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28. Deutsche Tourismusanalyse: Urlaub bleibt auch 2012 das Highlight des Jahres – Fast die Hälfte der Deutschen sitzt auf gepackten Koffern

(Hamburg, 10. Februar 2012) Die Urlaubsreise behält auch 2012 ihre Faszination und die Reiselust der Bundesbürger ist ungebrochen. 45 Prozent der Deutschen sitzen gedanklich schon auf gepackten Koffern und planen fest, 2012 wenigstens eine Reise von mindestens fünf Tagen Dauer zu unternehmen. Mehr als jeder neunte Bürger (11,3%) will in diesem Jahr sogar mehrfach verreisen. Ein weiteres Drittel (33%) der Bevölkerung äußert sich noch zurückhaltend bei seiner Urlaubsplanung und ist unsicher, ob 2012 eine Reise unternommen wird. Dagegen ist bisher lediglich etwa jeder fünfte Bundesbürger (22%) sicher, in diesem Jahr nicht zu verreisen. Dies geht aus der 28. Deutschen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen, eine Initiative von British American Tobacco, hervor, für die 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2011 und ihrer Reiseabsicht für 2012 befragt wurden.

„Die Tourismusbranche kann aufatmen und sich in diesem Jahr auf stabile bis leicht steigende Gästezahlen einstellen“, so Professor Dr. Ulrich Reinhardt, der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung. „Die Deutschen werden auch 2012 lieber im Alltag den Gürtel etwas enger schnallen als die ‚besten Wochen des Jahres‘ daheim zu verbringen. Urlaub ist und bleibt für die meisten Bundesbürger das Highlight des Jahres.“

28. Deutsche Tourismusanalyse

Reiseziele 2012: Urlaub in Deutschland ist wieder gefragt und angesagt
Das Motto der Zukunft lautet: „Zurück in die Vergangenheit“. Vor 20 Jahren verbrachte knapp jeder zweite Deutsche seinen Urlaub im eigenen Land (1991: 48%). Vor zehn Jahren war es dagegen nur noch etwa jeder Dritte (2001: 33%), der sich für eine Destination innerhalb Deutschlands entschied. Für die letzten Jahre ist jedoch eine Renaissance der deutschen Feriengebiete nachweisbar. Diese Beliebtheit wird sich auch 2012 fortsetzen. Fast jeder Vierte plant schon jetzt fest seinen Urlaub zwischen den deutschen Küsten und Bergen zu verbringen. Die Prognose der Stiftung lautet: Insgesamt zwei Fünftel aller Reisenden werden 2012 ihre Ferien im Inland verbringen.

Auf ein stabiles Urlauberaufkommen können sich die meisten Euroopäischen Destinationen einstellen. Spanien bleibt dabei das beliebteste Auslandsreiseziel vor Italien. Auf den weiteren Plätzen folgen die Türkei, Österreich und Kroatien. Fernreisen bleiben auch in diesem Jahr beliebt, wobei die Gästezahlen stark nach Zielgebieten variieren werden: Während die USA und Kanada, die Karibik und Mittelamerika und vor allem asiatische Länder zahlreiche Gäste erwarten können, ist die Skepsis bezüglich nordafrikanischer Ziele hoch.

Alle Reiseziele vom Schwarzwald bis in die Südsee und von der Nordsee bis nach Nordamerika können jedoch weiterhin auf die große Gruppe der Unentschlossenen hoffen, die nur auf das richtige Angebot warten, um dann in den Urlaub zu entschwinden.

Rückblick auf die Reisesaison 2011: Pragmatisch statt panisch
„Es deutet vieles darauf hin, dass die Bundesbürger wieder mehr reisen werden. Das Vertrauen ist zurück, die Grundstimmung positiv. Die Deutschen wollen wieder mehr unterwegs sein und zeigen folgerichtig ihre Reiselust“, so lautete die letztjährige Reiseprognose der Stiftung für Zukunftsfragen zur Reisesaison 2011. Genauso ist es gekommen. Trotz anhaltender Diskussion um Rettungsschirme und Euroo-Krise, trotz Nuklear- und Naturkatastrophen steigerte sich die Reiseintensität der Bundesbürger im zweiten Jahr in Folge leicht auf 53 Prozent (2010: 52% – 2009: 50%).

Innerhalb der Bevölkerung zeigte sich dabei ein uneinheitliches Bild. So war Bildung ein entscheidendes Merkmal, ob verreist wurde oder nicht. Je höher der formale Bildungsgrad, desto höher war auch die Reiseintensität – Hauptschulabsolventen (39%) verreisten etwa nur halb so oft wie Hochschulabsolventen (76%). Auch mit steigendem Einkommen stieg die Reiselaune. Während nicht einmal jeder dritte Geringverdiener (32%) in den Urlaub fuhr, waren es bei den Besserverdienenden mehr als drei Viertel (77%).

Groß blieben auch die Unterschiede innerhalb der Lebensphasen: „Vor allem kinderlose Paare und Jungsenioren zeigten sich auch 2011 als besonders reisefreudige Zielgruppen. Beide verfügen relativ frei über ihre Zeit, haben Geld und sind unabhängig, sodass sie auch weiterhin bekannte Urlaubsdestinationen besuchen und neue Reiseziele entdecken können.

Ungewiss bleibt dagegen die Zukunft des Tourismus im Familiensegment: Im Vergleich zum Reisejahr 2010 verringerte sich der Anteil der Reisenden dieser Bevölkerungsgruppe erneut um zwei Prozentpunkte. Familienurlaub wird zunehmend zu einem Luxus, den sich zukünftig nur noch jede zweite Familie leisten kann“, so Professor Reinhardt.

28. Deutsche Tourismusanalyse

Inlandsreiseziele 2011: Mehr Gäste in Bayern als an der Ostsee
Deutschland war auch 2011 das mit großem Abstand beliebteste Urlaubsziel der Bundesbürger. Mit 37 Prozent verbrachten mehr Urlauber ihre Ferien zwischen Flensburg und Oberstdorf als in den fünf beliebtesten Auslandsdestinationen (Spanien, Italien, Türkei, Österreich, Kroatien) zusammen.

Allein die bayrischen Feriengebiete zogen mehr Gäste an als Nordafrika, Asien, Nordamerika und die Karibik zusammen. Das Reiseziel Bayern konnte dabei seinen Marktanteil um rund ein Zehntel auf neun Prozent steigern und somit erstmals seit Jahren die Ostseeküste vom Spitzenplatz verdrängen. Zulegen konnten auch die Urlaubsregionen in Baden-Württemberg. Einbußen mussten dagegen die Reisegebiete in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinnehmen, die stärker unter dem „schlechten Sommer“ zu leiden hatten als andere deutsche Feriendestinationen.

28. Deutsche Tourismusanalyse

Europäische Auslandsreiseziele 2011: Italien gewinnt – Griechenland verliert
Im Vergleich zum Vorjahr konnte Spanien seinen Marktanteil leicht steigern (+0,4 Prozentpunkte) und blieb somit auch 2011 die unangefochtene Nummer 1 der ausländischen Feriengebiete. Auf dem zweiten Platz der beliebtesten deutschen Auslandsreiseziele konnte sich Italien von der Türkei absetzen.

Während Italien mehr deutsche Urlauber bei sich begrüßen konnte (+1,6 Prozentpunkte), musste die Türkei einen leichten Rückgang (?0,3 Prozentpunkte) verbuchen. Gleiches traf auch auf Österreich zu, das sein Vorjahresniveau nicht halten konnte. Die Diskussionen um Staatspleite und Rettungsschirme haben zudem deutlich weniger Deutsche in die griechischen Feriengebiete fliegen lassen. Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Anteil deutscher Urlauber in Griechenland auf zwei Prozent verringert und somit um rund ein Drittel reduziert (2009: 3,3%).

Fernreiseziele 2011: Nordafrika verliert Marktanteile
Das Fernreisesegment zeigte 2011 ein uneinheitliches Bild. Die Aufstände und Veränderungen in Ägypten und Tunesien haben den nordafrikanischen Ferienzielen insgesamt ein deutliches Minus beschert. Nur mehr 2,4 Prozent der Deutschen besuchten in der abgelaufenen Urlaubssaison die Strände der südlichen Mittelmeerküste – 2010 waren es noch rund 50 Prozent mehr Gäste. Dagegen konnten asiatische – trotz der Unruhen in Thailand und der Atomkatastrophe von Fukushima – sowie nordamerikanische Ziele – trotz Hurrikans an der Ostküste und Tornados im Landesinneren – fast im selben Umfang zulegen.

28. Deutsche Tourismusanalyse

Reisedauer 2011: Nur noch 12,4 Tage dauert der Urlaub
Urlaub blieb auch 2011 die „populärste Form des Glücks“ – jedoch währte dieses Glück im Schnitt nur noch 12,4 Tage. Damit reduzierte sich die Reisedauer im Vergleich zum Vorjahr leicht (2010: 12,5 Tage), im Kontrast zu 2001 jedoch deutlich (2001: 14,7 Tage).

Vor allem längere Reisen fanden immer seltener statt. Ein Urlaub mit einer Dauer von zwei Wochen oder länger leistete sich nur mehr jeder vierte Reisende (26%). Erstmals in der fast 30-jährigen Geschichte der Tourismusanalyse war damit der Anteil derjenigen, die zwischen 5 und 13 Tagen in die Ferien fuhren (27%), größer als der der Langzeiturlauber (über 14 Tage: 26%). Die Verkürzung der Urlaubszeit traf besonders die inländischen Destinationen – der Urlauber war zwar schnell da, aber auch schnell wieder weg. Weniger als zehn Tage, und damit fast einen halben Tag weniger als noch im Vorjahr (2010: 10,3 Tage), verweilte der Deutsche bei einem Urlaub im eigenen Land. Wer dagegen eine Fernreise antrat, der blieb fast doppelt so lange unterwegs und auch innerhalb Euroopas verweilte der Gast drei Tage länger als im Inland.

Reiseausgaben 2011: Rund 1.000 Euro kostet der Urlaub
Genau 1.012 Euro bzw. 81 Euro pro Tag ließen sich die Deutschen ihren Urlaub durchschnittlich pro Person kosten. In dieser Summe waren nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftspreise enthalten, sondern auch alle Nebenausgaben – von Ausflügen über Souvenirs bis zu Trinkgeldern. Im Vergleich zum Vorjahr (2010: 944 Euro) erhöhten sich die Gesamtausgaben damit deutlich um 68 Euroo pro Person und Reise. Abhängig von der Urlaubsdestination fielen hierbei unterschiedliche Kosten an:

Bei einem Urlaub im Inland betrugen die Tageskosten 73 Euro, innerhalb Euroopas durchschnittlich 79 Euro und für eine Fernreise fielen Kosten von 105 Euro pro Tag an.

  • Ein Urlaubstag kostete in Spanien 89 Euro, in Österreich 86 Euro und der Türkei 84 Euro – günstiger waren Ziele in Italien (80 Euro), in Griechenland (69 Eur) oder in Kroatien (64 Euro).
  • Am teuersten war ein Urlaubstag in den USA (133 Euro) und am preiswertesten in Polen (56 Euro).
  • Mit 715 Euro war ein Urlaub im Inland über 300 Euro günstiger als ein Urlaub in Euroopa (1.029 Euro).
  • Fernreisen kosteten mit 1.967 Euro mehr als das Zweieinhalbfache eines Deutschlandurlaubs – dauerten aber auch deutlich länger.

Beherbergung: Inlandstourismus 2011: 4 % mehr Übernachtungen

(Wiesbaden, 10. Februar 2012) Hoffentlich setzt sich das in diesem Jahr fort: Im Jahr 2011 gab es in den Beherbergungsbetrieben in Deutschland 394,1 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Gästen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis, Wiesbaden) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, war dies ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Jahr 2010.

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 330,3 Millionen, die von Gästen aus dem Ausland um sechs Prozent auf 63,8 Millionen.

Im Monat Dezember 2011 betrug die Gesamtzahl der Gästeübernachtungen 23,0 Millionen und lag damit um sechs Prozent über dem entsprechenden Vorjahresmonat. Davon entfielen 18,8 Millionen Übernachtungen auf inländische Gäste (+5%) und 4,2 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (+9%).

Amadeus – Globale Branchenstudie: Neue Technologien und soziale Umbrüche verändern Reisen bis 2020 stark

(Madrid, 11. Januar 2012) Neue Technologien und weltweite Datenabgleiche werden ein neues Zeitalter des „kollaborativen Reisens“ einläuten. Dies ist Ergebnis einer internationalen Reisestudie von Amadeus. Realitätserweiterung, Gamification, intelligente Passagierdatensätze und Biometrik werden im kommenden Jahrzehnt die Touristik prägen, so eine Zusammenfassung der Untersuchung „Vom Chaos zur Kollaboration“. Stark gewinnen werde eine Kombination von transformativen Technologien und sich entwickelnden sozialen Werten und Trends.

Vom Chaos zur Kollaboration: Wie transformative Technologien ein neues Zeitalter des Reisens einläuten’ fordert eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Reisebranche, die im Gegenzug den Stress, die Unsicherheit und das Chaos, die üblicherweise mit Reisen im 21. Jahrhundert verbunden sind, aus der Welt schafft und zugleich ein reichhaltigeres, tiefgehenderes und persönlicheres Reiseerlebnis bietet.

Wesentliche Ergebnisse:

  • Die nächste Erlebnis-Generation: Im Mittelpunkt steht zunehmend eher die Tiefe als die Breite des Reiseerlebnisses. Technologien wie Realitätserweiterung, Gamification-Mechanismen oder intelligente Mobilgeräte werden das Reiserlebnis verändern
  • Automatischer Transit: Mikrochips, biometrische Daten, Langstrecken-Fingerabdrucksysteme und Nahfeldkommunikation (NFC) lassen sich in stärker integrierter Weise einsetzen, um das Reisetempo zu beschleunigen
    Gespeicherter Zahlungsverkehr:Alle Daten über Zahlungen im Vorfeld und Verlauf einer Reise werden erfasst und bilden einen digitalen Kostenspeicher, der zu persönlicheren Dienstleistungen mit höherem Mehrwert und profitableren Geschäftsbeziehungen führt
  • Intelligente Empfehlungen: Indem die Technik es den Menschen immer einfacher macht, sämtliche Aspekte des Reiseerlebnisses zu erfassen und zu bewerten, erhalten
  • Reisende durch personalisierte Reiseführer und mobile Reiseleitung das Rüstzeug, um ihre Erlebnisse noch reichhaltiger zu gestalten
  • Stressfreies Reisen: Intelligente Gepäckanhänger und Fahrscheine sorgen für ein gesteigertes Gefühl von Sicherheit, während m-Health-Applications (Anwendungen für mobile Gesundheitsversorgung) den Reisenden ermöglichen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden so im Auge zu behalten, als wären sie zuhause
  • Der Business-Tourist: Ein gesteigerter Schwerpunkt auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz könnte zur Entstehung von “Business-Touristen” führen, für die Tempo und Effizienz wichtig sind, während sie sich zugleich unterwegs wie zuhause fühlen möchten

Die von The Futures Company entwickelte Studie wurde in Auftrag gegeben von Amadeus, einem führenden Reisetechnologie-Partner und Transaktionsanbieter für die weltweite Reise- und Tourismusbranche, und listet eine Reihe separater “Hilfs”-Technologien und Innovationen auf.

Mehr als jeder vierte Deutsche will 2012 mehr reisen – laut repräsentativer lastminute.de Reisetrend-Studie

(München, 10. Januar 2012) Die Kauflaune der Deutschen ist gut – und dieser Trend setzt sich auch bei der Reiseplanung fort, wie eine neue repräsentative Umfrage von lastminute.de, der Last Minute Website, zeigt: Mehr als jeder vierte Deutsche will 2012 mehr reisen – deutlich mehr als in den Vorjahren (2012: 27 Prozent / 2011: 19 Prozent / 2010: 7 Prozent). Und fast jeder dritte Deutsche will mehr ausgeben für Urlaub – das sind ebenfalls mehr als im Vorjahr (2012: 32 Prozent / 2011: 27 Prozent / 2010: 13 Prozent).

Dazu Alexandra Rieck von lastminute.de: “Die Deutschen gehen positiv ins neue Reisejahr laut der lastminute.de Reisetrend-Studie. Die Mehrheit zeigt sich bei ihrer Reiseplanung 2012 unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise: 6 von 10 wollen sich deshalb nicht einschränken.” Männer sind hierbei offenbar gelassener als Frauen: Dass die Wirtschaftskrise keinen Einfluss auf ihre Reiseplanung 2012 hat, sagen 64 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen. Die Reisetrend-Studie, für die über 1000 Deutsche repräsentativ befragt wurden, hat lastminute.de bereits das dritte Mal in Folge zum Jahreswechsel durchgeführt.

2,5 Urlaubsreisen machen Deutsche im Schnitt pro Jahr – mit steigenden Ausgaben
2012 wollen die Deutschen im Schnitt 2,5 Urlaubsreisen unternehmen, wie schon 2011. Im vergangenen Jahr lagen die Durchschnittsausgaben pro Haushalt für private Reisen im Schnitt bei 1779 Euro (Kosten für Anreise und Unterkunft – ohne Ausgaben vor Ort). Die Bayern haben am meisten ausgegeben mit 2057 Euro, gefolgt von Hamburg mit 1888 Euro und Berlin mit 1863 Euro. 30 Prozent der Reisenden haben 2011 mehr ausgegeben als in den Vorjahren, 27 Prozent weniger und 43 Prozent gleichviel – im Schnitt wurde 5 Prozent mehr ausgegeben. Und im neuen Jahr plant fast jeder Dritte mehr für Urlaub auszugeben (2012: 32 Prozent / 2011: 27 Prozent), 18 Prozent weniger und 50 Prozent gleichviel – im Schnitt sind derzeit 12 Prozent höhere Reiseausgaben geplant.

Verzicht adieu: 41 Prozent jener, die 2011 weniger gereist sind, wollen mehr reisen
Im vergangenen Jahr sind 22 Prozent weniger bzw. kürzer verreist (Vorjahr: 16 Prozent) – und 21 Prozent mehr bzw. länger, eine Vervierfachung zum Vorjahr (5 Prozent). Elf Prozent sagen, sie sind 2011 gar nicht verreist – dies planen 2012 nur noch zwei Prozent. Und dass Urlaub und Reisen unverzichtbar sind, denken sich wohl jene, die 2011 weniger gereist sind und nun im neuen Jahr wieder mehr reisen wollen: mehr als vier von zehn unter ihnen gaben dies an (41 Prozent).

Im Auftrag von lastminute.de hat die GfK zum Jahreswechsel 2011/2012 für diese repräsentative Umfrage 1.112 Frauen und Männer ab 18 Jahren in Deutschland online befragt.

Hatte sich Ihr Reiseverhalten im zurückliegenden Jahr verändert im Vergleich zu sonst? (in Prozent)
Umfragezeitpunkt/Januar          2012 2011 2010
Ja, weniger bzw. kürzer verreist 22   16   18
Ja, mehr bzw. länger verreist    21    5    6
Ja, gar nicht  verreist          11    9   10
Nein                             47   70   66

Wird sich Ihr Reiseverhalten im neuen Jahr ändern? (in Prozent)
Umfragezeitpunkt/Januar 2012 2011 2010
Ja, weniger verreisen   10    9   13
Ja, mehr verreisen      27   19    7
Ja, gar nicht verreisen  2    3    4
Nein, nicht ändern      34   47   53
Weiß noch nicht         27   22   24

Haben Sie im Vorjahr weniger oder mehr Geld für privaten Urlaub und private Reisen ausgegeben, als in den Vorjahren? (in Prozent)
Umfragezeitpunkt/Januar 2012 2011 2010
Gleichviel              43   50   50
Weniger                 27   25   28
Mehr                    30   25   23

Werden Sie für Ihren Urlaub im neuen Jahr weniger oder mehr ausgeben als in der Vergangenheit? (in Prozent)
Umfragezeitpunkt/Januar 2012 2011 2010
Gleichviel              50   57   53
Weniger                 18   16   16
Mehr                    32   27   13
Weiß ich noch nicht               19

Fast die Hälfte der Deutschen plant einen Urlaub im Schnee – TripAdvisor hat über 900 Deutsche rund ums Thema Winterurlaub befragt

(München, 10. Januar 2012) Auch wenn Deutsche gerne über kaltes Wetter klagen – letztlich lieben sie den Winter und vor allem den Schnee. Das ergab eine Umfrage¹ von TripAdvisor, Inc. (NASDAQ: TRIP), der weltweit größten Reise-Website*.
 
Mindestens ein Winterurlaub muss sein
TripAdvisor hat herausgefunden, dass 46 Prozent der befragten Deutschen dieses Jahr einen Winterurlaub planen. Davon geben sich 67 Prozent mit nur einem Winterurlaub zufrieden, doch immerhin 33 Prozent der Befragten möchten sogar zweimal oder öfter in den Schnee. Nur drei Prozent der Deutschen ziehen einen Wochenendurlaub in Betracht. 45 Prozent planen mit einer Woche und ganze 32 Prozent möchten sogar acht Tage oder mehr im Winterurlaub verbringen.
 
Deutsche legen Wert auf viel Schnee und ein gutes Hotel
Bei der Wahl des Urlaubsortes ist für die Mehrheit der Deutschen die Schneesicherheit sowie die Vielfalt und Qualität der Pisten ausschlaggebend. Kein Wunder, denn 54 Prozent der deutschen Winterurlauber fahren Alpinski oder Snowboard. Auch die Qualität und der Ruf der Unterkunft spielen für viele bei der Wahl des Urlaubsortes eine große Rolle. 58 Prozent übernachten bevorzugt im Hotel, 20 Prozent mieten sich eine Ferienwohnung und nur wenige bevorzugen eine Pension (neun Prozent) oder eine Hütte (fünf Prozent).
 
Top 5 Kriterien bei der Wahl des Wintersportgebietes

  • Schneesicherheit
  • Qualität und Ruf der Unterkunft
  • Vielfalt und Qualität der Pisten
  • Kosten vor Ort
  • Breites Angebot an Wintersportmöglichkeiten
     

Deutsche fahren am liebsten nach Österreich
Österreich ist für 38 Prozent der Befragten das absolute Lieblingsziel. Trotz hoher Preise² befindet sich die Schweiz mit 15 Prozent auf Platz zwei. Nur neun Prozent bevorzugen Ziele in den deutschen Alpen und im Alpenvorland.
 
Die meisten fahren mit dem Auto
Die meisten Winterurlauber reisen grundsätzlich mit dem Auto in die Berge (60 Prozent), 31 Prozent wählen das Flugzeug und nur sechs Prozent den Zug.
 
Jeder fünfte gibt mehr als 2.000 Euro aus
Egal mit welchem Verkehrsmittel, die Deutschen lassen sich ihren Winterspaß viel kosten: 67 Prozent geben zwischen 500 Euro und 2000 Euro dafür aus – ganze 22 Prozent sogar über 2000 Euro.
 
Doch auch wenn die Deutschen ihren Winterurlaub lieben – müssten sie zwischen einem Sommer- und einem Winterurlaub wählen, dann würden ganze 82 Prozent den Sommerurlaub bevorzugen.

Gut versichert in den Urlaub: Die Top-Tipps für Reiseversicherungen von Cheapflug.de

(München, 10. Januar 2012) In diesem Jahr blieben Reisende von dem großen Wintereinbruch verschont – bisher. Noch können wir uns gut an das Chaos erinnern, das der Schnee an Weihnachten 2010 in ganz Europa und sogar an den großen internationalen Flughäfen wie in London verursachte. Und immer wieder legen Aschwolken aus Island, Chile und sogar Australien den Flugverkehr lahm. „Im vergangenen Jahr haben Reisende einiges mitgemacht und es ist nicht auszuschließen, dass uns auch in diesem Jahr Chaos im Luftraum erwartet“, so Cheapflug.de Reise-Expertin Katharina Guderian. Doch nicht gegen alles können sich Urlauber versichern. „Umso wichtiger ist es deshalb, dass Reisende verstehen, welche Versicherungen sie abschließen können, und was diese ihnen bringen.“ Cheapflug.de, das Online-Portal für die Suche nach und den Vergleich von Flugpreisen, hat sich die verschiedenen Versicherungen angesehen und erklärt, was sich für wen wann lohnt.

Auslandskrankenversicherung
Dank des Sozialversicherungsabkommens genießt man zwar in EU-Ländern automatisch die Versorgung der dortigen gesetzlichen Krankenversicherung, muss aber alle Leistungen, die darüber hinausgehen, selbst abdecken. Außerhalb der EU muss sowieso alles selbst bezahlt werden. So können schon kleine Unfälle oder Krankheiten schnell teuer werden. Eine Auslandskrankenversicherung lohnt sich also immer. Wer mehrmals pro Jahr in den Urlaub fliegt, sollte eine Jahres-Police abschließen, die sind meist viel günstiger als mehrere Einzelversicherungen pro Urlaub.

Reiserücktrittsversicherung
Diese Versicherung zahlt die Anzahlung oder gegebenenfalls den vollen Reisepreis zurück, falls man die Reise unerwartet und aus triftigen Gründen stornieren muss, dazu zählen Tod, Krankheit, Verletzung, Verlust des Arbeitsplatzes oder Arbeitsplatzwechsel. Wenn man aus Angst vor einer Pandemie oder Naturkatastrophe zurücktritt oder Flüge aufgrund höherer Gewalt (wie Schneechaos oder Aschewolken) gestrichen werden, ersetzt die Versicherung den entstandenen Schaden nicht. Der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung lohnt sich für Familien mit Kindern, Senioren und für Krankheit anfällige Reisende.

Reiseabbruchversicherung
Diese kommt zum Tragen, wenn man nach Reiseantritt erkrankt oder sich verletzt und den Urlaub abbrechen möchte. Sie lohnt sich bei längeren Reisen vor allem in Gebiete, in denen erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht oder bei risikoreichen Aktivreisen.

Gepäckversicherung
Je nach Fluggesellschaft haftet die Airline bei Gepäckverlust für eine Summe von etwa 1.200 Euro. Wertsachen, Geld und Ausweisdokumente gehören sowieso ins Handgepäck. Eine Gepäckversicherung lohnt sich also meist nur, wenn man mit teurer Sportausrüstung oder wertvollem Gepäck reist und den tatsächlichen Wert dessen versichern möchte.

Sportreisen Zusatzversicherungen
Einige Anbieter haben spezielle Versicherungspakete für Sportreisen im Programm. Dabei ist zum Beispiel die eigene Skiausrüstung sowie Leih-Equipment mitversichert. Es gibt auch eine spezielle Golfhaftpflichtversicherung, die Schäden bis in Millionen-Höhe abdeckt. Wer in den Sport-Urlaub fliegt und sowieso eine Versicherung abschließt, muss für eine solche Zusatzversicherung kaum etwas zahlen. Es lohnt sich also, sie abzuschließen.

All-Risk Zusatzversicherung
Bei Ereignissen höherer Gewalt – wie Schneechaos oder Aschewolke – sind Reisende nicht versichert. Bieten die Fluggesellschaften dann wie bisher kostenlose Umbuchungen an, tun sie das freiwillig. Da dies bei den Unternehmen stark zu Buche schlägt, könnten sich Airlines und Veranstalter bald nicht mehr so kulant zeigen, wenn sich derartige Naturereignisse häufen sollten. Deshalb werden mittlerweile so genannte All-Risk Zusatzversicherungen angeboten, die jegliche persönlichen Stornierungsgründe wie ein verletztes Haustier oder überraschende Casting-Teilnahme mitversichern sollen. Liest man allerdings das Kleingedruckte, sind Ereignisse wie Pandemien, Krieg oder Nuklearkatastrophen oft ausgeschlossen. Diese Zusatzversicherung lohnt sich also nicht unbedingt, es sei denn man ist gerade auf dem Weg zu Deutschlands nächstem Superstar.

Weitere Informationen gibt es im Cheapflug.de Reisetipp „Reiseversicherung: Was ist zu beachten?“ unter www.cheapflug.de/reisetipps/reiseversicherung-was-ist-zu-beachten/

Voluntourismus statt Urlaub von der Stange: Cheapflug.de präsentiert die Trends für das Reisejahr 2012

Reiseziel für Individualisten: Puravida Resort Belek (Foto: TUI Deutschland GmbH)

Reiseziel für Individualisten: Puravida Resort Belek (Foto: TUI Deutschland GmbH)

(London, 20. Dezember 2011) Urlaub bewusster und individueller erleben und dabei auch noch Geld sparen – darauf können sich Weltenbummler im Reisejahr 2012 freuen. Cheapflug.de, das Online-Portal für die Suche nach und den Vergleich von Flugpreisen stellt unter http://www.cheapflug.de/reisetipps/reisetrends-2012/ die Trends der kommenden Reisesaison vor.

Reisetrend Freiwilligenarbeit (Foto: TravelWorks)

Reisetrend Freiwilligenarbeit (Foto: TravelWorks)

Voluntourismus
Diese denglische Wortkreation bezeichnet eine neue Art des Reisens: Urlauber engagieren sich an ihrer Zieldestination fürs Gemeinwohl oder den Umweltschutz und sammeln dabei tief bewegende Eindrücke von Land und Leuten. Über spezialisierte Anbieter können Freiwillige rund um die Welt bedrohten Tierarten helfen, sich an Lehr- und Bau-Projekten bedürftiger Gemeinden beteiligen, beispielsweise mit Kindern in Nepal eine Schule bauen, oder bei internationalen Sportevents, wie den Olympischen Spielen, aushelfen.

Grünes Reisen
Weltweit stehen umweltfreundliche Unterkünfte hoch im Kurs, da sie den negativen Einfluss des Tourismus auf den Urlaubsort minimieren. Diese Domizile haben sich in den vergangenen Jahren stark gemausert. Einige Öko-Spas gehören zu den besten Hotels weltweit und bieten ein Verwöhn-Programm für Körper, Seele und Gewissen, das seinesgleichen sucht. Im Trend sind auch Öko-Jugendherbergen, die mit der perfekten Mischung aus entspannter Atmosphäre, hotel-ähnlichem Komfort und umweltfreundlichen Einrichtungen aufwarten.

Respektvoll reisen
Touristen beschäftigen sich zunehmend mit den Gepflogenheiten und dem Hintergrund ihres Reiselandes. Wie geht man mit bettelnden Kindern um? Soll man Länder in Krisensituationen meiden oder sie dann erst recht durch Tourismus unterstützen? Wann und wen darf man fotografieren? Wer dem Reiseziel mit dem entsprechenden Respekt begegnet, kommt leichter mit den Gastgebern in Kontakt und erlebt das Land authentischer.

Individualurlaub
Flugticket buchen, Rucksack packen und aufs Geratewohl starten – das war der Inbegriff des Individualurlaubs der letzten Jahrzehnte. Heute können selbst herkömmliche Pauschalreisen zunehmend individuell gestaltet werden. Es gibt bereits ein umfangreiches Angebot aus maßgeschneiderten Flug-, Rundreise-, und Hotelpaketen. Außerdem entstehen immer mehr Hotels, die auf bestimmte Zielgruppen abgestimmt sind, wie beispielsweise TUIs Puravida oder Sensimar Hotels.

Haustausch
Das Couchsurfing für Erwachsene boomt. Bei „Haustauschferien“ verabreden sich Haus- oder Wohnungsbesitzer online zum Haustausch. Es müssen nur die Flugtickets gebucht werden, die Unterkunft ist kostenlos. Abhängig von den Lebenserhaltungskosten am Urlaubsort brauchen Reisende kaum mehr Geld als Zuhause. Wer selbst ein präsentables Eigenheim zu bieten hat, kann einen Haustausch-Urlaub in prachtvollen Domizilen verbringen, an Orten, wo Hotelpreise für eine Familie unbezahlbar sind.

Neue Reise-Angebote
Auch die Sparfüchse unter den Reisenden kommen weiterhin voll auf ihre Kosten. Im Internet warten zahlreiche neue Möglichkeiten, an gute Angebote zu kommen. Dazu zählen natürlich die Websites der verschiedenen Reiseanbieter, die Preisvergleichswebsites, die die besten Angebote des Internets zusammensuchen, Newsletter von Airlines und online Reisebüros sowie die neuen Couponing-Angebote. Bei Letzterem kann man sich online anmelden und wird dann per E-Mail über aktuelle Rabatte oder Sonderangebote informiert. Augen offen halten und Angebote vergleichen heißt deshalb die Devise für 2012.

Ägypten hofft auf Erholung beim Tourismus : Neue Chancen 2012 – Investitionen langfristig orientiert

Von Michael Marks, gtai

(Kairo, 08. Dezember 2011) Das Tourismusjahr 2011 ist für Ägypten schwierig gewesen. Revolution und nachfolgend immer wieder aufgetretene Gewaltexzesse, vor allem in der Metropole Kairo, haben die Lust auf das Land am Nil bei Reiseveranstaltern und Reisenden vorübergehend stark gedämpft. Die Investitionen in der Branche setzen ohnehin auf langfristige Perspektiven, und die könnten durchaus positiv sein. Derzeit wird vorsichtig fortgebaut, was bereits begonnen worden ist. Geplante neue Vorhaben bleiben in der Pipeline und warten auf den richtigen Moment.

Wenn der friedlich verlaufene Wahlauftakt seine Fortsetzung findet, dann kann Ägypten demnächst wieder auf die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches touristisches Produkt verweisen: Stabilität und Sicherheit. Noch zu Jahresbeginn 2011 stand das Land in Erwartung von 15 Mio. und mehr Besuchern. Der Jahresverlauf lässt nun 11 Mio. Auslandsbesucher bei Devisenerlösen von 10 Mrd. US$ erwarten, ein “gutes Ergebnis angesichts der Umstände”, wie der Minister für Tourismus Abdel Nour kurz vor dem Kabinettsrücktritt kommentiert hatte. In den ersten neun Monaten 2011 ist die Besucherzahl um 35% auf 6,9 Mio. gesunken. Recht wacker hielten sich die an 3.Stelle liegenden Deutschen (-32% auf 0,64 Mio.).

Tourismus Ägypten - Strukturdaten

Wenn es um die für das Land so wichtige Branche geht, dann heißt es oft, besonderen Optimismus zu zeigen. Dies führt leicht zur Verdopplung von Besucherzahlen und Devisenerlösen, die innerhalb von fünf oder zehn Jahren realisierbar seien. Zunächst gilt es jedoch, wieder dort anzuknüpfen, wo man schon einmal war. Die neue Werbekampagne “We´re Egypt” und die Beteiligung als offizielles Partnerland der ITB Berlin im Jahr 2012 geben Anlass zu der Hoffnung, dass Ägypten nach dem politischen auch einen touristischen Frühling erlebt – sofern internationale Wirtschaftskrisen nicht die Reiselust verhageln.

Trotz der noch bestehenden Unsicherheiten überwiegen die (erwünschten) Fundamentaldaten bei den Investitionsentscheidungen. Die in der Regel langfristig angelegten Projekte werden fortgeführt beziehungsweise dürften mit gewisser Zeitverschiebung begonnen werden. Die Ferienanlagen sind vielfach als Mischnutzungsprojekte gedacht, das heißt sowohl für touristische wie Zweitwohnungszwecke ausgelegt. Der Zweit- wie der primäre Luxuswohnungsmarkt gehören in der jetzigen Phase zu den Verlierern. Neben der schwächeren Entwicklung im Inland könnte die fehlende Dynamik in den USA und in der EU beziehungsweise im Euroraum die Revision mancher Investitionsentscheidung hervorrufen.

Kairo verfügt über etwa 36.000 Hotelzimmer. Bis 2050 wird von einem weiteren Bedarf in Höhe von 24.000 Einheiten ausgegangen, um der Entwicklung der individual- und eventtouristischen Nachfrage entsprechen zu können. Neue Kapazitäten werden insbesondere in New Cairo und 6th of October City notwendig. In Downtown Cairo werden ältere Gebäude zu Hotels umfunktioniert.

Qatari Diar hat mit Consolidated Contractors Co. einen 464 Mio. US$-Vertrag über das Mischnutzungsprojekt “Nile Corniche” in Kairo geschlossen, das neben Büro- und Wohnraum auch ein 5-Sterne-Hotel St. Regis umfasst. Weitere 80 Mio. US$ fließen unter demselben Auftragnehmer in die erste Phase einer Ferienanlage in Sharm El Sheikh (Süd-Sinai). Zur Renovierung für 52 Mio. US$ steht das Ramsis Hilton Hotel in Kairo mit Abschluss 2015 an. Das “Falcon Tower”-Vorhaben im südlichen Kairoer Stadtteil Maadi sieht neben einem Wohnturm auch einen Hotelturm auf 23 Stockwerken mit 129 Suiten vor. Das vor der Vergabe stehende Vorhaben soll 2015 zum Abschluss gelangen.

Zu einem neuen Vorzeige-Megaprojekt entwickelt sich die 12 km lange Bucht von Sahl Hasheesh, rund 20 km südlich des internationalen Flughafens von Hurghada gelegen. Dieser wird derzeit ausgebaut mit Verdopplung der Passagierzahl auf 14 Mio. Egyptian Resorts Company (ERC) plant dort in Partnerschaft mit Orascom Development den Start des Sawari-Projekts im 2. Quartal 2012, ein Mischnutzungsvorhaben, das auch eine Marina auf einem Grundstück von 2,5 Mio. qm beinhaltet, die 2014 fertig gestellt sein soll. Nikki Beach soll das dort entstehende Boutique-Hotel betreiben. Erhofft wird ein Aufschwung des vernachlässigten Jacht-Tourismus. Liegeplätze sind bereits im Angebot. Bis zu 330 Jachten können auf der Wasserfläche von 117.000 qm untergebracht werden.

Das Gesamtareal umfasst 41 Mio. qm. Derzeit gibt es in Sahl Hasheesh knapp 1.600 Hotelzimmer und 700 Immobilieneinheiten. ERC hat angekündigt, rund 6 Mrd. ägypt£ in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren, so in Trink- und Abwasseranlagen, Meerwasserentsalzung und Stromnetz. ERC ist Master-Entwickler des Gebiets, während der Staat keinerlei Infrastruktureinrichtung schafft. Langfristig ist geplant, das Touristenziel in eine umfassende Gemeinde mit Schulen, Universität, Bürokomplexen und Krankenhäusern zu entwickeln. 17 Hotels befinden sich derzeit in der Planung. In 2012 soll eine groß angelegte Marketing-Kampagne für das Gesamtgebiet an Sub-Developer durchgeführt werden. Weitere künftige ERC-Vorhaben bilden die Entwicklung eines 14 Mio. qm-Gebiets in Berenice, 200 km südlich von Hurghada, sowie von 4 Mio. qm in Dahab auf dem Sinai.

Wachsender Aufmerksamkeit erfreut sich auch das weiter südlich gelegene Gebiet von Marsa Alam, das als guter Eingang für Touristen gilt, die einen Kombi-Urlaub aus Tauchen und Fitness am Roten Meer mit einer Nilkreuzfahrt und dem Besuch antiker Stätten verbinden wollen. Hilton eröffnet in Marsa Alam ein 370-Zimmer-Hotel. Noch weiter südlich befindet sich das “Berenice Red Sea Project” von Orascom Development (ODH) in der Planung. ODH und Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) wollen ein “Cheval Blanc”-Hotel in Aswan in Angriff nehmen für 50 Mio. US$ mit möglicher Fertigstellung Ende 2014.

Zu den bedeutenden Entwicklungsvorhaben gehört die geschlossene Ferienanlage “Marassi” der Emaar Misr, die auf 6,25 Mio. qm nahe El Alamein am Mittelmeer entsteht. Es handelt sich um einen kompletten Badeort mit allen Freizeiteinrichtungen bis hin zu Golfplatz und einer Lagune. 3.000 Hotelzimmer und 5.300 Wohneinheiten sind avisiert. Die zum Bau anstehenden Hotelanlagen werden von der Emaar Hospitality Group (EHG) gemanagt werden. Nikki Beach Hotels and Resort entwickelt seine erste ägyptische Ferienanlage “Hacienda Bay” für 200 Mio. US$ an der Nordküste. In Partnerschaft mit Palm Hills Development (PHD) sind über das kommende Jahrfünft 4.500 Hotelzimmer an zwölf verschiedenen Standorten geplant.

Das touristische Großprojekt Citystars Sharm El Sheikh (Süd-Sinai) sieht auf 7,5 Mio. qm einen Mix aus Luxuswohnungen, touristischen, Einzelhandels-, Sport- (Golf-) und Freizeiteinrichtungen vor. Auch die weltweit größte schiffbare kristallklare Lagune mit 1,2 Mio. qm, umgeben von 22 km weißem Sandstrand, die die chilenische Crystal Lagoons Corporation errichtet hat, gehört zur Anlage. Die Lagune bildet den Auftakt für weitere Planungen dieser Art in Ägypten. Citystars Sharm El Sheikh soll Mitte 2012 nach Abschluss der ersten Phase mit folgenden Komponenten in Betrieb genommen werden: Fünf-Sterne-Hotel, Lagune, Lagunen-Insel-Restaurant, Einzelhandelsfläche und etwa 1.200 Wohnungen.

Nachhaltiger Tourismus: Kriterien nehmen Form an – Überblick über Zertifikate und Siegel

(Berlin/Rösrath-Hoffnungsthal, 15. November 2011) Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Touristik längst angekommen. Bei Reisenden steigt das Bewusstsein, dass billig nicht immer gut ist und dies sowohl Umwelt als auch den Einheimischen der Reiseländer schaden kann. Bislang war es für Urlauber jedoch schwierig, den Überblick zu behalten, was die Zertifizierungen und Prüfsiegel für Ökoreisen anging. Reisende definieren zudem sehr unterschiedlich, was nachhaltiges Reisen für sie bedeutet. Spezielle Reiseportale und Verbände helfen nun weiter.

Für deutsche Reiseanbieter gibt es größere Verbände wie das “Forum Anders Reisen” oder Siegel wie CSR-Tourism-Certified, die mit strengen Kriterien die Nachhaltigkeit ihrer Mitglieder überwachen. Angehende Urlauber, die sich nicht selbst durch den Kriterienwald kämpfen und aus einem möglichst großen Pool von Reisen und Unterkünften wählen wollen, können auf Portale wie traverdo.de oder viabono.de zurückgreifen.

Dass es bislang noch kein einheitliches Bio-Siegel wie zum Beispiel in der Lebensmittelbranche gibt, wird derzeit damit begründet, dass die Anforderungen regional stark variieren und die Kriterien der einzelnen Siegel entsprechend angepasst sind. „Ein Öko-Hotel in der Uckermark achtet vor allem auf den Klimaschutz, die Ecolodge in Ecuador dagegen eher auf faire Gehälter und die Bewahrung des Regenwalds“, erklärte Jochen Zimmermann, Geschäftsführer von traverdo.de, gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext.

„Zwar werden gerade globale Kriterien für nachhaltiges Reisen entwickelt, jedoch ist es bis zur konkreten Umsetzung noch ein weiter Weg.“ Der Tourist ist hiermit natürlich noch nicht aus der Pflicht genommen, denn es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen er seine Reise selbst nachhaltiger gestalten kann. Umweltfreundliches und kulturangepasstes Verhalten steht dabei ganz oben auf der Liste. Darüber hinaus können Flugreisende die von ihnen verursachten Klimagase bei Organisationen wie atmosfair.de oder myclimate.de ausgleichen.

Allerdings gilt grundsätzlich die Formel: Reduzieren vor Kompensieren. „Sanfter Tourismus muss nicht Allgäu statt Amazonas oder Buxtehude statt Bali bedeuten. Doch bereits wegen der Umweltbelastung durch den Flugverkehr sollte man sich bei der Urlaubsplanung fragen, ob es ein ebenso attraktives Ziel nicht auch in Europa gibt und ob die Bahn für die Fahrt dorthin infrage kommt”, geben die Betreiber von oeko-fair.de zu bedenken.

Wenn dann doch die Erkundung eines Fernziels auf dem Plan steht, gilt es eines zu beachten: “Vor allem sollte auf nur wenig Tage andauernde Fernurlaube verzichtet werden”, rät Sabine Minninger, Beraterin der Organisation Tourism-Watch. (Caroline Bartz/Pressetext)

Auswirkungen der Überschwemmungen in Thailand auf den Tourismus

(Berlin, 27. Oktober 2011) Drei Monate nach den Überschwemmungen werden die Auswirkungen der Katastrophe auf den Tourismus in Thailand deutlich: Obwohl der Süden des Landes als sicher gilt, steigen die Zahlen der Reiserücktritte, während Neubuchungen ausbleiben.
 
Der stellvertretende Präsident der zentralen Vermarktungsorganisation für den Tourismus in Thailand (TAT), Sansern Ngaorungsi, schätzt den Anteil der Reiserücktritte von bereits gebuchten Reisen auf 25 Prozent. Der Rückgang bei Neubuchungen gegenüber vergleichbaren Zeiträumen ist noch stärker wahrzunehmen. Er liegt bei annähernd 70 Prozent, wie die Association of Thai Travel Agents (ATTA) berichtet. Auch in Deutschland ist diese Entwicklung zu spüren, bestätigt das Reiseportal Citysam.de. Dabei ist der Süden Thailands von den Überschwemmungen auch weiterhin nicht betroffen und lohnt sich aufgrund fallender Preise mehr denn je für eine Urlaubsreise.
 
Seit Beginn der in diesem Jahr besonders stark ausfallenden Monsun-Regenfälle im August gehen die Bilder von schwersten Überschwemmungen im Norden und Nordosten des Königreichs Thailand um die Welt. Mitte Oktober sah Norbert Spitz, Leiter des Goethe-Instituts in Thailand, den Tourismus in Thailand nicht großartig in Gefahr, doch aktuelle Zahlen konnten dies nun bei weitem nicht bestätigen: Da die heftigen Regenfälle sich im September und Oktober fortsetzten, nahmen viele Thailand-Reisende Abstand von ihren ursprünglichen Urlaubsplänen. Thomas Horn, Vorstand der Citysam AG, bestätigt, dass in den letzten Wochen überdurchschnittlich viele Reisen nach Thailand storniert wurden: „Bei uns gehen viele besorgte Anfragen über die derzeitige Lage im Urlaubsgebiet ein. Die Menschen sind verunsichert“.
 
Laut Auskunft des Auswärtigen Amtes herrscht am Subarnabhumi Airport, dem Internationalen Flughafen in Bangkok, derzeit normaler Betrieb. Dagegen unterliegt der Straßen- und Schienenbetrieb vor allem im Norden des Landes zum Teil erheblichen Einschränkungen. In den nördlichen Regionen haben die andauernden Regenfälle zu schweren Überschwemmungen geführt, in den von insgesamt 76 Provinzen Thailands 28 am meisten betroffenen leben mehr als zweieinhalb Millionen Menschen. Ebenso wie die zentral gelegenen Provinzen Nakhon Sawan und Pathum Thani wurde auch die zum Weltkulturerbe zählende Stadt Ayutthaya entgegen Prognosen der thailändischen Katastrophenschutzbehörde zuletzt von den Fluten überspült. Da viele Reiseveranstalter ihre Ausflugsprogramme der Lage angepasst haben, rät Citysam Reisenden dazu, eventuelle Stornierungspläne zu überdenken.
 
„Die im Süden des Landes gelegenen thailändischen Urlaubsregionen wie Pattaya, Koh Samui und Phuket mit ihren Stränden sind vom derzeitigen Hochwasser nicht betroffen und auch am hoch gelegenen Flughafen Bangkok ist die Lage absolut unter Kontrolle“, so Horn. Aufgrund der geringen Nachfrage und der hohen Anzahl von Stornierungen seien Reisen in die thailändischen Touristenzentren derzeit besonders günstig und in den Süden absolut unbedenklich.

Reise-Rätsel aufgedeckt: Flunkern für ein Upgrade – sieben Prozent der Deutschen haben das schon mal gemacht

(München, 26. Oktober 2011) Ein besserer Platz im Flieger oder ein schöneres Zimmer im Hotel – für ein Upgrade auf Reisen haben sieben Prozent der Deutschen schon mal geschwindelt. Das ergab eine neue repräsentative Umfrage von lastminute.de für die über 1.000 Erwachsene in Deutschland befragt wurden.

Heraus kam dabei auch, dass fast doppelt so viele Männer wie Frauen flunkern, um mehr zu bekommen, als sie eigentlich gebucht haben (neun gegenüber fünf Prozent): Fast jeder zehnte Mann hat schon mal versucht, ein Upgrade zu erschwindeln! Aber: Frauen sind hierbei erfolgreicher – bei ihnen hat es in 83 Prozent und bei den Männern in 73 Prozent der Versuche tatsächlich geklappt. Auf Platz eins der Upgrade-Lügen, die zum Ziel geführt haben, steht die erfundene Beschwerde (25 Prozent).

Es folgt die Behauptung, auf Flitterwochen zu sein (19 Prozent) und die Aussage, dass man ja eigentlich etwas ganz anderes gebucht hat (19 Prozent), Hochzeits- bzw. Jahrestag zu feiern (17 Prozent) oder eine vorgetäuschte Krankheit bzw. Verletzung (17 Prozent). Wenig erfolgversprechend ist es, zu flunkern, man habe Geburtstag (4 Prozent).

“Manchmal scheint das Upgrade-Flunkern ja zu funktionieren. Für alle, die garantiert und ohne Schwindeln mehr für weniger bekommen wollen, haben wir bei lastminute.de die Top Secret Hotels – das sind 4- oder 5-Sterne Hotels, deren Namen man erst nach der Buchung erfährt und deshalb können wir diese hochwertigen Hotels bis zu 50 Prozent günstiger anbieten”, so Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer lastminute.de. Eine Nacht mit Frühstück im 5-Sterne Top Secret Hotel in Berlin gibt es zum Beispiel ab 51 Euro unter http://www.lastminute.de/Top-Secret-Hotels

Die Top 6 der Upgrade-Lügen
1. erfundene Beschwerde (25 Prozent)
2. Flitterwochen (19 Prozent)
3. eigentlich was anderes gebucht (19 Prozent)
4. Hochzeitstag/Jahrestag (17 Prozent)
5. Krankheit/Verletzung (17 Prozent)
 6. Geburtstag (4 Prozent)

Alle Preise pro Person im Doppelzimmer und aktuell zum Termin der Veröffentlichung.

Die repräsentative Umfrage erfolgte im Auftrag von lastminute.de durch die GfK im September 2011. Über 1.000 Frauen und Männer ab 18 Jahren in Deutschland wurden online befragt.

zoover.com – Umfrage: Europas Urlauber buchen am liebsten online

(Köln, 21. Oktober 2011) Online geht alles: 57 Prozent der Europäer buchen ihren Urlaub im Internet, während jeder vierte noch immer den Weg ins Reisebüro vorzieht. Für sechs Prozent ist Urlaub ein Fremdwort. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 6.800 Urlauber auf internationalen Websites von zoover.com.

Die Könige der Onlinebuchung kommen aus Skandinavien. Für 89 Prozent der schwedischen Nutzer, 88 Prozent der Finnen und 77 Prozent der Dänen kommt das Reisebüro nicht in Frage. Deutsche Urlauber buchen ihre Reise ebenfalls am liebsten im Internet, jedoch reichten 44 Prozent der deutschen Stimmen im internationalen Vergleich nur für einen Platz im unteren Mittelfeld, wo auch Österreich zu finden ist. In der Schweiz dagegen buchen inzwischen zwei Drittel der Urlauber am liebsten im Internet.

Deutsche Urlauber interessieren sich am meisten für Italien
Um Enttäuschungen im Urlaub zu vermeiden, informieren sich Urlauber immer stärker durch Hotelbewertungen über die Qualität ihrer Unterkunft und vergleichen die Preise für Hotels oder Campingplätze um am Ende einen perfekten Urlaub zu bekommen. Das folgende Ranking zeigt, für welche Reiseländer sich die deutschen Zoover-Nutzer im ersten halben Jahr 2011 am meisten auf Zoover.de interessiert haben und wie stark die Zahl der Seitenaufrufe im Vergleich zum Halbjahr des Vorjahres gestiegen oder gefallen ist.

Einbruch der Nachfrage nach Reiseinformationen zu Ägypten, Tunesien und Griechenland
Während Ägypten in der Halbjahresbetrachtung 2010 noch auf Platz 10 der Beliebtheitsskala lag, sank die Zahl der Seitenaufrufe für Reiseinhalte in 2011 stark (-49,7%). Auch das Interesse an Griechenland ging zurück, jedoch nur um sieben Prozent. In 2010 landete Tunesien noch auf einem passablen elften Rang, nach einem drastischen Einbruch der Seitenaufrufe von 64,3 Prozent im Jahr 2011 nur noch auf Rang 17. Zusätzlich zu den Reiseberichten auf Zoover sind Urlauber gut beraten, sich auch online auf den Websites des Auswärtigen Amtes über die offiziellen Reisewarnungen, Reise- und Sicherheitshinweise zu informieren.

UNWTO: Welttourismus wächst weiterhin stark

(New York City, 04. Juli 2011) Boom im Tourismus – und dies weltweit: In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der Welttourismus um 4,5 Prozent. Überdurchschnittliches Wachstum bei den Reisen gab es laut „Welttourismus-Barometer“ der UN-Welttourismusorganisation UNWTO in Südamerika (+17%), Südasien (+14%) und Südostasien (+10%).

Zwischen Januar und April wurden weltweit 268 Millionen Ankünfte gezählt, zwölf Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im April gab es einen Zuwachs von sechs Prozent.

In Europa gab es mit sechs Prozent mehr Ankünften (verglichen mit Januar-April 2010) endlich wieder ein starkes Plus. Dagegen musste man im Mittleren Osten (-14%) und in Nordafrika (-11%) herbe Verluste im Tourismus hinnehme; eine Folge der Revolutionen und Unruhen.

Touristiker Stefan Seidl: „Bayerische Tourismusgeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten!“

(Starnberg, 17. Juni 2011) Als am 21. Januar 1961 im Bonner Presseclub der Studienkreis für Tourismus gegründet wurde, ging es schon damals nicht nur um die Fragen der Erholung, sondern auch um die der Bildung und internationalen Begegnungen während der Urlaubsreise. Die an diesen Fragen interessierten Persönlichkeiten aus recht verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hatten eine gute Wahl getroffen, als sie den Sozialwissenschaftler Heinz Hahn beauftragten, die Gründung dieser Institution vorzubereiten und in die Wege zu leiten. Sitz des Studienkreises wurde Starnberg, eine gute Entscheidung, denn als Reiseland spielte Bayern in Deutschland schon immer eine wichtige Rolle. Davon zeugt ein Blick in die Tourismusgeschichte. Diese Geschichte des Tourismus in Bayern festzuhalten und fortzuschreiben, gehörte zu den unerlässlichen Aufgaben dieser Branche.

Doch wer kümmert sich hier darum? Es gibt seit vielen Jahren Bemühungen um die Bayerische Tourismusgeschichte, aber an einer generellen, zielgerichteten Darstellung, verbunden mit einer geordneten Übersicht, mangelte es. Dieser Problematik hat sich der Arbeitskreis von Stefan Seidl, Touristiker mit Leib und Seele, gestellt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles, was über die Tourismusgeschichte Bayerns zu finden ist, in einem Archiv zu sammeln und übersichtlich zu ordnen.

„Gerade Bayern als Reiseland Nr. 1 in Deutschland hat genug Interessantes zu bieten, das es gilt festzuhalten,“ meint der gelernte Tourismusfachwirt. Er ist ständig auf der Suche nach historischen Berichten, erwähnenswerten Tourismuspionieren und persönlichen Zeitzeugen. Wichtig sind Seidl unter anderem die Anfänge des Tourismus in Bayern und Berichte der ersten „Sommerfrischler. „Mittlerweile habe ich zwar einen guten Bestand  und gute Kontakte“ meint er. „Da ich mein Projekt jedoch rein privat finanziere, benötigt ich dringend Unterstützung.“ 

Er fordert daher alle Interessierten auf :  „Helfen Sie mit und werden Sie zum Tourismusforscher!“

Weitere Infos gibt es unter: www.tourismushistorie.de

Studie von Ulysses Web-Tourismus – Umsätze so hoch wie nie zuvor: 20,1 Mrd. Euro Umsatz im Online-Tourismus

(München, 16. Mai 2011) Das Tourismusjahr 2010 war aus Sicht der Branche ausgesprochen erfreulich. 2010 setzte die deutsche Tourismuswirtschaft insgesamt 48,05 Milliarden Euro um – soviel wie nie zuvor. Dies geht aus einer Untersuchung des Münchner Marktforschungsinstitutes Ulysses Web-Tourismus hervor. Gegenüber dem von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise stark betroffenem Jahr 2009 wuchs der Tourismusumsatz um rund 2,8 Milliarden Euro (+6,1%), während der Online-Tourismus im gleichen Zeitraum sogar um 7,9 Prozent auf nun 20,1 Milliarden Euro anstieg. Das bedeutet, daß in Deutschland inzwischen 41,7 Prozent aller im Tourismus erzielten Umsätze über webbasierte Lösungen erwirtschaftet werden. Im Endkonsumentenbereich (B2C) ist allein der Tourismus für über ein Viertel des gesamten deutschen Ecommerce von rund 50 Milliarden Euro verantwortlich.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 1

Die allgemeine Entwicklung des Tourismus war 2010 sehr vielversprechend. Die Deutschen selbst zeigten sich gewohnt reisefreudig. Von Krisenstimmung oder Auswirkungen der Krise konnte nicht die Rede sein. „Am besten entwickelten sich 2010 die Reiseveranstalter“, erklärte Ulysses-Chef Dominik Rossmann. Die deutschen Veranstalter konnten im Vergleich zu 2009 ein hervorragendes Umsatzwachstum von über neun Prozent auf rund 21,1 Milliarden Euro verzeichnen – auch das ein Rekordwert.

Die Transportbranche hingegen stagnierte, was vor allem der eher unterdurchschnittlichen Entwicklung des Flugsektors geschuldet war. Während sich der Linienflug noch einigermaßen positiv entwickelte, mußten vor allem die Billigflieger – struktur- und marktbedingt – erneut Einbußen hinnehmen. Auch die Hotellerie verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von fast sechs Prozent. „Hätte der Flugsektor 2010 nicht geschwächelt, wäre der Online-Gesamtumsatz sicherlich deutlich höher ausgefallen“, so Rossmann. „Denn bisher war gerade der Transportbereich stets die Lokomotive im Online-Tourismus.“ Befragt nach ihren Zukunftsaussichten und Prognosen ist sich die gesamte Branche zumindest darin einig, daß vor allem die sozialen Netzwerke eines der wichtigsten Investitionsfelder der nächsten Zeit darstellen. Die Dynamik in diesem Bereich war 2010 außergewöhnlich hoch und viele Unternehmen haben den Schritt inzwischen gewagt. „Als sehr vielversprechende Innovations- und Investitionsfelder gelten der M-Commerce und die Apps“, sagte Rossmann weiter. „Diese spielen vor allem bei den primären Leistungsträgern, also bei Hotels und im Transport, eine wichtige Rolle für Zukunftsinvestitionen.“

Transport schwächelt – Veranstalter online stark
Obwohl sich der Transportsektor eher schwach entwickelte, ist er nach wie vor für fast die Hälfte alle Online-Umsätze verantwortlich. Die Hotellerie entwickelt sich weiter sehr gut im Onlinegeschäft und erwirtschaftet mehr als ein Viertel aller touristischen Web-Umsätze. Die Veranstalter erzielten zwar das stärkste Online-Wachstum, liegen aber dennoch rund 0,5 Milliarden Euro hinter der Hotellerie. Das spiegelt sich auch in den Aussagen der Branche wieder. Befragt danach, was denn die profitabelsten Reiseleistungenseien, nannten 21,4 Prozent die reine Hotelleistung knapp vor der reinen Transportleistung (20,5%). Deutlich in der Einschätzung ist auch wieder die klassische Pauschalreise gestiegen, die in der Vergangenheit eher als unlukrativ betrachtet wurde. „Das Bild bleibt seit Jahren nahezu gleich“, so Rossmann, „die beiden Primärleistungen Transport und Hotel sind für rund die Hälfte der Touristiker stets die lukrativsten Leistungen. Dafür sprechen deren Einfachheit und Selbsterklärbarkeit. Alles was nicht kompliziert ist beim Buchen wird von den Kunden schnell verstanden und gerne angenommen.“ In bezug auf die Top-Tourismus-Trends 2011, äußerte sich die Branche recht eindeutig. Rund drei Viertel der Tourismusmanager nannten die Städtereisen gefolgt mit deutlichem Abstand von den Wellnessreisen. Was deren mittelfristige Zukunftschancen anbelangt, ist sich die Branche ebenfalls einig. Sowohl der Städte- als auch der Wellnesstourismus werden in ihrer Bedeutung in den nächsten drei Jahren abnehmen, während insbesondere der höherwertige Gesundheitstourismus, genauso wie der Abenteuer- und Kulturtourismussteigen werden.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 2

M-Commerce und Apps sind Investitionsfelder der näheren Zukunft
Die deutschen Reiseveranstalter erholten sich nach dem sehr schwierigen Krisenjahr 2009 hervorragend. Dies spiegelt sich auch in ihrer Online-Performance wieder. Für den Markt der Veranstalter hatte die Krise durchaus auch positive Effekte. Sie half bei der Marktbereinigung einerseits und drängt andererseits die Veranstalter dazu längst überfällige Änderungen in Angriff zu nehmen. Während manche Veranstalter das Jahr nicht „überlebten“ gingen einige gestärkt aus der Krise hervor. „Die Veranstalter haben in den letzten Jahren viel in ihr Online-Geschäft investiert und deutlich aufgeholt“, erklärte Dominik Rossmann, „es bleibt interessant zu beobachten wie es weitergeht“. Denn während die Veranstalter noch damit beschäftigt sind, den Abstand zu den anderen Branchen zu verringern, haben diese bereits damit begonnen neue Felder zu erschließen, wie den M-Commerce oder die Apps. „Die Veranstalter müssen aufpassen, hier nicht den gleichen Fehler zu machen wie schon vor zwölf Jahren im E-Commerce“, warnte Rossmann. „Ende der 90er haben viele von ihnen das Internet regelrecht verschlafen und dachten das sei nur ein Trend, der irgendwann vorbei ist.“ Die Hotellerie und die Transportbranche, und selbst die Online-Reiseportale, sind sich hingegen der kommenden Bedeutung von webbasierten Mobilanwendungen bewußt und basteln bereits an Lösungen.

Online-Reisebüros/Portale im Aufwind – fast 50%-Anteil
Der Online-Reisevertrieb entwickelte sich auch 2010 sehr erfolgreich. Die Online-Portale konnten weiter Marktanteile hinzugewinnen. „Mit knapp 47 Prozent wurde fast – aber noch nicht ganz – die Hälfte des touristischen Online-Umsatzes 2010 durch den Online-Reisevertrieb erwirtschaftet“, so Studienleiter Rossmann. „Wenn die Entwicklung weiter so voranschreitet, könnte schon in diesem Jahr mehr als die Hälfte aller Online-Umsätze über die Vermittler laufen.“

Allerdings ist der Online-Vertrieb bei der Art der vermittelten Leistungen unterschiedlich erfolgreich. Wie schon 2009 wurden auch 2010 rund 40 Prozent aller Portalumsätze durch die Vermittlung vonTransportleistungen erzielt. Die Portale konnten hier ihren Anteil nicht weiter ausbauen und stagnierten im gleichen Maße wie das auf die gesamte Transportwirtschaft zutraf. Sehr deutlich hingegen wuchs 2010 der Anteil von vermittelten Pauschalreisen, denn die Online-Portale erzielten fast 32 Prozent ihres Umsatzes dadurch. Dieser Wert stieg um ganze sechs Prozentpunkte und zeigt, daß das klassische Reisegeschäft für die Portale immer mehr zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Umsatzes wird.

Das Dynamic Packaging (Baukastenprinzip) kommt insbesondere den großen Online-Reisebüros/Portalenzu Gute. Der Umsatzanteil der eigenerstellten Leistungen im Sinne eines Reiseveranstalters, die über Online-Reisebüros vertrieben wurden, wird hauptsächlich geprägt durch die großen Online-Portale und bewegt sich seit drei Jahren stabil um die 20 Prozent. Die Zahl der touristischen Portale schrumpfte auch 2010, was den inzwischen enormen Wettbewerb in der Branche widerspiegelt. „Äußerst interessant ist, daß Veranstalterleistungen zwar nur etwa 31 Prozent der Portalumsätze ausmachen, die Portale 2010 aber erstmals für mehr als die Hälfte aller online abgesetzten Veranstalterleistungen verantwortlich waren“, merkt Rossmann an. Daß die Portale den Veranstaltern ständig Online-Anteile abjagen, zeigt sich schon seit einigen Jahren. Waren 2003 die Portale für nur 33 Prozent aller Online-Umsätze von Veranstaltern verantwortlich, waren es 2007 bereits 43 Prozent und 2010 sind es schon bald 60 Prozent. Durch verstärkte Direktvertriebsmaßnahmen seitens der Veranstalter wird versucht diesem Umstand entgegenzuwirken, um wieder mehr Kontrolle über dieses Geschäftsfeld (zurück) zu gewinnen. Daher ist der Wert Jahr für Jahr ein wenig schwankend, der Trend spricht allerdings derzeit eindeutig für die Portale.

Ulysses Web Tourismus - Studie 2011 - Chart 3

Social Media sehr wichtig – aber nicht sehr umsatzträchtig
Mehrheitlich zwei Drittel der Tourismuswirtschaft ist sich darin einig, daß Social Media Elemente für ihr zukünftiges Online-Geschäft wichtig sind. Für immerhin 12,3 Prozent der Befragten sind diese Elemente sogar vonelementarer Wichtigkeit. Die Breite Mehrheit, insgesamt 80,3 Prozent der Befragten, bezeichnen sie als bedeutsam oder elementar. 6,6 Prozent sehen in Social Media Elementen lediglich eine überbewertete Modeerscheinung, die langfristig für das Online-Business bedeutungslos ist.

Interessant ist auch die sehr unterschiedliche Einschätzung des ökonomischen Erfolgsbeitrags von Social Media Elemente. Während sich die Transportwirtschaft zu fast zwei Dritteln darin einig ist, daß die Social Media Elemente zusätzlichen Umsatz generieren (können), sehen das die Veranstalter konträr. Die Online-Portale sind in ihrer Einschätzung indifferent. Befragt man die Branche explizit nach Umsatzgenerierungdurch das mobile Internet / Apps – der sogenannte M-Commerce – , so geben 69,9 Prozent an, darüber bisher kein signifikantes Umsatzplus erzielt zu haben. 14,7 Prozent hingegen bestätigten durch M-Commerce Maßnahmen schon Umsatz generiert zu haben.

Suchmaschinenmarketing „wau“ – Kundenbindung „lau“ – Social Media mit interessanter Zukunft
Der Werbemarkt hat sich in den letzten Jahren sehr deutlich verändert. Einerseits fließen immer mehr Budgets in die webbasierte Werbung und zum anderen spielt auch das Thema Social Media eine immer wichtigere Rolle, glaubt man den vielen Studien und Erfahrungsberichten. Insbesondere dieTourismuswirtschaft erhofft sich von Social Media Maßnahmen einen deutlichen Schub für ihr Onlinegeschäft, für ihre Marke und zu guter Letzt auch für ihren Umsatz. Ebenso das seit Jahren sehr stiefmütterlich behandelte Thema Kundenbindung versucht die Tourismusindustrie durch ein beherztes Social Media Engagement zu verbessern und zu emotionalisieren. „Das Thema emotionale Kundenbindung ist jedoch für die meisten Tourismusunternehmen nach wie vor eben kein Thema“, bemängelt Studienleiter Rossmann. „Insbesondere in nachhaltige Maßnahmen zur emotionalen Kundenbindung sollte in den nächsten Jahren investiert werden. Stattdessen aber wird mit aller Gewalt versucht Kunden durch Sonderpreise, Rabatte und Gutscheine zu binden“, erklärt Rossmann weiter. „Das aber hat sich bisher allenfalls nachhaltig auf die Kostenstruktur einiger Unternehmen ausgewirkt.“

Fast alle befragten Unternehmen (85,4%) haben schon einmal kostenpflichtige Online-Werbung eingesetzt, um so ihr eigenes Angebot zu vermarkten. Am häufigsten verwenden Portale kostenpflichtige Internetwerbung, mit einer Quote von 87,5 Prozent nutzen fast alle dieses Instrument. Die Reiseveranstalter legten 2010 deutlich zu, denn 85,7 Prozent griffen auf kostenpflichtige Online-Werbung zurück. „Die Veranstalter erhöhen sukzessive ihren Online-Werbedruck und schließen zu den Online-Portalen auf“, erläutert Rossmann die Entwicklung. „Hier läßt sich erkennen, daß sie den Online-Reisevertrieb den Portalen nicht kampflos überlassen wollen.“

Befragt man die Tourismuswirtschaft welches Online-Werbemittel das wirksamste ist, ist sich die Branche seit Jahren mit überwiegender Mehrheit einig. Über 60% sehen das Suchmaschinenmarketing (SEO/ AdWords/ AdSenses) als erfolgreichstes Medium an, allerdings ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte gesunken. Mit deutlichem Abstand folgt der Newsletter, den rund 15 Prozent als am wirksamsten für ihre Belange betrachten. Die Hälfte der Branche sieht auch in Zukunft das Suchmaschinenmarketing als am erfolgreichsten, allerdings schätzen rund 20 Prozent Social Media Maßnahmen und mobile Applicationen (Apps) als am zweitstärksten in Zukunft ein. Beiden Werbeelementen bescheinigt die Branche mittelfristig das größte Wachstum.

Das komplette Werk „Web-Tourismus 2011“, besteht aus 7 Modulen, die individuell zusammengestellt werden können. Die gesamte Studie (alle Module) hat 535 Seiten und 363 Farbabbildungen. Die Studie und ihre Module sind als Ringbuch bei Ulysses Web-Tourismus zu beziehen.

Tourismus: Titel „Reiseweltmeister“ wird erfolgreich verteidigt

(Berlin, 07. März 2011) Mit 380 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben und im Touristikcamping im vergangenen Jahr hat Deutschland zum dritten Mal in Folge Platz eins im europäischen Vergleich belegt. Die positive Entwicklung im Deutschlandtourismus setzt sich damit weiter fort. „Deutschland ist, anders als die meisten anderen europäischen Staaten, gestärkt aus der Krise hervorgegangen“, sagte Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV) in Berlin.

Deutschland ist immer eine Reise wert (Foto: Shopping in Hannover / DZT, Dirk Topel)

Deutschland ist immer eine Reise wert (Foto: Shopping in Hannover / DZT, Dirk Topel)

Man habe, so Meyer, schon im Krisenjahr 2009 ein hohes Niveau halten und 2010 sogar Zuwächse bei den Übernachtungen verzeichnen können (plus 2,9 Prozent in gewerblichen Betrieben im Vergleich von 2008 zu 2010). Der DTV-Präsident stützt sich dabei auf die Ergebnisse des „Sparkassen-Tourismusbarometers Deutschland 2010“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Demnach ist Deutschland das Land mit dem größten Inlandsreiseanteil in Europa. Dies wirkt stabilisierend und macht vergleichweise unabhängig von ausländischen Quellmärkten.

Tourismusbranche investiert verhalten
Trotz der positiven Nachfrage investieren die Tourismusbetriebe jedoch eher verhalten. Nach Angaben der Sparkassen ist das Kreditvolumen touristischer Betriebe in den letzten zwei Jahren leicht gesunken. Jede zweite Sparkasse hat in ihrem Geschäftsgebiet einen Investitionsstau in der Tourismuswirtschaft identifiziert. Davon betroffen sind insbesondere Gasthöfe und Pensionen, aber auch Restaurants und kleinere Hotels. „Diese Entwicklung ist bedenklich. Bei zunehmendem Wettbewerb und steigenden Ansprüchen der Gäste laufen die Betriebe Gefahr, mittelfristig nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein“, kommentiert Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes die Entwicklung.

2010: Die Krise ist vorbei
Im Jahr 2010 konnte Deutschland mit seinen vielen naturnahen Angeboten und seinem im europäischen Vergleich guten Preis-Leistungs-Verhältnis wieder zunehmend das Interesse der ausländischen Reisenden wecken. So sind die Übernachtungen der ausländischen Gäste nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um zehn Prozent gestiegen. Auch der internationale Geschäftstourismus hat sich nach dramatischen Einbußen in 2009 wieder deutlich erholt; so konnte Deutschland sich als Top-Messe- und Tagungsort im internationalen Vergleich behaupten.

Knapp 356 Millionen Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr in gewerblichen Betrieben mit über neun Betten und 24,4 Millionen auf Campingplätzen gezählt. Hinzu kommen 87 Millionen Übernachtungen in Privatunterkünften. In den gewerblichen Betrieben bedeutet dies bundesweit einen Übernachtungszuwachs von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns, das Verluste von 2,6 Prozent hinnehmen musste, und Thüringens, mit geringen Verlusten von 0,4 Prozent, konnten sämtliche Bundesländer Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verbuchen.

Städtetourismus boomt
Besonders die Städte haben im vergangenen Jahr bei den Übernachtungen wieder kräftig zugelegt. Entsprechend führen die drei Stadtstaaten Bremen (+10,6%), Berlin (+10,2%) und Hamburg (+9,2%) die Liste der Zugewinne bei den einzelnen Bundesländern mit Abstand an. Diese Entwicklung entspricht einem Trend, der sich europaweit abzeichnet: Städtereisen sind „in“ (deutsche Großstädte: plus 23 Prozent, Klein- und Mittelstädte: plus zwölf Prozent im Vergleich von 2009 zu 2004). Aber auch der Urlaub am Wasser liegt voll im Trend (an der Küste +9%, an Seen +14% im Vergleich von 2004 zu 2009). Mittel- und Hochgebirgsregionen hingegen haben in Deutschland (im gleichen Zeitraum) mit einem Minus von einem bzw. zwei Prozent an Beliebtheit leicht eingebüßt.

Umsätze hinken hinterher
Trotz einem Plus von 1,1 Prozent im Beherbergungsgewerbe, blieben die Umsätze im Gastgewerbe mit einem Rückgang von insgesamt 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinter den Erwartungen zurück. Die Gastronomie musste ein Minus von 1,6 Prozent bei den Umsätzen verzeichnen. Nach wie vor prägt die Preissensibilität der Gäste das Ausgabeverhalten im Gastgewerbe.
Deutschland: Ein Reiseland mit gutem Preis-Leistungs-VerhältnisDeutschland liegt beim europäischen Ranking der Hotelzimmerpreise im Mittelfeld. Auch eine bundesweite Gästebefragung im Rahmen des Qualitätsmonitors Deutschland weist die gute Ausgangslage des Reiselandes Deutschland nach: Die Gästezufriedenheit und das gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis werden von in- und ausländischen Gästen als sehr gut bis gut bewertet. Dies, betonte DTV-Präsident Meyer, sei ein wichtiger Wegweiser in die Zukunft: So planen 89 Prozent der deutschen und 61 Prozent der ausländischen Gäste in den kommenden zwei bis drei Jahren einen weiteren Urlaub in Deutschland.

 

Deutschland ist neuer Tourismus-Vizeweltmeister
Die Spitze der weltweiten Tourismusindustrie ist nur noch zum Teil deutschsprachig: Das Urlaubsland Österreich rutscht im Vergleich zu 2008 im „Travel & Tourism Competitiveness Report 2011“ zwei Plätze auf Rang vier ab.

 Travel & Tourism Competitiveness Index - Vergleich 2011 2009 und 2008

Travel & Tourism Competitiveness Index - Vergleich 2011 2009 und 2008

Deutschland hingegen arbeitet sich innerhalb des Spitzentrios weiter nach vorne und positioniert sich nun nach dem Tourismusweltmeister Schweiz auf Rang zwei. Auch Frankreich ist einer der Gewinner der Langzeit-Studie. Belegte das westeuropäische Land 2008 noch Rang zehn, nimmt es inzwischen Rang drei im internationalen Vergleich ein.

Bereits zum vierten Mal erstellte das World Economic Forum in Partnerschaft mit der internationalen Strategieberatung Booz & Company gemeinsam die globale Tourismusstudie. Das daraus resultierende Ranking der 139 untersuchten Staaten präsentierten sie heute im unmittelbaren Vorfeld der ITB.

Im Fokus der Analyse stehen die Rahmenbedingungen der jeweiligen Reiseindustrien in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, Preisniveau, kulturelles Angebot, Umweltschutz sowie gesetzliche Regulierung. Deutschland profitierte bei der Bewertung von langfristigen und kontinuierlichen Investitionen in nachhaltige Tourismuskonzepte und Umweltschutzinitiativen. Vor allem kulturelle und landschaftliche Ressourcen wie das Wattenmeer, das seit 2009 UNESCO Naturerbestätte ist, sind ein wichtiges Asset für die Reisedestination Deutschland. Überflieger Frankreich setzt seit 2008 auf eine neu formulierte nationale Tourismusstrategie, die neue Besuchersegmente,  beispielsweise aus dem Mittleren Osten und Asien, anziehen soll. Dafür wurde in Hotelmodernisierungen, die Überarbeitung der Hotelklassifizierungen und in internationale Marketingaktivitäten investiert. Um die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern, unterstützt der französische Staat die Reiseindustrie zudem durch eine drastische Senkung der Mehrwertsteuer für Tourismusdienstleistungen.

Generell bleibt der durchschnittliche Gesamtscore zu den touristischen Rahmenbedingungen in den untersuchten Reisedestinationen gegenüber 2008 weitgehend stabil. „Für die etablierten Reiseziele ist eine Bewahrung des Status quo mit Sicherheit keine zukunftsfähige Strategie, um sich gegen neue, aufstrebende Urlaubsregionen aus Osteuropa, dem Mittleren Osten oder aus Asien zu behaupten. Für diese dynamischen  Regionen haben wir in der Studie deutlich überdurchschnittliche strukturelle Verbesserungen festgestellt“, sagt Jürgen Ringbeck, Senior Partner und Tourismusexperte bei Booz & Company. Wachstumsmarkt AsienInsgesamt verschiebt sich die Dynamik im Tourismussektor weg von den etablierten Regionen wie Europa und Nordamerika Richtung Osten. Im asiatisch-pazifischen Raum nahmen die internationalen Touristenankünfte von 2000 bis 2010 etwa doppelt so schnell zu (85%) wie im weltweiten Schnitt (39%). China, laut UNWTO in 2010 bereits das am drittmeisten besuchte Land gemessen an internationalen Touristenankünften, ist für diese Entwicklung ein entscheidender Wachstumstreiber. Die Ergebnisse der aktuellen Studie „Travel & Tourism Competitiveness Report 2011“ spiegeln diese überdurchschnittliche Dynamik wider: Die Volksrepublik machte in den vergangenen vier Jahren 23 Plätze gut und liegt nun bereits auf Rang 39. Das Land profitiert erheblich von den strategischen Investitionen in die Infrastruktur und die Tourismusindustrie – nicht zuletzt für die Expo 2010 in Shanghai sowie für die Olympischen Spiele in Peking 2008. Allerdings bringen das rasante Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land der Erde und natürlich die Folgen des Tourismusbooms auch ökologische Probleme mit sich. „Das schiere Wachstum steht hier häufig im Vordergrund der Strukturpolitik. Umweltschutz und sanfte Tourismuskonzepte haben meist noch das Nachsehen. Beim Thema Nachhaltigkeit weisen viele Regionen erheblichen Aufholbedarf auf“, so Ringbeck. Golfstaaten überholen nordafrikanische Touristenhochburgen

Die Indexentwicklung zeigt deutlich: Traditionelle nordafrikanische Destinationen wie Tunesien und Ägypten fallen im Ranking zurück, da ihre Entwicklung stagniert und sie von aufstrebenden Ländern überholt werden.
So liegt Ägypten derzeit auf Platz 75, hat aber über die letzten vier Jahre bereits sieben Plätze verloren. Tunesien nimmt aktuell Rang 47 ein. Das Königreich Bahrein (2011: Rang 40) hingegen konnte seit 2008 acht Plätze gut machen. Und Oman legt sogar 15 Plätze (2011: Rang 61) zu. Die aktuellen politischen Unruhen in vielen nordafrikanischen bzw. arabischen Ländern können die Gesamtsituation zumindest kurzfristig negativ beeinflussen. So wurde beispielsweise ein touristisches Großereignis, das für März in Bahrein geplante Formel 1-Rennen, abgesagt. „Kommt es allerdings zu einer politischen Stabilisierung, verbunden mit einer weiteren Marktöffnung, könnte sich das positiv und nachhaltig auf die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Staaten auswirken“, so das Fazit von Ringbeck. Europäische Gewinner und VerliererDabei ist Europa noch immer stark in den Top 10 vertreten. Allein sieben europäische Destinationen können einen Platz in der Spitzengruppe behaupten. Deutlich auf der Verliererseite der europäischen Tourismusnationen stehen allerdings Griechenland und Portugal. Die Ergebnisse für die beliebten Urlaubsländer spiegeln in erheblichem Maße die Folgen der Wirtschafts- und Verschuldungskrise wider, von der beide Destinationen besonders betroffen sind. Griechenland setzen beispielsweise die Auswirkungen von Generalstreiks auf den Flugverkehr und damit auf das Gastgewerbe zu. Portugal büßt vor allem aufgrund fehlender Mittel für dringend nötige Infrastruktur-Investitionen im Vergleich zu 2008 drei Plätze ein und belegt damit nur noch Rang 18.

Griechenland findet sich nach Rang 22 (2008) in der aktuellen Liste nur auf Platz 29 wieder. Ein echter Gewinner der diesjährigen Studie ist Montenegro. Der Balkanstaat verankert Umweltschutz sogar in der Verfassung, setzt auf nachhaltige Hotelentwicklung und etabliert seine Bergregionen als beliebte Wander- und Skiziele. Die bewusste Entscheidung gegen einen Massentourismus, wie ihn beispielsweise Spanien in den 80er Jahren vorangetrieben hat, ermöglicht der Destination einen Sprung von Platz 59 im Jahr 2008 auf Rang 36 in der aktuellen Studie. Insgesamt wurden weltweit 139 Staaten unter Zuhilfenahme von mehr als 60 Variablen untersucht. Diese berücksichtigten u.a. gesetzliche Regulierungen, Sicherheit und Gesundheit, Infrastruktur, das lokale Preisniveau sowie kulturelle Aspekte. Außerdem wurden die Faktoren Umweltschutz und Reiseverkehr untersucht. Der komplette Report sowie die einzelnen Auswertungen steht unter www.weforum.org zum Download zur Verfügung.

Deutsche Reiseindustrie setzt weiter auf Nahen und Mittleren Osten – zurück zur Normalität bereits in diesem Jahr
Ungeachtet der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Nahen und Mittleren Osten: Die deutsche Reiseindustrie setzt auch weiterhin auf die klassischen Urlaubsländer wie Ägypten und Tunesien und glaubt an die Zukunft dieser Region als attraktive Urlaubsziele. Noch in diesem Jahr – so die Einschätzung von Entscheidern der deutschen Reiseindustrie – wird der Tourismus in diesen Ländern wieder in gewohnte Bahnen zurückkehren. Bei einer Erhebung unter Entscheidern der deutschen Reiseindustrie waren sich 58 Prozent aller Befragten bei der im Auftrag des Travel Industry Club von dem auf die Touristik spezialisierten Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendscope erhobenen Umfrage darin einig, dass sich die Reiseströme nach Arabien und den Norden Afrikas auch nach den politischen Veränderungen nicht grundlegend verschieben werden. 42 Prozent der Befragten sind dagegen der Meinung, dass die politische Neuordnung durchaus Einfluss auf den Tourismus in diese Region haben wird.

Ähnlich gespalten ist die Meinung der Manager im Hinblick auf die Reiseindustrie in den von den politischen Umwälzungen betroffenen Ländern. Während 52 Prozent der Mitte Februar 2011 befragten Entscheider der Meinung sind, dass alles beim alten bleiben wird, gehen 48 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Reiseindustrie in Ländern wie Ägypten und Tunesien aufgrund der neuen politischen Konstellation verändern wird. Zur Normalität wird der Tourismus in Ägypten und Tunesien bereits im Laufe dieses Jahres zurückkehren. Von den insgesamt 257 befragten Managern sind 42 Prozent der Ansicht, dass der Tourismus zur Wintersaison 2011/2012 wieder in gewohnten Dimensionen abläuft. 36 Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass der Tourismus in diesen Ländern bereits in diesem Sommer zur Normalität zurückkehren wird. Nur 22 Prozent der Befragten sind weniger optimistisch und meinen, dass sich die Situation erst später beruhigen wird.

BAT Stiftung für Zukunftsfragen – 27. Deutsche Tourismusanalyse: Ostsee-Region und Bayern sind weiterhin Tourismusgewinner

(Hamburg, 10. Februar 2011) „Der Reiseweltmeister meldet sich zurück – Urlaubslust statt Krisenfrust“, so lautete die letztjährige Prognose zur gerade abgelaufenen Reisesaison 2010. Genauso ist es gekommen – die Reiseintensität der Deutschen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Prozentpunkte auf 52 Prozent gestiegen. Dies geht aus der 27. Deutschen Tourismusanalyse der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Für die Studie wurden von der GfK 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2010 und ihrer Reiseabsicht für 2011 befragt.

„Die Reiselust kennt keine Grenzen, das Urlaubsbudget schon. Auf diese Formel lässt sich das Reiseverhalten der Deutschen zusammenfassen. Der Großteil der Bürger ist zwar verreist, verkürzte aber die Urlaubsausgaben um durchschnittlich fast 100 Euro“, so Professor Ulrich Reinhardt, der Wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung. „Die Reisenden sind sich einig: Lieber wird günstiger verreist, als dass ganz auf die Urlaubsreise verzichtet werden muss.“

Strandfeuer an der Mecklenburgische Ostseeküste – die Küstenregion wird auch 2011 wieder Tourismusgewinner sein (Foto: René Legrand/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)

Strandfeuer an der Mecklenburgische Ostseeküste – die Küstenregion wird auch 2011 wieder Tourismusgewinner sein (Foto: René Legrand/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)

Reiseintensität 2010: Spaltung in der Gesellschaft nimmt weiter zu
Trotz des Vulkanausbruchs auf Island und der daraus resultierenden Aschewolke über ganz Europa, trotz Eurokrise und Milliarden-Hilfspaket für Griechenland und Irland, trotz der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA, trotz Hitzewellen von Russland bis Italien, trotz Terrorwarnung und Anschlagsversuchen in Deutschland verreisten 2010 so viele Deutsche wie schon lange nicht mehr. Insgesamt waren 52 Prozent der Bundesbürger 2010 fünf Tage und mehr unterwegs. Hierbei glich sich das Reiseverhalten in West- und Ostdeutschland weiter an und auch die Unterschiede zwischen der Stadt- und Landbevölkerung wurden geringer. Groß blieben dagegen die Differenzen zwischen den Einkommensschichten. So verreisten in der abgelaufenen Urlaubssaison vier von fünf Besserverdienenden (79%). Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Steigerung um fünf Prozentpunkte und ein Ende der Reiselust der wohlhabenden Deutschen ist kaum abzusehen.

Dagegen stagnierte die Zahl der reisenden Geringverdiener in Deutschland auf niedrigem Niveau – nicht einmal jeder Dritte dieser Einkommensgruppe (31%) konnte sich 2010 eine Urlaubsreise von fünf Tagen Dauer leisten. Professor Reinhardt: „Die Urlaubsreise ist kein Allgemeingut mehr. Und der Reisebranche droht eine weitere Spaltung in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Mobilen und Immobilen.“

Inlandsreiseziele 2010: An der Ostsee geht die Sonne auf
Deutschland ist und bleibt das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen. In der abgelaufenen Reisesaison verbrachte mehr als jeder dritte Reisende (37%) seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Der Gewinner der Reisesaison 2010 war hierbei die Ostsee, die etwa jeden elften deutschen Urlauber bei sich begrüßen durfte.

Vor allem die Ostseeküste in Schleswig-Holstein konnte sich über ein deutliches Plus an Gästen gegenüber dem Vorjahr freuen. Mecklenburg-Vorpommern profitierte dagegen von der wachsenden Anzahl an Urlaubern im Hinterland, wie z.B. der Seenplatte. Die bayrischen Ferienregionen konnten ebenso wie die Nordseeküste ihre Gästezahl konstant halten. Rückgänge mussten dagegen – erstmals seit Jahren – Urlaubsziele in Baden-Württemberg (z.B. Schwarzwald- und Bodensee-Region) verkraften, die ihr hohes Vorjahresniveau nicht halten konnten.

Auslandsreiseziele 2010: Kroatien der Gewinner der Saison
Bei den Auslandsreisezielen landete erneut Spanien auf dem Spitzenplatz. Mehr als jeder achte Bundesbürger (12,9%) verbrachte seinen Urlaub auf den Kanaren, Balearen oder dem spanischen Festland. Dahinter lagen Italien (6,7%) und die Türkei (6,6%) fast gleichauf.

Nur noch die zweite Stelle hinter dem Komma entschied über die Platzierung auf der Beliebtheitsskala. Aber auch Österreich und Kroatien konnten viele deutsche Urlauber bei sich begrüßen. „Kroatien war der Gewinner der Reisesaison 2010. Besonders das gute Preis-Leistungsverhältnis, aber auch die Gastfreundschaft und die schönen Landschaften in den Urlaubsgebieten entlang der Küste und auf den über 1.000 vorgelagerten Inseln begeisterten die deutschen Touristen. In den kommenden Jahren könnte sich das Land an der Adria zu einem echten Konkurrenten für die anderen Mittelmeerdestinationen entwickeln“, so der Leiter der BAT-Stiftung. Einbußen verzeichnete dagegen die Urlaubsdestination Griechenland. Im Zuge der Finanzkrise der Helenen und dem damit verbundenen Image- und Vertrauensverlust der Urlauber hat sich die Anzahl der deutschen Touristen zwischen Athen, Kreta und dem Peloponnes um etwa zehn Prozent reduziert.

Im Gegensatz dazu hat die Fernreise ihre Faszination nicht verloren. Trotz Terroranschlägen und Naturkatastrophen begab sich 2010 mehr als jeder neunte Bundesbürger auf die „große“ Reise. Im Vergleich zum Vorjahr konnten hierbei alle Überseedestinationen von Nordamerika bis Asien und von Afrika bis in die Karibik leichte Zugewinne verzeichnen.

Videostatements: Prof. Dr. Ulrich Reinhardt,  Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, analysiert das Reisejahr 2010, gibt einen Ausblick auf 2011 und nimmt Stellung zur aktuellen Situation in Nordafrika und dem daraus resultierendem Reiseverhalten der Deutschen.

Reisedauer und Reisekosten 2010: 12,5 Tage für 944 Euro
Die durchschnittliche Reisedauer der Deutschen betrug 2010 12,5 Tage. Die Deutschen reisten somit einen halben Tag weniger als noch 2009 (13 Tage). Die Urlaubsphilosophie von den „schönsten Wochen des Jahres“ scheitert zunehmend an zeitlichen und vor allem finanziellen Grenzen. Doch der Wunsch, die Ferien nicht auf Balkonien zu verbringen, hat weiterhin Bestand und um diesen auch realisieren zu können, verkürzen die Bundesbürger immer weiter ihre Reisedauer. Reinhardt: „In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die Urlaubsdauer kontinuierlich um etwa zwei Tage pro Jahrzehnt verringert: 1980 waren es 18,2 Tage, 1990 16,3 Tage, 2000 noch 14,8 Tage und 2010 12,5 Tage. Schreitet diese Entwicklung fort, so kann die durchschnittliche Reisedauer zum Ende des Jahrzehnts erstmals auf unter zehn Tage fallen.“ Bei Inlandsreisen wird gegenwärtig bereits lediglich 10,3 Tage verreist.

Durchschnittlich 944 Euro ließen sich die Deutschen ihre Urlaubsreise pro Person kosten. In dieser Summe waren nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftskosten enthalten, sondern auch alle Nebenkosten – vom Einkaufsbummel bis zu Ausflügen, vom Souvenir bis zum Trinkgeld für das Servicepersonal. Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 1.038 Euro) reduzierten sich die Gesamtausgaben somit um fast 100 Euro. Für die Bundesbürger bleibt es beim Grundsatz: Lieber im Urlaub selbst und an der Dauer der Reise sparen, als komplett daheim zu bleiben.

Geradezu Welten lagen zwischen den Reisekosten im In- und Ausland. Eine Reise ins europäische Ausland war mit 981 Euro fast fünfzig Prozent teurer als ein Urlaub in Deutschland (662 Euro). Fernreisen in die USA, die Karibik oder Asien sind Traumziele und werden es für die meisten Deutschen auch bleiben. Mit 1.668 Euro kostete die Reise in die weite Welt deutlich mehr als die Bundesbürger ausgeben wollten und konnten.

Reiseprognose 2011: Jeder Vierte weiß noch nicht wohin
Deutschland wird auch 2011 das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Bundesbürger bleiben. Trotz der Vielfalt und Konkurrenz der Reiseziele in Europa und Übersee will fast jeder vierte Deutsche seinen Urlaub im eigenen Land verbringen. Völlig offen ist die Frage, ob Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, Baden-Württemberg oder sonst eine Feriendestination in Deutschland der Gewinner der Saison werden wird. Vieles ist hier noch möglich.

Bei den Auslandsreisezielen bleibt Spanien der unangefochtene Spitzenreiter. Besonders die Balearen können sich 2011 erneut auf zahlreiche Besucher freuen. Der Zweikampf um die Gunst der Gäste zwischen Italien und der Türkei wird derweil in die nächste Runde gehen. Beide Ziele werden wieder ähnlich viele Reisende bei sich begrüßen können. Hierbei kann sich die Türkei auf überdurchschnittlich viele Ostdeutsche und jüngere Reisende, Italien hingegen eher auf Westdeutsche und ältere Gäste einstellen. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem: Auch Reiseziele in Griechenland, Skandinavien, Kroatien oder Österreich können sich auf zahlreiche Reisende aus Deutschland freuen.

Urlaub in Krisengebieten – Deutsche zeigen Risikobewusstsein
Nach den Unruhen in Tunesien Anfang des Jahres brodelt es seit Ende Januar auch in Ägypten. Und während aus Tunesien alle Urlauber kurzfristig ausgeflogen wurden, sonnen sich noch immer viele deutsche Touristen an den Stränden von Hurghada bis Scharm El-Scheich. Gerade in Ägypten sind Unruhen und Reisewarnungen nichts Neues. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre gab es immer wieder politische Krisen, die Auswirkungen auf den Tourismus im Mittelmeerstaat hatten (z.B. Anschläge in Luxor 1997, in Taba 2004, in Scharm El-Scheich 2005 oder 2006 in Dahab). Die deutschen Urlauber reagierten stets mit kurzfristigem Krisenbewusstsein, kehrten im Anschluss aber wieder relativ zeitnah in das beliebteste Urlaubsziel Nordafrikas zurück. Gilt dies auch für die Zukunft? Und welchen Einfluss haben die Reisewarnungen auf das Urlaubsverhalten 2011?

Das Ergebnis ist eindeutig: Fast jeder zweite Bundesbürger gibt an, sein aktuelles Reiseverhalten den Terror- und Reisewarnungen anzupassen. Vor allem eine Änderung des Reiseziels und der Reisezeit ziehen die Deutschen dabei in Betracht. Und mehr als jeder achte Bundesbürger reagiert entschlossen, indem er seinen Urlaub zunächst einmal gänzlich auf Eis legt. Zusätzlich lässt schon jetzt jeder dritte Deutsche eine generelle Reisevorsicht walten und gibt an, grundsätzlich nur in Urlaubsgebiete zu verreisen, die weniger risikogefährdet sind (z.B. ins Inland). Im Gegensatz dazu äußern lediglich 13 Prozent der Bundesbürger, sich nicht von Reisewarnungen beeinflussen zu lassen und ihren Urlaub wie geplant durchführen zu wollen. Im Vergleich zur Vergangenheit z.B. mit dem Jahr des 1. Golfkrieges 1991 (78%: Urlaubspläne nicht geändert) oder nach dem 11. September 2001 (67%: Urlaubspläne nicht geändert) zeigen die Bürger ein deutlich höheres Risikobewusstsein und wählen ihre Urlaubsziele mit mehr Bedacht aus.

Das Fazit des Wissenschaftlichen Leiters der BAT-Stiftung: „Auch in Krisenzeiten wollen die Deutschen reisen. Die Tourismusbranche wird daher eher kurzweilige Schwankungen als Einbrüche verzeichnen und auch diese werden nur für bestimmte Regionen gelten. Und auch die Reiseziele in Ägypten und Tunesien können langfristig wieder beliebte Reiseziele der Deutschen sein. Ob jedoch die Touristen schon diesen Sommer wieder zurückkommen, ist fraglich. Diesmal könnte es etwas länger dauern“.

Commerzbank-Studie – 2011: Boom bei Geschäftsreisen – Erholungssignale bei Urlaubsreisen

(Frankfurt/Main, 19. Januar 2011) Die Deutschen geben im Zuge des Konjunkturaufschwungs wieder mehr für Auslandsreisen aus. Das gilt vor allem für Geschäftsreisende. Dies geht aus der jüngst in Stuttgart vorgestellten Reisestudie der Commerzbank hervor. Aber auch bei den Urlaubsreisen gibt es Erholungssignale. „2011 dürfte es weiter aufwärts gehen. Bei steigenden Haushaltseinkommen und kräftig zunehmenden Investitionen dürften die deutschen Reiseausgaben im Ausland um 3,25 Prozent zulegen”, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Weiter Aufschwung bei Geschäftsreisen prognostiziert die Commerzbank (Foto: Großer Festsaal im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg)

Weiter Aufschwung bei Geschäftsreisen prognostiziert die Commerzbank (Foto: Großer Festsaal im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg)

Die internationale Tourismuskonjunktur profitierte 2010 erheblich von den besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Im Gesamtjahr 2010 sind nach Schätzungen der Welttourismusorganisation 930 Millionen Reisende in einem der 150 Zielländer angekommen. Das sind fünf bis sechs Prozent mehr als 2009. „Dabei war der Anstieg bei den Emerging Markets deutlich stärker als in den Industrieländern”, erklärte Jutta Kayser-Tilosen, Tourismusexpertin der Bank. Das laufende Jahr könnte gar zu neuen Rekordständen bei den Gästezahlen im weltweiten Tourismusgewerbe führen.

Türkei wird immer beliebter
Deutsche Auslandsreisende gaben im vergangenen Jahr schätzungsweise 59,4 Milliarden Euro für Reisen ins Ausland aus, das entspricht etwa 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Deutschland bleibt damit Reiseweltmeister vor den USA, China und Großbritannien. Verantwortlich für dieses Plus sind allerdings vor allem die Geschäftsleute. Im Einklang mit den kräftig steigenden Investitionen wuchsen die Ausgaben für Geschäftsreisen ins Ausland im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent – nach einem Einbruch um insgesamt ein Viertel in den zwei Jahren davor.

Spanien blieb 2010 das Auslandsreiseziel Nummer eins der Deutschen, verliert allerdings seit Jahren Marktanteile. Auf den weiteren Plätzen folgten Österreich und Italien. Der Gewinner des Jahres 2010 ist aber die Türkei, wo Deutsche fast 20 Prozent mehr ausgaben als im Vorjahr. “Ägypten punktet nach wie vor mit einem großen All-inclusive-Angebot. Auch Polen und die Tschechische Republik zählen als relativ preiswerte Länder zu den Gewinnern”, so Kayser-Tilosen.

Das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt aber das eigene Land. Schätzungsweise über 112 Millionen inländische Reisende kamen in einem Hotel, einer Ferienwohnung oder einem Campingplatz an, deutlich mehr als 2009.

Erholung pur bei den Reiseeinnahmen aus dem Ausland
Nach einer Vollbremsung 2009 stiegen die Reiseeinnahmen aus dem Ausland 2010 um gut fünf Prozent, lagen aber mit 26,1 Milliarden Euro noch unter dem Niveau von 2008 (27,1 Mrd. Euro). Wahrscheinlich sind es vor allem die Ausgaben der Geschäftsreisenden, die sich erholt haben. Sie machen fast ein Drittel aller ausländischen Reiseeinnahmen aus. Dabei sind Bewohner der Nachbarländer die eifrigsten Besucher hierzulande. Mehr als 40 Prozent der gesamten internationalen Reiseeinnahmen Deutschlands kamen von Gästen aus den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Österreich.

Fünftwichtigste Urlauber sind für die deutsche Wirtschaft die US-Amerikaner. Deutschland empfing elf Prozent  mehr Gäste aus den USA, was mit spürbar höheren Einnahmen einhergegangen sein dürfte.

2011: Weiteres Plus bei den Reiseausgaben im Ausland
Vieles spricht für einen weiteren Anstieg der deutschen Reiseausgaben im Ausland. „Wir erwarten, dass die Unternehmen ihr Budget für Geschäftsreisen ins Ausland nochmals deutlich ausweiten werden”, sagte Jutta Kayser-Tilosen. Auch die Verbraucher dürften 2011 mehr Geld für Auslandsreisen ausgeben. Waren sie im vergangenen Jahr noch vorsichtig, so werden sie nun mit steigenden Einkommen und sinkender Arbeitslosigkeit mutiger. Um schätzungsweise 3,25 Prozent werden die gesamten Reiseausgaben der Deutschen im Ausland steigen. Mit 61,3 Milliarden Euro dürften sie einen neuen Rekord erreichen.

Bei den Reiseeinnahmen aus dem Ausland erwarten die Volkswirte der Commerzbank für 2011 einen Anstieg um drei bis vier Prozent  auf 27 Milliarden Euro. Dies läge schon wieder nahe am Allzeithoch von 2008 (27,1 Mrd. Euro).

Die Studie steht unter commerzbank.com zum Abruf bereit.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen – Urlaubsreisetrends 2011: Rekordjahr für Tourismus zu erwarten

(Stuttgart, 15. Januar 2011) Nach einem guten Jahr 2010 zeigen sich für den Tourismus 2011 noch bessere Aussichten. Vier von fünf Deutschen haben sich bereits mit der Planung ihrer Urlaubsreisen beschäftigt. Dies geht aus einem Bericht der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR), der nun in Stuttgart vorgestelllt wurde, hervor. Der Urlaubslustindikator stieg um acht Prozent (von 51 auf 55%). Weniger Personen als im Vorjahr sehen finanzielle Barrieren, die ihnen 2011 eine Urlaubsreise unmöglich machen könnten (23%; nach 27% im Vorjahr).

Zum Jahresbeginn 2011 hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) für die CMT in Stuttgart eine erste vorläufige Bilanz des Reisejahres 2010 erstellt und die touristischen Trends des neuen Jahres ermittelt. Martin Lohmann stellte die Ergebnisse in Stuttgart vor.

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren I

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren I

2010: Tourismus nach der Krise
Zum Jahresende wurde deutlich, dass der globale Tourismus nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder auf dem Niveau des Jahres 2008 angelangt ist. Die Zahl der internationalen Gästeankünfte ist um gut fünf Prozent gestiegen (UNWTO). Ein Wachstum gab es auch beim Tourismus in Deutschland. Hier stieg die Zahl der Übernachtungen um drei Prozent auf ein Rekordhoch. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die ausländischen Quellmärkte (+11%; Inland +2%). Hier spielen auch Geschäftsreisende eine wichtige Rolle.

Die deutschen Reiseveranstalter haben im vergangenen Jahr gute Erträge erwirtschaftet. Die Umsatzsteigerungen (+3%) blieben hinter dem Gästeplus (+5%) zurück. Wachstum gab es in fast allen Segmenten, besonders augenfällig bei Kreuzfahrten (ca. +15%) und Türkeireisen (+15%).

Die FUR erwartet nach den vorläufigen Daten auf der Basis der RA online vom Jahresende eine Steigerung der deutschen Nachfrage nach Urlaubsreisen im Jahr 2010 und ein Volumen von rund 70 Millionen Urlaubsreisen. Für die Jahr für Jahr hohe Zahl an Urlaubsreisen spielen Konsumgewohnheiten und Konsumprioritäten eine wichtige Rolle. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, neben der wirtschaftlichen Aufhellung auch auf langfristige Entwicklungen (demographischer Wandel) und aktuelle Marktbedingungen (günstige Preise).

2011: Urlaubslust auf Rekordhöhe
Einerseits bestimmt die wirtschaftliche Lage bzw. deren Wahrnehmung, ob und wie die Deutschen Urlaubsreisen machen; andererseits zeigen ihre Reisen und Reisepläne, wie die Deutschen die wirtschaftliche Situation einschätzen. Und hier gehen zum Jahresanfang alle Indikatoren in die gleiche Richtung:

Nach einem guten Jahr 2010 zeigen sich für den Tourismus 2011 noch bessere Aussichten. Vier von fünf Deutschen haben sich bereits mit der Planung ihrer Urlaubsreisen beschäftigt. Der Urlaubslustindikator stieg um acht Prozent (von 51 auf 55%). Weniger Personen als im Vorjahr sehen finanzielle Barrieren, die ihnen 2011 eine Urlaubsreise unmöglich machen könnten (23%; nach 27% im Vorjahr).

Vor diesem Hintergrund erwarten die Forscher ein Rekordjahr für den Urlaubstourismus. Nicht nur die Zahl der Urlaubsreisenden nimmt zu, sondern auch die Anzahl ihrer Reisen und damit auch ihrer für Reisen aufgewendeten Ausgaben. 23 Prozent der Deutschen wollen 2011 mehr Reisen machen als im Vorjahr, 17 Prozent weniger. In den Vorjahren hielten sich diese Kennziffern regelmäßig in etwa die Waage.

Die Tourismus-Branche rechnet aus ihrer Sicht ebenfalls mit Umsatzsteigerungen, u.a. auch aufgrund moderater Preissteigerungen.

Auch weltweit ist Wachstum in Sicht. Laut UNWTO sind für 2011 Steigerungen von etwa vier Prozent der internationalen Ankünfte abzusehen, das entspräche dann einem Volumen von 965 Millionen Reisen. Angesichts der weiterhin mit Risiken behafteten wirtschaftlichen Situation kann sich diese Zukunftsperspektive natürlich rasch ändern. Die Dynamik im globalen Tourismus ist nicht in Europa zu finden, sondern vor allem in den „emerging markets“, also Ländern wie Indien, China, Russland oder Brasilien. Diese Länder haben sowohl als Quellmärkte stark wachsende Bedeutung wie auch als Reiseziele.

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren II

Urlaubsreisen 2011 – Trendindikatoren II

Reiseziele und Reiseformen: Wie wir reisen
Die wichtigsten Urlaubsziele der Deutschen werden auch 2011 Deutschland (mit über 30% weit vorne auf dem ersten Platz), Spanien, Italien, die Türkei und Österreich sein (zusammen knapp zwei Drittel aller Urlaubsreisen). Dennoch gibt es auch hier Dynamik: Den Präferenzäußerungen der Befragten nach haben Fernziele, Mittelmeerländer und Destinationen in Skandinavien Chancen auf einen Zuwachs an deutschen Urlaubsgästen.

Allerdings wächst das Interesse an fast allen Urlaubregionen. Das zeigt eine hohe Flexibilität auf der Kundenseite, die Urlauber sind „multioptional“ und sehen in vielen Destinationen die Möglichkeit, ihre Urlaubsbedürfnisse zu befriedigen. So werden die Reiseziele immer austauschbarer, selbst wenn sie sich objektiv unterscheiden. Das gilt analog auch für die Urlaubsformen. Die Klassiker bleiben hier auch 2011 die bedeutendsten Reisearten: Strand-, Ausruh-, Natur-, und Familienferien. Wachstum ist in bislang kleineren Segmenten (Kreuzfahrt; Radreisen; Wellness, All Inclusive) zu erwarten.

Baden-Württemberg als Quellmarkt
Die Baden-Württemberger sind reisefreudig und heimatverbunden zugleich. Einerseits machen sie überdurchschnittlich viele Urlaubsreisen ins Ausland (77%; alle Deutschen: 68%), andererseits sind sie die wichtigste Gästegruppe im eigenen Land: 25% aller deutschen Urlaubsgäste in Baden-Württemberg stammen aus dem eigenen Bundesland und reisen so in der Heimat. Langeweiler sind sie deswegen nicht, sie lassen sich nicht nur von der Natur sondern auch von Städte- und Eventreisen locken.

Ausblick
Die nachfrageseitigen Voraussetzungen und die Rahmenbedingungen für 2011 für den Urlaubstourismus sind ganz hervorragend. Wir erwarten ein leicht wachsendes Nachfragevolumen. Angebot und Nachfrage werden dabei zunehmend differenzierter, die Auswahl wird für die flexiblen, „multi-optionalen“ Kunden umfangreicher. Informationen über die zahlreichen Urlaubsmöglichkeiten werden einerseits wichtiger, andererseits sind sie wegen der großen Fülle kaum zu bewältigen. Der nach wie vor harte Konkurrenzkampf verlangt Kundenorientierung sowohl im Produkt als auch in der Kommunikation. Den urlaubslustigen Reisenden kann das nur Recht sein.

GfK Travel Insights: Reiselust der Deutschen nimmt zu

(Nürnberg, 05. August 2010) Die Deutschen sind reisefreudig wie nie zuvor. In keiner Sommersaison der vergangenen Jahre lagen die Umsätze mit gebuchten Reisen höher. Gesunkene Preise für Urlaubsreisen stützen das Buchungsverhalten. Dies ist Ergebnis einer aktuellen Touristikstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK, Nürnberg).

Die Reisebüros in Deutschland haben die Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar überwunden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen sie für die laufende Sommersaison ein Umsatzplus von sechs Prozent. Die meisten Buchungen entfallen in diesem Jahr auf Urlaubsländer am Mittelmeer. Die Türkei und Ägypten sind hier stark nachgefragt während Griechenland und Portugal Buchungsrückgänge verzeichnen. Wachstumsstark im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigen sich auch Fernreisen mit einem Zuwachs von elf Prozent.

Die in diesem Jahr niedriger ausfallenden Urlaubspreise hat die Reisefreudigkeit der Deutschen positiv beeinflusst. Der durchschnittlich gezahlte Preis für den Sommerurlaub liegt mit 664 Euro pro Person bei annähernd derselben Aufenthaltsdauer 2,8 Prozent unter dem Vorjahr. Deutlich preisbewusster sind hingegen kurzentschlossene Urlauber. Sie geben im Vergleich zu allen Reisenden fast ein Drittel weniger aus. Zudem fällt der Aufenthalt zwei Tage kürzer aus. Besonders günstige Last-Minute-Reisen sind derzeit nach Griechenland, Thailand oder Portugal erhältlich. Hier lagen die Ausgaben pro Nacht und Person zuletzt um mehr als zehn bis zu fast 25 Prozent unter denen des Vorjahres. Für Urlaubsländer wie Ägypten, Malediven und Kroatien zahlen deutsche Urlauber zurzeit dagegen deutlich höhere Preise als im vergangenen Sommer.

Griechenland kämpft mit Preisnachlässen gegen die durch die Krise im Land verursachten Einbrüche im Tourismus. Zwar liegen die Urlaubsbuchungen im deutschen Markt unverändert unter dem Vorjahresniveau, doch ist die Talsohle durchschritten. Die politischen Unruhen in Thailand und die Ölkatastrophe in den USA haben sich bisher nicht auf die Buchungszahlen in Deutschland ausgewirkt.

Balearen führend bei Last-Minute-Reisen
Bisher wurden für die diesjährige Sommersaison ähnlich viele Last-Minute-Reisen gebucht wie im Vorjahreszeitraum. Top-Reiseziel für Kurzentschlossene sind dank der guten Fluganbindung nach wie vor die Balearen. Fast jeder Fünfte verreist kurzfristig dorthin, bevorzugt nach Mallorca oder Ibiza. Ebenfalls attraktiv für Spontanurlauber sind die kanarischen Inseln. Insgesamt entwickeln sich allerdings spanische Ferienregionen in diesem Sommer bislang leicht rückläufig, was aber durch das gute Last-Minute-Geschäft noch ausgeglichen werden kann. Die Türkei gewinnt als zweitstärkstes Urlaubsland in diesem Segment Marktanteile hinzu, allerdings nicht so stark wie mit längerfristig geplanten Reisen. Beliebte Reiseländer für Spontanurlauber sind außerdem Deutschland und Italien mit einem Umsatzanteil von 7,3 beziehungsweise 5,3 Prozent. Andere nah gelegene Ziele wie Frankreich, Niederlande und Polen werden im Reisebüro in diesem Sommer stärker als in der letzten Saison nachgefragt. Hält die Entwicklung bei den Last-Minute-Reisen an, könnte die laufende Sommersaison für die Reisebüros in Deutschland mit einem Umsatzrekord enden.

Gelungener Start in die Wintersaison
Vielversprechend sind derzeit bereits die Vorausbuchungen für die kommende Wintersaison 2010/2011. Das Umsatzplus beträgt bis Juli im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent. Damals haben sich die Deutschen allerdings zurückhaltender verhalten. Aber auch im Vergleich zum starken Jahr 2008 schlägt noch ein Plus von vier Prozent zu Buche. Bei den Frühbuchern sind in diesem Winter Ziele im östlichen Mittelmeer (+16%) und Fernreisen (+5%) bevorzugte Reiseregionen. Urlaubsorte im eigenen oder in nah gelegenen Ländern weisen eine stabile Nachfrage auf (+2%). Lediglich die Länder im westlichen Mittelmeerraum haben das Umsatzniveau des Vorjahres bislang noch nicht erreicht.

Die Auswertungen von GfK Travel Insights, dem Tourismus-Vertriebspanel der GfK Retail and Technology, basieren auf den Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden. Durchschnittlich 340.000 Buchungssätze dieser konstanten Stichprobe gehen monatlich an die GfK. Hochgerechnet auf den Gesamtmarkt erlau¬ben die Auswertungen von GfK Travel Insights verlässliche Rückschlüsse auf das Buchungs- und Reiseverhalten der deutschen Urlauber. Trends und Entwicklungen im touristischen Markt sind zeitnah nachvollziehbar. Die aktuellen Daten beziehen sich auf Auswertungen der Buchungsinformationen bis Mitte Juli. Aussagen sowohl zur Sommersaison 2010 (Mai bis Oktober) sowie zur kommenden Wintersaison 2010/11 (November bis April) stellen Momentaufnahmen dar.