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Russland schreibt erste Projekte für Tourismuszonen aus

Quelle: bfai – Von Gerit Schulze

Planer und Architekten gesucht / Zahl der ausländischen Besucher sinkt

Russland macht Tempo beim Aufbau von Tourismus-Sonderwirtschaftszonen (SWZ). Wie das Wirtschaftsministerium Mitte April 2008 mitteilte, laufen ab sofort die Ausschreibungen für Planungsarbeiten in fünf Gebieten. Moskau muss sich beeilen, um beim Fremdenverkehr international nicht den Anschluss zu verlieren. Allein 2007 ist die Zahl der Auslandsbesucher um 9% auf 2,2 Millionen gesunken. Fehlende Hotels, schlechte Infrastruktur und die Sicherheitslage schrecken Besucher ab.

Schwarzmeerküste, Baikal, Wolga und Karelien, dazu die prächtigen Städte des Goldenen Rings sowie die Metropolen Moskau und Sankt Petersburg – Russland müsste eigentlich ein Top-Urlaubsziel für Reisende aus aller Welt sein. Statt dessen lockt das Land gemessen an seinem Potenzial nur wenig Urlauber an. Die Zahl der ausländischen Touristen ist 2007 um 9% auf 2,2 Millionen zurück gegangen.

Bei einem Rating des Weltwirtschaftsforums in Davos hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit im Tourismussektor landete Russland zuletzt nur auf Platz 64 von 130 untersuchten Staaten (Plätze 1 bis 3: Schweiz, Österreich, Deutschland). Besonders schlecht schnitt Russland bei den Punkten Verkehrsinfrastruktur, Hotelkapazitäten und Sicherheit (Kriminalität, Verkehrsunfälle, geringe Polizeieffizienz) ab. Insgesamt biete Russland schlechte Voraussetzungen für die Entwicklung des Fremdenverkehrs. Der Eigentumsschutz für ausländische Investoren sei gering und die Visabestimmungen für Besucher zu kompliziert, kommentiert der Bericht zu globalen Urlaubszielen, der zusammen mit dem Welttourismusrat WTTC und der Luftverkehrsvereinigung IATA erstellt wurde.

Doch das alles soll nun anders werden. Mit der Einrichtung von sieben Sonderwirtschaftszonen in für den Tourismus attraktiven Regionen will Moskau zeigen, dass ihm die Entwicklung des Fremdenverkehrs durchaus am Herzen liegt. Bereits 2006 wurden dafür die Gebiete Burjatien und Irkutsk (Baikalsee), Stawropol (Heilbad Grand Spa Jutsa), Krasnodar (Schwarzmeerküste), die Republik Altai (Gebirgstourismus, Extremsport) und Kaliningrad (Ostseeküste) ausgewählt. Investoren bekommen Ermäßigungen bei der Gewinnsteuer und einen befristeten Erlass der Boden- und Vermögensteuer eingeräumt.

Für die ersten fünf Objekte hat die Verwaltung der Sonderwirtschaftszonen Mitte April 2008 Ausschreibungen für Planungs- und Architekturdienstleistungen gestartet. Bei den Planungen sollen Belange der Archäologie, Geodäsie, Ökologie und Strahlung berücksichtigt werden. Konkret geht es um den Aufbau von Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden in den Touristikzonen Burjatien, Stawropol, Krasnodar und Altai.

Die Tenderinhalte können im Internet unter www.oao-oez.rosoez.ru/news/competitions eingesehen werden. Auf dem offiziellen Ausschreibungsportal der russischen Regierung ( www.zakupki.gov.ru) gibt es per Download die kompletten Unterlagen. Bis 14.5.08 müssen die Angebote bei der OAO Osobye ekonomitscheskie sony (siehe Kontaktanschrift) eingereicht werden.

Im Altai-Gebirge sollen in diesem Jahr umgerechnet rund 15 Mio. Euro in erste Arbeiten beim Aufbau der Tourismus-Infrastruktur am Projekt “Birjusowaja Katun” gesteckt werden ( www.bkatun.ru). Insgesamt sind dort fast eine halbe Milliarde Euro für einen Sport- und Erholungskomplex in den Bergen geplant. Der Schwarzmeerkurort Anapa, in dem ebenfalls eine Tourismus-SWZ eingerichtet wird, rechnet mit 2 Mrd. Euro Investitionen. Die Bauarbeiten sollen dort 2009 beginnen.

Insgesamt hat der Tourismussektor in Russland erst einen Anteil von unter 2% am Bruttoinlandsprodukt. Zwar sind die Russen sehr reisefreudig, doch bislang verbringen sie ihren Urlaub am liebsten im Ausland. Die Zahl der Auslandsreisen ist 2007 um ein Fünftel auf 9,4 Millionen gestiegen, während umgekehrt das Interesse ausländischer Gäste an Russland sinkt. Die russische Reisebranche ist dennoch ein Boomsektor. Laut Tageszeitung Kommersant konnten die 50 größten Anbieter ihren Umsatz 2007 um 73% auf 5,2 Mrd. US$ steigern. Hauptsächlich mit dem Verkauf von Auslandsreisen.

Touristenströme von und nach Russland
2006 2007 Veränderung in %
Zahl der ausländischen Touristen in Russland (in 1.000) 2.433 2.214 -9
..davon aus Deutschland 329 346 5
..aus den USA 225 172 -23
..aus der VR China 157 130 -18
..aus Finnland 148 153 3
..aus Großbritannien 124 131 5
Zahl russischer Touristen im Ausland (in 1.000) 7.753 9.369 21
..davon in der Türkei 1476 1923 30
..in der VR China 1307 1652 26
..in Ägypten 903 1255 39
..in Finnland 563 657 17
..in Deutschland 226 231 2
Quelle: Föderale Agentur für Tourismus (Russiatourism)

Russlands größte Tourismus-Unternehmen

Unternehmen / Webseite Umsatz 2007 in US$ Zuwachs zu 2006 in %
Intourist / www.intourist.ru 525 55
Natalie Tours / www.natalie-tours.ru 475 64
TEZ Tour / www.teztour.ru 425 44
S7 / www.s7.ru 408 k.A.
Newa / www.nevatravel.ru 377 68
Inna Tour / www.inna.ru 365 14
Kapital Tour / www.capital-tour.ru 359 104
OTI Russia / www.otigroup.net 294 126
PAC Group / www.pac.ru 144 12
Intaer / www.intaer.ru 134 k.A.

Quelle: Tageszeitung Kommersant vom 18.3.08
Kontaktanschriften

OAO Osobye ekonomitscheskie sony
(verwaltet die Entwicklung der russischen Sonderwirtschaftszonen)
Ansprechpartnerin: Natalja Igorewna Jewgraschina
125009 Moskau, Twerskoi bulwar 6
Tel.: 007 495/645 26 90, Durchwahl: -2053, Fax: -291 35 60
E-Mail: en-okt@mail.ru, Internet: www.oao-oez.rosoez.ru
Federalnoje agenstwo po turismu Rossiskoi Federazii
(Föderale Tourismusagentur der Russischen Föderation)
107084 Moskau, uliza Mjasnitzkaja 47
Tel.: 007 495/607 78 97
E-Mail: rustourism@ropnet.ru, Internet: www.russiatourism.ru

CHD Expert: Gezielte Investitionen im Gastgewerbe – Knapp jeder fünfte Hotelbetrieb will Gästezimmer modernisieren – Weiterhin Boom in der Gemeinschaftsverpflegung

Quelle: Pressemitteilung/CHD Expert, 14. März 2008

Die Gäste sind anspruchsvoller geworden: Bei Renovierungen von Gästezimmern und Neuanschaffungen investieren die deutschen Hoteliers gezielter. Groß angelegte Modernisierungen in den Hotels werden zurück gestellt. Insgesamt fällt die Investitionsplanung im Gastgewerbe im Frühjahr 2008 verhalten aus. Insbesondere bei den Restaurants, Kneipen und Bars fallen die Budgets für neue Ausstattung geringer aus – Hauptgrund ist ein abermals negatives Wirtschaftsjahr 2007, das einen Umsatzverlust von drei Prozent (Quelle: Destatis, Wiesbaden) bescherte sowie eine anhaltende Umsatzdelle infolge des Gastro-Rauchverbotes. In der Hotellerie ist die Konjunkturlage etwas besser: Immerhin knapp 20 Prozent der Drei- bis Fünf-Sterne-Hotels haben Modernisierungen bei Gästezimmern für dieses Jahr fest eingeplant. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren dies rund 29 Prozent der Hotelbetriebe. Die positivsten Einschätzungen haben Betriebe des Gemeinschaftsverpflegung: Rund 60 Prozent der GV-Entscheider haben Neuanschaffungen bei Küchentechnik und Tischausstattungen vor (Quelle: Synovate).

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Trotz des starken Interesses an Neuheiten bei der wichtigsten Fachmesse Internorga treten die Entscheider in Hotellerie und Gastronomie in punkto Neuanschaffungen gezielter auf und investieren gezielt in die wichtigsten Gästebereiche, um den gestigenen Ansprüchen weiterhin gerecht werden zu können“, sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert Deutschland. Nach einem eher verhaltenen Wirtschaftsjahr 2007 passen auch die Hoteliers ihre Investitionsplanungen den Ergebnissen an. Für das laufende Jahr haben nur noch rund 19 Prozent der Drei- bis Fünf-Sterne-Hotels Modernisierungen von Gäste- und Badezimmern fest eingeplant. Vor einem Jahr hatten noch rund 29 Prozent Renovierungen im gesamten Haus vorgesehen. Vor allem die Luxushotels halten sich zurück: Rund elf Prozent planen Modernisierungen ihrer Gästezimmer. Bei den Vier-Sterne-Hotels steigt der Anteil auf über 22 Prozent und in der mittleren Komfortklasse liegt er bei knapp 17 Prozent. Offensichtlich löst sich dagegen der Investitionsstau bei den  kleineren Häusern (bis 100 Zimmer): Etwa 45 Prozent der kleinen und mittelgroßen Hotels haben Modernisierungen fest vorgesehen. Dies geht aus einer Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert hervor. Dafür wurden Mitte Februar 317 Hotelbetriebe in ganz Deutschland befragt.

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„Die Investitionsplanungen fallen zaghaft aus, da die gesamtwirtschaftliche Lage und die Konjunkturaussichten für die Hotellerie nicht sehr verheißungsvoll sind“, fasst Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert, zusammen. Zwar wird investiert, aber begrenzt. Knapp 20 Prozent der geplanten Renovierungen sind zunächst nur für bis 25 Zimmereinheiten vorgesehen. Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf Modernisierungen im Sanitärbereich – bei 83 Prozent der Investitionsplanungen sind neue Badezimmer oder teilweise Erneuerungen an Dusche & Co. terminiert. Bei den Gästezimmern selbst liegt der Fokus auf neuen Betten (rund 60%) und neuen Teppichen/Bodenbelägen (66%).

Über zehn Prozent der Hotels haben Erweiterungen und Modernisierungen in der Küche geplant. Mehr als vier Prozent wollen sogar in neue Küchengeräte, wie z.B. Heißluftdämpfer, investieren. Rund 17 Prozent der Häuser wollen auch ihrem Restaurantbereich einen neuen Auftritt verpassen – über sieben Prozent planen, neue Tische und Stühle anzuschaffen. „Der Investitionszyklus für den Restaurantbereich ist bei den meisten Häusern noch nicht erfüllt – daher muss das bisherige Ambiente noch ein Jahr länger halten“, kommentiert Lambracht.

Bei den Hotels, die über einen Tagungsbereich verfügen (rund 80%), ist die Investitionsbereitschaft ebenfalls gedämpft. Lediglich rund sieben Prozent dieser Hotels wollen in neue Bestuhlung und Tagungstische investieren. Neue Tagungstechnik steht nur bei rund fünf Prozent der Betriebe auf dem Plan.

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Auch im Segment Wellness ist ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. Von den Hotels mit Wellness- oder Fitnessbereich (knapp über 50%) planen knapp elf Prozent, Fitnessgeräte anzuschaffen oder zu ersetzen. Interessant: Acht Prozent der befragten Hotels wollen in diesem Jahr erstmals einen Wellness-Bereich mit Fitnessgeräten einrichten. „Das Thema Erstinvestitionen bei Wellness ist noch lange nicht ad acta gelegt“, so Lambracht (Foto). „Die Nachfrage der Gäste steigt und der Haupttrend Wellness, insbesondere Medical Wellness, ist insgesamt als investitionsträchtig zu bezeichnen.“

In der Hotellerie wird auch weiterhin in technische Anlagen investiert. „Rund sechs Prozent der Betriebe wollen innovative Gäste-Technologie wie WLAN oder neue Hotel-TV-Systeme anschaffen“, sagt Lambracht. Rund fünf Prozent der Hotels haben Elektroinstallationen z.B. in neue Lichtanlagen budgetiert. Bei moderner Buchungstechnik ist die Ausgabenbereitschaft immer noch zurück haltend: Nur rund drei Prozent der Hotels wollen in neue Reservierungssysteme für Internet und elektronische Plattformen investieren. Ebenso sieht es bei Modernisierungen von Umweltsystemen, z.B. modernen Heizungen, aus – auch hier ist bei nur rund drei Prozent der Hotels Geld bereit gestellt. „Das Thema ‚Green Hotelier‘ sollte man noch nicht überbewerten“, konstatiert Lambracht. „Die Investitionsplanungen konzentrieren sich zunächst auf Gäste-relevante Bereiche, ehe der Umweltgedanke verfolgt wird.“

GV-Boom: Kantinen wollen immer mehr modernisieren
In der Gemeinschaftsverpflegung (GV) herrscht laut „GV-Barometer 2008“ (Herausgeber: Synovate, München) in weiten Teilen euphorischer Optimismus. Rund 68 Prozent der Betriebsrestaurants (Kantinen) planen Neuanschaffungen. Gleichzeitig wird das Investitionsklima von 66 Prozent der Kantinen als „gut“ (2007: 63%) bezeichnet. Damit liegt der Wert so hoch wie noch nie seit Einführung der Branchenuntersuchung vor fünf Jahren. Der Großteil der Investitionen sind größere Budgets für neue Kochanlagen, Herde und Spülmaschinen, aber auch Kassensysteme. In der Klinik- und Heimverpflegung wollen 61 Prozent der Betriebe investieren, hauptsächlich in Kochanlagen und Speisentransport-/Serviersysteme. Dabei wird im Care-Bereich aber das Investitionsklima verhaltener bewertet: nur 55 Prozent der Großküchen (Vorjahr: 58%) haben an die Bereitschaft für Investitionen im eigenen Betrieb eine „gute“ Erwartungshaltung.

Wachstum im Außer-Haus-Markt
Als führende Quelle für alle Daten aus dem sogenannten Außer-Haus-Markt gilt CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH. Das Marktforschungsinstitut wurde vor zehn Jahren gegründet und ist seit 2002 Teil der internationalen CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert wird in der Branche als Marktführer für Beschaffung, Bearbeitung und Analyse von Marktdaten im Außer Haus Markt bezeichnet und zählt namhafte Unternehmen u.a. aus der Lebensmittel- und Getränkebranche, Küchentechnik und Konsumgüterindustrie zu seinen Kunden.

Die Experten verfügen über eine Datenbank der Betriebe des Außer-Haus-Marktes, vom Kiosk über Szenegastronomie bis zum Grandhotel – mit detaillierten Angaben zu allen einzelnen Betrieben. „Wir recherchieren, pflegen und aktualisieren mehr als 2,5 Millionen Adressen in Europa, davon rund 400.000 in Deutschland“, so Rolf W. Schmidt, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Marktplatz Hotel GmbH.

Der Außer-Haus-Markt (alle Übernachtungs- und Verpflegungsleistungen, die Menschen außerhalb ihrer eigenen Wohnung in Anspruch nehmen) zählt zu den wenigen globalen Wachstumsmärkten. Allein in Europa werden hier pro Jahr mehr als 500 Milliarden Euro ausgegeben, mit rund 1.500 Euro pro Einwohner und Jahr etwa 30 Prozent aller Gesamtausgaben für Essen und Trinken. In den USA liegt die Quote des Außer Haus Verzehrs bereits bei über 50 Prozent; dieser Wert wird für die nächsten Jahre auch in Europa erwartet. Aus diesem Grund richten fast alle internationalen Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie mehr und mehr ihren Fokus auf diesen dynamischen Markt. Da jedoch die Strukturen und Prozesse vielfach anders sind als im klassischen Groß- und Einzelhandel, benötigen diese Unternehmen spezialisierte und professionelle Unterstützung in der Analyse und Bearbeitung des Außer Haus Marktes.

Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift „Wissen und machen!“. Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

Mehr unter:
www.chd-expert.de
www.tophotelprojects.com

Griechenland investiert verstärkt in Tourismus

Quelle: bfai

Hotelbranche setzt auf Qualität / Golftourismus steckt noch in den Kinderschuhen

Sowohl die Einnahmen der griechischen Tourismusbranche als auch die Investitionen in diesen überaus wichtigen Markt sind 2006 deutlich gestiegen – ein Trend der sich 2007 fortgesetzt haben dürfte und auch 2008 anhalten soll. Gleichzeitig hat die Politik erste Maßnahmen ergriffen, um insbesondere einnahmestarke Tourismussparten, wie Golf-Resorts, zu fördern. Trotz der lukrativen Zuschüsse, die das Entwicklungsförderungsgesetz für solche Engagements vorsieht, bleibt der große Durchbruch auf diesem Gebiet weiterhin aus.

Nach Schätzungen des Welttourismusrats (World Travel and Tourism Council – WTTC) trug die griechische Tourismusbranche 2007 rund 7,4% zum Bruttoinlandsprodukt bei, und der Anteil an der Gesamtbeschäftigung war mit 20% ebenfalls als hoch zu bewerten. Das Potenzial der Branche wird jedoch noch nicht voll genutzt, da die Qualität der angebotenen Leistungen verbesserungswürdig ist. Seit 2004 hat sich die Branche die Qualitätsverbesserung auf die Fahnen geschrieben. Damals hatte vor allem die Hotelbranche erkennen müssen, dass trotz der Olympiade das erwartete Wachstum aufgrund der vorhandenen Leistungsdefizite ausblieb: Mit 55,6% im Jahresdurchschnitt war der Belegungsanteil der niedrigste im Zeitraum 1994 bis 2006 (2006: 59,8%, 2000: 65%).

Investitionen in die griechische Hotelbranche wurden in den vergangenen Jahren insbesondere durch das Entwicklungsförderungsgesetz 3299/04 (vormals 2601/98) bezuschusst. Nach Angaben der Griechischen Fremdenverkehrszentrale (EOT) wurden 1.362 Businesspläne mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,8 Mrd. Euro bei den zuständigen staatlichen Stellen zwischen 1998 und 2006 eingereicht. Mehr als die Hälfte aller Anträge beziehungsweise 58% des Investitionswertes betraf die Modernisierung von Hotelanlagen, 10% die Umwandlung von denkmalgeschützten Gebäuden in touristische Unterkünfte und rund 20% die Erweiterung vorhandener Hotelanlagen.

Investitionen der griechischen Hotelbranche von Mai 1998 bis Oktober 2006

Projektkategorie Anzahl der Projekte Investitionsvolumen in Mio. Euro
Modernisierung von Hotelanlagen 883 1.031,0
Umwandlung von denkmalgeschützten Gebäuden zu Hotelanlagen 298 180,5
Errichtung und Erweiterung von Hotelanlagen 152 362,9
Sonstige Vorhaben (Campingplätze, Infrastruktur etc.) 29 217,2
Gesamt 1.362 1.791,6

Quelle: Griechische Fremdenverkehrszentrale EOT

Die Investitionen in den Tourismus 2006 werden auf über 6 Mrd. Euro geschätzt. Damit belief sich ihr Anteil an Griechenlands Gesamtinvestitionen auf 14,3%, während sich dieser Anteil weltweit auf rund 9% einpendelte. Somit belegte Griechenland den 56. Rang in einem Vergleich zwischen 174 Ländern. Allerdings sei angemerkt, dass einige benachbarte Länder, die im direkten Wettbewerb zu Griechenland stehen, etwa die Türkei, einen besseren Rang belegten.

Längst erkannt haben die verantwortlichen Politiker, dass einnahmestarke Tourismussparten, wie etwa Golf-Anlagen, in Griechenland noch zu wenig vertreten sind. Die bisherigen Bemühungen vermochten noch keine beeindruckenden Ergebnisse zu erzielen. Dennoch gehen Analysten nach wie vor davon aus, dass gerade diese Sparten ausländischen Investoren hervorragende Einstiegschancen bieten. Zumal das Entwicklungsförderungsgesetz großzügige Vergünstigungen verspricht: Zuschüsse bis zu 50% der Gesamtinvestitionssumme oder bis zu 100% Steuerfreiheit für einen Zeitraum von zwei Jahren sind möglich, je nach Standort des Projekts.

Insbesondere die südliche Hälfte Griechenlands eignet sich bestens für den ganzjährigen Golf-Tourismus. Als ein erster Erfolg auf diesem Gebiet wird das 2-Mrd.-Euro-Projekt “Atalanti” gewertet, das sich in der Planungsphase befindet. Zwei Faktoren erschweren interessierten Investoren die Umsetzung solcher Vorhaben: Zum einen verfügt Griechenland nicht mehr über allzu viele große und zusammenhängende Grundstücke, um Golfplätze innerhalb von integrierten Resorts anzubieten. Zum anderen sind die bereits errichteter Anlagen, die nunmehr aufgrund von Wassermangel nicht genutzt werden, ein abschreckendes Beispiel. Allerdings sollte sich Bewässerungsmethoden, die sich im Ausland bereits bewährt haben, auch in Griechenland umsetzen lassen.

Angetrieben von dem Trend zu höherer Qualität und den vom Gesetzgeber geschaffenen Anreizen geht der WTTC davon aus, dass 2016 über 12 Mrd. Euro pro Jahr in der griechischen Tourismusbranche investiert werden. Die wachsende Investitionsbereitschaft wird, so hoffen Experten, auch kleine und mittelständische Anbieter dazu veranlassen, Maßnahmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einzuleiten.

Die griechische Tourismusbranche nahm 2006 rund 18,6 Mrd. Euro ein, die ausschließlich auf den Besuch von insgesamt rund 15 Mio. ausländischen Gästen zurückzuführen sind; im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Anstieg um 2,9% dar. Damit war Griechenland nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) im Tourismus auf Rang zwölf der einnahmestärksten Ländern der Welt, ist aber trotz des Einnahmeanstiegs gegenüber 2005 einen Rang gesunken. Für 2007 gehen Beobachter von rund 7% Mehreinnahmen aus.

Nach Angaben der Griechischen Hotelkammer (Hellenic Chamber of Hotels – XEE) wurden Ende 2006 landesweit 9.111 Hotels betrieben (1990: 6.423). Davon waren 49% Zwei-Sterne-Hotels, 20% Drei-Sterne- und 18% Ein-Stern-Unterkünfte. Deutlich unterrepräsentiert waren Hotels mit vier (11%) beziehungsweise fünf Sternen (2%). Von den insgesamt 693.252 angebotenen Betten befanden sich 21% auf Kreta und 20% auf den übrigen Inseln.

Die umsatzstärksten Hotelunternehmen in Griechenland im Jahr 2006 (Beträge in Mio. Euro, Veränderung in %)

Hotelgesellschaft Umsatz 2006 Veränderung 2006/05
Caravel S.A. 41,0 11,2
Ionian Hotel Enterprises S.A. 40,8 13,5
Hotels Louis S.A. 39,5 11,4
Hellenic Touristic S.A. 37,7 4,9
Helios S.A. 37,4 15,5
Lampsa S.A. Grande Betagne 34,6 11,7
Esperia S.A. 30,9 9,0
Athinaion S.A. 30,6 5,2
Aldemar Group S.A. 30,6 12,1
T.E.A.B. S.A. 29,7 3,1

Quelle: Marktforschungsgesellschaft Hellastat S.A.

Eine Übersicht über Branchenmessen liefert die griechische Fremdenverkehrszentrale EOT. Die wichtigsten Veranstaltungen sind weiterhin Philoxenia (Tourismusmesse) und Hotelia (Hotelausstattung), die von Helexpo in Thessaloniki angeboten werden. Die beiden Ausstellungen sind unter einem Dach untergebracht und finden nächstes Mal vom 1. bis 4. November 2008 statt. Informationen darüber sind unter erhältlich.