moderne Küchen- und Gartechnik oder neue Computersysteme für elektronische Buchungen und neue Abrechnungssoftware.

Das Interview erschien am 20. April 2010 auf presseanzeiger.de. Carsten Hennig ist Chefredakteure von hotelier.com. Die Frage stellte Markus Gärtner.

Aschewolke: Flugverbot gilt offiziell weiterhin – Lage am Reisemarkt entspannt sich

(Berlin, 20. April 2010) Vorerst geht es im Sichtflug: Der Luftraum über Deutschland wird trotz offiziellem Flugverbot rege genutzt. Lufthansa und Air Berlin haben ihren Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Die TUI holt mit 34 Flugzeugen rund 11.000 gestrandete Urlauber nach Hause. Die Lage am Reisemark entspannt sich somit. Doch weiterhin sind die Aussichten kritisch.

Die konkreten Auswirkungen der Flugverbote auf die Hotellerie sind nicht zu beziffern. „Festhalten können wir indes nur: Auch wenn einige Häuser in Flughafennähe von den Flugstreichungen kurzfristig profitieren, überwiegen für die Hotellerie die negativen Auswirkungen“, so Dehoga-Sprecherin Stefanie Heckel gegenüber dieser Fach-Illustrierten. Aufgrund der massiven Beeinträchtigungen des Reiseverkehrs würden Geschäftsmeetings und Veranstaltungen abgesagt, Reisen nicht durchgeführt. „Je länger die massiven Beeinträchtigungen anhalten, desto größer ist der Schaden für die gastgewerblichen Unternehmen“, so Heckel.

+369% mehr Auslastung in Frankfurter Hotels
Die Flugausfälle führten in der vergangenen Woche in Airporthotels zu sprunghaften Anstiegen bei den Gästezahlen. Nach einer Erhebung von STR Global stieg der Revpar in Frankfurter Flughafenhotels um +369 Prozent und damit im europäischen Vergleich am höchsten.

In den Hotels am Flughafen Brüssel stieg der Revpar in der Woche 11.-17. April um 137 Prozent, in Stockholm-Arlanda um 75 Prozent, London-Heathrow um 70 Prozent, Amsterdam-Schipohl um 69 Prozent und London-Gatwick um 40 Prozent.

Zudem waren die Frankfurter Airporthotels in der vergangenen Woche bis Donnerstag nahezu ausgebucht, u.a. aufgrund der Fachmesse „Light + Building“.

Dorint: 200 Gäste sitzen auf Mallorca fest
Die Flugausfälle in Europa haben auch Auswirkungen auf die 36 Dorint Hotels & Resorts im In- und Ausland. Während die Dorint Hotels in Flughafennähe (Köln, Wiesbaden, Frankfurt Main-Taunus, Berlin-Tegel, Amsterdam) kurzzeitig Zuwächse durch gestrandete Fluggäste und Airline-Crews verzeichnen, gibt es bereits eine Vielzahl von Stornierungen bei den Ferienhotels. Insbesondere betroffen ist das Fünf-Sterne-Resort in Camp de Mar/Mallorca. Dort sitzen derzeit rund 200 Gäste fest, berichtete Dorint-Chef Michael H. Göldner am Montag.

“Durch die Flugausfälle gibt es eben Gewinner und Verlierer”, sagte Göldner. So konnte das Dorint An der Messe in Köln kurzfristig eine Tagung eines internationalen Unternehmens neu gewinnen, weil der vorgesehene Tagungsort in Lissabon für die Teilnehmer nicht erreichbar ist. Andererseits wurden bereits in anderen Business-Hotels der Gruppe Zimmer für Tagungen und Geschäftsreisen in erheblichem Umfang storniert. “Insbesondere allen unseren Gästen in den Ferien-Hotels bieten wir an, innerhalb der nächsten drei Monate in dem Reisezeitraum bis November 2010 stornofrei umzubuchen”, so Göldner. “Wir kommen mit dieser Regelung unseren Gästen kulant entgegen. Saisonbedingte Preisunterschiede müssen allerdings von den betroffenen Umbuchern ausgeglichen werden.” Göldner kündigte an, dass Dorint die Übernachtungspreise durch diese Ausnahmesituation nicht verändern wird. “Wir fühlen uns unseren Gästen verpflichtet”, so der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Reiseveranstalter lassen wieder starten
Die Veranstalter der REWE Group (Dertour, Meier’s Weltreisen, ADAC Reisen, ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Clevertours) starteten am Dienstag schrittweise den regulären Flugverkehr in die Urlaubsgebiete u.a. Air Berlin. Condor nahm am Dienstag morgen den regulären Flugplan in rund 60 Urlaubsziele wieder auf. L‘Tur holte gestrandete Urlauber mit Chartermaschinen aus Mallorca und der Türkei heim.

Airbus testete Flüge durch Aschwolke
Um die tatsächlichen Auswirkungen der sog. Aschewolke auf Flugzeugtriebwerke zu testen, hat Airbus gestern einen A340 und einen A380 in Frankreich und Deutschland gestartet. Die Testpiloten sollten die Motoren des amerikanischen Herstellers Engine Alliance und Rolls-Royce Triebwerk im Einsatz beobachten. Die Testergebnisse wurden bislang nicht veröffentlicht.

WTTC mahnt bessere Koordinierung an
Die Auswirkungen eines einzelnen Vulkanausbruch auf die internationale Touristik waren/sind immens. Jean-Claude Baumgarten, Chef des World Travel & Tourism Council (WTTC), mahnt daher eine bessere Abstimmung der betroffenen Staaten für komplexe Sachverhalte wie beim aktuellen Fall der Aschewolke von Island an. Die Folgen für die Welttouristik, die mit 235 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 5.751 Milliarden US-Dollar einen Anteil von 9,2 Prozent an der Weltwirtschaft darstellt, wären einfach zu groß.

Aschewolke: Deutsche Flughäfen weiterhin gesperrt

UPDATE (Berlin, 19. April 2010) Sperre bis 20h: Die Deutsche Flugsicherung hat die Beschränkungen für deutschen Flugraum abermals verlängert. Die Ausfälle bedeuten täglich einen Verlust von rund 200 Millionen US-Dollar für die Fluggesellschaften, teilte IATA mit. Die Folgekosten für Reiseveranstalter, die ihre Urlauber nur unter Mühen und erheblichen Mehrkosten heimholen können, sind noch nicht zu beziffern.

Aschewolke - Verbreitung über Europa (Grafik: Volcanic Ash Advisory Centre/Met Office London)

Aschewolke - Verbreitung über Europa (Grafik: Volcanic Ash Advisory Centre/Met Office London)

Die Auswirkungen für die Touristik und Teile der Wirtschaft sind gravierend. Inwieweit deutsche Hotels von den Flugausfällen betroffen sind, war nicht klar. Doch dürften bei Business- und Konferenzhotels etliche Gäste fernbleiben. Aktuell ist die Nachfrage nach Videokonferenztechnik, wie sie auch einige Hotels anbieten, gestiegen.

Heute abend soll ein erstes deutsches Forschungsflugzeug aufsteigen, um die für Jetdüsen gefährlichen Aschepartikel aufzuspüren. Ein Test des Deutschen Wetterdienstes am Wochenende südlich von München hatte die Ascheteilchen nachgewiesen, wird berichtet. Bislang sind nur Computerberechnungen des britischen Volcanic Ash Advisory Centre über die Ausbreitung der vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull („Inselberggletscher“) stammenden Aschewolke, die bei Verbrennung von Lava auf Gletschereis entsteht, verfügbar. Allerdings konnten bei einem Forschungsflug am Sonntag über Großbritannien Aschepartikel nachgewiesen werden.

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert eine weitere Belastung des Luftraums über Deutschland mit Aschepartikeln. Bis heute früh soll fast ganz Deutschland – außer Teilen von Sachsen und Bayern – unter einer Aschewolke, die bis in sechs Kilometern Höhe hinauf reiche, liegen.

Am Sonntag durfte eine TUIfly-Maschine in Hannover mit 165 Urlaubern landen und weitere in Hamburg und Berlin starten. Rund 700 TUI-Gäste wurden von Mallorca nach Barcelona geflogen und dort – nach einer Übernachtung – per Bus in 20 Stunden nach Frankfurt/Main gebracht.

Rechtsfragen bei Stornierung von Pauschalreisen
Ein Rechtsanspruch auf kostenlose Stornierung der Pauschalreise besteht jedoch aufgrund der höheren Gewalt nicht. Die führenden Veranstalter, die im Branchenverband DRV engagiert sind, bemühen sich um kulante Regelungen, um die Auswirkungen für die Urlauber so gering wie möglich zu halten.

Chaos im Flugverkehr wird noch Tage anhalten
Der Vulkanausbruch in Island hat zu einer in diesem Umfang bisher noch nie dagewesenen Schließung deutscher Flughäfen geführt. Der Luftverkehr in weiten Teilen Europas und insbesondere in Deutschland ist nahezu zum Erliegen gekommen. Fluggäste warten auf ihre Flüge – viele sitzen im Ausland fest. Flugzeuge und Personal müssen erst wieder zu den planmäßigen Einsatzorten gelangen. Der Flughafenverband ADV geht davon aus, dass die umfassenden Schließungen zu länger anhaltenden Verzögerungen im Luftverkehr führen werden. “Es wird einige Tage brauchen, bis wieder zum regulären Flugbetrieb zurückgekehrt werden kann. Jetzt geht es um pragmatische Ausnahmen für eine Zeit größter Anspannung”, erläutert Ralph Beisel.

Interview mit TUIfly Pilot Jörn Mahringer zur Aschewolke aus Island
Die Aschewolke befindet sich auf einer Höhe von 6 bis 11 km. Warum kann man eigentlich nicht unter der Wolke fliegen?
Jörn Mahringer: „Die Luftdichte nimmt mit zunehmender Flughöhe ab. Auf einer geringeren Flughöhe von z.B. 4 bis 5 km ist der Luftwiderstand so enorm, dass die Treibstoffkapazität in den Tragflächen für die Durchführung eines Fluges nicht ausreicht. Überflüge in einer Höhe von ca. 12 km über Deutschland sind dagegen seit Freitagabend seitens der Deutschen Flugsicherung wieder erlaubt.“

Warum ist es so gefährlich durch eine Aschewolke zu fliegen?
Mahringer: „Eine Auswirkung ist der sogenannte ‚Sandstrahleffekt‘. Beim Auftreffen der Aschepartikel auf das Flugzeug wird dieses wie beim Sandstrahlen angeschliffen. Das kann dazu führen, dass die Cockpitscheiben ‚erblinden‘. Somit ist eine freie Sicht, die zu einer sicheren Landung notwendig ist, unmöglich. Als zweiter Effekt kann sich die Asche im Triebwerk absetzen, dort festbrennen und somit die Strömung verändern, was zum Ausfall des Triebwerks führen kann. Weiterhin kann die Asche die Messsonden zur Höhen- und Geschwindigkeitsermittlung verstopfen.

Opodo-Umfrage: Reiselust der Deutschen 2010 wieder höher

(Hamburg, 06. Januar 2010) Die Reiselust der Deutschen ist groß: Ob Fern- oder Pauschalreise, Städte- oder Shoppingtrip – mindestens ein Urlaub ist bei 96 Prozent dieses Jahr geplant, mehr als zwei Drittel sogar mindestens zweimal. Dies ist Ergebnis eine Umfrage von Opodo unter 978 Reisebuchern, die im Dezember durchgeführt wurde.

Leere Liegestühle sind 2010 an den Urlaubsstränden nicht zu erwarten. Die Reiselust der Deutschen ist groß (Foto: Opodo Ltd. Deutschland)

Leere Liegestühle sind 2010 an den Urlaubsstränden nicht zu erwarten. Die Reiselust der Deutschen ist groß (Foto: Opodo Ltd. Deutschland)

Während 63 Prozent dabei genauso oft wie letztes Jahr in die Ferne schweifen, beabsichtigt etwa ein Viertel häufiger zu verreisen als 2009. Die aktuelle Nachrichtenlage ist bei der Planung der schönsten Zeit des Jahres nur von geringer Bedeutung. Themen wie die Schweinegrippe (4%) oder Nachrichten von Terroranschlägen (15%) beeinflussen die Urlaubsplanung nur bei wenigen der Befragten. Lediglich die Finanzkrise führt bei fast der Hälfte (48%) zu einem kritischeren Blick auf die Reisekasse. So ist für knapp ein Drittel (31%) auch ein günstiger Preis ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des passenden Urlaubs. Für die Mehrheit steht aber ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Entscheidung für den passenden Urlaub im Vordergrund.

Die preisorientierten Urlauber sehen bei Frühbucher-Rabatten sogar bessere Chancen für ein Schnäppchen als bei der Last-Minute-Buchung. „War früher oft nur über die Last-Minute-Buchung ein richtiges Schnäppchen zu machen, so räumen die Reiseveranstalter aufgrund gesunkener Einkaufspreise und dem Wunsch nach größerer Planungssicherheit heute auch Frühbuchern enorme Rabatte ein“, erklärte Tom Reiter, Country Director von Opodo Deutschland, die Entwicklung auf dem Reisemarkt. Die Opodo-Umfrage zeigt übrigens auch, dass die Pauschalreise nicht mehr der Favorit der deutschen Urlauber ist. Zwar greift noch etwa ein Drittel gerne auf dieses Rundum-Sorglos-Paket zurück, jedoch favorisieren mehr Urlauber (47%) die individuelle Planung der Reisebestandteile. Uneins sind Frauen und Männer bei Städtereisen: Während es nur 29 Prozent der Männer in die pulsierenden Metropolen zieht, sind es bei den Frauen 42 Prozent, die die Aussicht auf Sightseeing und Shopping im Urlaub reizt.

Auf der Suche nach dem perfekten Urlaubsziel gewinnt das Internet zunehmend an Bedeutung. Die meisten Befragten (68%) stöbern gerne online in Reisecommunities oder schauen sich Bilder, Erfahrungsberichte und Urlaubstipps anderer Reisebegeisterter auf einem Online-Reiseportal an. Insbesondere bei Frauen spielt aber auch der persönliche Austausch mit Freunden und Verwandten eine wichtige Rolle. Über die Hälfte (52%) holt sich dort wertvolle Tipps, während es bei den Männern nur 36 Prozent sind.

Opodo ist ein Online-Reiseservice und wurde 2001 von neuen europäischen Fluggesellschaften, u.a. Lufthansa, gegründet. Seit Juni 2004 erhält Amadeus eine Mehrheitsbeteiligung.

3% mehr Gästeübernachtungen im August 2009

(Wiesbaden, 08. Oktober 2009) Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im August 2009 in Deutschland 45,8 Millionen Gästeübernachtungen in Beherbergungs­stätten mit neun oder mehr Betten und auf Campingplätzen gezählt. Damit stieg die Anzahl der Übernachtungen gegenüber dem August 2008 um 3%. Von der Gesamtzahl der Übernachtungen entfielen 38,9 Millionen auf inländische Gäste (+ 3%) und 6,9 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (+ 2%).

Differenziert nach Betriebsarten stieg die Zahl der Übernachtungen im August 2009 am stärksten in den übrigen Betriebsarten, bei denen es sich überwiegend um Ferienunterkünfte handelt (unter anderem Campingplätze, Ferienhäuser und -wohnungen sowie Erholungs- und Ferienheime), und zwar um 5% auf 18,3 Millionen. In der Hotellerie erhöhte sich die Übernachtungszahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2% auf 23,3 Millionen. In den Vorsorge- und Rehabilitationskliniken nahm die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1% auf 4,2 Millionen zu.

Im Zeitraum Januar bis August 2009 lag die Zahl der Gästeübernachtungen mit 253,4 Millionen geringfügig unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums (– 0,4%). 215,9 Millionen Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Inland (+ 0,4%) und 37,4 Millionen auf ausländische Gäste (– 5%).

Weitere Statistiken sind hier abzurufen

Deutsche lieben La Dolce Vita: Italien löst Österreich als beliebtestes Urlaubsland ab

Quelle: GfK, 22. Februar 2008

Ein Teller Spaghetti, ein gutes Glas Rotwein und ein lauer Sommerabend auf der Piazza: Das entspricht dem Traumurlaub vieler Deutscher. Italien überholte im Tourismusjahr 2006/2007 Österreich als liebstes Auslandsreiseziel der deutschen Reisenden. Außerdem steigt die Nachfrage nach Kultur- und Gesundheitsreisen. Das sind die aktuellen Ergebnisse des GfK-TravelScope der GfK Panel Services zum Reiseverhalten der Deutschen.

Insgesamt verreisten die Deutschen rund 126 Millionen mal mit mindestens einer Übernachtung. 60 Millionen dieser Reisen (47,7 Prozent) führten aus Deutschland hinaus zu internationalen Zielen. Mit insgesamt 14,7 Prozent wählten sie dabei Italien als Zielgebiet, vor Österreich (14,2 Prozent) und Spanien (13,6 Prozent), so lautet die Bilanz für den Zeitraum zwischen November 2006 und Oktober 2007, dem so genannten Tourismusjahr.

Die Deutschen werden ihrem Titel als “Reise-Weltmeister” immer wieder gerecht, denn von rund 35 Millionen Haushalten leisteten sich immerhin zwei Drittel einen Urlaub. Viele fahren immer kürzer in die Ferien. Durchschnittlich werden nur noch 9,7 Nächte an einem Ort verbracht – im Jahr 2004 waren es noch 10,1 Nächte. Gerade die Kurzurlaube mit einer bis drei Übernachtungen standen im vergangenen Jahr nicht mehr so hoch im Kurs. Die Zahl sank von 48,3 Millionen auf 47,3 Millionen Reisen. Besonders zurückgegangen sind die Kurztrips ins Ausland, und zwar um 3,5 Prozent von 11,3 Millionen im Tourismusjahr 2005/2006 auf 10,9 Millionen Reisen im Jahr 2006/2007. Wenn die Deutschen für wenige Tage in die Ferne reisen, besuchen sie am liebsten die österreichischen Nachbarn (29,4 Prozent), Italien (14,6 Prozent) und die Niederlande (10,6 Prozent).

Dafür hat Spanien mit seinem reichhaltigem, kulturellem Erbe und dem warmen Mittelmeer den klaren Vorteil, klassisches Hauptreiseland zu sein. Es verbucht einen Marktanteil von 16,1 Prozent bei langen Auslandsreisen – vor Italien (14,7 Prozent) und Österreich (10,8 Prozent).

  

Reisen an die Nord- und Ostseeküste nehmen zu 

Für viele Deutsche gilt aber immer noch: “Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah”. Von den insgesamt 126 Millionen gebuchten Reisen im Tourismusjahr 2006/2007 fand gut die Hälfte (52,2 Prozent) innerhalb Deutschland statt. Davon profitierte insbesondere die Nord- und Ostseeküste, die insgesamt ein Zuwachs von 1,6 Prozent der Reisen verzeichnete. Die Reisen in die Alpenregion nahmen hingegen um 6,9 Prozent ab. Insgesamt sank jedoch die Zahl der Reisen dem allgemeinen Inlandstourismustrend folgend leicht um knapp 1 Prozent auf insgesamt 126 Millionen Reisen. Dafür sind die Deutschen bereit, ihre Urlaubskasse großzügiger aufzufüllen: 1.534 Euro gaben sie im Tourismusjahr 2006/07 pro Haushalt und Jahr aus. Das waren knapp 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sowohl bei  Pauschalreisen mussten die Urlauber einen Preisanstieg von 3,2 Prozent, wie auch bei den so genannten “Baustein”-Buchungen um 1,1 Prozent verkraften.

  

Im Urlaub zählt Qualität 

Bei der Wahl ihres Feriendomizils setzten die Bundesbürger im vergangenen Tourismusjahr auf Qualität. Gerade bei längeren Aufenthalten über vier Nächte entscheiden sich immer mehr für ein Luxushotel der 4- und 5-Sterne-Kategorie. Für einen Teil der Deutschen haben die schönsten Tage im Jahr noch immer eine hohe Priorität. Sie sind daher gerne bereit zu investieren.

  

Kultur- und Gesundheit im Trend 

Und was machen die Deutschen in ihrem Urlaub? Zwar fahren immer noch 23,7 Prozent der Deutschen in den traditionellen Badeurlaub, doch reisen sie mittlerweile zu 28,4 Prozent auch mit dem Ziel, Kulturen und Städte kennenzulernen. Der Trend zu Gesundheits- und Wellnessreisen sowie zu Kreuzfahrten ist ungebrochen und verzeichnet Wachstumsraten über 10 Prozent. Allerdings bewegen wir uns hierbei immer noch auf einem vergleichsweise niedrigem Ausgangsniveau: 4,2 Prozent Marktanteil für Wellness und 1,4 Prozent für die Kreuzfahrer. Des Weiteren ergaben die GfK-Untersuchungen, dass die Deutschen immer weniger ein Rundum-Sorglospaket in Form einer Pauschalreise buchen. Vielmehr stellen sie sich aus unterschiedlichen Bausteinen eine individuelle Reise zusammen. Der allgemeine gesellschaftliche Trend hin zu mehr Individualität ist damit auch in der Tourismuswirtschaft stark zu erkennen.

  

Das Buchungsmedium Internet wächst weiter 

Für die Buchung nutzen die Gäste immer mehr und vor allem immer häufiger das Internet. Schon bei den Vorbereitungen der Urlaubspläne ist dieses Medium mittlerweile in weiten Teilen der Bevölkerung eine feste Größe. Bei der Buchung selber rückt es mittlerweile zum zweit wichtigsten Medium nach den Reisebüros auf. Der über das Internet generierte Umsatz für vorab gebuchte Reiseleistungen beläuft sich inzwischen auf 7,5 Milliarden Euro (ohne e-Mail-Buchungen). Dies ist zwar nur knapp die Hälfte dessen, was stationär im Reisebüro an Leistung gebucht wird. Insgesamt jedoch wuchs der Umsatz der über das Internet gebuchten Reisen um 7 Prozent im letzten Jahr. Dieser Zuwachs wurde vor allem durch die Reisenden verursacht, die zuvor bereits Erfahrungen bei Internetbuchungen gesammelt hatten.

Für die Studie GfK-TravelScope werden kontinuierlich das Urlaubsreise-, Buchungs- und Informationsverhaltens sowie die Reiseabsichten in Deutschland erhoben. Insgesamt werden pro Jahr rund 160.000 Interviews in  20.000 Haushalte und vier Wellen pro Jahr zum Reiseverhalten geführt.

Weitere Informationen: Roland Gassner, GfK Panel Services Deutschland, Tel. +49 (0) 911 395-4535, roland.gassner@gfk.com

Engländer stören deutsche Reisende – Deutsche bleiben im Urlaub bevorzugt unter sich

Quelle: Pressemitteilung, 05. Dezember 2007

Repräsentative GFK-Umfrage im Auftrag von TripAdvisor mit überraschenden Ergebnissen

Die nervigsten Mitreisenden sind für deutsche Touristen die Engländer. Ebenso wenig populär scheinen Bekanntschaften mit Reisenden aus anderen Ländern oder den Einheimischen am Urlaubsort. Meist bleibt es beim Kontakt zu den eigenen Mitreisenden oder anderen deutschen Touristen. Dies sind einige der überraschenden Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des renommierten Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag von TripAdvisor, der weltweit größten Online-Reise-Community, unter mehr als 1.000 Deutschen, davon rund 500 Auslandsreisende.

Englische und russische Touristen werden am störendsten angesehen

61 Prozent der Befragten gaben an, sich im Urlaub schon einmal von anderen Touristen gestört gefühlt zu haben. Auf die Frage nach der Nationalität der nervigsten Mitreisenden führen laut der Umfrage englische Touristen mit 20 Prozent die Liste an, gefolgt von Reisenden aus Russland mit 18,5 Prozent. Erstaunlicherweise belegten andere deutsche Touristen mit 15 Prozent den dritten Platz und ließen sogar die Niederländer hinter sich, die von 11,9 Prozent als gelegentliche Störenfriede benannt wurden.

Die Frage, was denn an anderen Reisenden am Urlaubsort als besonders störend empfunden werde, beantwortete eine große Mehrheit von 62,2 Prozent damit, dass dies alkoholisierte Touristen seien, die sich in Folge ihres Alkoholgenusses daneben benehmen.

Die eine oder andere spezielle Befindlichkeit scheint es im Urlaub, ganz wie im richtigen Leben, unter Nachbarn zu geben. Während die Gesamtheit der befragten Reisenden Touristen aus Österreich mit 6,1 Prozent und der Schweiz mit 2,2 Prozent mehr oder weniger als gar nicht störend bezeichneten, sehen das die Befragten aus dem Bundesland Bayern deutlich anders. Von den Reisenden aus dem weiß-blauen Freistaat im Süden fühlten sich angabegemäß 15,1 Prozent schon einmal von österreichischen und 10,6 Prozent von schweizer Touristen gestört.

Internationale Kontakte nicht sehr gesucht

Angesichts des Ergebnisses, dass viele Deutsche ihren Landsleuten im Urlaub eher kritisch gegenüberstehen, erstaunt es doch einigermaßen, dass deutsche Touristen laut den Ergebnissen der TripAdvisor-Umfrage nicht allzu sehr an Kontakten zu Reisenden aus anderen Ländern interessiert sind. 37 Prozent aller Umfrageteilnehmer (in den östlichen Bundesländern sogar 48,5 Prozent) gaben an, im Urlaub bevorzugt Kontakte zu anderen deutschen Reisenden zu suchen. Weitere 25,1 Prozent (östliche Bundesländer 31,2 Prozent) sagten, sie blieben gemeinsam mit ihren Mitreisenden bevorzugt unter sich. Beide Gruppen zusammen ergeben einen Anteil der deutschen Reisenden von 62 Prozent (östliche Bundesländer 79,7 Prozent), die im Urlaub gewöhnlich keine Bekanntschaften mit Menschen aus anderen Ländern suchen.

International aufgeschlossener sind die 11,3 Prozent, die angaben, bevorzugt Bekanntschaften mit Reisenden aus anderen Ländern, sowie die 20,4 Prozent, die Kontakte zu den Einheimischen am Urlaubsort suchen.

Hoher Wohlfühlfaktor in den klassischen Reiseländern

Den Umfrageergebnissen zufolge sind die deutschen Reisenden offensichtlich überwiegend der Meinung, in den klassischen Urlaubsländern der Deutschen besonders willkommen zu sein: In dieser Kategorie liegt Spanien mit 17,4 Prozent vorne und wird auf den Plätzen zwei und drei von der Türkei mit 13,4 Prozent und Italien mit 11,6 Prozent gefolgt.

Etwas überraschend war das Ergebnis, dass 45,2 Prozent der Teilnehmer an dieser TripAdvisor-Umfrage angaben, sie wüssten nicht oder könnten es nicht beurteilen, in welchen Ländern deutsche Touristen besonders willkommen seien.

www.tripadvisor.com