Schlagwort-Archive: Hotelzimmer

HOTELIER TV features FutureHotel – Forschen für das Hotel der Zukunft

Januar 2012 – Das Verbundforschungsprojekt “FutureHotel” ist unter der Leitung des Fraunhofer IAO als Innovationsnetzwerk in Zusammenarbeit mit wichtigen Wirtschaftspartnern konzipiert. Im Rahmen des Projektes werden die zentralen Fragestellungen für das Hotel der Zukunft vorausgedacht. Relevante Schlüsselentwicklungen und deren Auswirkungen auf die Hotellerie werden ebenso analysiert wie die Anforderungen verschiedener Gästetypen und Optimierungspotenziale im Hotelbetrieb. Für die Bereiche des Hotels wie Hotelzimmer, Rezeption, Tagungsbereiche etc. werden neue, zukunftsweisende Lösungen aufgezeigt und dabei technologische Innovationen sowie wirtschaftliche, ökologische und gesamtgesellschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt. Darüber hinaus bietet der Showcase “FutureHotel” die einzigartige Möglichkeit theoretische Forschung mit einem realen Testfeld zu verknüpfen.

Wanzenfreie Zone: Innovative Matratze schützt vor Hausstaubmilben und Bettwanzen

(Bönnigheim, 07. Juli 2011) Sie sind klein, bissig und keiner möchte sie zum Bettgefährten haben – und doch erobern ganze Horden von Bettwanzen derzeit menschliches Terrain. Die Einwohner der USA und speziell der Stadt New York können davon ein Lied singen: Hier wird in den letzten Monate die größte Bettwanzen-Invasion seit über 50 Jahren verzeichnet. Verbreitet durch Reisende befinden sich die kleinen Krabbeltiere aber auch in Europa und anderen Teilen der Welt auf dem Vormarsch. Im Kampf gegen die nachtaktiven Stechinsekten, die sich von Menschenblut ernähren, erweisen sich zugelassene Insektizide zunehmend als wirkungslos. Abhilfe für das heimische Schlafzimmer oder auch Hotelzimmer bietet eine neuartige Matratzen, die von den Hohenstein Instituten in Bönnigheim (Deutschland) entwickelt wurde und das ganz ohne Chemie. Ursprünglich wurde die Spezial-Matratze im Kampf gegen Hausstaubmilben konzipiert. Prof. Dr. Höfer vom Institut für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten ist jedoch überzeugt, dass sich mit ihr auch die Besiedelung der Schlafstätte mit Bettwanzen effektiv verhindern lässt: „Hausstaubmilben und Bettwanzen weisen prinzipiell dieselben Vorlieben hinsichtlich ihrer Lebensbedingungen auf: sie leben in unmittelbarer Nähe des Menschen, lieben die warme und feuchte Umgebung von Matratzen und vermehren sich hier auf diese Weise rasend schnell.“

Bettwanzen sind wahre Globetrotter. Als unerwünschtes Mitbringsel sind sie in so manchem Reisegepäck zu finden und finden im nächsten Hotelzimmer oder heimischen Schlafzimmer einen neuen Lebensraum. (Bild: iStock/animatefunk)

Bettwanzen sind wahre Globetrotter. Als unerwünschtes Mitbringsel sind sie in so manchem Reisegepäck zu finden und finden im nächsten Hotelzimmer oder heimischen Schlafzimmer einen neuen Lebensraum. (Bild: iStock/animatefunk)

Ziel der Wissenschaftler war es deshalb, die Bedingungen auf und innerhalb der Matratze so zu gestalten, dass sich Milben und Wanzen gar nicht erst ansiedeln. Dabei machten sie sich die Empfindlichkeit der Tiere gegen Trockenheit und Hitze zunutze. Durch die Änderung der hygrothermalen Lebensbedingungen, d. h. des Wärme- und Feuchteniveaus innerhalb der Matratze, entsteht ein milben- und wanzenfeindliches Milieu.

Prof. Dr. Höfer, Leiter des Instituts für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten, sieht großes Potential für die neuentwickelte Spezialmatratze: hier kann sich durch das eingesetzte thermische Verfahren weder eine Bettwanzenpopulation noch eine Hausstaubmilbenpopulation ansiedeln.

Prof. Dr. Höfer, Leiter des Instituts für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten, sieht großes Potential für die neuentwickelte Spezialmatratze: hier kann sich durch das eingesetzte thermische Verfahren weder eine Bettwanzenpopulation noch eine Hausstaubmilbenpopulation ansiedeln.

Dazu wird diese zweimal wöchentlich von mit Hilfe elastischer textiler Heizelemente erhitzt, die in den Matratzenkern in definierten Abständen integriert sind. So ist sichergestellt, dass die notwendige Temperatur von 55°C und eine Luftfeuchte unter 40% an allen Raumpunkte der Matratze erreicht wird. Die Verwendung eines Spezialnetzgerätes schließt sowohl gefährliche Stromschläge als auch das Entstehen von störendem und gesundheitlich bedenklichem Elektrosmog aus. Da zudem die Heiztemperatur der Matratze steuerbar ist, stellt sie gerade in der kalten Jahreszeit eine Alternative zur elektrischen Heizdecke dar und verspricht zusätzlichen Komfort für anspruchsvolle Schläfer.

Prof. Höfer sieht ein großes Potenzial für die Neuentwicklung: „Für viele Menschen ist es mithilfe dieser neuen Matratze möglich, endlich eine unbeschwerte Nachtruhe ohne Wanzenstiche oder allergischen Reaktionen zu genießen. Deshalb sind wir sicher, dass sich auch in den USA bald ein Hersteller oder Importeur für die Spezialmatratze findet.“ Da die Bettwanzen sehr mobil sind, sollte das Schlafzimmer den Minivampiren keine Rückzugsmöglichkeit bieten. Ansonsten sieht Prof. Höfer die Gefahr, dass die Bettwanzen z.B. von Teppichen oder Polstermöbeln aus zum nächtlichen Angriff auf ihre menschlichen Wirte starten.

Innerhalb der Matratze sorgen textile, flexible Heizelemente für hygrothermale Bedingungen, unter denen sich Bettwanzen und Hausstaubmilben gar nicht erst ansiedeln.

Innerhalb der Matratze sorgen textile, flexible Heizelemente für hygrothermale Bedingungen, unter denen sich Bettwanzen und Hausstaubmilben gar nicht erst ansiedeln.

Bettwanzen (cimex lectularius)
Wo auch immer Menschen schlafen oder sich aufhalten gibt es die 3 bis 5 mm großen Krabbler. In den 50er und 60er Jahren waren die Plagegeister durch den verbreiteten Einsatz des heute verbotenen Insektizids DDT weitgehend aus den Haushalten verschwunden. Nun kehren sie zunehmend als ungebetene Hausgäste zurück, da sie mittlerweile gegen die gegen sie eingesetzten Chemikalien resistent geworden sind. In den USA entwickelte sich im letzten Jahr eine regelrechte Bettwanzenplage, die die Gesundheitsbehörden auf den Plan riefen. In speziell angelegten Informationskampagnen wurde u.a. darauf hingewiesen, dass Bettwanzen beispielsweise in Hotelzimmern auch auf Kleidung und Gepäck klettern und somit in ihrer globalen Ausbreitung nicht effektiv gestoppt werden können. Über die Website http://bedbugregistry.com/ können sich USA-Reisende darüber informieren, ob in ihrem Zielhotel mit einem Bettwanzen-Befall zu rechnen ist.

Dometic feiert: 10 Mio. Kühlschränke aus Siegen rund um den Globus im Einsatz

(Siegen, 31. Mai 2011) Egal, ob in Shanghai, Singapur, New York, Berlin, auf hoher See im Atlantik oder am Campingplatz, die einen nutzen ihn als Minibar im Hotel oder Kreuzfahrtschiff, die anderen als Kühlschrank in ihrem Reisemobil oder Caravan. Die lautlosen Wohltäter der Siegener Dometic Group sind nahezu überall rund um den Globus im Einsatz. Jetzt stand eine ganz besondere Seriennummer an. Am 27. Mai lief der zehnmillionste im Siegener Werk produzierte Absorberkühlschrank vom Band – eine starke Leistung. Würden zehn Millionen Kühlschränke aneinandergereiht, so reichte die Strecke von Siegen nach Lissabon und weiter bis nach Stockholm, einmal quer durch Europa. Zur Feierstunde am Freitag kamen unter anderem der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Paul Breuer und der Bürgermeister der Stadt Siegen, Steffen Mues.

Dometic: Der zehnmillionste Siegener Absorberkühlschrank ist ein limitiertes Sondermodell, das mit edlen Swarovski Elements verfeinert ist.

Dometic: Der zehnmillionste Siegener Absorberkühlschrank ist ein limitiertes Sondermodell, das mit edlen Swarovski Elements verfeinert ist.

Der Grundstein von Dometic wird 1923 gelegt, als zwei schwedische Studenten das Herzstück der heutigen Dometic Kühlschränke erfinden: Das Absorbersystem, die einzige Technik, die eine lautlose Kühlung ermöglicht. Diese bahnbrechende Idee erkannte der schwedische Electrolux Konzern und sicherte sich die Patente der beiden Studenten. In den 60er Jahren werden in Siegen die ersten Absorberkühlschränke unter dem Namen Siegas produziert, ehe 1973 Electrolux die Firma Siegas übernimmt. In den folgenden Jahren lag die Konzentration auf dem globalen Ausbau des Hotellerie- und Caravanmarktes mit Minibars bzw. Caravankühlschränken. Diese spezielle Nische der lautlosen Kühlung, ging als Idee um die Welt und unterschied sich zunehmend vom klassischen Haushaltssegment, so dass Electrolux diesen Geschäftsbereich ausgliederte und Dometic sich als Eigenmarke etablierte. 2011 beschäftigt die Dometic Group rund 6.600 Mitarbeiter weltweit, davon alleine 550 am deutschen Hauptsitz in Siegen, insgesamt sind es 1.500 Mitarbeiter in Deutschland. Am Standort in Siegen befindet sich die weltweit größte und modernste Produktionsstätte für Absorberkühlschränke. Täglich werden von Siegen im Schnitt zwei komplette Hotels mit Minibars ausgestattet, und das rund um den Erdball! Jedes Reisemobil, jeder Caravan weltweit hat mindestens ein Dometic Produkt an Bord. Zum Großteil ist dies der Absorberkühlschrank aus Siegen, zudem liefert Dometic heute mehr als 100 Spezialprodukte für die mobile Freizeit.

Joachim Kinscher, Executive Vice President der Dometic Group und Geschäftsführer von Dometic in Siegen: „Wir sind stolz, dass wir tagtäglich hunderttausende von Menschen mit erfrischenden Getränken aus unseren Kühlschränken Made in Germany verwöhnen können. 10 Millionen Kühlschränke sind eine stolze Leistung, und es werden täglich mehr! Heute vertreiben wir unsere Produkte in mehr als 100 Ländern.“

Neben den Feierlichkeiten am 27. Mai werden über den Sommer verschiedene Aktionen mit Kooperationspartnern durchgeführt und entsprechend in den Medien veröffentlicht. Der zehnmillionste Siegener Absorberkühlschrank ist ein limitiertes Sondermodell, das mit edlen “Swarovski Elements” verfeinert ist.

Umfrage von swoodoo.com: Sextoys ein gefragtes Zusatzangebot im Hotelzimmer

(München, 29. Dezember 2010) Erotische Spielzeuge haben für deutsche Urlauber auch in Hotelzimmern ihren Reiz. Bei einer Umfrage des Münchner Reiseportals swoodoo.com gaben insgesamt 64 Prozent der Befragten an, in ihrem Hotelzimmer gerne erotische Accessoires vorfinden zu wollen. Innerhalb der Gruppe der Sextoy-Befürworter sagten 41 Prozent: „Diese Extraleistungen wären für mich definitiv ein Anreiz, ein Hotel zu buchen“. In der zusätzlichen Auswertung nach Männern und Frauen wird deutlich, dass gerade weibliche Gäste diesen Service schätzen würden. 44 Prozent der Frauen wünschen sich demnach Sextoys auf dem Zimmer, verglichen mit 40 Prozent der Männer. Das Ergebnis zeigt, dass Hoteliers ihre Auslastung steigern könnten, indem sie zusätzliche erotische Spielzeuge im Hotelzimmer parat halten.

Beate Uhse: Überraschungspaket "Erotische Massage"

Beate Uhse: Überraschungspaket "Erotische Massage"

Als besonders experimentierfreudig zeigten sich 23 Prozent der Sextoy-Befürworter: „Je ausgefallener, desto besser. Ich bin bei allem dabei!“ Bei der Betrachtung nach Geschlecht stellte sich heraus, dass besonders die männlichen Befragten mit 26 Prozent ihrer Fantasie freien Lauf lassen möchten.  Frauen sind bei dieser Aussage zurückhaltender, nur 15 Prozent signalisieren grenzenlose Bereitschaft, wenn es um erotisches Spielzeug geht.

Knapp 24 Prozent der insgesamt 634 Befragten können auf derlei aufreizende Annehmlichkeiten im Hotelzimmer gut ganz verzichten. Sie würden das Sexspielzeug nicht benutzen, denn „Mein Liebesleben ist auch so anregend genug“. Auffallend: Mit 25 Prozent outen sich bei dieser Antwort mehr Männer als Sextoy-Muffel als Frauen mit knapp 19 Prozent.

Entspannung ganz ohne Sextoys im Hotelzimmer finden zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer. Sie gaben an, dass ihnen ein kuscheliges Bett ausreichen würde, denn im Hotelzimmer wollen sie sich ausruhen. Dieser Antwort stimmten ausgewertet nach Geschlecht immerhin knapp 22 Prozent der befragten Frauen zu, und lediglich neun Prozent der Männer.

Insgesamt 634 Personen haben an der Umfrage zu „Sextoys im Hotelzimmer“ teilgenommen und anonym auf swoodoo.com ihre Vorlieben verraten.

ITB World Travel Trends Report – Hotels der Zukunft: Roboter an der Rezeption und individualisierte Zimmer

(Berlin, 21. Dezember 2010) Das Hotelzimmer ist in den Lieblingsfarben des Gastes ausgestattet, das Badewasser ist wunschgemäß eingelassen, die Minibar mit den bevorzugten Getränken gefüllt und im Hintergrund läuft die Lieblingsmusik. So, oder so ähnlich könnte schon bald die Hotelrealität aussehen. Zu diesem Ergebnis kommt der ITB World Travel Trends Report, der auf einem Auszug des European Travel Monitors und Einschätzungen von über 50 Tourismus-Experten und Wissenschaftlern aus aller Welt beruht, u.a. auf den Forschungen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO).

Laut Fraunhofer-Institut wird der technologische Fortschritt einer der wichtigsten Triebkräfte für die Hotellerie sein und sie in den nächsten zehn Jahren stark verändern. Roboter werden den Gast an der Hotelrezeption empfangen und ihn mit erstklassigem Service während des gesamten Aufenthaltes begleiten. Automatisierte, intelligente Räume sind komplett nach den Gästewünschen eingerichtet. Jeder Gast hat ein eigenes Profil, das er entweder mit einem Pin-Code auf seinem Smartphone eingibt oder das über biometrische Authentifizierung übertragen wird. Anhand dieser Daten werden Beleuchtung, Klima und Farbe des Zimmers individuell angepasst. Im Hotelzimmer der Zukunft trägt die gesamte Infrastruktur zur Entspannung des Gastes bei: weiche Kurven statt kantige Ecken, intelligente Energie-Betten, Wand-Displays mit riesigen Bildschirmen als interaktive Schnittstelle zu allen Kommunikationskanälen und als Arbeitsplatz für Geschäftsreisende. Aber nicht nur technologische Innovationen gehören zu den zentralen Themen der Zukunftsgestaltung in der Hotellerie. Eine immer größere Rolle werden auch die ökologischen Gesichtspunkte für den Gast spielen.

„Wachsendes Umweltbewusstsein, globale Trends wie der demographische Wandel, zunehmende Mobilität sowie die multikulturelle Entwicklung führen zu einer Veränderung des Gastprofils. Die verschiedenen Anforderungen spezifischer Gasttypen bestimmen zukünftig das Angebot. Das sind große Herausforderungen für die Hotellerie, aber auch Chancen, neue Gästeschichten zu generieren“, so Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel und Logistics der Messe Berlin.

In Zeiten von Web 2.0 stehen innovative Hotelbetreiber jetzt schon im Dialog mit ihren Kunden. Die Experten prognostizieren, dass sich künftig Communitys zu „Hotelfamilien“ bilden werden. Gleichgesinnte kommen zunächst interaktiv ins Gespräch, tauschen Interessen, Erfahrungen und Empfehlungen aus und treffen sich irgendwann in einem für sie „maßgeschneiderten“ Hotel, um gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Ein Beispiel, wie soziale Netzwerke Menschen zu sozialen Gemeinschaften zusammenführen können. Gleichzeitig können Hotelbetreiber durch die Profile der „Hotelfamilien“ und deren kommuniziertes Feedback ihre Produkte und Dienstleistungen noch besser den Kundenwünschen anpassen und passgenaue Leistungen anbieten.

Der ITB World Travel Trends Report 2010/2011 ist abrufbar unter www.itb-berlin.de. Er basiert auf Einschätzungen von 50 Tourismus-experten aus 30 Ländern, einer speziell von IPK durchgeführten Trendanalyse in den wichtigsten Herkunftsmärkten sowie auf Kerndaten des World Travel Monitor®, der als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten aus rund 60 Herkunftsländern gilt. Diese Trend-ergebnisse zeigen Tendenzen auf, die sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 abzeichneten. Die Jahresendergebnisse inklusive aktueller Ausblicke für das Jahr 2011 werden am 9. März 2011 auf dem ITB Future Day im Rahmen des Kongresses in der Session “ITB World Travel Trends Report: ITB World Travel Trends Report: Forecasting Global and European Tourism ” von Rolf Freitag, CEO IPK International, vorgestellt.
Lesen Sie dazu auch:

Mehrwertsteuer-Debatte: Fortbestand der Steuersenkung für Hotelübernachtungen auf der Kippe

(Berlin, 03. Juni 2010) Nervosität in der Hotellerie: Bei der Klausurtagung der Bundesregierung am Wochenende könnte es auch um den Fortbestand der Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen gehen. Ob der zum Jahresanfang auf sieben Prozent reduzierte Steuersatz die Sparbemühungen übersteht, ist fraglich. Politische Warnungen gab es zuletzt mehrfach. Nun appellierte Dehoga-Präsident Ernst Fischer: „Die Mehrwertsteuersenkung gibt insbesondere den vielen mittelständischen Beherbergungsbetrieben wieder Luft zum Atmen und dringend benötigte Spielräume für Investitionen. Dieses zarte Pflänzchen Aufschwung darf jetzt nicht kaputt gemacht werden. Die Hoteliers brauchen Planungssicherheit.“

Der Fortbestand der gesenkten Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen steht auf dem Prüfstand - hoffentlich übersteht diese sehr wichtige Maßnahme die Sparüberlegungen der Bundesregierung

Der Fortbestand der gesenkten Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen steht auf dem Prüfstand - hoffentlich übersteht diese sehr wichtige Maßnahme die Sparüberlegungen der Bundesregierung

Nach einer aktuellen Umfrage des Verbandes profitieren von der Mehrwertsteuersenkung Gäste, Mitarbeiter, Handwerker und Zulieferer. Auf die Frage des Dehoga-Bundesverbandes, wofür die Unternehmer die Entlastung verwenden, antworteten bis Ende Mai über 3.800 Gastbetriebe. Fünf Monate nach Inkrafttreten der neuen Regelung beträgt das von diesen Betrieben bezifferte Investitionsvolumen insgesamt 682,5 Millionen Euro. Jedes dritte Haus (32,6%) senkt die Preise um durchschnittlich 6,5 Prozent. Laut Angaben der Unternehmen schaffen diese Betriebe zusammen 5.495 zusätzliche Arbeitsplätze – 2.049 Vollzeit-Mitarbeiter, 1.714 Teilzeit-Mitarbeiter und 1.732 Azubistellen. Über mehr Mitarbeiter, höhere Löhne und noch mehr Schulungen wird kräftig in die Servicequalität investiert. „Die Branche hält Wort“, sagte Fischer.

Die zum Teil unverständliche Mehrwertbesteuerung ist ein Dauerthema im Gastgewerbe und der Foodservice-Branche. „Niemand versteht, warum die Tütensuppe beim Discounter mit sieben Prozent begünstigt wird, während für die frisch zubereitete und servierte Spargelcremesuppe in einem Restaurant satte 19 Prozent fällig werden“, machte Fischer deutlich. „Während Hundefutter mit sieben Prozent steuerlich gefördert wird, schlägt der Fiskus beim Essen für unsere Kinder voll zu und verlangt bei der Schulverpflegung 19 Prozent Mehrwertsteuer.“ Es sei auch eine Frage der Ess- und Genusskultur, für die steuerliche Gleichbehandlung der Gastronomie einzutreten. „Es ist widersinnig, die industrielle Lebensmittelproduktion und das Essen im Gehen mit sieben Prozent zu besteuern, während für die von Hand zubereiteten Speisen in einem Restaurant oder Biergarten 19 Prozent gelten“, sagte Fischer.

Gastwirte und Hoteliers leiden unter Krise und dem Wetter
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Gastgewerbe in Deutschland schwer getroffen. Mit Ausnahme der Wintersportregionen haben bundesweit Hotels und Restaurants au-ßerdem unter dem harten und schneereichen Winter gelitten. Mehr als jeder zweite Gastronom (54,8 Prozent) und Hotelier (56,4 Prozent) setzte in der kalten Jahreszeit weniger um als im Vorjahreszeitraum. Das ist das Ergebnis des aktuellen Branchenberichts des Dehoga-Bundesverbandes, der in Berlin vorgestellt wurde.

Trotz einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist die Ertrags-situation der Betriebe weiterhin sehr kritisch: 58,7 Prozent der Hoteliers haben von Oktober 2009 bis März 2010 geringere Erträge als im Winter 2008/09 erwirtschaftet (Vorjahr: 64,6%). Bei den Gastronomen beklagen fast zwei Drittel (61,9%) einen Ertragsrückgang (Vorjahr: 69,3%). „Bürger wie Unternehmen traten angesichts der dramatischen Entwicklungen 2009 auf die Sparbremse. Das bekamen Gastronomen und Hoteliers voll zu spüren“, sagte Verbandschef Fischer.

Auch das laufende Jahr sei schwierig. „Der konjunkturelle Aufschwung kommt nur langsam voran“, sagte Fischer. „Zwar hat sich die Stimmung in der Hotellerie auch dank der Mehrwertsteuersenkung etwas aufgehellt, doch von einer wirklichen Trendwende sind wir noch weit entfernt. Der Weg aus der Krise ist schwer.“ Für das Gesamtjahr rechnet der Verband bestenfalls mit einer Stagnation auf sehr niedrigem Niveau.

Das Ergebnis der Dehoga-Konjunkturumfrage unterstreicht die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Danach musste das Gastgewerbe im ersten Quartal 2010 erneut Umsatzeinbußen verkraften. Im Gegensatz zur übrigen deutschen Wirtschaft, die von Januar bis März überraschend um 0,2 Prozent gewachsen ist, setzten Hotels, Restaurants und Caterer im Vergleich zum bereits niedrigen Vorjahresergebnis nominal 1,1 Prozent weniger um (real -3,6 Prozent).

Kaltes Frühjahr verhagelt Open-Air-Geschäft
Die aktuelle Situation in der Gastronomie hat sich noch verschärft. „Das kalte und nasse Frühjahr verhagelte uns das Open-Air-Geschäft“, berichtete Hotelier Fischer. Wie eine Blitzumfrage des führenden Branchenverbandes ergab, setzten 87,1 Prozent der Unternehmer in den Frühjahrswochen 2010 weniger unter freiem Himmel um als im gleichen Zeitraum im Krisenjahr 2009. Knapp jeder vierte Gastronom machte fast gar keinen Umsatz: Bei 23,1 Prozent lag der Rückgang zwischen 80 und 100 Prozent. 15,4 Prozent berichten von um 60 bis 80 Prozent gefallenen Umsätzen, ebenso viele mussten Einbußen in Höhe von 40 bis 60 Prozent verkraften. 28,2 Prozent haben Umsatzverluste zwischen 20 und 40 Prozent gemeldet.

„Bei winterlichen Temperaturen blieben viele Außenterrassen und Biergärten an den Wochenenden und den traditionell umsatzstarken Feiertagen wie Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten leer“, erklärte Fischer. Für die Betriebe sei das „eine Katastrophe.“ Denn sie seien auf gute Umsätze im Frühjahr existenziell angewiesen. „Umsatzverluste in den Monaten April und Mai können im Laufe des Sommers praktisch nicht aufgeholt werden“, so Fischer. „Die Gäste weichen auch nicht unbedingt auf die Innenräume von Kneipen und Restaurants aus, sondern kommen einfach gar nicht.“

Umso wichtiger sei es, dass die Politik die Öffnungszeiten der Freiluftgastronomie endlich an die Bedürfnisse der Gäste anpasse. „Hier brauchen wir dringend Rechtssicherheit“, forderte Fischer. „Damit unsere Unternehmer die Chance bekommen, an den wenigen lauen Sommerabenden ihre Gäste bis 24 Uhr zu verwöhnen, mehr Umsatz zu machen – und so etwas von den Verlusten aufzuholen“, so Fischer.

Der Dehoga-Branchenbericht „Winter 2009/10 – Ausblick Sommer 2010“ steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.